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Angelerlebnisse 2012

Angeln in den Westfjorden Islands
07. bis 22.08 2012

Achim mit einem Steinbeißer - Seewolf beim Angeln in Island Westfjorde Bolungarvik

Die Westfjorde Islands umfassen eine Halbinsel und Region mit einer Fläche von 9409 km. Zahlreiche Fjorde reichen tief ins Land hinein und geben dem Gebiet ein zerfurchtes Aussehen. Rund 30 % der Küstenlinie des gesamten Landes entfallen auf die Westfjorde. Weite Teile sind von Einsamkeit geprägt und das Klima sowie die Landschaft mit den beeindruckenden Steilküsten sind deutlich rauer als im restlichen Island.
In den gesamten Westfjorden gibt es keine vulkanische Aktivität. Erdwärme und warme Quellen gibt es hingegen an vielen Stellen. Zum Teil werden sie zum Betrieb von Schwimmbädern, zur Fischzucht und zum Heizen genutzt.
Die Bewohner der Westfjorde unterscheiden sich in mancher Hinsicht von anderen Isländern. In früheren Zeiten gab es hier mehr Zauberer und Hexer als in anderen Gebieten.
Die Westfjorde sind das am dünnsten besiedelte Landesteil Islands. Sie gehören zu den Perlen der isländischen Landschaften. Die Küstenlinie ist durch eine Vielzahl an Fjorden und Buchten und bizarren Felsklippen reich gegliedert.
Die Westfjorde reichen tief ins Land hinein und zerklüften das unwirkliche Gebiet. Die Isländer bezeichnen die entsprechend langen Landzungen als „die fünf Finger“. Durch die Fjorde sind die Landwege sehr weit. Hin- und Rückfahrten an einem Tag sind kaum möglich. Bei Unwetter und Schnee sind die Schotterstraßen nicht selten unpassierbar.

Dienstag, 07.08.
Wir hatten mit meinem Schwager Willi ausgemacht, dass er bei uns um 5 Uhr anrufen sollte, falls wir den Wecker nicht gehört hätten. Umgekehrt sollten wir ihn anrufen, um sicherzustellen, dass er schon aufgestanden war.
Den Wecker hatten wir auf 4.30 Uhr gestellt, aber wir waren beide schon um 4 Uhr wach. Bei mir ist das keine Seltenheit, da ich ein Frühaufsteher bin, aber bei Achim war es schon ungewöhnlich. Es war ein Zeichen, dass auch er etwas aufgeregt war.
Unsere vier Koffer hatten wir schon am Vorabend ins Auto gestellt, so dass wir nur noch unseren Rucksack und das Bordcase mitnehmen brauchten.
Kurz vor 5.30 Uhr fuhren wir zum Bielefelder Bahnhof. Unser Zug sollte um 6.42 Uhr abfahren. Wir verabschiedeten uns vor dem Bahnhof von Willi und gingen zum Bahnsteig 4.
Schon vor Tagen hatten wir eine Platzreservierung vorgenommen. Achim schaute auf der Hinweistafel nach auf welchem Abschnitt wir in den Zug einsteigen müssten. „Bist du sicher, dass Abschnitt A richtig ist? Wenn wir in einem der vorderen Wagen unseren Platz haben und der Zug nach links fährt, dann müsste es Abschnitt D sein“, sagte ich zu Achim. Er antwortete: „Dann geh zur Tafel und schau selber nach .“ Das tat ich. Als ich wieder bei ihm war sagte ich ihm, dass wir falsch stehen würden. Achim ging erneut zur Tafel und sprach dann mit einem Schaffner, der auf dem Bahnsteig stand. Als er wieder bei mir war sagte er, dass wir dort, wo wir stünden, richtig seien.
Der Zug lief pünktlich ein. Achim ging am Zug entlang und suchte den Wagen 23 während ich bei unserem Gepäck stehen blieb. Er war weiter vorne. Als Achim zu mir kam um die Koffer zu holen schlossen sich plötzlich die Zugtüren und die Treppe wurde eingefahren. „Verdammt! Jetzt fährt der Zug ohne uns weg!“ rief ich aufgeregt.
Der Tag fing ja gut an! Achim drückte ein paar Mal auf den Knopf an der Tür und tatsächlich ging sie noch einmal auf. Als wir im Zug waren setzte er sich auch sofort in Bewegung. Wir mussten vom hinteren Ende des Abteils bis nach vorne durch, was mit den vielen und vor allen Dingen großen Koffern gar nicht so einfach war. Ein paar Sitze vor unseren gab es eine Fläche, wo man die Koffer unterstellen konnte. Dort brachte Achim unsere Koffer nacheinander hin.
