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Achim Kluck

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Reisebericht Singapur

 

Allgemeine Informationen

Impfungen

Bevor wir uns zu der Reise nach Asien entschlossen, holte ich mir beim Tropischen Institut in Hamburg Informationen ├╝ber vorsorgliche Impfungen. F├╝r keine der Reisestationen war eine Impfung vorgeschrieben, es sei denn, man war in den letzten 12 Monaten in Afrika oder S├╝damerika, wo es noch Gelbfieber gibt. Geraten wurde uns zu einer Hepatitis A/B-Impfung und einer Malaria-Prophylaxe. Falls man nicht schon gegen Tetanus, Diphtherie und Polio geimpft war, sollte man auch dieses nachholen. 

Einreiseformalit├Ąten

F├╝r die Einreise ben├Âtigte man 1996 einen noch mindestens 6 Monate g├╝ltigen Reisepass. Um ein evtl. Visum mu├čten wir uns nicht k├╝mmern, es wurde vom Reiseveranstalter direkt besorgt.

Singapurdollar

W├Ąhrung:

Singapur Dollar = S$.

Kurs Januar 2003: 1 ÔéČ = 1,85 S$

 

Singapur City

Singapur, ├╝bersetzt hei├čt es ÔÇ×Die L├Âwenstadt“,  ist in vielerlei Hinsicht eine Modellstadt. Verglichen mit anderen Metropolen ist es relativ klein, ├╝berw├Ąltigend modern, tadellos sauber und gut organisiert. Die vielen Hotels, das Transport- und Kommunikationssystem, die unz├Ąhligen Restaurants und Gesch├Ąften beeindrucken durch ihre Vielfalt und ihren westlichen Standart . Hinter dieser Fassade verbirgt sich aber eine sehr asiatische Stadt, ein Mosaik von Menschen und Stimmungen des gesamten Kontinents. Der rasanten Entwicklung der Stadt zum Trotz lasen sich aber auch heute noch kleine Flecken des alten Singapore entdecken, die die moderne Monotonie der Wolkenkratzer und Shopping-Centres aufbrechen.

Singapur
Singapur

 Der Kern von Chinatownpulsiert mit dem gesch├Ąftigen Treiben der H├Ąndler, gelegentlich st├Â├čt man in einer Seitengasse auf die Darbietung chinesischer Oper, und indische Wahrsager bieten ihre Dienste auf der Stra├če an. Im Monat Ramadan tauchen in der D├Ąmmerung malaiische Essst├Ąnde neben den Moscheen auf, Gin Tonic wird wie seit eh und je auf der Veranda des Cricket Clubs eingenommen, und kleine Oasen aus tropischem Wald und Mangroven bieten etwas Erholung vom Asphaltdschungel.

 
Der Merlion in Singapur City

Wolkenkratzer in Singapur

Singapur ist nur eine kleine Insel, die etwa 140 km n├Ârdlich des ├äquators liegt. Die Inselrepublik umfasst etwa 600 km2 und misst 42 km von Ost nach West und 23 km von Nord nach S├╝d. Sie hat ein tropisches Klima mit einer durchschnittlichen Luftfeuchte von mehr als 90 Prozent und Temperaturen, die sich kaum ├╝ber 31┬░ C oder unter 24┬░ C bewegen. Trotz des Baubooms ist die Stadt erstaunlich gr├╝n mit vielen B├Ąumen und kleinen Parks. Abgesehen von ein paar der h├Âchsten Geb├Ąude S├╝dostasiens und einigen H├╝geln ist Singapur flach! Kaum etwas auf der Insel ist h├Âher als 15 m. Der 166 m hohe Bukit Timah bildet eine Ausnahme.

Dank ausgekl├╝gelter Wasserableitungssysteme kommt es heute nur noch selten zu Hochwasser. Der Singapore River teilt das Stadtzentrum. Die kolonialzeitlichen Regierungsgeb├Ąude und der Padang – der zentrale Platz der alten Kolonialstadt – liegen am Nordufer umrahmt von den ├ťberbleibseln der fr├╝hen Siedlungsgebiete der Inder, Araber und Malaien. Am S├╝dufer liegt das Hauptgesch├Ąftsviertel mit Chinatown an seiner Westflanke. Die M├╝ndung des Flusses ist heute stark eingeengt, zum einen durch die neugebauten Hochh├Ąuser des Raffles Place , zum anderen durch gro├če Landgewinnungen.

 
Padang
Padang

Hinter diesem Stadtkern liegen die Wohn- und Industrieviertel. Besonders aufgefallen sind mir die ausgedehnten Neubaugebiete mit unz├Ąhligen Wohnblocks. Jedes bietet den Bewohnern gute Einkaufsm├Âglichkeiten, eine eigene Infrastruktur f├╝r Freizeit und Bildung sowie sehr gute Verkehrsanbindung in das Zentrum durch die moderne Untergrundbahn (MRT = Mass Rapid Transit). Die meisten Wohnungen sind heute in Privatbesitz, obwohl sie urspr├╝nglich im ├Âffentlichen Wohnungsbau realisiert wurden. Die Gebiete machen zwar einen etwas monotonen Eindruck, aber das Positive ist, dass auch sie, wie ├╝berall in Singapur, weitgehend frei von Kriminalit├Ąt sind.
 

