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Achim Kluck

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Reisebericht Hongkong

 

Allgemeine Informationen

Hongkong liegt an der S├╝dostk├╝ste Chinas, am n├Ârdlichen Rand des Perlflussdeltas und hat eine Geschichte, die Tausende von Jahren zur├╝ckliegt. Seit der Vereinigung durch Qin vor 2200 Jahren war es Teil des chinesischen Reiches. Erst 1842 wurde Hongkong an das englische K├Ânigreich abgetreten. In den letzten 150 Jahren dr├Ąngen sich ├╝ber 6,6 Millionen (!) Menschen auf nur 1000 km2.

Seit dem 1. Juli 1997 geh├Ârt die britische Kolonie als Sonderverwaltungszone zur Volksrepublik China. Jeder Europ├Ąer kann in Hongkong ohne Visum einreisen.

80% des Territoriums bestehen aus Agrarland und Landschaftsparks. 40% der Fl├Ąche sind als Landschaftspark ausgewiesen, das ist einmalig auf der Welt!

Moderne Hochh├Ąuser, alte Tempel, feine Boutiquen und gr├╝ne Parks, elegante Restaurants und einfache Imbissstuben, Wahrsager und B├Ârsengurus – all dies findet man in Hongkong. Hongkong ist der Schmelztiegel von europ├Ąischer und chinesischer Kultur und Tradition. Nicht nur die atemberaubende Architektur begeistert einen Touristen, auch das Stra├čenleben ist sehr aufregend.

Hongkomg
Briefmarke Hongkong
Victoria Peak

Den unglaublich knappen Raum teilen sich mit Finanz- und Einkaufzentrum die Sozialwohnungsbauten, in denen vom Glamour der Umgebung nichts zu sp├╝ren ist. ├ťber die H├Ąlfte der 6 Millionen Einwohner leben hier in Sozialwohnungen, was einem Weltrekord gleicht. Hongkong ist ├╝berhaupt der drittdichtest besiedelte Ort der Erde. Nur Schweden und Japan haben geringere S├Ąuglings- und Kindersterblichkeit. Von unserem Reiseleiter erfuhren wir, dass in Hongkong ein Quadratmeter Boden Tausende von Dollar kostet. Auch die Mietpreise des privaten Wohnungsmarktes auf der Insel Hongkong sorgen f├╝r erregende Schwindelgef├╝hle.
 
Bunte Hochh├Ąuser in Hongkong
Autos neben sch├Ânen bunten H├Ąusern
Springbrunnen in Hongkong

Gut f├╝nf Minuten dauert die F├Ąhrfahrt von der Insel Hongkong nach Tsim Sha Tsui. Dort, am ├Ąu├čersten Zipfel der Halbinsel Kowloon , besetzen feine und weniger feine Gesch├Ąfte und Restaurants fast jeden Quadratzentimeter Boden. Nach Norden schlie├čt das Wohn- und Einkaufsviertel Mong Kok an, der dichtestbesiedelte Fleck der Welt. Der Blick auf Kowloons Elendsviertel, den man beim Anflug auf Hongkong’s Flughafen Kai Tak erhascht, l├Ą├čt die Not ahnen, die auch Teil von Hongkong ist und der die wenigsten Touristen bei ihren Streifz├╝gen nachsp├╝ren.
Typische H├Ąuseransicht Hongkong
Hongkong Stadt
Stadtviertel von Hongkong mit Gr├╝nanlage
Bankenzentrum mit Spaghettiturm

Weiter n├Ârdlich reichen die New Territories bis an die Grenze zur Volksrepublik China. Das Leben der meisten Hongkonger ist auf vielerlei Weise eng verkn├╝pft mit dem ihrer Nachbarn im Mutterland. Diese kulturelle Kontinuit├Ąt verleiht Hongkong seine einzigartige Faszination: Es ist keine ÔÇ×Chinatown“, sondern eine chinesische Stadt mit westlichen Merkmalen, die uns die schillerndsten Seiten beider Welten hautnah erfahren l├Ą├čt.

