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Achim Kluck

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Uschis Angelberichte und mehr...

Angelurlaub in Schweden am ├ůsnen in Sm├ąland
 26.04. – 14.05.2003

 Teil I
Schwedenurlaub 2003

Sa., 26.04.

Schon lange vor unserem geplanten Urlaub in Schweden hatten wir uns ausgiebig informiert, wie wir Hechte zu fangen h├Ątten. Aus allen m├Âglichen Angelzeitschriften hatte ich die Berichte, die mit Hechtf├Ąngen zu tun hatten, abgetippt und in einem Ordner zusammengestellt. Dieser kam dann nat├╝rlich als erstes in den Koffer. Meine Tochter hatte uns vor einiger Zeit Videofilme von ihrem Kollegen mitgebracht, die sich zwar haupts├Ąchlich mit Welsangeln befassten, aber darunter war auch der Blinker-Film ÔÇ×Das fischende Auge“, den wir sehr interessant fanden. In diesem Angelfilm wurde haupts├Ąchlich mit dem Gummifisch  ÔÇ×Attractor“ gefangen und so kauften wir uns nach und nach diese in  den verschiedensten Farben und Gr├Â├čen. Au├čerdem hatte ich f├╝r einige Berichte, die ich die im Internet ver├Âffentlicht hatte, als Dankesch├Ân ein Raubfisch-Posen-Set und eine Auswahl an Blinkern bekommen. So ausgestattet musste es einfach ein erfolgreicher Urlaub werden.

Wir hatten uns Freitagabend kaum schlafen gelegt, als auch schon wieder der Wecker klingelte. Um 1.00 Uhr war die Nacht zu Ende. Doch dieses Mal klang der Ton des Weckers anders, irgendwie melodischer, denn es hie├č die langersehnte Reise nach Schweden anzutreten. Bis auf ein paar Kleinigkeiten hatten wir den Wagen schon tags zuvor gepackt. Schnell zwei Tassen Kaffee getrunken und dann nichts wie los!

P├╝nktlich um 2.00 Uhr starteten wir. Um diese Zeit war die Autobahn fast leer und so kamen wir schnell voran. Schon um 6.35 Uhr waren wir auf der F├Ąhre in Puttgarden, die uns nach R├Şdby (D├Ąnemark) brachte. Die ├ťberfahrt dauerte 45 Minuten und bot uns die M├Âglichkeit in aller Ruhe zu fr├╝hst├╝cken und ein wenig unsere F├╝├če auszutreten. In R├Şdby angekommen, fuhren wir weiter Richtung Kopenhagen und dann ├╝ber die ├ľresundbr├╝cke nach Malmoe. Nun waren wir in Schweden! Die ganze Fahrt hatte es geregnet, aber als wir in Schweden ankamen schien die Sonne. Von Malmoe bis nach  Knutsag├ąrd, unserem Zielort, waren es noch ca. 230 Kilometer. Je n├Ąher wir unserem Urlaubsziel kamen, desto ÔÇ×steiniger“ wurde die Landschaft. Riesige W├Ąlder und unendliche viele Seen und Fl├╝sse breiteten sich vor uns aus. Die gro├čen Steine wachsen dort regelrecht aus dem Boden, weshalb die ans├Ąssigen Bauern nie mehr Land umpfl├╝gen, als unbedingt notwendig. Man k├Ânnte sagen, die Schweden sind steinreich und haben viel Holz vor der H├╝tte.
Unser Ferienhaus - Haus Fiskeboden
Unser Ferienhaus - Haus Fiskeboden