Containerhafen Singapur

Die st├Ąrkste Bev├Âlkerungsgruppe mit 77% sind die Chinesen. Ihre Vorfahren kamen ehemals aus den s├╝dchinesischen Provinzen oder aus Malakka. Die Malaien sind mit 14 % die zweitgr├Â├čte ethnische Gruppe, gefolgt von den Indern mit 7% Prozent. Aufgrund der kolonialen Vergangenheit, der Handelstraditionen und der heutigen Bedeutung als regionalem Zentrum leben auch eine Anzahl Eurasier und ausl├Ąndische Arbeitnehmer (2 %) aus der ganzen Welt in der Stadt.

Diese Vielfalt der Rassen, Religionen und Weltanschauungen spiegelt sich am deutlichsten in Singapurs Reichtum an Festtagen und Traditionen wider. 29 % der Einwohner sind Taoisten, 27 % Buddhisten, 15 % Muslime, 11 % Christen, 4 % Hindus und 14 % geh├Âren einer anderen oder keiner Religion an

Die Bev├Âlkerungsdichte ist mit 4200 Menschen pro km2 (!) eine der h├Âchsten der Welt.

Shopping in Singapur

Eine nationale Sucht f├╝r die Einwohner Singapurs ist neben dem Essen das Einkaufen bzw. Shopping. Aber auch in Singapur haben Designernamen ihren Preis. Viele der glitzernden Shopping-Centres sind ├╝berf├╝llt mit exklusiver Mode, mit Schmuck und anderem mehr. Die Orchard Road wird nicht umsonst als ÔÇ×Laufsteg“ bezeichnet, denn an Wochenendnachmittagen ist dies der Ort, wo man seine neuesten Designerjeans und die Markenhandtasche ausf├╝hrt  Trotzdem ist Singapur nicht mehr das Mekka des billigen Einkaufs, wie viele Touristen meinen. Viele Preise sind durchaus vergleichbar mit jenen in London, New York oder Sydney. Dennoch lie├čen es sich einiger unserer Mitreisenden nicht nehmen mit einem fast leeren Koffer anzureisen um sich dort – und sp├Ąter auch in Hongkong und Bangkok – neu einzukleiden.

Einkaufszentrum Raffles City
Einkaufsparadies Singapur

Hinflug – Freitag, 18.10.96

Am 18.10.1996 begannen wir, mein damaliger Ehemann und ich und weitere 27 Personen, unsere Erlebnisreise ÔÇ×Best auf Asia“, die wir schon im April 1996 bei Meiers Weltreisen gebucht hatten und die gleichzeitig unsere Silberhochzeitsreise war (Bemerkung am Rande: Inzwischen sind wir geschieden).

Wir fuhren mit der Deutschen Bundesbahn von Bielefeld zum Frankfurter Flughafen, wo wir ca. 1 Stunde vor dem Abflug eintrafen und unsere Koffer aufgaben. Unser Reiseleiter, Herr Alexander Kunze, sollte eigentlich schon dort sein und uns empfangen, aber von ihm war weit und breit nichts zu sehen. Erst als der Flug das 2. Mal aufgerufen wurde, kam er endlich. Er war im Verkehr steckengeblieben.

Alexander bat uns gleich zu Beginn der Reise ihn mit seinem Vornamen anzusprechen und zu  duzen. Er befasste sich seit vielen Jahren intensiv mit der Geschichte und Kultur Asien und hatte uns schon auf dem Hinflug einiges ├╝ber diese faszinierende Region, die uns nun erwartete, erz├Ąhlt. Er begleitete uns die ganze Reise und blieb bei uns, bis wir wieder in Frankfurt gelandet waren.

Um 20.45 Uhr starteten wir mit Singapore-Airlines (Flug SQ 325) nach Singapur. Der Flug mit dem Airbus war ein Nichtraucherflug und dauerte fast 13 Stunden. Nachdem wir unsere Reisegeschwindigkeit erreicht hatten, gab es ein kleines Abendessen. Mein Ex-Ehemann schaute wohl nicht richtig hin, jedenfalls biss er in eine Chilischote. Als er seinen Irrtum bemerkte, war es zu sp├Ąt. Obwohl er sie sofort wieder ausspuckte brannte sein Mund h├Âllisch und ihm liefen sogar die Tr├Ąnen ├╝bers Gesicht. Die Reise fing ja schon gut an, dachte ich bei mir.

Nachdem das Essen wieder abger├Ąumt war, sahen wir uns einen Film an. Es war inzwischen schon Mitternacht (europ├Ąische Zeit )  und die Stewardessen brachten uns Kissen, ein paar Socken, eine Decke sowie eine Zahnb├╝rste mit einer kleinen Zahnpastatube. Ich war sehr m├╝de und versuchte ein wenig zu schlafen, was mir jedoch nicht richtig gelang.

Ankunft Singapur – Samstag, 19.10.96

Ich habe zwar ein paar Stunden mit Unterbrechungen geschlafen, f├╝hlte mich jedoch kein bisschen ausgeruht, als wir um 15.10 Uhr Ortszeit auf dem Changi International Airport in Singapur landeten. 