Montag, 21. 10. 96

Um 9.15 Uhr flogen wir wieder mit Singapore Airlines (Flug SQ 860), die 2500 km lange Strecke nach Hongkong. Wir waren alle sehr gespannt auf den ber├╝hmten Anflug ├╝ber Hongkong. Den Flughafen Kai Tak (1996 gab es nur diesen) durften nur besonders ausgebildeten Piloten anfliegen, denn die Landebahn ragt weit ins Meer hinein. Beim Landeanflug zwischen den riesigen Wolkenkratzern (teilweise sah es so aus, als k├Ânnte man in die Wohnungen hineinsehen) hatte ich doch ein etwas mulmiges Gef├╝hl . Aber es ging alles glatt. Wir waren in guten H├Ąnden. Der neue Flughafen wurde inzwischen auf Lantau Island er├Âffnet und mit den spannenden Anfl├╝gen ist es wohl vorbei.

Flugzeug im Landeanflug dicht ├╝ber den D├Ąchern der H├Ąuser
Landeanflug ├╝ber den H├Ąusern
Flugzeug kurz vor der Landung
Landebahn ragt ins Meer

Nachdem wir das Flughafengeb├Ąude verlassen hatten und mit dem Bus zu unserem Hotel, dem Hyatt Regency, in der 67 Nathan Road (Stadtteil Kowloon ) fuhren, bekam ich bei dem Kontrast, der zwischen Singapur und Hongkong herrscht, doch einen leichten Kulturschock. 
Linke Seite Hotel Hyatt Regency in der Nathan Road

Ich hatte mir vor dem Antritt der Reise mehr auf Hongkong gefreut (warum kann ich im Nachhinein nicht mehr sagen) als auf Singapur. Nach der fast peinlich sauberen Stadt Singapur sah ich hier zuerst ein recht angenehmes Stadtbild, dass sich jedoch bald ├Ąnderte, je mehr wir uns der Stadtmitte n├Ąherten. Ein buntes, teilweise aber chaotisches Stadtbild tat sich nun vor mir auf. Dicht an dicht reckten sich die Wolkenkratzer, glitzernde Glaspal├Ąste neben abbruchreifen H├Ąusern, empor.

Hongkong sah im Gegensatz zu Singapur richtig schmutzig aus. ├ťberall waren Bauz├Ąune mit Reklame beklebt und es lag viel Abfall an den Stra├čenr├Ąndern. An jedem Haus, in jeder Stra├če, waren unz├Ąhlige Neonreklamen angebracht  Hongkong wirkte mit seinen abbruchreifen Fassaden wenig einladend. Es herrschte auch ein nichtabrei├čender Verkehr – ganz anders als in der sauberen, geordneten Metropole Singapurs.
Wohnh├Ąuser in Hongkong

Hongkong ist aber auch eine Welt des scheinbaren Widerspruchs von Materialismus und Spiritualit├Ąt. Hinter modernen Fassaden scheffeln Menschen wie besessen Geld, w├Ąhrend unter einer ├ťberf├╝hrung eine alte Frau hockt und mit einem Schuh auf ein Blatt Papier eindrischt, auf dem die Namen ihrer Nachbarn stehen (Das ÔÇ×Schlagen gemeiner Menschen“ vermag, so der Aberglaube, ihre b├Âsen Einfl├╝sse zu vernichten).
 
Stadtbild von Hongkong
Strassenbild Hongkong

Wir hielten vor unserem Hotel mitten auf der Nathan Road, die sich mir beim ersten Anblick als l├Ąrmendes und buntes Durcheinander vorstellte.Nachdem die Koffer ausgeladen waren,  gelangten wir durch den Eingang in einer Seitenstra├če in die Empfangshalle. Nun war ich doch ├╝berrascht. Alles war hell, sauber und sehr gro├čz├╝gig eingerichtet.

Hotel Hyatt Regency Vorderansicht
Eingang zum Hotel Hyatt Regency

Wir erhielten unsere Zimmerschl├╝ssel und begaben uns in den 14. Stock. Auch die Zimmer waren sehr gut eingerichtet, aber das konnte man bei einem 5-Sterne-Hotel ja wohl auch erwarten.
 
Zimmer im Hotel Hyatt Regency
Zimmer im Hotel Hyatt Regency

Als erstes ging ich zum Fenster und sah auf die gegen├╝berliegende Seite. Mir stockte fast der Atem. Der Wolkenkratzer direkt gegen├╝ber war mit einem aus Bambusstangen (!) hergestellten Ger├╝st versehen, auf dem sich barfuss einheimische Arbeiter befanden. Sie liefen dort ohne Sicherheitshelme oder –gurte herum, als wenn sie nicht 200 m ├╝ber dem Boden, sondern auf der Strasse w├Ąren. So etwas w├╝rde bei uns keine Bauaufsichtsbeh├Ârde erlauben. Aber was soll’s, wir waren ja nun einmal in Asien, wo eben alles etwas anders ist.