Um 12.30 Uhr waren wir gl├╝cklich an unserem Ziel angekommen. Ulli und Mona. unsere Vermieter, schauten verdutzt drein. So Karte vom ├ůsnenfr├╝h hatten sie uns nicht erwartet. Eigentlich sollten wir vor 14 Uhr nicht ankommen, aber die Hinfahrt ging so flott voran, dass wir selbst ├╝berrascht waren. Das H├Ąuschen, unser Domizil f├╝r die n├Ąchsten 19 Tage, war schon tipp topp in Ordnung gebracht worden, so dass wir es gleich beziehen konnten. Nat├╝rlich f├╝hrte uns der erste Weg zum ├ůsnen. Der ├ůsnen in Sm├ąland hat eine Wasserfl├Ąche von ca. 150 km┬▓, die in ihrer gr├Â├čten L├Ąngenausdehnung fast 70 km misst. Er ist von zahllosen Inseln durchsetzt, so dass die sichtbare Wasserfl├Ąche kaum mehr als ein paar Kilometer betr├Ągt. F├╝r die br├╝tenden V├Âgel, aber auch f├╝r den Fischbestand sind die Inseln von gro├čer Bedeutung, finden sie doch dadurch gute Deckung und Laichm├Âglichkeiten aller Art. Durch den kalkhaltigen Seeuntergrund, der einen ph-Wert von 7,0 misst, erf├╝llt der See alle Kriterien f├╝r einen artenreichen und gesunden Fischbestand. Ca. 20 Fischarten kommen in diesem riesigen See vor, aber der Brotfisch der Schweden bleibt der Hecht. Ihn gibt es von ganz klein bis riesengro├č. Der Zander ist der zweitwichtigste Fisch im ├ůsnen. Davon abgesehen, dass es bedeutend schwieriger ist ihn zu fangen als den Hecht, hatte er auch gerade Schonzeit (1.5. – 31.5.), als wir dort unseren Urlaub verbrachten. Das war nicht weiter tragisch, den Zander fingen wir ja gen├╝gend zuhause. Hier im ├ůsnen wollten wir nat├╝rlich haupts├Ąchlich Hechte fangen.

In einer kleinen Bucht, nur wenige Meter von unserem H├Ąuschen Unser Angelboot - Lindner 440 mit 4 PS Yamaha motorentfernt, lag das Boot, mit welchem wir die n├Ąchsten 17 Tage unsere Freizeit auf dem Wasser verbringen wollten. Ulli zeichnete uns auf der Seekarte die f├Ąngigsten Stellen ein und gab uns auch die wichtigsten Angeltipps was Rute, Rolle, Schnur, K├Âder usw. betraf. ÔÇ×Das wissen wir doch alles. Wir angeln ja nicht erst seit heute. Und ich habe auch viele Berichte ├╝ber das Hechtangeln gelesen“, meinte ich vielleicht etwas schnippisch zu Ulli. Er soll nicht so viel reden, ich m├Âchte aufs Wasser, dachte ich bei mir. Am liebsten w├Ąre ich sofort auf den See rausgefahren, aber Achim bremste mich und meinte, wir sollten uns erst einmal in aller Ruhe unsere Bleibe anschauen, schon einmal die n├Âtigsten Sachen auspacken und uns dann von der langen Fahrt entspannen. Zum Angeln bliebe uns noch gen├╝gend Zeit. Wie recht Achim hatte, merkte ich gegen 18 Uhr, als wir uns zum ins Bettgehen entschlossen und sofort einschliefen. Kein Wunder, hatten wir beide doch die Nacht zuvor nur 3 Stunden geschlafen.

So., 27.04.

Der erste Urlaubstag! Um 6.30 Uhr hielt mich nichts mehr im Bett. Ich schaute aus dem Fenster und war etwas entt├Ąuscht. Die Temperatur zeigte 7┬░ an und es nieselte. Drei Stunden sp├Ąter hatte der Nieselregen aufgeh├Ârt, aber nun blies ein kr├Ąftiger Wind. Wir bereiteten unsere Ruten zum Schleppen vor und machten uns auf dem Weg zum Anleger. Das Boot schwankte auf den Wellen und mir war etwas mulmig zumute, als ich das erste Mal meinen Fu├č darauf setzte. Dann hatte ich es geschafft und war im Boot. Stocksteif sa├č ich auf der mittleren Bank und mein Magen schlug Purzelb├Ąume. Wir wollten zu der tiefen Stelle fahren, wo die Hechte an den Kanten lauern, wie uns Ulli sagte. Aber nach einigen Metern Fahrt drehten wir wieder um, denn der Wind hatte zugelegt und das Bootsfahren unm├Âglich gemacht bei den hohen Wellen. Teils war ich traurig, dass wir nun keine Hechte fangen konnten, andererseits war ich froh wieder festen Boden unter den F├╝├čen zu haben. So ganz geheuer war mir das Bootfahren doch nicht.
Die Bucht mit unserem Bootssteg
Uschi beim Beladen des Bootes

Wieder in unserem H├Ąuschen angekommen, ├╝berlegten wir, was wir tun k├Ânnten. Ulli hatte uns tags zuvor auch noch die Br├╝cke in Torne genannt, wo es nicht nur Hechte, sondern auch Zander zu fangen g├Ąbe. Noch bestand die M├Âglichkeit auf Zander zu angeln, aber schon ein paar Tage sp├Ąter begann die Schonzeit.