Der Changi International Airport liegt ca. 25 km s├╝d├Âstlich von Singapur. Schon in der Ankunftshalle am Flughafen war ich von der Sch├Ânheit und Sauberkeit ├╝berrascht. Ich will damit nicht sagen, dass andere Flugh├Ąfen schmutzig oder unordentlich sind, aber so etwas Sch├Ânes wie in Singapur habe ich bisher noch nie gesehen. Die Hallen waren mit Teppichboden ausgelegt, ├╝berall gab es Shops, Restaurants, einen Brunnen mit Pflanzen und sogar einen Spielplatz f├╝r Kinder. Im ganzen Flughafengeb├Ąude ist das Rauchen nicht gestattet (wie es ├╝berhaupt das Rauchen in der ├ľffentlichkeit in Singapur verp├Ânt)  und so war f├╝r die Raucher ein spezieller Raum hergerichtet worden. Zu der Zeit hatte ich schon ein paar Jahre mit dem Rauchen aufgeh├Ârt und brauchte mich nicht in den ├╝berf├╝llten Raum hineinzw├Ąngen.

Nachdem wir das Flughafengeb├Ąude verlassen hatten, schlug uns sofort die hei├če und schw├╝le Luft der Metropole entgegen. Der Bus, der drau├čen auf uns wartete, brachte uns zu unserem Hotel, dem Le M├Ęridien Changi, in der Orchard Road, welches nur 15 Minuten vom Flughafen entfernt liegt.

Platz an der Orchard Road
Orchard Road.
Orchard Road
Innenhof Hotel Le Meridien Changi Singapur

Das Le M├Ęridien Changi ist im Karree gebaut. Innen drinnen gab es eine riesige Halle mit je 2 gl├Ąsernen Fahrst├╝hlen auf der rechten und gegen├╝berliegenden Seite. Die Zimmer waren hervorragend ausgestattet und angenehm ruhig.

Da uns der Rest des Tages steht zur freien Verf├╝gung stand, entschlossen wir uns zu einem Bummel durch die Orchard Road, der ber├╝hmtesten Einkaufsstra├če Singapurs. Ein Gesch├Ąft reihte sich an das andere und Menschenmengen dr├Ąngten ├╝ber die Stra├čen. Es gab keine ÔÇ×normalen“ Fu├čg├Ąnger├╝berwege, sondern welche, die dreimal so breit waren wie wir sie kennen. Bei der Menschenmenge auf jeder Stra├čenseite war das auch verst├Ąndlich.

In der Orchard Road standen mond├Ąne Einkaufszentren dicht neben neu errichteten Hotels. ├ähnlich wie im Bankenzentrum Singapurs, demShenton Way , herrschte auch hier eine gesch├Ąftige Hektik, die uns zeigte, dass wir uns im bedeutendsten Finanz- und Handelszentrum Asiens befanden. Die Orchard Road ist neben Chinatown der Hauptanziehungspunkt f├╝r Touristen aus aller Welt. Hier werden Konsumw├╝nsche aller Art erf├╝llt. Es gibt viele hochwertige G├╝ter zu kaufen, aber auch allerhand Nepp und Ramsch. Unsere erste T├Ątigkeit bestand darin, die Travellercheques gegen Singapur-Dollar (S$) einzutauschen, was ├╝berhaupt kein Problem war. An jeder Stra├čenecke gab es dazu M├Âglichkeiten.

 
Fu├čballplatz auf Garagendach
Interessanter Baustil in Singapur

Es gibt in Singapur vier Amtssprachen: Englisch, Malaiisch, Mandarin und Tamil. Auch die Speisekarten sind in englisch und chinesisch ausgezeichnet. Ich kann zwar etwas englisch verstehen, aber die Speisekarten konnte ich trotzdem nicht lesen. Au├čerdem stand bei jedem Gericht auf der Karte das Wort ÔÇ×Chili“. Darauf hatte mein Ex-Mann nun ├╝berhaupt keinen Appetit mehr. Wo also gab es Gerichte, in denen kein Chili vorkam?

Als erstes schlenderten wir zum Singapore River, der nur ein paar Meter von unserem Hotel entfernt liegt. Dann sahen wir uns die Metro-Station an. Auch hier war alles sehr sauber. Kein Kr├╝melchen war zu sehen.

H├Ąuserbau in Singapur
Rosa Hochhaus in Singapur

Wir waren schon ca. eine dreiviertel Stunde unterwegs und langsam plagte uns der Hunger, als wir pl├Âtzlich in der Ferne ein Schild von Mac Donalds entdeckten. Nie wie hin, dachten wir. Hier brauchten wir keine Angst zu haben, ein falsches Gericht zu erwischen!  Hier w├╝rde es auch keine Verst├Ąndigungsschwierigkeiten geben. Und so war es auch. Wir brauchten nur mit dem Finger auf das bunte Bildchen zeigen und schon wurde uns gebracht, was wir haben wollten.

Einkaufsstrasse in Singapur
Metro in Singapur

Es war das erste Mal in meinem Leben, und das ausgerechnet in Singapur, dass ich bei Mac Donalds gegessen hebe. In Deutschland hatte ich mich immer geweigert dort reinzugehen, weil ich von dieser Art Essen nicht viel hielt. Aber was tut man nicht alles, wenn einem der Hunger qu├Ąlt und man in einem fremden Land ist.

Nachdem wir einigerma├čen ges├Ąttigt waren, bummelten wir noch ein wenig durch die Einkaufsstra├če. Zuhause h├Ârt man immer wieder, dass man in Asien sehr g├╝nstig Kleidungsst├╝cke einkaufen k├Ânnte. Also hatte ich nur wenige eingepackt, weil ich glaubte, mich dort preiswert neu einkleiden zu k├Ânnen.  Wie ich bald schon merkte, war das ein gro├čer Irrtum. Die Sachen, die mir letztendlich gefielen, waren nur Markensachen, die ich zum gleichen Preis in Deutschland kaufen konnte.