Bauarbeiten in Hongkong
Blick aus dem Hotelzimmer auf die Nathan Road

Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten und bevor die Stadtrundfahrt begann, beschlossen wir uns auf die Nathan Road zu wagen. Etwas essen wollten wir auch noch. Die Strasse war voller Menschen, die sich keineswegs um Verkehrszeichen oder rote Ampeln k├╝mmerten. Sie sahen kurz nach links und rechts und liefen – wenn sie meinten es ohne Probleme zu schaffen – einfach auf die andere Stra├čenseite. Eine Weile blieben wir an einer roten Fu├čg├Ąngerampel stehen um auf Gr├╝n zu warten. Dann taten wir es ihnen nach und liefen ebenfalls bei Rot ├╝ber die Stra├če. Wir bummelten zwischen schillernden Glas- und Metallfassaden und dreckigen, verfallenen H├Ąusern entlang. Einen krasseren Gegensatz hatte ich noch niemals gesehen. ├ťberall gab es Gesch├Ąfte mit Schmuck, Uhren, Kleidern, Lederwaren, Elektroger├Ąten. Dazwischen fanden sich auch Gew├╝rzl├Ąden mit Fischen, die teilweise einen aufdringlichen Gestank verbreiteten. Die Lieblingsbesch├Ąftigung der Hongkonger, so liest und h├Ârt man es, ist kaufen, kaufen, kaufen.

Da wir nicht viel Zeit hatten suchten wir erst gar nicht lange nach einem Restaurant. Schon bald fiel uns auch hier die Mac Donalds -Reklame ins Auge und wir gingen zielstrebig darauf zu.
 
Kowloon Nathan Road

Etwas ges├Ąttigt gingen wir wieder zur├╝ck zu unserem Hotel. Unterwegs trafen wir auf einige Teilnehmer unserer Reisegruppe und schlossen uns ihnen kurzerhand an. Es war nicht nur sehr hei├č, auch die Sonne blendete ganz sch├Ân. Leider konnte ich meine, kurz vorher in Deutschland bei einem Optiker gekaufte Sonnenbrille nicht aufsetzen, da der B├╝gel lose war. Ich brauchte sie aber dringend und so gingen wir in einen Laden und fragten nach, ob man die Brille (es fehlte ja nur eine kleine Schraube) reparieren k├Ânnte. Nat├╝rlich konnte man. Der Verk├Ąufer kramte ca. 10 verschiedene Schrauben hervor, bis er endlich die passende gefunden hatte. Nachdem der B├╝gel wieder dran war, gab er mir meine Brille strahlend wieder. Ich fragte nach dem Preis und war etwas mehr als erschrocken. F├╝r die Kleinigkeit verlangte er umgerechnet 10 DM! Innerlich sehr w├╝tend beglich ich seine Forderung.

Dienstag, 22. 10. 96

Auf der Busfahrt steigt der einheimische Reisef├╝hrer zu uns. Von ihm erfahren wir etwas vom Aberglauben und Leben der Hongkonger. 
Unser Reisef├╝hrer im wei├čen Hemd vor einem Haus

Bevor ein Haus gebaut wird, holt man einen Feng Shui-Spezialisten dazu. Feng Shui, der Weg des Windes und des Wassers, ist die taoistische Kunst und Wissenschaft vom Leben in Harmonie mit der Umgebung. Seit Jahrtausenden wird in China und anderen fern├Âstlichen Kulturen Feng Shui praktiziert. Es basiert als Teil der Philosophie des Tao auf dem Wissen um die Zusammenh├Ąnge zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos.
Stadtviertel von Hongkong mit Gr├╝nanlage
Hongkong Stadt

Der Feng-Shui-Spezialist wei├č, ob sich der Platz gut eignet, in welche Richtung die Eingangst├╝r zeigen mu├č und ob der neue Hausbesitzer auf diesem Platz reich werden w├╝rde. Vorausgesetzt, der Drachen ├Ąrgert sich nicht ├╝ber das neue Haus auf dem Platz. Der Drachen, der auf dem Berg wohnt, fliegt jeden Morgen ans Meer und es k├Ânnte sein, dass er sich ├Ąrgert, wenn ihm ein Haus im Wege steht. Aber dem kann man Abhilfe bieten, indem man einfach ein gro├čes Loch mitten im Haus l├Ąsst, durch das der Drachen durchfliegen kann.