Bis Köln war der Zug relativ leer, doch dann wurde es sehr voll. Normalerweise wurde in Köln ein zweiter Zug angekoppelt, aber durch einen Personenunfall auf der Strecke nach Frankfurt war diese mehrere Stunden blockiert und so war der zweite Zug noch nicht angekommen. 
Unser Zug war der erste überhaupt, der nach dem Unfall die Strecke passieren durfte. Aber durch diesen Umstand hatten wir fast eine halbe Stunde Verspätung.
Doch das machte nichts. Wir hatten in Bielefeld extra einen frühen Zug gewählt um genügend Zeit am Flughafen zu haben.
Als wir am Bahnhof Frankfurt Flughafen aus dem Zug stiegen – was wider Erwarten mit unseren vielen schweren Koffern gut klappte – atmete ich erst einmal tief auf. Die erste Hürde war geschafft. Wir machten uns auf den Weg zu Terminal E. Der Frankfurter Flughafen ist ein riesiges Gelände und es war nicht verwunderlich, dass wir uns erst einmal ein bisschen verliefen. Mir taten schon die Arme vom Ziehen der schweren Koffer weh als Achim jemanden ansprach und nach dem Weg zum Termin E2 fragte. „Da müssen sie zurück, dann rechts rum und dann die Rolltreppe runter.“ Aber klar doch! Also wieder die Koffer anpacken und den Weg zurück. An der Rolltreppe angekommen half jemand Achim indem er den zweiten Koffer an sich nahm. Ich war heilfroh, als wir endlich unten angekommen waren. Nun hieß es den richtigen Schalter zum Einchecken zu suchen, was auch einige Zeit in Anspruch nahm. 
Als wir ihn endlich gefunden hatten war es 10.50 Uhr. Wir waren die ersten am Schalter, der jedoch noch nicht auf war. Erst kurz nach 11 Uhr konnten wir unsere Koffer aufgeben. Hinter uns wurde die Schlange der Leute die mitfliegen wollten, immer länger. Einige Mitreisenden hatten schon die Schirmmütze, die wir von Andrees Angelreisen mit dem Zusenden der Tickets erhalten hatten, aufgesetzt. 
Wieder war eine Hürde geschafft. Noch einmal gingen wir nach draußen um eine Zigarette zu rauchen. Danach passierten wir die Schleuse . Dieses Mal hatte ich darauf geachtet, auch wirklich keine Sachen im Bordcase zu haben, die dort nicht rein durften.
Ich legte meine Jacke und meine Weste in den Korb und ging durch die Schleuse. Plötzlich piepte es und ich musste zur Seite treten um abgetastet zu werden. Natürlich hatte ich keine verbotenen Sachen an mir, aber ich hatte vergessen meine Armbanduhr abzulegen. Als ich fertig abgetastet war konnte ich meine Sachen in Empfang nehmen. Am anderen Band stand Achim und wartete auf seinen Rucksack. Damit gab es ein Problem und so musste er ihn ausleeren. Es stellte sich heraus, dass Achim sein Taschenmesser im Rucksack hatte. Er musste es aushändigen, damit die Klingenlänge gemessen werden konnte. Achim hatte großes Glück, dass keine der Klingen über 6 cm lang war und er es wieder einstecken durfte.
„Hilf daran zu denken, dass ich es, wenn wir in Keflavik angekommen sind und unsere Koffer in Empfang genommen haben, in den Koffer packe, damit wir beim Weiterflug keine Probleme bekommen.
Der Flug verlief gut und wir kamen pünktlich in Keflavik an. Bevor wir unsere Koffer vom Band nahmen besorgten wir uns erst einmal einen Wagen. Damit gingen wir in den Duty-free-Shop, wo wir uns einige Dosen Bier und zwei Stangen Zigaretten kauften. Dann nahmen wir unsere Koffer in Empfang, setzten die blaue Schirmmütze auf, wir von Andrees Angelreisen bekommen hatten und passierten den Zoll. In der Halle wurden wir schon von Claudia erwartet. Sie sagte uns, dass wir zum Parkplatz gehen sollten, wo ein Bus auf uns wartete, der uns nach Reykjavik zum Weiterflug in die Westfjorde bringen würde. Unsere Koffer wurden in einem kleinen Bulli nach Bolungarvik gefahren. Auch die eingekauften Dosen Bier plus Zigaretten stellten wir in den Bulli.
Dann setzten wir uns in den Bus und warteten auf die anderen Fahrgäste die ebenfalls nach Bolungarvik mussten.
Bis zum Abflug in Reykjavik hatten wir noch genügend Zeit. Trotzdem nervte es im Bus zu sitzen und auf ein Pärchen zu warten welches ebenfalls nach Bolungarvik mitfahren sollte und sich nicht sehen ließ. Nach einer guten Stunde kam Claudia zu uns in den Bus und sagte, dass wir ohne diese Gäste abfahren würden. Sie hatte nicht in Erfahrung bringen können wo das Pärchen abgeblieben war bzw. ob es überhaupt im Flugzeug gesessen hatte.