Trotzdem mu├č man die riesigen Einkaufsl├Ąden in Singapur einfach einmal gesehen haben. Sie sind sogar bis Mitternacht ge├Âffnet (hier gab es kein Ladenschlussgesetz wie in Deutschland) und es gab vor allen Dingen sehr viele technische Sachen wie Kameras, Handys, CD-Spieler zu kaufen. Eigentlich hatten wir ├╝berhaupt nicht vor gehabt etwas zu kaufen.  Doch dann entschlossen wir uns spontan f├╝r eine CD, die mein Ex-Mann schon lange haben wollte und die es hier etwas g├╝nstiger gab.

Raffles City
Einkaufszentrum
Raffles City

In den Stra├čen Singapurs fiel mir besonders das korrekte Verhalten der Menschen an den Ampeln auf. Keiner wagte es bei Rot ├╝ber die Stra├če zu gehen. (Vielleicht weil er eine hohe Strafe riskierte?) Gewundert hat es mich, dass jeder Zweite mit einem Handy am Ohr herumlief. Es schien wohl in Singapur das wichtigste Kommunikationsmittel zu sein.

Als N├Ąchstes entschlossen wir uns das viel gepriesene Raffles Hotel anzuschauen. Es ist die ÔÇ×gro├če alte Dame des Ostens“ und liegt in derBeach Road . In der N├Ąhe befindet sich das imposante Raffles-Shopping-Center und  hinter dem House of Parlaments steht das Raffles-Denkmal.

Fr├╝her logierten im Raffles H├Ąndler und Reisende, die nach Er├Âffnung des Suez-Kanals 1869 vermehrt den wirtschaftlichen Knotenpunkt Singapur aufsuchten. Schon nach zehn Jahren wurde das Geb├Ąude um zweist├Âckige Fl├╝gel erweitert. Das Hauptgeb├Ąude bzw. die Vorderseite wurde 1899 er├Âffnet. Das Hotel machte sich einen Namen mit gutem Service und Essen. Die G├Ąsteliste ist beeindruckend. Elizabeth Taylor, Rudyard Kipling, Somerset Maugham und Michael Jackson, lie├čen sich hier nieder . Auch Charlie Chaplin schrieb sich 1933 ins Leder gebundene G├Ąstebuch ein. Das Museum mit Erinnerungsst├╝cken aus dem Raffles ist ein Mu├č f├╝r alle, die im ÔÇ×goldenen Zeitalter des Reisens“ schwelgen m├Âchten.

Palmen vor dem Raffles Hotel
Garten des Raffles Hotels
Hintere Ansicht des Raffles Hotels

1989 wurde das Haus f├╝r eine zwei Jahre dauernde Totalrenovierung geschlossen. Das Ziel war es, die Eleganz des Raffles der zwanziger Jahre zur├╝ckzugewinnen. Dazu wurden ca. 50 000 B├Ąume, Str├Ąucher und Blumen auf dem Gel├Ąnde neu gepflanzt. 1991 wurde es dann wiederer├Âffnet. Mehr als 100 der urspr├╝nglichen Einrichtungsst├╝cke wurden restauriert und wieder in den Suiten und Wandelg├Ąngen platziert.

So gem├╝tlich sitzt man im Cafe im Raffles

Schriftsteller, Schauspieler und Staatschefs - wer es sich leisten kann, f├╝r den gibt es in Singapur meist nur diese Adresse. Zimmer werden hier nicht vergeben, es gibt nur Suiten, 103 sind es wie wir erfuhren. Diese haben aber ihren Preis: Unter 650 S$ ist kein Quartier zu haben. Die Pr├Ąsidentensuiten kosten 6000 S$ (!) pro Nacht. Zimmer, in denen sich einst ber├╝hmte H├Ąupter wie der Schriftsteller William Somerset Maugham zur Ruhe begaben, liegen preislich dazwischen. Wer dar├╝ber hinaus noch Geld ├╝brig hat , kann es in den 19 Restaurants und Bars oder 45 Gesch├Ąften und Boutiquen des Hotelkomplexes lassen.

Der Boden ist aus Teakholz, die Sofabez├╝ge sind seiden. Fl├╝gelt├╝ren f├╝hren auf die Terrasse mit Blick auf den mit Palmen ges├Ąumten Hof. ├ťberall surren Ventilatoren in f├╝nf Metern H├Âhe von den Decken. "Diskreten Luxus" nennt dies die Eigenwerbung.

Alexander hatte uns eindringlich darauf hingewiesen einmal den Singapore Sling zu probieren. Er ist ein Cocktail, der eng mit Singapur verkn├╝pft ist und seit 1915 serviert wird. Nat├╝rlich trinkt man ihn nicht in irgendeiner Bar, sondern in der Long Bar des Raffles Hotels. Die Bar hat eine ganz tolle Atmosph├Ąre und wir w├Ąren eigentlich gerne noch l├Ąnger geblieben,  aber es gab ja noch so viel anderes zu sehen. Wir verlangten also die Rechnung und fielen fast vom Barhocker: die beiden Getr├Ąnke kosteten uns 34 S$! Aber man g├Ânnt sich ja sonst nichts J.