In Hongkong wohnen mehrere Generationen in einer Wohnung. Die Zimmer sind sehr klein und auch die M├Âbel sind sehr platzsparend angebracht. Es gibt auch nur ein Fenster pro Wohnung, hinter der gleich der Herd steht, aber das ist immerhin besser , als auf den Sampa-Booten, wo die Menschen fr├╝her lebten. Wohnen ist ├╝berhaupt Nebensache in Hongkong. Essen ist hier viel wichtiger und dazu trifft man sich drau├čen.

Stadtbild von Hongkong
Strassenbahn in Hongkong

Im Gegensatz zu Singapur werden in Hongkong die Autonummer nicht automatisch zugeteilt, sondern man ersteigert sie. Wichtig sind die Zahlen auf dem Nummernschild. Eine Vier will keiner haben, denn sie h├Ârt sich nach Tod an. Am Beliebesten ist auch hier die Acht. Sie ist sehr teuer und wer sie sich leistet, der w├╝nscht sich viel Geld und Reichtum. Wer die Neun auf dem Nummernschild hat, der braucht kein Geld mehr, der hat genug davon. Er will nur noch Gesundheit und ein langes Leben.

Strassenverkehr in Hongkong
Strassenbahnen in Hongkong

Fast jeder Hongkonger hat mehr als einen Job. Morgens geht er ins B├╝ro und abends f├Ąhrt er z.B. Taxi. Im Jahr gibt es (in gr├Â├čeren Betrieben) sogar 2 Wochen Urlaub! Die 5 ┬Ż bis 6-Tage-Woche ist hier ganz normal. 

Unser Reisef├╝hrer fragte uns, ob wir Interesse h├Ątten nach Kowloon City zu fahren, wo wir die Starts und Landungen auf dem Flughafen Kai Tak aus der N├Ąhe sehen k├Ânnten. Alle sagten begeistert zu. Wir fuhren daraufhin in das Stadtviertel, wo er mit seiner Familie wohnte. Der Bus parkte in einer Seitenstra├če und wir gingen gemeinsam zu einem Parkhaus, wo wir vom Flachdach aus einen wunderbaren Blick auf den Flughafen bzw. die Landebahn hatten. Jedesmal wenn sich ein Flugzeug der Landebahn n├Ąherte duckten wir uns unwillk├╝rlich  Sie flogen fast ├╝ber unsere K├Âpfe hinweg. 

Flugzeug im Landeanflug dicht ├╝ber den D├Ąchern der H├Ąuser
Start eines Jumbos vom Flughafen Kai Tak
Chinesisches Strassenviertel in der N├Ąhe des Flughaghafens
Blick vom Dach des Parkhauses in Kowloon auf die Strassenkreuzung
Blick vom Parkdach auf das chinesische Viertel

W├Ąhrend der Fahrt dorthin hatte ich den Reisef├╝hrer gefragt, ob er mir sagen k├Ânnte, wo es wei├čen chinesischen Tee zu kaufen g├Ąbe. Er zeigte an einer Stra├čenecke auf einen Laden, wo seine Frau immer den Tee kauft. Dort ging ich dann alleine hinein und versuchte mit H├Ąnden und F├╝├čen zwei ├Ąlteren chinesischen Verk├Ąufern klarzumachen, was ich von ihnen wollte. Es dauerte auch einige Zeit bis sie mich verstanden, aber dann hielt ich stolz meinen Tee in den H├Ąnden. Die Gruppe war inzwischen langsam weitergegangen und besah sich die sonderbaren Auslagen vor und auch in den Gesch├Ąften.
 