Wir setzten uns also ins Auto und fuhren mehrere Kilometer um den See herum, bis wir endlich in Torne angekommen waren. Die Windverh├Ąltnisse waren hier unterschiedlich. Mal blies ein kr├Ąftiger Wind, Br├╝cke am ├ůsnenkurze Zeit sp├Ąter war es absolut windstill. Achim blinkerte von der Br├╝cke und ich best├╝ckte meine Rute mit einer Raubfischpose und zog 2 Rotw├╝rmer auf den Haken. Es dauerte auch nicht lange bis die Pose abtauchte und die erste gro├če Brasse am Haken hing. Wei├čfische gibt es im ├ťberfluss und daher d├╝rfen sie auch nach dem Fang nicht wieder reingesetzt werden. Nachdem ich eine zweite Brasse gefangen und Achim mit dem Blinkern ebenfalls keinen Erfolg hatte, fuhren wir wieder zur├╝ck. Kurz vor unserer Siedlung f├╝hrt eine Br├╝cke ├╝ber einen Fluss, der in den ├ůsnen flie├čt. Hier fingen wir erst einmal mit Maden ein paar Ukeleien. In Schweden ist das Angeln mit lebendem K├Âderfisch erlaubt und so hakte Achim einen Drilling in den R├╝cken einer Ukelei und warf seine Rute, die mit einer gro├čen Pose best├╝ckt war, an die Stelle, wo er kurz zuvor einen Hecht hatten rauben sehen. Doch als sich 2 Stunden lang nichts tat, packten wir unsere Angelsachen wieder ein und machten es uns in unserem Ferienhaus gem├╝tlich. Morgen war auch noch ein Tag. Vielleicht klappte es dann ja mit dem Schleppen.

Mo., 28.04.

Heute war es zwar immer noch windig, aber wenigstens regnete es nicht. Um 9.30 Uhr fuhren wir mit dem Boot hoffnungsvoll auf den See hinaus, kehrten aber wegen dem hohen Wellengang doch bald wieder um und fuhren dieses Mal in den Fluss bis kurz vor die Br├╝cke, wo wir gestern die K├Âderfische gefangen hatten. Hier war es sch├Ân windstill, aber au├čer Brassen, Rotfedern und kleinen Barschen biss nichts Vern├╝nftiges an. Gegen Mittag kam dann die Sonne durch und es wurde etwas ruhiger auf dem Wasser, so dass wir uns erneut auf den See raustrauten. Wir fuhren ca. eine Stunde, als wir es mit dem Schleppen versuchten. Zuerst boten wir als K├Âder einen lebenden K├Âderfisch am System an, sp├Ąter versuchten wir es mit Blinker und Gummifische (Attractor).  Interessant fand ich, dass auf den Steinen nach einiger Zeit Gr├Ąser und B├Ąume wuchsen, so dass richtige kleine oder auch gr├Â├čere Inseln daraus wurden. Auf diesen br├╝teten viele Vogelarten. Ca. 4 Prozent des Sees sind als Naturschutzgebiet

Die Fischadlerinsel

Fischadler beim Verlassen des Horstes
gekennzeichnet und d├╝rfen zu bestimmten Jahreszeiten nicht angefahren werden. Als wir an einer kleinen Insel mit Kiefern vorbei fuhren, flog ein Fischadlerp├Ąrchen auf und mit lautem Geschimpfe davon. Sie hatten im Gipfel der Kiefer ein Nest und wollten uns weglocken. Wir tickerten weiter und legten in einer kleinen Bucht an, die rundherum von Schilf ums├Ąumt war. Hier m├╝sste es doch m├Âglich sein, Hechte zu fangen. Zuerst probierten wir es wieder mit K├Âderfisch und Pose. Aber als sich nichts tat, drehten wir wieder um. Wir versuchten es auf der R├╝ckfahrt noch einige Zeit mit Schleppen, aber wenn die Schnur von der Rolle gezogen wurde, dann war es jedesmal ein H├Ąnger, aber kein Biss. Um 18.30 Uhr legten wir wieder am Steg an. ÔÇ×Na gut, wenn nicht heute, dann morgen. Irgendwann m├╝ssen sie ja mal bei├čen. Au├čerdem ersparen wir uns heute die Arbeit des Fischeausnehmens“, sagte ich zu Achim. Aber es war mehr Galgenhumor. Ich war doch ganz sch├Ân traurig, dass wir noch keinen Hecht gefangen hatten.

Di., 29.04.