Die Fahrt nach Reykjavik dauerte ca. 45 Minuten.

Regulär hätten wir um 18.45 Uhr weiterfliegen sollen. Es wurde uns gesagt, dass das Flugzeug aus Grönland käme und etwas Verspätung hätte. Der Abflug wäre wohl erst um 19 Uhr. Also hieß es wieder rumsitzen und warten. Um die Bordkarten brauchten wir uns nicht zu kümmern, das übernahm Claudia für alle. Passkontrolle und Zollformalitäten gab es hier ebenfalls nicht.
Während ich draußen vor dem kleinen Flughafengebäude stand und eine Zigarette rauchte landeten zwei kleine Propellermaschinen. Eine davon war die, mit der wir weiterflogen.
Um 19.20 Uhr war es endlich soweit. Der Flieger, eine Fokker 35 hatte 35 Sitzplätze. Es gab sogar eine Stewardess, was mich etwas überraschte.
Der Flug dauerte 35 Minuten. Ich bin vorher noch nie mit so einer kleinen Maschine geflogen und war überrascht, dass sie bis über die Wolken stieg. Während des Fluges blieben wir alle angeschnallt, was auch gegeben war, denn ab und zu wackelte und rumpelte es ganz schön.
Die Landebahn in Ísafjörður liegt direkt neben dem Fjord und zählt zu den zehn gefährlichsten auf der Welt.
Als das Flugzeug gegen 20 Uhr zur Landung ansetzte sah ich neben mir das Wasser. Etwas hart setzte die Maschine auf und kam nach einigen Metern zum Stehen.
Ich war froh, als wir endlich aussteigen konnten. Wir gingen durch das kleine Flughafengebäude und da sah ich schon Kerstin und Kai stehen. Obwohl wir uns persönlich noch nie kennen gelernt hatten begrüßten wir uns wie alte Freunde. Wir wechselten ein paar Worte und dann mussten die Beiden sich um die Gäste kümmern die nach Sudavik wollten. Wir wurden von Matthias Brill begrüßt, der für die Angler in Bolungarvik zuständig war. 
Wieder hieß es in einen Bus einsteigen. Dieser brachte uns endlich zu unserer Unterkunft in Bolungarvik. Die Fahrt ging durch einen 5,4 km langen Tunnel. Während der Fahrt durch  Bolungarvik zeigte uns Matthias wo der kleine Einkaufsladen und das Hallenbad waren. Wir fuhren kurz am Hafen entlang. Matthias zeigte uns wo die Boote lagen und welche der drei Kräne für das Entladen unserer gefangenen Fische zuständig seien. 
Das Haus mit den Wohnungen lag etwas erhöht auf einem kleinen Hügel. Wir hatten eine Wohnung in der 3. Etage.
Vom Balkon schaute man direkt auf die grünen Wiesen zu Füßen der Bergmassive. Etwas weiter links konnte man den Hafen sehen.
Wir hielten uns nur kurz in die Wohnung auf, dann mussten wir wieder zum Hafen. Vorher hatte Achim den Schlüssel für den Mietwagen erhalten. Bis zum Hafen waren es ca. 800 Meter. Mit uns fuhren zwei weitere Angler im Auto. Auch sie mussten wie Achim eine Prüfung machen, da sie ebenfalls keinen Bootsführerschein besaßen. Der Prüfer half bei der Beantwortung einiger Fragen, die manchmal nicht ganz einfach zu beantworten waren. Als das erledigt war fuhren wir zurück zur Wohnung.
Die Lebensmittel, die wir vorab in Deutschland bestellt hatten, waren alle da. Wir nahmen uns erst einmal eine Dose Bier aus dem Kühlschrank um unseren Durst zu stillen.  Dann schmierten wir uns ein Butterbrot. Außer einer Portion Joghurt, die es im Flugzeug gab, hatten wir an diesem Tag noch nichts weiter gegessen.
Wenig später kam Mathias Brill in unsere Wohnung um mit uns den Bootsvertrag abzuschließen.
Es war schon nach 23 Uhr als endlich der Bulli mit unseren Koffern ankam. Ich ging zwar mit nach unten um die Koffer in Empfang zu nehmen, aber Achim schleppte alle vier Koffer alleine bis in die 3. Etage.
Eigentlich war ich viel zu kaputt um sofort die Koffer auszupacken. Ich wollte lediglich die Dinge rausnehmen, die wir in dieser Nacht noch brauchen würden. Aber plötzlich hatten wir alle Koffer leer geräumt. Bevor wir uns schlafen legten gossen wir uns ein weiteres Bier und einen Schnaps ein. Es war schon nach 1 Uhr, also 3 Uhr in Deutschland, also wir uns endlich schlafen legten.