Wer den Singapore Sling einmal selbst zubereiten m├Âchte, hier das Rezept:

3 cl Gin
1 cl Cherry Heering
1 Spritzer B├Ęn├Ędictine D.O.M.
1 Spritzer Cointreau
1 Spritzer Angostura
Limetten und Ananassaft zum Auff├╝llen
Alles im Shaker kr├Ąftig sch├╝tteln und ins Longdrink-Glas mit Eis seihen. Mit Limettensaft und Ananassaft auff├╝llen (es geht auch mit Soda). Garnieren mit Cocktailkirsche, Ananasst├╝ck und/oder Zitronenviertel.

Danach gingen wir vor den Haupteingang des Hotels, wo ein Diener in Uniform stand um die ankommenden G├Ąste in ihren dicken Wagen in Empfang zu nehmen.

Lakai vor Raffles Hotel

Gegen├╝ber dem Raffles, an der St. Andrew’s Road, liegt die St. Andrew’s Chathedral, die wir uns als n├Ąchstes ansahen. Diese Kirche wurde 1861 errichtet und war das religi├Âse Zentrum der protestantischen Gemeinde in Singapur. Der Bau wurde seinerzeit von indischen Zwangsarbeitern errichtet und man sagt, dass das absolute Wei├č der Fassade von chunam – ein Gemisch aus Muschelleim, Eiwei├č und Zucker – aus Madras herr├╝hrt, das in Indien oft verwendet wird.

St.  Andrew's Cathedral - Singapur City
Kirche in Singapur
Wolkenkratzer am Singapore River

Als wir wieder an unserem Hotel waren, gingen wir mit einigen Reiseteilnehmern noch kurz auf den Nachtmarkt in der BugisStreet (Bugis Village). Auch dies war ein Tipp von Alexander.

Von dem Besuch war ich jedoch entt├Ąuschend, denn der Nachtmarkt bestand nur aus wenigen Verkaufsst├Ąnden mit Touristenkitsch sowie einigen Imbissst├Ąnden mit Tischen. Die Speisen waren  f├╝r diese Umgebung auch viel zu teuer. F├╝r eine Fr├╝hlingsrolle wurden 10 S$ verlangt!

Die Verkaufst├Ąnde waren lediglich in einer schmalen Stra├če untergebracht und an jedem Stand wurden Durians (Stinkfr├╝chte) verkauft. Ich konnte mir denken, warum es verboten war, diese in Gesch├Ąften, Bussen, Taxen etc. mitzunehmen – der Geruch war einfach nicht auszuhalten.

An einem Verkaufsstand schaute ich mir ein paar Dinge an, obwohl ich nicht vorhatte, sie dort zu kaufen. Sofort war der Verk├Ąufer an meiner Seite und bedr├Ąngte mich fast, seine Ware zu kaufen.

Als ich bei dem ├╝berteuerten Angebot den Kopf sch├╝ttele, bekam ich beim Weitergehen noch nachgerufen, ich k├Ânnte auch zwei Blusen auch zum Preis von einer bekommen. Ich winke ab und gehe weiter. Was er mir hinterher ruft, konnte ich leider (oder Gottseidank?) nicht verstehen.

Strassenbild Singapur
Stadtbild von Singapur

Sonntag, 20. 10. 96

In der Nacht hatten wir gut geschlafen und f├╝hlten uns trotz der Zeitumstellung einigerma├čen ausgeruht. Am Morgen, nach einem ausgiebigen Fr├╝hst├╝ck in der sch├Ânen Hotelanlage, gingen wir zu unserem klimatisierten Reisebus, der schon hinter dem Hotel auf uns wartete und starteten zu unserer Stadtrundfahrt. Unterwegs hielten wir kurz an und unsere Fachreisef├╝hrerin stieg zu uns ein. Sie war deutscher Herkunft, lebte schon seit vielen Jahren in Singapur und war mit einem Chinesen verheiratet. Sie erz├Ąhlte uns w├Ąhrend der Rundfahrt sehr viel ├╝ber das Leben der Menschen in Singapur.

Arab Street in Singapur
Kuppel und Minarett der Sultan Moschee n Kampung Glam
Arab Street in Singapur

Bevor man in Singapur ein Auto kaufen kann, mu├č man zuerst einmal eine Lizenz beantragen, was lange dauern kann. Hat man sie endlich in den H├Ąnden, mu├č sie auch noch alle paar Jahr erneut werden. Am besten beantragt man sie also gleich, wenn man die F├╝hrerscheinpr├╝fung bestanden hat. Oft ist die Lizenz so teuer wie das Auto selbst. Die Benzinkosten und auch die Zulassung sind jedoch so teuer, dass sich ein Normalverbraucher kaum ein Auto leisten kann. Besonders begehrt sind die Nummernschilder mit der Zahl 888 (die Chinesen sind sehr abergl├Ąubisch), denn sie sollen dem Besitzer Gl├╝ck bringen.

Die Regierung erkl├Ąrt die hohen Kosten so, weil sie m├Âchte, dass die Luft in der Stadt sauber und die Stra├čen befahrbar bleiben. So kosten auch Fahrten mit dem Privatwagen in die Innenstadt Geb├╝hren. Lediglich Lieferwagen brauchen nichts bezahlen. Sie haben auf dem Dach ein Licht, dass sich bei ├ťberschreiten der H├Âchstgeschwindigkeit von 50 km/h dreht und im Inneren den Fahrer summend warnt. F├╝r Polizisten, die ├╝berall anzutreffen sind, ist es deshalb ein Leichtes, die S├╝nder sofort zu erwischen.