Als ich um 8.45 Uhr aufgestanden war, regnete es stark. Der Regen selber machte uns ja nichts aus, daf├╝r hatten wir Kleidung. Aber es sollte auf keinen Fall windig sein, denn dann w├╝rde aus dem Bootsfahren bzw. Schleppen wieder nichts werden. Alle Naselang schaute ich aus dem Wohnzimmerfenster nach der schwedischen Flagge. Sie wehte leise vor sich hin. Auch Achim ging erst einmal vor die T├╝r um nach dem Wetter zu schauen, als er aufgestanden war. Um 11 Uhr entschlossen wir uns dann doch aufs Boot zu gehen, obwohl es immer noch sehr windig war. Zuerst fuhren wir erneut zu der Stelle, wo wir schon gestern waren. Dort, in der N├Ąhe des ÔÇ×Loches“ (eine Stelle, wo die Wassertiefe auf der Seekarte mit 6 Metern angegeben ist), wollten wir an der Kante blinkern. Auf dem Weg dorthin hatten wir es mit schon vergeblich mit Schleppen versucht. Als wir am ÔÇ×Loch“ angekommen waren, stellten wir fest, dass das Blinkern dort durch den hohen Wellengang gar nicht m├Âglich war. Also schmiss Achim den Motor an und steuerte das Boot in eine andere Bucht, wo es ruhiger war. Wir hatten ÔÇ×vorsichtshalber“ nicht nur unsere Schleppruten, sondern auch einige  andere mitgenommen. In der Bucht stippte ich mit einer Made auf Rotfedern oder Ukeleien. Achim montierte eine Segelpose auf die Schnur seiner Rute und befestigte dann den Drilling im R├╝cken des K├Âderfisches. Dann warf er die Rute in Richtung Schilfkante aus. Die Wasserfl├Ąche war hier sehr glatt, so dass wir die Fische h├Ątten springen und rauben sehen k├Ânnen. Aber auch hier tat sich absolut nichts. ÔÇ×Wo zum Teufel stecken die tausend Hechte, die es hier geben soll?“ Wir probierten es noch einige Zeit, dann holten wir den Anker rein und fuhren an eine andere Stelle in dieser gro├čen Bucht. Inzwischen war es 14 Uhr und die Sonne schien uns ins Gesicht. Doch in der Ferne waren  die ersten dunklen Wolken zu sehen, die langsam auf uns zukamen. Eine Stunde sp├Ąter wurde es immer dunkler um uns herum und es kam ein st├Ąrkerer Wind auf. Dann fing es stark zu regnen an. Wir entschlossen uns noch etwas zu bleiben, bis die schwarzen Wolken abgezogen waren. Da der Regen nur so vom  Himmel prasselt, sa├č ich nach vorne gebeugt mit meiner Kapuze auf dem Kopf im Boot und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Dass Achim im Boot stand und mit einem schwimmenden Wobbler an der Schilfkante angelte, hatte ich gar nicht bemerkt. Pl├Âtzlich h├Ârte ich ihn hinter mir rufen: ÔÇ×Ich habe einen!“ Ich schaute mich verdutzt um. Da rief er mir schon zu: ÔÇ×Es ist ein Hecht. Nimm schon mal den Kescher.“ Sofort lie├č ich den Regen Regen sein und packte mir den Kescher. Einen Moment sp├Ąter hatten wir ihn. Meine Freude war ├╝bergro├č. Unser erster ├ůsnen-Hecht. Er war zwar nicht sehr gro├č, aber immerhin 66 cm lang und 2 kg schwer.
Achims 1. Hecht : 66cm lang und 2 Kg schwer
Achims 1. Hecht : 66cm lang und 2 Kg schwer
Achims 1. Hecht : 66cm lang und 2 Kg schwer
F├╝r den Anfang schon recht sch├Ân. Sofort packte auch mich wieder das Angelfieber. Schnell nahm ich meine Rute und montierte ebenfalls einen Blinker an Stahlvorfach. Inzwischen schien auch wieder die Sonne, nur der Wind hatte immer noch nicht nachgelassen. Leider hatte ich keinen Biss zu vermelden und auch Achim fing nichts mehr, so dass wir gegen 17 Uhr die R├╝ckfahrt antraten. Wegen des hohen Wellengangs war es schwierig, die vielen gro├čen Steine im See rechtzeitig auszumachen. Achim steuerte das Boot also sehr langsam und vorsichtig ├╝ber die Wasserfl├Ąche. Es dauerte mehr als eine Stunde, bis  wir am Steg anlegten. Nun gut, wir hatten nicht viel, aber immerhin einen Hecht gefangen. Vielleicht war das ja das Zeichen, dass es endlich besser werden w├╝rde.

Mi., 30.04.