Drogerie im chinesischen Viertel
Schilderwald in Ma Tau Kok
Chinesisches Viertel Ma Ta Kok
In dieser Strasse in Ma Tau Kok habe ich den Tee gekauft

Dann fuhren wir zumweiter zum Wong-Tai-Sin-Tempel. Wollte man Tempel mit Gesch├Ąftsleben vergleichen, dann w├Ąre der Wong-Tai-Sin-Tempel ein Supermarkt. Vor dem Eingang gab es Verkaufsst├Ąnde mit papiernen Opfergaben, Kerzen und R├Ąucherwerk. Ich lie├č es mir, nachdem wir den Tempelkomplex wieder verlassen hatten, nicht entgehen, ebenfalls ein ÔÇ×Komplettpaket“ f├╝r zuhause zu kaufen.
 
Wong Tai Sin Tempel zwischen Hochh├Ąusern
Lampions und R├Ąucherwerk f├╝r den Tempelbesuch
Innenhof des Wong Tai Sin Tempels

Hohe Wohnsilos umragten diesen gro├čen, 1973 in chinesischem Stil erbauten Tempel. Er ist dem Schafhirt Wong Tai Sin gewidmet, den ein taoistischer Unsterblicher in die Heilkunst einweihte und der sp├Ąter selbst in den Kreis der Unsterblichen aufstieg. Seitdem bittet man Wong Tai Sin um Hilfe bei Krankheiten und im ÔÇ×modernen“ Hongkong sogar um Gl├╝ck im Gesch├Ąftsleben und im Spiel.
Eigentumswohnungen beim Wong Tai Sin Tempel
Wong Tai Sin Tempel zwischen Hochh├Ąusern
Chinesische Familie auf dem Weg in den Tempel

Der riesige Komplex umfasst den Haupttempel mit Darstellungen des Wong Tai Sin. Au├čerdem gibt es Teiche mit Schildkr├Âten (die sp├Ąter f├╝r Arzneien gebraucht werden), Bibliotheken und nat├╝rlich Apotheken. Ein reges Treiben herrscht immer an den St├Ąnden der Wahrsager. Die Art der Anlage soll eine Harmonie der f├╝nf Elemente (Holz, Metall, Wasser, Feuer, Erde) schaffen. Der Yue-Heung-Schrein verk├Ârpert das Feuer und die Erde, der Luen-Pavillon mit dem Portr├Ąt des Wong Tai Sin das Metall , die Bibliothekshalle das Holz und der Brunnen das Wasser.

Apotheke im Wong Tai Sin Tempel
Heilmittelverkauf im Wong Tai Sin Tempel
Tempelbesucher kaufen hier ein
Vorderansicht Wong Tai Sin Tempel

Es gibt auch eine Konfuzius-Halle, so dass auch Konfuzianer dort ihren Gebeten nachgehen konnten. Die Buddhisten huldigen dem weiblichen Bodhisattva Kuan Yin in der Halle der Drei Heiligen, in der auch die taoistische Acht Unsterblichen sowie Kwan Tai vertreten sind. 
R├Ąucheropfer werden dargebracht

Danach besuchten wir den Tempel der Zehntausend Buddhas. Die Fahrt dorthin ging durch Felder und Bambushaine und war eine sch├Âne Abwechslung. Hier angekommen mussten wir 431 Stufen (!) bezwingen, bis wir auf dem H├╝gel waren, auf dem der Tempel stand.

Der kanonische Name dieses buddhistischen Schreins ist ÔÇ×Man Fat Sze “. Er wurde in den 50er Jahren erbaut. Spenden frommer Buddhisten haben ihm seine ├╝ber 10.000 kleinen Buddha-Statuen eingetragen. Keine der schwarzen oder goldblattbedeckten Figuren gleicht der anderen. Sie ziegen en Buddha in den verschiedensten K├Ârperhaltungen.

Tempel 10000 Buddhas Aussenseite
Innenraum Tempel der 10000 Buddhas
Schrein im Tempel der 10000 Buddhas
Tempel des Big Buddha
Hof des Tempels der zehntausend Buddhas

Vom Rande des Tempels hatten wir einen wunderbaren Blick aufSha Tin. Im Hof stand eine Stufenpagode und Statuen einiger Sch├╝ler des Buddhas. Dahinter lag ein weiterer Komplex mit vier Tempels. In einem steht Hongkongs zweitgr├Â├čte Buddha-Statue , in einem anderen befindet sich der einbalsamierte und mit Blattgold ├╝berzogene Leichnam des M├Ânches und Tempelgr├╝nders Yuet Kai.