 


Mittwoch, 08.08.12
Am nächsten Morgen hieß es schon wieder früh aufstehen, denn um 8 Uhr war ein Treffen am Hafen zur Bootseinweisung angesagt. In der Nacht hatte der Wind stark zugenommen, so dass an eine Ausfahrt aufs offene Meer nicht zu denken war. Wir hätten höchstens in den Fjord rausfahren können, was auch zwei Boote taten, wie ich beobachten konnte. Sie waren schon öfter in Island gewesen und kannten sich ein wenig aus.
Während der Bootseinweisung blieb ich auf dem Steg stehen und hörte nur zu. Dann sprach ich einen Angler, den ich schon auf dem Frankfurter Flughafen gesehen hatte, an und fragte ihn, ob er und seine Freundin Lust hätten mit uns zusammen einmal raus zu fahren.
Henk, so hieß der Luxenburger Angler, erzählte mir, dass er von Andress Angelreisen nach Bolungarvik eingeladen worden sei weil sie ihn als Guide angagieren wollten. Er wohnte im gleichen Haus wie wir, hatte jedoch kein eigenes Boot zur Verfügung.
Henk sagte sofort zu. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann wären wir auch kurz darauf mit dem Boot in den Fjord gefahren, aber Achim war dazu noch nicht bereit. Er traute dem Wetter nicht und verschob die Ausfahrt auf den nächsten Tag. Alleine mit Achim wollte ich auch noch nicht rausfahren. Dazu kannte er das Boot und die Gegebenheiten auf dem Wasser noch nicht richtig.
Nach der Bootseinweisung gingen wir mit Matthias in den Angelladen und holten uns die Meeresruten ab, die wir schon von Deutschland aus reserviert hatten. Wir brachten sie aufs Boot und fuhren dann zurück in die Wohnung. Da wir in der Nacht nur wenig geschlafen hatten und noch von der Anreise kaputt waren legten wir uns noch einmal ins Bett. Ich schlief sofort ein und wachte erst nach 1,5 Stunden wieder auf. Achim hatte sich zwar ebenfalls ins Bett gelegt, konnte jedoch nicht einschlafen. Ihn hielt das Geklapper des Rollos vom Einschlafen ab.
Als ich mich wieder angezogen hatte fuhren wir nach Ísafjörður. Die Stadt ist mit 3900 Einwohnern der größte Ort und die Bezirkshauptstadt der Westfjorde. Schon im 16. Jahrhundert war die kleine Lagunenstadt ein bedeutender Handelsplatz der Hanse. 1569 kamen die ersten Kaufleute hierher.
Einer der besten Naturhäfen ganz Islands ließ diese Stadt zum Versorgungs- und Verwaltungszentrum für die gesamte Westfjord-Region aufsteigen.
Am 28- Januar 1866 erhielt Ísafjörður die Stadtrechte, doch schon im 18. Jahrhundert nach Auflösung des Handelsmonopols war es einer der wichtigsten Handelsplätze Islands. Begünstigt durch die gute Lage zu den Fangplätzen und dem nach allen Windrichtungen hin geschützten Hafen entstand hier ein wirtschaftliches Standbein der Fischindustrie.

Wir parkten in der Nähe des Hafens und gingen dann zur Touristinformation. Plötzlich klingelte mein Handy. Es war Kerstin, die mich anrief. Als sie sagte: „Wir sind gerade in Ísafjörður und würden euch gerne in Bolungarvik besuchen“ fing ich an zu Lachen. Ich antwortete: „Das ist ja drollig. Wir sind auch gerade in Ísafjörður.“
Kerstin und Kai kamen zum Touristenstand. Dann setzten wir uns wieder in unser Auto und  fuhren Kai hinterher. Wir hielten auf einem Parkplatz am Maritime Museum. Gleich daneben gab es ein sehr gutes Fischrestaurant, das Tjoruhusid,  in das wir einkehrten. Es war sehr urig eingerichtet und auch relativ voll besetzt. Aber wir fanden noch einen leeren Tisch an den wir uns setzten.
Da wir noch kein Mittag gegessen hatten bestellten Achim und ich uns Heilbutt. Wir bekamen eine große Pfanne mit vielen großen Stücken Heilbutt und Butterkartöffelchen serviert. Achim und Kai tranken Wasser, Kerstin einen Kaffee, ich bestellte mir, obwohl ich wusste, dass es teuer war, ein Bier zum Essen. Der Fisch und auch die Zutaten waren mehr als ausreichend und schmeckten sehr lecker. Insgesamt haben wir für die Getränke und das Essen ca. 40 Euro gezahlt.
Gemeinsam fuhren wir nach Bolungarvik. Kerstin wollte sich unsere Wohnung anschauen, da Kai, der zurzeit in Sudavik wohnt, seine im Winter wegen Lawinengefahr verlassen und nach Bolungarvik ausweichen muss.