Auch an diesem Morgen schien die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Da machte es mir auch gar nichts aus, dass ich schon wieder so fr├╝h (7.00) wach wurde. Drau├čen zwitscherten die V├Âgel ihr Morgenlied und ich war unheimlich gespannt, ob und wie viel wir wohl heute fangen w├╝rden.

Auch um 11 Uhr, als wir das Boot bestiegen, war immer noch kein W├Âlkchen am Himmel zu sehen. Wie sch├Ân. Und wenn auch ich heute einen Hecht fangen w├╝rde, w├Ąre das noch viel, viel sch├Âner, dachte ich.

Unser Boot mit seinem 4-PS-Motor tuckerte gem├╝tlich ├╝ber die Wasseroberfl├Ąche. Dieses Mal fuhren wir nicht nach links unten (s. Inselkarte), sondern an der K├╝ste entlang nach oben, zu einer neuen f├Ąngigen Stelle, wie Ulli meinte. Dort ankerten wir in einer Bucht, wo wir mit K├Âderfisch und Pose auf Hechtjagd gehen wollten. Zuerst war es dort auch relativ ruhig, doch dann kam auch dort wieder etwas Wind auf.
Achim in unserem Aluboot
Der ├ůsnen, mit vielen Steinen.

Mit der kleinen Stipprute fingen wir erst ein paar Rotaugen, die wir danach mit einem Drillingshaken und Stahlvorfach an die Posenrute montierten. Die Bucht war so gro├č, dass wir uns beim Auswerfen nicht in die Quere kamen. Achim entschied sich f├╝r die linke und ich f├╝r die rechte Seite der Schilfbucht. Hier, wo genug Futterfische vorhanden waren, mussten doch auch Hechte stehen, so glaubten wir. Geduldig warteten wir darauf, dass eine unserer  Posen abtauchen w├╝rde. Das w├Ąre ein untr├╝gliches Zeichen, dass sich ein Hecht den K├Âderfisch geschnappt h├Ątte. Doch unsere Posen tanzten auf dem Wasser, ohne das eine von ihnen unterging.

Ein wenig entt├Ąuscht fuhren wir gegen 16 Uhr zur├╝ck. Unterwegs ├╝berlegten wir uns, es noch einmal in der Bucht zu probieren, wo Achim gestern seinen Hecht gefangen hatte. Auf dem Weg dorthin drosselte Achim den Motor und wir schleppten mit Wobbler und Blinker bis in die Bucht, aber au├čer mehreren H├Ąngern gab es keine Abwechselung. Dadurch, dass der Untergrund sehr steinig war, kam das relativ oft vor. Gottseidank bekamen wir unsere Kunstk├Âder – bis auf einige wenige – alle wieder frei. Ansonsten w├Ąre es ein teuerer Spa├č geworden.

In der Bucht angekommen versuchten wir es ebenfalls mit Spinnfischen, aber entweder hatten  auch dort die Hechte keinen Appetit oder sie waren nicht da – was ich jedoch einfach nicht  glauben wollte. Aber warum wir dennoch keinen fingen, konnte ich mir auch nicht erkl├Ąren. Der ├ůsnen ist als sehr gutes Hechtgew├Ąsser bekannt. Ulli hatte uns gesagt, dass einmal 14 Angler in 7 Tagen 310 (!) Hechte gefangen h├Ątten. Das glaubte ich ihm ja und freute mich f├╝r sie, aber das brachte mir auch nichts ein. Und was wollte Ulli uns damit sagen? Das wir etwas falsch machten, weil wir erst einen Hecht gefangen hatten? Oder das wir uns zu dumm anstellten?
Der ├ůsnen
Unsere Bucht mit Anleger