Big Buddha
Big Buddha Tempel

Die letzte Station unserer Fahrt ging zur Temple Street, einem alten chinesischen Viertel mit allerlei M├Ąrkten und kleinen Tempeln. Ber├╝hrt ist der Jademarkt.

Das Markttreiben in der Temple Street, sie liegt zwischen Jordan Road und Market Street , beginnt erst gegen 19 Uhr. Zum g├╝nstigen Angebot z├Ąhlen T-Shirts, Seidenhemden, Jeans, Lederwaren, Tr├Âdel und vieles mehr, aber keine ÔÇ×folkloristischen“ Souvenirs. Dies ist kein Touristenmarkt. Hier kauften vor allem die Einheimischen und gerade darin liegt der ÔÇ×exotische“ Reiz. Ab etwa 19.30 Uhr ist die Stra├če f├╝r den Verkehr gesperrt, so dass man sich dort unbek├╝mmert bewegen kann. An der Kreuzung in der Mitte des Marktes stellen dann zwei Fischrestaurants ihre St├╝hle und die Schauk├Ąsten auf, in denen die lebendige Speisekarte zappelt: alles erdenkliche Meeresgetier wird hier frisch zubereitet. Doch dort wollten keiner von uns essen.

Temple Street
Temple Street

Nachdem wir wieder im Hotel angekommen und uns etwas frisch gemacht hatten, hie├č es, dass wir gemeinsam in eine ganz in der N├Ąhe der Nathan Road gelegenen Goldschmiede gehen wollten. Genau wie in Singapur geh├Ârte es wohl zum ÔÇ×Programm“. Dieses Mal str├Ąubte ich mich nicht und ging auch mit hinein. Vielleicht h├Ątte ich es doch nicht tun sollen, denn als wir wieder hinausgingen, war ich um einige DM leichter. Ich hatte mir 2 Ringe gekauft, der eine war mit einem Jadestein versehen und der andere mit einem kleinen Rubin.
 
Nathan Road
Nathan Road
Nathan Road bei Nacht
Nathan Road bei Nacht

Abends gingen wir mit einigen Reiseteilnehmern noch etwas spazieren. Wir kamen auf eine Strasse, wo uns schon von Weitem ein Schild entgegenleuchtete, dass wir alle lesen konnten: ÔÇ×Biergarten – Bitburger“. Ein deutsches Bier in Hongkong, das war jetzt genau das Richtige. Spontan entschlossen wir uns hineinzugehen und eine Erfrischung zu uns zu nehmen. Wir hatten viel Spa├č miteinander und gingen anschlie├čend in ein Restaurant in der Nathan Road, wo wir dann noch gut zu Abend a├čen.

Biergarten mit Bitburger Bier
Auf dem Weg zum Restaurant

Mittwoch, 23. 10. 96

An diesem Morgen ist der Hafen von Aberdeen unser erstes Ziel. Die Fahrt dorthin geht durch den langen Cross Habour Tunnel .  Der Hafen von Aberdeen liegt am S├╝dsaum der Insel Hongkong und ist Hongkongs Hauptattraktion. Essen, Schlafen, Arbeiten – all das findet in diesem ├╝berbev├Âlkerten Labyrinth auf den Booten statt.

Hafen Aberdeen
Hafen Aberdeen
Boote in Aberdeen
Yachten m Hafen von Aberdeen

Zahllose Menschen wohnen hier auf Dschunken und Sampans, die sie nur selten f├╝r Landg├Ąnge verlassen. Im Hafen liegen au├čerdem die weltweit gr├Â├čten schwimmenden, auf Meeresfr├╝chte spezialisierte Restaurants vor Anker. Die F├Ąhren setzen einen kostenlos ├╝ber.
 
Restaurantschiff Hafen Aberdeen
Schwimmendes Restaurantschiff
Schwimmende Restaurants in Aberdeen
Hintere Ansicht des Restaurantschiffs im Hafen von Aberdeen

Besonderen Spa├č machte mir die Hafenrundfahrt mit einem Proviantboot, welches von einer alten Frau gesteuert wurde. Sie hatte zwar keine Z├Ąhne mehr im Mund, daf├╝r aber viele Goldringe an den Fingern. Die ganze Fahrt ├╝ber grinste sie uns fr├Âhlich an, weil sie sich wohl ein gutes Trinkgeld ausrechnete. Wir sahen auf der Fahrt u.a. Boote, auf deren Deck Tausende von Tintenfische zum Trocknen aufgeh├Ąngt waren.