Bevor Kerstin und Kai zurück nach Sudavik fuhren sagte Kerstin zu uns, dass wir sie unbedingt einmal besuchen sollten. „Dann grillen wir zusammen.“
Wir verabredeten uns für Sonntag. Da sollte es einigermaßen gutes Wetter sein und wir wollten zusammen aufs Meer rausfahren.
Gegen 16 Uhr hatte sich der Himmel total zugezogen und es nieselte. Wir hatten beide keine Lust mehr rauszugehen. Ich war hundemüde und mir tat die linke Schulter wieder weh. Ich legte mich mit einer Wärmflasche ins Bett und schlief sofort ein. Gegen 20 Uhr wurde ich wach und stand wieder auf. Es war immer noch am Nieseln und windig. Ich schaute auf meinem iPhone nach dem Wetterbericht. Auch für die nächsten Tage sah es nicht besser aus. Lediglich am Sonntag sollte einmal weniger Wind sein und die Sonne scheinen.
Achim war über das Wetter sehr enttäuscht. „Schon auf Lanzarote hatten wir ein Scheißwetter und jetzt hier auch. Warum müssen wir immer so ein Pech haben?“ fragte er mich.
Ja, warum? Ich hatte es mir auch anders vorgestellt. Vor allen Dingen war ich optimistisch gewesen was das Wetter betraf, denn ich hatte tagelang den Wetterbericht für Bolungarvik verfolgt. Die ganze Zeit war es windstill, sonnig und warm gewesen. Warum also jetzt so ein schlechtes Wetter?
Gegen 22 Uhr legte sich Achim schlafen. Ich blieb noch eine Stunde auf und legte mich dann auch wieder hin.

Donnerstag, 09.08.12
Als ich um 4.15 Uhr wach wurde war es schon wieder hell. Nachdem ich mich angezogen und die Kaffeemaschine angestellt hatte trat ich auf den Balkon. Es war immer noch sehr windig, aber es regnete bzw. nieselte nicht mehr. Langsam kam auch die Sonne zum Vorschein und beschien die Berge. Rundherum war es totenstill. Lediglich ein Vogel und das Pfeifen des Windes waren zu hören. Je höher die Sonne stieg umso schöner war der Anblick.
Blick aus unserer Ferienwohnung in Bolungavik Island
Ich wäre sehr gerne zum Angeln in den Hafen gegangen. Aber Achim brauchte noch seinen Schlaf. Also verhielt ich mich so ruhig es ging und wartete darauf, dass er aufstand.
Kurz nach 6 Uhr hörte ich, dass die anderen Angler aufstanden. Eine halbe Stunde später war auch Achim auf.
„Lass uns heute morgen wenigstens im Hafen angeln“ bat ich ihn etwas später. „Schauen wir mal“, antwortete er ausweichend.

Wenn dieser heftige Wind mit den Sturmböen nicht gewesen wäre hätte es so schön ein können. Etwas Regen beim Angeln wäre nicht schlimm gewesen, aber so konnte und sollte man mit dem Boot nicht rausfahren. Verdammt! Uns war aber in diesem Jahr auch nichts vergönnt.
Kurz nach 8 Uhr machten wir uns zum Angeln fertig. Wir packten unsere Sachen ins Auto und fuhren zum Hafen. Zuerst gingen wir in den Angelladen um nach kleineren Kunstködern zu schauen, die wir nicht mitgebracht hatten. Lediglich 3 kleine Buttlöffel hatte ich in den Koffer eingepackt. Matthias und Henk waren im Laden. Aber dort bekamen wir auch keine kleinen Köder. Wir kauften lediglich eine Tüte mit Tintenfisch. Henk schenkte mir ein Makrelenvorfach und Matthias gab mir ein Grundblei von 40 g. Damit zogen wir los.
Wir fuhren ans Ende des Hafens, stellten unser Auto ab und packten die Angelsachen aus. Der Wind war recht heftig und wir mussten aufpassen, dass unsere Sachen nicht weggeweht wurden.
„Mit was willst du angeln?“ fragte mich Achim.
„Im Moment will ich noch nicht angeln. Ich schaue dir erst einmal zu“, antwortete ich.
Der Hafen von Bolungarvik Island
Achim montierte an seine neue Reiserute ein Makrelenvorfach und warf aus so weit es bei dem heftigen Wind möglich war. Es dauerte nicht lange und seine Rute bog sich. „Ich habe einen dran“, rief er mir zu. Achim drillte den großen Köhler bis zur Mauer. Plötzlich schwamm ein toter Kormoran in die Montage. Ein freier Haken des Makrelenvorfaches verfing sich in seinem Hals. Der Fisch versuchte zu flüchten und zog dabei das Blei in die Steinschüttung wo es sich fest setzte. So sehr Achim auch probierte das Blei frei zu bekommen, es gelang ihm nicht.