Der Wind hatte inzwischen zugelegt und uns schlugen 1 m hohe Wellen entgegen, als wir uns auf den R├╝ckweg machten. Am Steg angekommen, sahen wir einen anderen Angler (er wohnte im Haus neben uns), der gerade dabei war seine 4 gefangenen Hechte auszunehmen. Neidisch guckte ich auf seinen Fang. Die Hechte waren zwar alle nicht sehr gro├č, so zwischen 50 und 60 cm, aber immerhin hatte er wenigstens welche gefangen. Und wir? Auf der Fahrt zur Bucht hatten wir den Angler am ÔÇ×Loch“ blinkern gesehen. Ich fragte ihn, ob er uns verraten w├╝rde, mit welchen K├Âdern er seine Hechte gefangen h├Ątte. Er war nicht gespr├Ąchig (vielleicht wollte er uns diese Frage auch nicht gerne beantworten), sondern zeigte nur mit der Hand auf seine beiden Ruten, die noch im Boot lagen. An der einen hing ein wei├č-roter Wobbler, an der anderen ein Firetiger. Au├čerdem fiel mir auf, dass er ├╝ber ein Echolot verf├╝gte. ÔÇ×Aha, daher weht der Wind! Der f├Ąngt etwas, weil er ein Echolot hat“, sagte ich zu Achim als wir weitergingen. ÔÇ×Wenn wir auch ├╝ber ein Echolot verf├╝gen w├╝rden, h├Ątten wir sicher auch schon mehr gefangen. Aber Ulli hat ja keines f├╝r uns. Das finde ich richtig besch...eiden.“  Achim wollte mich wohl tr├Âsten und antwortete, ein Echolot w├Ąre zwar schon hilfreich, aber nicht unbedingt n├Âtig. Weiter tr├Âstete er mich, indem er meinte, wir w├╝rden unsere Fische schon noch fangen. Doch ich glaubte ihm nicht. Wie recht er behalten sollte wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Im Moment sah es jedenfalls sehr tr├╝be aus.

Schon als wir unseren Urlaub in Schweden buchten, hatten wir Ulli gleich mitgeteilt, dass wir ein Boot mit Motor und nat├╝rlich auch ein Echolot haben wollten. Bei unserer Ankunft hatte Ulli auch eines f├╝r uns, aber als wir es am Wasser ausprobierten, funktionierte es nicht. Und ein anderes hatte er nicht f├╝r uns. Zwar h├Ątte er 3 weitere bestellt, aber die bek├Ąme er erst Mitte Mai, also wenn wir schon wieder weg w├Ąren. So ein Mist! Ich war stinksauer.

Do., 01.05.

Auch heute war ich schon wieder sehr fr├╝h wach (6.00). Da Achim noch schlief, kochte ich mir erst einmal einen Kaffee und las ein wenig in einem Krimi. St├Ąndig schaute ich aus dem Fenster. Die schwedische Fahne (sonnengelb auf himmelblau) wehte im Nieselregen leicht vor sich hin. Nach einer halben Stunde ging der Nieselregen in Regen ├╝ber und ein st├Ąrkerer Wind kam auf.

Als Achim am Fr├╝hst├╝ckstisch sa├č, ├╝berlegten wir, wo wir wohl heute angeln k├Ânnten. Mit dem Boot rauszufahren kam nicht in Frage, daf├╝r war es einfach zu st├╝rmisch. Vielleicht w├╝rde es ja gegen Mittag besser werden, dachten wir hoffnungsvoll. Wir setzten uns ins Auto und fuhren nach V├Ąckels├Ąng in den Supermarkt. Zur├╝ck vom Einkaufen gingen wir noch einmal zum See, in der Hoffnung, dass sich der Wind etwas gelegt h├Ątte. Aber das war nicht der Fall. ÔÇ×Wir sind doch erst ein paar Tage hier und haben noch gen├╝gend Zeit Hechte zu fangen“, meinte Achim, als er mein entt├Ąuschtes Gesicht sah. ÔÇ×Lass uns mal ein bisschen die Gegend erkunden“. Vom Steg aus gingen wir links durch das W├Ąldchen und kamen an den Fluss, der in den ├ůsnen flie├čt. Wieder mit dem Auto zu einer Br├╝cke zu fahren hatte ich keine Lust, aber es w├╝rde mir Spa├č machen etwas am Fluss zu peitschen.
Nachbarbucht
Nachbarbucht

Da es  nach Regen aussah und wir alle unsere Ruten mit an den Fluss nehmen wollten, packten wir sie ins Auto und fuhren das kleine St├╝ck dorthin. Wir konnten ganz in der N├Ąhe des Ufers parken, was auch gut war, denn schon nach einigen Minuten ├Âffnete der Himmel seine Schleusen und wir fl├╝chteten vorerst ins Auto. Nach 10 Minuten war der Spuk vorbei und wir sa├čen wieder am Ufer. Mit der neuen kleinen Rute stippten wir nach Ukeleien. Wir hatten aus Deutschland vorsichtshalber ein paar Maden und Rotw├╝rmer (Dendrobena) mitgebracht, die bei den Fischen einen rei├čenden Absatz fanden. Die Dendrobena hatten wir uns von Hubert Brehm www.dendrobena.de schicken lassen. Diese W├╝rmer kann ich nur empfehlen, sie sind sehr lebendig und lassen sich ├╝ber Monate aufbewahren. Kaum war der K├Âder im Wasser, hing auUschi am st├╝rmischen ├ůsnench schon eine Ukelei oder eine Rotfeder dran.