Reisegruppe betritt das Schiff f├╝r die Hafenrundfahrt
Bootsanleger mit Booten in Aberdeen
Tintenfische zum Trocknen auf dem Dach der Dschunke
Sampans im Hafen von Aberdeen

Zur├╝ck an Land schlenderten wir noch ein wenig  ├╝ber den Fischmarkt. Hier standen viele Lieferwagen, die mit Plastiks├Ącken voller Muscheln und K├Ârbe mit lebenden Fischen, Krebsen und anderen ÔÇ×K├Âstlichkeiten“ beladen wurden. Der Asphalt, auf dem wir liefen, war sehr nass. Die Meerestiere und Fische, die in gro├čen Beh├Ąltern auf den langen Holzb├Ąnken standen, wurden, um sie etwas k├╝hl zu halten, st├Ąndig abgespritzt
 
Meeresfr├╝chte und Fische werden angeliefert
Fischer im Hafen Aberdeen bei der Arbeit
Fischer im Hafen Aberdeen bei der Arbeit
Fischer im Hafen Aberdeen
Fischer im Hafen Aberdeen

 

 

Bevor wir weiter zum Victoria Peak fahren, halten wir noch einmal an dem Strand, wo eine gro├če Buddhastatue stand. Es war mehr ein Vergn├╝gungsviertel, wie ich fand, als eine Andachtsst├Ątte. Unser Reisef├╝hrer erz├Ąhlte, dass man sich etwas w├╝nschen k├Ânnte, wenn man den braunen Elefanten ├╝ber den Po streichen w├╝rde – was nat├╝rlich viele von uns taten.

Vergn├╝gungsviertel am Strand in Hongkong
Vergn├╝gungsviertel am Strand in Hongkong
Vergn├╝gungsviertel am Strand in Hongkong
Helmut am Strand

Danach besichtigten wir den Central Market. Er liegt zwischen der Kreuzung Queen Victoria Street und Des Voeux Road. Eigentlich sollte man den gr├Â├čten Lebensmittelmarkt Hongkongs ganz fr├╝hmorgens aufsuchen, aber dazu war keiner von uns bereit . Wir bekamen in den letzten Tagen sowieso nicht gen├╝gend Schlaf.

Der Markt war ├╝bersichtlich gegliedert: in einem Stockwerk lagen Gefl├╝gel und Fisch, in einem anderen Rind- und Lammfleisch, in wieder einem anderen Gem├╝se aus. Zu den Gaumenfreuden z├Ąhlten f├╝r uns ungew├Âhnliche Tiere wie Salamander und Seegurke.

Manches mutete uns Westeurop├Ąern barbarisch an, vor allen Dingen das Schlachten von Schildkr├Âten und das H├Ąuten der lebendigen Schlangen.
Schlachten von Schildkr├Âten im Central Markt

Lachend erz├Ąhlte uns der Reisef├╝hrer von der Wirkung der Schlangensuppe. Besonders die M├Ąnner m├╝ssten sich vorsehen, denn sie steigert erheblich die Potenz. (Das meinte er im Ernst). Es gibt wohl nichts, was die Chinesen nicht essen. Sogar riesige Haifischflossen hingen an den W├Ąnden der St├Ąnde.
Haifischflossen werden zum Kauf angeboten  Central Markt

├ähnlich schockierend waren auch die ÔÇ×Henkersst├Ątten“ bei den Fischst├Ąnden. Es gab keine toten Tiere. Die Chinesen kaufen nur lebendige und ich fand es eine Tierqu├Ąlerei wie man damit umging.

Als wir dann in der Fleischhalle waren, erz├Ąhlte uns unser Reisef├╝hrer, dass zu den von Chinesen bevorzugten Delikatessen Innereien, Ohren, Zungen und Hoden z├Ąhlten. Ebenso w├╝rden H├╝hnerf├╝├če in Senf gekocht sehr gesch├Ątzt. Auch die H├╝hner liefen zwischen den St├Ąnden herum und Frauen, die zum Einkaufen hierher gekommen waren, zeigten auf das Huhn, welches sie haben wollten. Es wurde dann an Ort und Stelle in ihrem Beisein geschlachtet.