Auf der Stadtrundfahrt
Srasse mit Bus in Singapur

Ein Privatwagen ist auch kaum n├Âtig, denn Singapur hat ein ausgezeichnetes Verkehrsnetz. Dieses wird durch die Einnahmen der hohen Autosteuern immer weiter ausgebaut. Gleich am ersten Abend unserer Ankunft haben wir uns eine Metrostation angesehen. Es waren keine Gleise zu sehen. Die Stationen sind voll verkleidet mit Metallt├╝ren. Hier gab es keine Penner oder Bettler, keine bemalten Sitzb├Ąnde, nicht einmal ein Kr├╝melchen war auf dem Boden zu sehen.

Unsere Reiseleiterin meinte aus voller ├ťberzeugung, dass Singapur die sicherste Stadt der Welt sei. Es g├Ąbe wegen der hohen Strafen so gut wie keine Kriminalit├Ąt. Auch als Frau k├Ânnte man nachts alleine durch die Parks gehen, ohne das einem etwas passiert.

Vorschriften und Verbote in Singapur

Unsere Reisef├╝hrerin erkl├Ąrte uns, dies l├Ąge u.a. an den vielen Vorschriften, Verboten und hohen Strafen in Singapur. Dann nannte sie ein paar Beispiele: Der Kaugummiverzehr wird mit hohen Geldstrafen belegt und auch das Ausspucken in der ├ľffentlichkeit ist verboten. Diese Zuwiderhandlungen werden sogar mit max. 1.000 S$ bestraft. Ein weiterer Versto├č, der mit 150 S$ bestraft wird , ist, nach der Benutzung einer ├Âffentlichen Toilette die Sp├╝lung nicht zu bet├Ątigen. Auch das Essen in ├Âffentlichen Verkehrsmitteln ist verboten.
 
Singapur Stadtansicht
Einkaufsparadies Singapur

Das Rauchen in der ├ľffentlichkeit ist allgemein verp├Ânt und in Bussen, in Fahrst├╝hlen, im Theater, im Kino, in klimatisierten Restaurants, in den Einkaufszentren und Beh├Ârden ebenfalls verboten. Bei Missachtung droht eine Strafe von 500 Singapur-Dollar (S$). Ich habe w├Ąhrend des Aufenthalts in Singapur auch niemals jemanden (auch keinen Touristen) mit einer Zigarette gesehen. Besonders am├╝sant fand ich das n├Ąchste Beispiel: Wer in der Stadt eine Zigarettenkippe wegwirft und erwischt wird, mu├č nicht nur die ├Âffentlichen Parks saubermachen, er bekommt au├čerdem ein T-Shirt mit dem Aufdruck ÔÇ×Ich bin ein Schmutzfing“ angezogen, damit jeder, der ihn sieht, gleich Bescheid wei├č.

Ich habe zwar viele Personen gesehen, welche die Strassen und Parks s├Ąuberten, aber keinen mit dem erw├Ąhnten T-Shirt-Aufdruck.

Die oberste Parole der Regierung hei├čt: ÔÇ×Die Stadt bleibt sauber.“ Die Vorschriften und Verbote sind geschaffen worden, um das allt├Ągliche Leben besser regeln zu k├Ânnen. Handys sind ├╝brigens nicht verboten und haben sogar unter der Erde Empfang, denn es klingelt st├Ąndig in unterschiedlichen Varianten.

Unser erstes Ziel war der Thian Hock Keng Tempel. Er ist Singapurs sch├Ânster und ├Ąltester Tempel. Er wurde 1841 fertiggestellt und ersetzte einen ├Ąlteren Tempel, in dem sich chinesische Immigranten f├╝r ihre gegl├╝ckte Ankunft aus S├╝dchina bedankt hatten. Bis 1880 lag der Tempel am Meer, danach wurde das Ufer aufgesch├╝ttet und Neuland gewonnen.

Dach des Thian Hock Keng Tempel
Am Thian Hock Keng Temple
Goldener Schrein

Die Drachen an Dachkanten und Firsten dienen nicht nur der Dekoration, sie finden sich fast immer auf Tempeld├Ąchern und symbolisieren die Kr├Ąfte von Yin und Yang. Yin ist weiblich, Yang ist m├Ąnnlich – durch das Zusammenspiel beider bleibt die Harmonie im Universum erhalten.
Wir besichtigen einen Tempel.
Opfern und Beten im Thian Hock Keng Tempel

Weiter ging es zum Mandai-Orchideengarten. Er liegt nordwestlich des Zentrums in der Mandai Lake Road, gleich hinter der Orchard Road und ist eine Attraktion. Die Orchideen wachsen hier seit 1951. Das Land wurde damals von zwei Blumenliebhabern gepachtet (John Laycock und Lee Kim Hong), die mit der Anpflanzung begangen. 1956 machten sie dann ein Unternehmen daraus. Nach dem Tod von J. Laycock ├╝bernahm seine Adoptivtochter Amy Ede den Garten. Im Laufe der Zeit ist das Areal auf 4 Hektar angewachsen und der Garten ist heute der gr├Â├čte auf der Insel. Millionen von Orchideenzweigen werden j├Ąhrlich exportiert.
Mandai-Orchideengarten
B├Ąume im Mandai Orchideengarten
Orchideen
Weisse Orchideenbluete

Der Garten, eigentlich sind es mehrere G├Ąrten, liegt an einem Hang, auf dem sich ein Meer von Orchideen ausbreitet. Hier gibt es einheimische, importierte und gekreuzte Arten. Trotz der gro├čen Vielfalt haben alle Orchideen die gleiche Form – drei Kelch- und drei Kronbl├Ątter, eines davon wird ÔÇ×Lippe“ genannt und hat eine besondere Form.
 