Achim seine beiden Schwingspitzruten auf Grund gelegt. Als K├Âder hatte er jeweils ein Rotwurmb├╝ndel dran. Doch nach der 5. Brasse ├Ąnderte er seine Montage. Er nahm zwei der vielen K├Âderfische, die ich inzwischen gefangen hatte und schob einer den Drilling durch den R├╝cken und der anderen oben durch das Maul. Darauf w├╝rden jetzt sicher keine Brassen oder Rotaugen mehr bei├čen. Wenn sich etwas t├Ąte, dann w├Ąre es mit Sicherheit ein Raubfisch.

Es dauerte auch gar nicht lange, als von einer der Schwingspitzruten eine Menge Schnur von der Rolle gezogen wurde. Vielleicht h├Ątte Achim sofort anschlagen sollen, denn einen Moment sp├Ąter hing die Schwingspitze wieder schlaff herunter. Fehlalarm? Hatte der Fisch nur daran geschnuppert? Achim gab noch etwas Schnur und wartete einen Moment. Aber es tat sich nichts mehr. Als er kurze Zeit darauf seine Rute reinholte, sahen wir, dass der K├Âderfisch seitlich Bisswunden hatte. Das war sicher ein Hecht oder vielleicht ein gro├čer Barsch gewesen! Nur schade, dass er den K├Âder nicht geschluckt hatte.

Nach einer Stunde fing es wieder so stark zu regnen an, dass wir uns f├╝r eine weitere Viertelstunde ins Auto fl├╝chteten. Dann hellte der Himmel wieder auf und wir angelten weiter. Achim nahm einen weiteren quicklebendigen K├Âderfisch und warf seine Rute erneut aus. Doch wir warteten vergeblich auf einen Biss.

Ich hatte, w├Ąhrend ich weiter nach K├Âderfische stippte, meine Posenrute, mit einem lebenden K├Âderfisch am Drilling, treiben lassen. Dabei konnte ich beobachten, wie das Fischchen  flussabw├Ąrts schwamm und dann in der Kurve am Ufer ins Schilf zu fl├╝chten versuchte. ÔÇ×Vielleicht schwimmt es ja direkt dem R├Ąuber in den Rachen“, sagte ich zu Achim. ÔÇ×Das k├Ânnte sein. Die Stellen sehen jedenfalls >hechtverd├Ąchtig< aus.“ Aber dem Fischchen passierte nichts. Ein typisches schwedisches Ferienhaus

W├Ąhrend wir am Fluss sa├čen, kam der Angler, den wir tags zuvor am Steg getroffen hatten, auf uns zu. Er begr├╝├čte uns freundlich und fragte, ob wir schon etwas gefangen h├Ątten. ÔÇ×Nein. Und Sie?“ ÔÇ×Auch nichts. Aber ich habe ja gestern gut gefangen“, meinte er und zog weiter. Warum er uns das wohl sagte? Wollte er uns neidisch machen?

Nachdem sich 3 Stunden lang nichts tat, packten wir unsere Sachen wieder ins Auto und fuhren zu unserem Ferienh├Ąuschen zur├╝ck, wo wir es uns nach dem leckeren Abendessen, welches Achim zubereitet hatte, mit einem Glas Wei├čbier und einem Schn├Ąpschen am Kamin gem├╝tlich machten. ÔÇ×Morgen wird es bestimmt besser werden. Schlie├člich haben wir jetzt schon Mai und das Wasser ist etwas w├Ąrmer geworden“, meinte ich zu Achim. Ob ich recht behalten sollte?

Fr., 02.05.

An diesem Morgen wurde ich etwas sp├Ąter wach. Am ÔÇ×Angelstress“ konnte es nicht liegen, dass ich mich nicht so frisch f├╝hlte. Eher am Frust.

Es muss wohl die ganze Nacht geregnet haben, denn drau├čen standen die Pf├╝tzen auf der Stra├če. Aber als ich aufstand war vom Regen nichts zu sehen. Es blies jedoch – wie konnte es auch anders sein! – wieder mal ein kr├Ąftiger Wind.