Plötzlich gab es einen kurzen, kräftigen Knall…. und die Rute war durchgebrochen! „Das kann doch nicht wahr sein!“ Achim schaute mehr als verdutzt seine kaputte Rute an. „Erst einmal gefischt und schon kaputt.“
„Und nun?“ fragte ich.
Achim zog sich einen Handschuh an und versuchte den Fisch zusammen mit der toten Ente hochzuziehen. Das gelang ihm jedoch nicht. Nach einer Weile schnitt er die Hauptschnur durch und der Fisch schwamm samt Ente davon.
„Schatz, beruhige dich. Wir fahren nach Ísafjörður und dort kaufst du dir eine neue Rute. Schließlich wollen wir ja noch weiter angeln.“
Achim nahm seine kaputte Rute in die Hand und schaute sich die Bruchstelle an.
„Vielleicht kann man sie reparieren. Fahr doch noch einmal in den Angelladen frag nach, was Matthias und Henk dazu meinen. Ansonsten fahren wir eben nach Ísafjörður“, sagte ich zu Achim.
Achim zögerte eine Weile, dann setzte er sich ins Auto und fuhr zu Matthias. Ich lief etwas an der Hafenmauer entlang und schaute ins Wasser. Überall konnte ich im klaren Wasser Köhler beobachten.
Nach einer Weile kam Achim zurück. „Na, was haben die Beiden gesagt? Konnten sie dir helfen?“ fragte ich neugierig.
„Ich habe eine andere Rute bekommen.“
Es war die gleiche Rute die wir einen Tag vorher zum Bootsangeln bekommen hatten. Nur dieses Mal war keine Rolle dabei. Dafür nahm Achim seine Angelrolle. Als er die Rute neu bestückt hatte sagte ich zu ihm er solle es einmal am anderen Ende des Hafens probieren. Dort hatte ich die vielen Köhler gesehen. Achim ließ seine Montage praktisch direkt vor der Nase der Fische runter. Aber die interessierten sich nicht dafür und schwammen einfach um den Köder herum.
Nach einer Weile ging Achim an eine andere Stelle. „Ich probiere es jetzt auch einmal“, sagte ich zu Achim. „Und mit welcher Montage willst du angeln?“ fragte er zurück.
„Ich nehme einen Buttlöffel und steckte auf den Haken etwas Tintenfisch.“
„Okay. Aber pass auf deine Rute auf. Nicht, dass die auch noch kaputt geht.“
Es war gar nicht so einfach gegen den heftigen Wind auszuwerfen. Weit kam ich nicht und nach wenigen Minuten war die Montage wieder an der Hafenwand.
Ich probierte es noch zwei, drei Mal. Plötzlich verspürte ich einen Ruck in der Rute. Sofort wurde Schnur von der Rolle gezogen. „Ich habe einen dran“ rief ich aufgeregt. Achim holte seine Montage rein und kam zu mir. „Jetzt schön langsam und vorsichtig drillen. Und pass auf die Möwen und Enten auf. Wenn du den Fisch am Ufer hast dann nicht hochziehen. Ich habe einen Handschuh an und ziehe ihn mit der Hand hoch.“
Und genau so tat Achim es. Es war ein Seelachs oder Köhler.
Einige Zeit später folgten der zweite und der dritte Köhler.
Angeln im Hafen von Bolungarvik Island
Angeln im Hafen von Bolungarvik Island
Achim filetierte sie an Ort und Stelle. Dann packten wir unsere Sachen ein und fuhren zurück in die Ferienwohnung.
Wir bereiteten uns eine Suppe zu und waren gerade mit dem Essen fertig, als es an der Tür klopfte. Henk stand draußen und sagte, dass wir uns um 13.30 Uhr am Boot treffen würden. Da es schon kurz nach 13 Uhr war zogen wir uns sofort unsere Überlebensanzüge an und fuhren zum Hafen. Wenig später kamen Henk und seine Freundin.
Zuerst fuhren wir zu der Stelle, wo Kräne stehen um Eis in die Kiste zu laden. Aber obwohl Henk morgens Bescheid gesagt hatte, dass man für uns etwas Eis bereitstellen sollte, war keines da.
Also fuhren wir ohne Eis in den Kisten los. Henk steuerte das Boot und fuhr bis zum Ende des Fjordes. Aufs offene Meer fuhren wir wegen der starken Drift und dem heftigen Wind nicht hinaus. Als er anhielt und wir unsere Köder runterließen war ich die erste, die einen Fisch am Haken hatte. Erst als er in der Nähe des Bootes war sah ich, dass es ein Dorsch war.
Danach zog ich nur noch kleine Dorsche oder Köhler aus dem Wasser. Aber den anderen ging es genau so. Als Henk einen kleinen Dorsch am Haken hatte und der Fisch schon an der Bootswand war brach seine Rute entzwei.