Orchideen
Orchideen
Orchideen
Orchideen
Orchideen

Die rosafarbenen und wei├čen Bl├╝ten der Vanda Miss Joaquim, der Nationalblume Singapurs, wachsen ebenso in zahllosen Exemplaren wie manche andere Art, z.B. der zarte Frauenschuh und die fantastische Nachtfalter-Orchidee. Da einer meiner Bekannten (Emmanuel Oyeniran) ein Orchideenliebhaber ist, wollte ich von fast jeder Pflanze ein Foto f├╝r ihn machen, was mir jedoch nicht gelang, denn die Zeit daf├╝r war – wie auf jeder Studienreise – viel zu kurz. Aber einige sehr sch├Âne Exemplare habe ich doch vor die Kamera bekommen und die Abz├╝ge ihm zu seinem Geburtstag geschenkt.

Orchideenbusch
Orangefarbene Orchideenblueten
Wei├če Spinnenorchidee
Rot-weisse Orchideenbl├╝ten
Zartgelbe Orchideenrispe mit Bl├╝ten
Orchideenrispe mit dunkelgelben Blueten
Helle kleine Orchideen
Wundersch├Âne Orchideenbl├╝te

Aber es gab in dem Garten noch mehr zu sehen, zum Beispiel die sch├Ânen Teichanlagen, die ebenfalls einen Besuch im Garten zu einen angenehmen Aufenthalt werden lassen.

Weg im Mandai Orchideengarten
Springbrunnen im Mandai Orchideengarten
Bl├╝ten im Mandai Orchideengarten
Gelbe Orchideenrispen

Wieder im klimatisierten Bus ging die Fahrt weiter zum Mount Faber. Er ist nur 500 m hoch und es f├╝hrt eine Seilbahn hin├╝ber zu Sentosa-Island. Die Insel selbst ist ein einiger Rummel- und Spa├čplatz. Hier soll es alles f├╝r die Unterhaltung und Kurzweil. Spielpl├Ątze, Unterwasserparks, G├Ąrten, Museen, Golfpl├Ątze und und und geben. Leider hatten wir keine Zeit um mit der Seilbahn hin├╝berzufahren. So konnten wir nur den herrlichen Ausblick von der Plattform hin├╝ber auf den Hafen und das Wahrzeichen von Singapur, den Merlion, genie├čen.

Seilbahn zur Sentosa-Insel
Sentosa Seilbahn

Ein Chinese versuchte sein Taschengeld etwas aufzubessern, indem er den Touristen eine Boa um den Hals legte und daf├╝r eine kleine Spende erwartet. Als wir auf der Plattform standen hatte er sie gerade einer japanische Besucherin (Japaner sind ├╝berall auf der Welt anzutreffen) um den Hals gelegt. Die andere zierte sich laut und rannte weg. Die dritte freute sich jedoch sehr und machte lachend ein Foto. Auch mir wollte der Chinese, aber ich hatte ebenfalls kein Interesse dran (oder war es Angst?).

Wir hielten uns nicht lange dort oben auf,  es gab ja noch mehr Interessantes zu sehen und am n├Ąchsten Morgen stand auch schon der Weiterflug nach Hongkong an, was ich sehr schade fand.

Wir fuhren weiter nach Chinatown. Chinatown ist das kulturelle Herz der Stadt. Es umfasst rund einen Quadratkilometer und liegt um die South Bridge Road und zwischen Maxwell Road und Singapore River. Die langen Jahre liebloser Bauweise und die nur kosmetischen Renovierungen haben nat├╝rlich ihre Spuren hinterlassen. Die authentische Atmosph├Ąre des alten Chinatowns ist daher nur noch in Ans├Ątzen sp├╝rbar. Trotzdem bieten die zahlreichen bunten Tempel und das gesch├Ąftliche Gewusel in den L├Ąden, an den Verkaufsst├Ąnden und auf der Stra├če einen Einblick in die Lebensweise einer vergangenen Epoche.

Bunter Tempel in Singapur
Chinatown Pagoda Street
Chinatown Singapur
Chinatown Singapur

Hier im Chinatown Komplex kann vom Reiseb├╝geleisen bis zum essbaren Vogelnest, vom handgeschnitzten Mah-Jong-Set bis zum Taschenvideospiel nach kr├Ąftigem Handeln fast alles erstanden werden, was das Konsumentenherz begehrt.

Shoping House in China Town
Strasse in Chinatown
Chinatown Singapur

In der Temple-, Pagoda- und Mosque-Street stehen noch einige der traditionellen Shop Houses und Coffee Shops. Im People’s Park Complex werden Waren aller Arten angeboten. Auch Souvenirs d├╝rfen nat├╝rlich nicht fehlen.
 