Ulli hatte uns abends zuvor angerufen und nach unseren F├Ąngen gefragt. ÔÇ×Welche F├Ąnge? Hier ist doch nichts zu holen“, meinte ich etwas sarkastisch. Ich wei├č, dass es ihm auch sehr leid tat, dass wir bisher kaum etwas gefangen hatten, aber ich musste meine schlechte Laune etwas bessern, indem ich rumknurrte. Er versprach heute morgen kurz bei uns reinzuschauen und uns auf der Karte weitere gute Fangpl├Ątze zu zeigen. Au├čerdem hatten wir ihn gebeten, uns ein paar der dort f├Ąngigen Blinker und Wobbler zu verkaufen. Vielleicht mochten ja die Hechte unsere Kunstk├Âder nicht.

Kurz nach 12 Uhr kam Ulli. Er konnte es einfach nicht verstehen, wieso wir bis jetzt erst einen Hecht gefangen hatten. Er bat uns um die Seekarte und zeichnete darauf weitere bzw. andere Strecken ein, die er mit seinen G├Ąsten immer f├Ąhrt, wenn an den Stellen,  die er uns zuerst gezeigt hatte, einfach nichts bei├čen wollte. ÔÇ×Wenn ihr hier nichts fangt, dann klappt es garantiert dort oben“, meinte er zu Achim. Anschlie├čend gingen sie zu seinem ÔÇ×Laden“ um die super-f├Ąngigen Kunstk├Âder zu holen. Leider hatte Ulli keinen Firetiger mehr, den er h├Ątte uns verkaufen k├Ânnen,  aber da wir ihm wohl so leid taten, lieh er Achim zwei seiner eigenen aus. Der kUlli, unser Vermieter und Beraterleine und der gro├če Firetiger seien mit die besten Kunstk├Âder, meinte Ulli. Mit denen h├Ątte er immer garantiert gefangen.

Nun, das w├╝rde sich nachher ja zeigen. Ich gebe zu, dass ich inzwischen schon Zweifel hatte, was unsere eigenen, mitgebrachten K├Âder anbelangte. Dabei hatten wir uns vor Antritt der Reise ausgiebig informiert, d.h. Zeitschriften und B├╝cher gelesen und auch extra noch ein paar Videofilme ├╝ber Hechtangeln und Spinnfischen besorgt. Ich war also sehr gespannt, ob es wirklich an der Art der Kunstk├Âder lag. Oder doch an uns?

Schon etwas positiver gelaunt bestiegen wir gegen 13.30 das Boot. Wir fuhren genau zu der Stelle, die Ulli auf der Karte markiert hatte. Schon vor einigen Tagen hatten wir es dort vergeblich mit Schleppen versucht. Wir waren voller Optimismus ins Boot gestiegen und losgefahren, aber als sich nach 4 Stunden Schleppfischen nichts tat, kehrte bei mir die schlechte Stimmung zur├╝ck. Alle Bedingungen waren an diesem Tag super: keine Wolken, kein Regen, eine glatte Wasserfl├Ąche und Top-K├Âder! Nur die Fische waren nicht da. So ein Mist! Ich war stinksauer, ich hatte einfach keinen Bock mehr, nur den Sprit zu verfahren, ohne einen Fisch an den Haken zu kriegen. Der ├ůsnen bei Windstille

Als wir gegen 19.45 Uhr wieder in unserem Ferienh├Ąuschen ankamen, wartete schon Ulli auf uns. Er schaute uns ungl├Ąubig an, als wir ihm berichteten, dass wir wieder nichts gefangen h├Ątten. Er dachte bestimmt, wir seien zu bl├Âd dazu.

Mittags hatte Ulli noch zu Achim gesagt, dass er uns die Daumen dr├╝cken w├╝rde, damit wir endlich ein paar Hechte fangen w├╝rden, denn inzwischen bef├╝rchtete er, dass ich einen negativen Bericht ├╝ber den Urlaub am ├ůsnen reinsetzen w├╝rde und ihm daraufhin wom├Âglich die G├Ąste ausblieben.

In den ersten 3 Tagen dachten Achim und ich ja auch, wir h├Ątten etwas falsch gemacht. Es sind ja so viele Dinge zu beachten, wenn man angeln und auch fangen will. Es konnte ja sein, dass man  die falsche Schnur, das falsche Vorfach oder auch den falschen K├Âder hatte. Aber Ulli hatte sich unsere Angelsachen angesehen und uns versichert, dass alles okay sei. Nur verstehen, warum wir keine Hechte fingen, konnte er es auch nicht.

Wir tranken noch zusammen ein Gl├Ąschen Obstler und eine Flache Bier, dann verabschiedete sich Ulli von uns. Achim und ich setzten uns vor den Fernseher, aber so richtig konnten wir uns auf den Krimi nicht konzentrieren. Warum, zum Teufel, fingen wir keine Hechte???

Oerlinghausen, den 28.05.2003

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