Beim Weitergehen r├╝mpfte ich die Nase, denn von unten stieg ein penetranter Geruch auf. Meine erste Vermutung war, dass es sich um eine defekte Gasleitung handeln w├╝rde. Aber das war nicht die Ursache, wie uns der Reisef├╝hrer sagte. Der komische Geruch kam von den riesigen, gezackten Durians, die sich an den Obstst├Ąnden stapeln. Ihr Geschmack sei irgendwo zwischen Knoblauch und Vanille anzusiedeln.

Drogerieartikel Central Market
Frisches Gem├╝se auf dem Central Market
Gem├╝se auf dem Central Market
Durianfrucht
Gem├╝se auf dem Central Market

Auf dem Weg zum Bus kamen uns einige Menschen entgegen, die einen Vogelk├Ąfig bei sich trugen. Sie wollten im Central Market einen Papagei oder ├Ąhnlichen exotischen Vogel kaufen.

V├Âgel und K├Ąfige auf dem Central Market
Uschi ├╝berlegt, ob sie einen Papagei kaufen soll

Es war sehr hei├č und wir waren froh, wieder in unserem klimatisierten Bus zu sitzen, der uns dann zum Victoria Peak brachte.

Der Victoria Peak ist die h├Âchsten Erhebung Hongkongs. Manche Leute pilgern, so erz├Ąhlte uns der Reisef├╝hrer, zweimal zum Peak: einmal bei Tage, um bei klarem Wetter Hongkong wie ein stark vergr├Â├čertes, hart umk├Ąmpftes Monopoly-Spielbrett zu erleben und dann noch einmal bei Dunkelheit (was f├╝r den Abend  geplant war), wenn die Lichter der Stadt einen majest├Ątischen Glanz verleihen.
 
Blick vom Victoria Peak
Blick vom Victoria Peak
Blick vom Victoria Peak

Der Victoria Peak ist eine ├╝berraschend gr├╝ne Oase in Hongkongs Betondickicht. Er ist auch Wohnsitz der Reichen und Ber├╝hmten und ein einladender Fleck zum beschaulichen Spazieren. Sogar ein paar Jogger waren dort anzutreffen. Der Anblick der ├╝ber den Hafen schwirrenden, in Kai Tak startenden und landenden Flugzeuge beeindruckte mich schon.

Blick auf Hongkong vom Victoria Peak
Blick vom Victoria Peak auf Hongkong
Blick vom Victoria Peak auf Hongkong
Blick vom Victoria Peak auf Hongkong
Blick vom Victoria Peak auf Hongkong
Blick vom Victoria Peak auf Hongkong
Blick vom Victoria Peak auf Hongkong

Wir hielten uns hier nicht sehr lange auf, denn am Abend sollten wir ja noch einmal dorthin fahren, dann jedoch mit der Kabelbahn Peak Tram. Sie f├Ąhrt t├Ąglich von 7.00 bis 24.00 Uhr alle 10 bis 15 Minuten. Es kann nur passieren, dass man stundenlang anstehen mu├č, denn sie wird sehr stark genutzt.

Warten auf die Kabelbahn zum Victoria Peak
Hongkong bei Nacht

Wieder im Hotel angekommen hatten wir ein wenig Zeit uns auszuruhen. Als es dunkel wurde  stiegen wir wieder in den Bus, der uns zur Peak Tram-Station brachte und mit der wir noch einmal zum Victoria Peak rauffuhren. Inzwischen war es stockdunkel und uns bot sich ein wunderbarer bunter Anblick der Stadt. So gefiel mir Hongkong am besten! Nichts war hier von dem L├Ąrm zu h├Âren, kein Schmutz zu sehen.

Als wir zur├╝ck waren, schlug uns der Reiseleiter ein sch├Ânes chinesisches Restaurant im Viertel Tai Kok Tsui (also ganz in der N├Ąhe unseres Hotels)vor, dessen Koch vor den Augen der G├Ąste geschickt mit den Spaghettis jonglierte. Es war auch nur ein kurzer angenehmer Spaziergang dorthin und zum letzten Mal sahen wir die bunten Lichter von Hongkong. Am n├Ąchsten Morgen ging es schon relativ fr├╝h weiter nach Bangkok.
 
Abendspaziergang zum chinesischen Viertel Tai Kok Tsui
Restaurant in Tai Kok Tsui
Essen im chinesischen Restaurant
Hongkong bei Nacht

 

 

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