„Das gibt es doch nicht! Ist heute Rutenbruchtag?“ fragte Achim. Henk schaute auch sehr verdutzt rein. „Die habe ich auch ganz neu. Ich verstehe nicht warum die gebrochen ist. Das war doch nur ein kleiner Fisch. Das darf nicht passieren.“
Wir probierten es noch an anderen Stellen, aber überall war es das Gleiche. Bei meinem sechsten oder siebten Köhler hintereinander sagte Henk: „Uschi, wir stellen dich als Köderfänger ein.“ Kleine Köhler werden gerne genommen um große Dorsche zu fangen. Ich grinste ihn an: „Ich würde ja auch gerne noch einen großen Dorsch fangen. Aber immer wenn ich die Montage reinhole schnappt sich ein Köhler den Fischfetzen.“
Als Henk uns fragte ob wir es einmal auf Steinbeißer versuchen möchten, sagten wir sofort zu. Er drehte das Boot um und fuhr zurück. Wir passierten Bolungarvik und fuhren weiter Richtung Ísafjörður.
An einer markanten Stelle hielt er an. „Wir probieren es mal hier. Hier habe ich eigentlich immer Steinbeißer gefangen. Ihr müsst nur andere Montagen nehmen.“
Statt des Pilkers montierte Achim einen Steinbeißerklopfer ans Vorfach. Auf den Haken steckte er ein Stück Tintenfisch. Ich schaute den anderen erst einmal zu. Achim ließ den Kunstköder bis auf den Grund sinken, hob ihn drei Mal hoch und ließ ihn wieder etwas ruhen. Das wiederholte er gerade das zweite Mal, als er schon ein Klopfen in der Rute verspürte. „Henk, ich glaube, ich habe einen dran.“
„Lass ihn ruhig ein paar Mal daran knabbern. Aber danach musst du ihn den Haken richtig ins Maul hauen. Also stark anschlagen“, sagte Henk.
Achim tat wie ihm gesagt wurde. „Ich habe ihn“, rief er einen Moment später. Schon beim Drillen merkte er, dass es ein Steinbeißer sein musste, der am Haken hing.
Beim Hochpumpen selbst machte der Fisch kein Problem. Erst als er im Boot lag schlug er wie wild um sich. Endlich war er soweit betäubt, dass Achim ihn für ein Foto in die Hand nehmen konnte. Man sah ihm an wie glücklich er über seinen Fang war.
Achim mit einem Steinbeißer - Seewolf beim Angeln in Island Westfjorde Bolungarvik
Achim mit einem Steinbeißer - Seewolf beim Angeln in Island Westfjorde Bolungarvik
Nur kurze Zeit später biss an Achims Rute wieder ein Steinbeißer. Er war etwas kleiner als der Erste.
Achim mit einem Steinbeißer - Seewolf beim Angeln in Island Westfjorde Bolungarvik
Nun probierte ich es ebenfalls. Da wir keine Bleie dabei hatten die schwerer als 250 g waren lieh mir Henk eines aus. „Hier hast du ein 500 g Blei“, sagte er. Die 500 g fühlten sich wie 5000 g an. Ich hatte große Mühe beim Einholen der Montage, so dass ich nach einiger Zeit das Blei wieder vom Wirbel löste. Achim gab mir ein 250 g Blei, welches aber bei der starken Strömung kaum bis auf den Grund aufkam. Und wenn es dort lag, dann trieb es sofort ab. Das war reichlich frustrierend. Aber ich hatte kein schwereres dabei. Also musste ich damit weiter angeln.
Als der Wind wieder zunahm fuhren wir ein Stück zurück Richtung Bolungarvik, drehten wieder um und fuhren erneut an die Stelle. Ein paar Minuten war es wieder möglich den Köder runter auf den Grund zu lassen, dann driftete das Boot erneut in Richtung Felswand. Wir wollten gerade wieder weiterfahren als Elsi ein Klopfen in ihrer Rute verspürte. Henk gab ihr Anweisung wie sie den Fisch zu Drillen hatte. Schon im Wasser konnten wir sehen, dass es ein großer Steinbeißer war. Er wog 6,8 kg stellten wir später fest. Achim erster Steinbeißer wog 3,8 kg, der zweite 2,5 kg.
Elsi mit einem Steinbeißer - Seewolf beim Angeln in Island Westfjorde Bolungarvik
Wenn sie an einer Stelle stehen wo sie die Muschelbänke abgrasen, dann muss man sehen, dass man genau diese Stelle wieder trifft. Das war jedoch beim ständigen Abdriften des Bootes nicht mehr möglich.
Wir probierten es erneut, indem wir eine Zeitlang hin und her fuhren und dann die Stelle ansteuerten, wo die Steinbeißer gebissen hatten. Als wir unsere Ruten wieder runter ließen glaubte Achim einen weiteren Steinbeißer am Haken zu haben. Doch es war ein Leng, der sich den Tintenfischfetzen geschnappt hatte.