Einkaufsbummel in China Town

Ausgerechnet in der Mitte von Chinatown liegt der Sri Mariamman Temple. Ihn besichtigten wir als n├Ąchstes. Es ist Singapurs ├Ąltester Hindu-Tempel und reicht an diesem Ort bis in das Jahr 1827 zur├╝ck. Der Bau bestand ehemals aus Holz und attap (Bl├Ątter der Nipa-Palme) und wurde 1843 durch ein Backsteingeb├Ąude ersetzt. Der fantastische, ornamentale Eingang stammt von 1903. Er ist in s├╝dindisch-tamilischen Stil gehalten.

Bunte Figuren auf Dach des Sri Mariamman Tempel
Sri Mariamman Tempel
Hindutempel Sri Mariamman
Altar im Sri Mariamman Tempel

F├╝r den Bau wurden extra Handwerker aus Indien nach Singapur geholt. Die Decken und Schreine erscheinen in den verschiedensten Formen und Farben. Der Tempel ist der G├Âttin Mariamman gewidmet, in deren Macht es steht, Epidemien wie Cholera und Pocken zu heilen. Er ist immer noch ein Ort starker Religiosit├Ąt. Jedes Jahr findet im Sri Mariamman Temple das Thimithi-Fest statt, bei dem die Gl├Ąubigen vier Meter ├╝ber gl├╝hende Kohlen laufen (!), um die G├Âttin zu verehren. Aber an diesem Tag fand ein Wasserritual statt. Dazu war der ganze Tempelboden mit Wasser ├╝berschw├Ąmmt worden. Nicht nur deshalb, auch in jedem anderen  Tempel mussten wir unsere Schuhe ausziehen, was wiederum einige Mitreisende davon abhielt, ihn zu betreten.
Beten im Sri Mariamman Tempel
Sri Mariamman Tempel Ecke Pagoda Street
Tempelinnenhof
Sri Mariamman Tempel innen

Nachdem wir den Tempel verlassen hatten und wieder im Bus sa├čen, hie├č es, dass wir nun zu einer Schmuckfabrik fahren w├╝rden. Das lie├č mich nun doch etwas sauer aufsto├čen. Ich h├Ątte stattdessen viel lieber weitere Sehensw├╝rdigkeiten besucht, vor allen Dinge, weil es morgen schon hie├č Abschied nehmen von Singapur. Zuerst blieb ich auch drau├čen vor dem Bus stehen. Dann kam ich mir doch etwas dumm vor und ging den anderen nach. Ehrlich gesagt kam ich mir wie auf einer Kaffeefahrt vor. Doch die meisten unserer Reisegruppe kannten wohl den Besuch einer Schmuckfabrik auf der Rundreise. Sie waren ├╝berzeugt, hier sehr g├╝nstig Schmuck kaufen zu k├Ânnen. Ein Reiseteilnehmer aus dem Ruhrgebiet glaubte das wohl auch. Er machte seiner Frau eine gro├če Freude, indem er ihr eine Perlenkette im Wert von 6500 S$ kaufte. Ich war zwar von den Auslagen auch sehr angetan, hatte aber keinesfalls vor ausgerechnet auf der Asienreise Schmuck zu kaufen. (Sp├Ąter, in Hongkong und Bangkok wurde ich dann doch weich, aber das wu├čte ich damals noch nicht.)

Etwas ersch├Âpft von der Fahrt und den vielen Eindr├╝cken die aus uns eingestr├Âmt waren, kamen wir wieder im Hotel an. Wir konnten uns etwas ausruhen, bis wir uns erneut am sp├Ąten Nachmittag in der Eingangshalle des Hotels trafen um eine Rikscha-Fahrt nach Chinatown zu unternehmen.

Es war ein herrliches Erlebnis.
Rikschafahrer wartet auf G├Ąste
Rikschafahrer mit Gast

Zuerst gingen wir gemeinsam zu einem Sammelplatz, wo sehr viele Rikschas auf ihre G├Ąste warteten. Dann handelten Alex  und unsere Reiseleiterin einen angemessenen Preis f├╝r uns aus.

Es war bestimmt ein lustiger Anblick, die ganze Horde auf den Rikschas zu sehen, aber zeitweise taten mir die manchmal recht zart wirkenden Rikscha-Fahrer leid, da sie auch schwere Personen bef├Ârdern und kr├Ąftig in die Pedale treten m├╝ssen. 
 
Markt in China Town
Strasse in chinesischen Viertel

In Chinatown wollten wir gemeinsam in einem chinesischen Restaurant zu Abend essen. An unserem Ziel angekommen, kam uns schon der Restaurantbesitzer freudestrahlend entgegen. Er begr├╝├čte erst die Reisef├╝hrerin, die er von fr├╝heren Besuchen kannte, und dann uns sehr herzlich. Bei diesem herrlich warmen Wetter bot es sich nat├╝rlich an, drau├čen vor dem Restaurant zu sitzen. Rund um uns herum waren weitere Esslokale, die jedoch fast alle nur von Chinesen besucht waren.

Es gab ein typisch chinesisches Essen (ganz anders, als wir es aus den Chinarestaurants in Deutschland kennen!), was uns allen aber sehr gut mundete.

Wieder im Hotel angekommen, hie├č es die wenigen Sachen, die wir erst gestern Nachmittag  ausgepackt hatte, nun wieder einzupacken. Schon um 9.15 Uhr am n├Ąchsten Morgen startet der Flieger nach Hongkong. Schade, sehr schade! Die Zeit dort war fiel zu kurz. Singapur hat mir sehr gut gefallen.
 
Strand von Singapur
Singapur bei Nacht
Figur am Strand in Singapur

 

 

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