„Das ist ja geil. Einen Leng habe ich bislang auch noch nicht gefangen.“
Achim mit einem Leng beim Angeln in Island Westfjorde Bolungarvik
Wir beendeten unsere Angeltour und fuhren zurück in den Hafen.
Bis auf den größten Steinbeißer und den Leng luden wir unsere gefangenen Fische in die Fischkiste eines anderen Bootes.
Der Steinbeißer, den Elsi, Henks Freundin, gefangen hatte, war so groß, dass für jeden von uns ein großes Filetstück abfiel. Den Leng nahm Achim nur aus und legte ihn dann in die Tüte. „Den musst du in Stücke schneiden. Die legst du dann in einen Topf mit kochendem Wasser. Vorher musst du aber ganz viel Salz auf den Boden des Topfes verteilen. Dann lässt du ihn ca. 15 Minuten ziehen. Fertig.“
Als wir das Boot verließen setzten wir uns in unsere Autos und fuhren zu einem Restaurant, dem Einarshusid am Hafen. Ich hatte etwas Bedenken mit meinen Angelsachen das Lokal zu betreten, aber Henk meinte, dass das kein Problem wäre. „Wir kommen doch vom Fischen. Da sieht man nun mal so aus. Außerdem sind jetzt kaum Leute drin. Du kannst ruhig so wie du bist da rein gehen.“
Tatsächlich waren wir die einzigen Gäste.
Wir bestellten uns erst einmal ein großes Glas Bier. „Habt ihr schon einmal eine Fischsuppe gegessen?“
„Ja“, sagte Achim. Aber das ist schon lange her.
„Die hier müsst ihr unbedingt einmal  probieren. Das ist nicht nur Suppe, da sind auch richtig viele Fischstücke drin.“
Also bestellte  Achim für uns vier eine große Portion Fischsuppe. Sie wurde in einer Schale serviert die wie ein Schiffchen aussah und schmeckte wirklich köstlich.
Noch im Restaurant postete ich ein Foto von Achim mit seinem Steinbeißer nach Facebook.
Als wir unsere Suppe gegessen hatten fuhren wir zurück zu unserer Ferienwohnung. Henk und Elsi wohnten im gleichen Haus ebenfalls in der 3. Etage, nur in der ersten Hälfte des Hauses. Sie machten sich etwas frisch und kamen dann noch auf ein Bier zu uns rüber.
Es war schon Mitternacht vorbei als uns Henk und Elsi verließen.


Freitag, 10.08.
Als ich morgens kurz nach 7 Uhr aufstand fühlte ich mich als wenn ich am Vortag  gesoffen hätte. Obwohl ich festen Boden unter den Füßen hatte schwankte es in meinem Kopf als wenn ich immer noch auf dem Boot stünde. Im Rücken spürte ich nur eine leichte Verspannung, aber mein rechter Arm tat ganz schön weh. Ich erinnerte mich daran, dass uns am Frankfurter Flughafen die mitreisenden anderen Angler gewarnt und gefragt hatten: „Habt ihr auch genug Voltaren mitgenommen? Das braucht ihr nämlich spätestens am zweiten Angeltag.“
Als Achim aufstand klagte er ebenfalls über leichte Schmerzen im Arm. Aber es war nicht so schlimm, dass wir beide schon zu Schmerzmitteln greifen mussten. Vielleicht, so hofften wir, würde der Schmerz ja im Laufe des Tages nachlassen.
Als ich mein iPhone einschaltete sah ich, dass Kerstin am Tag zuvor angerufen hatte. Wahrscheinlich waren wir zu der Zeit gerade auf dem Boot gewesen, jedenfalls hatte ich keinen Anruf mitbekommen.
Ich rief sie zurück und fragte nach ob wir uns heute treffen könnten, da wir sowieso vorhatten einmal nach Sudavik zu fahren. „Aber klar doch. Ruft noch einmal kurz durch wenn ihr da seid. Kai ist bis 12 Uhr im Hafen.“
Zuerst mussten wir zum Hafen in Bolungarvik fahren um die Kiste auf dem Boot, in dem die Fische vom Vortag lagen, gegen eine leere auszutauschen. Außerdem brauchten wir neues Eis, auch wenn wir an diesem Tag wahrscheinlich nicht rausfahren würden.
Im Hafen trafen wir Henk. Er half Achim beim Losmachen des Bootes, denn es lag ganz vorne. Vor unserem hatten zwei andere Boote angedockt. Henk fuhr bis zu der Stelle wo der Kran stand mit uns mit, dann stieg er aus und Achim steuerte das Boot zum ersten Mal alleine zurück zur Anlegestelle. Es klappte gut.
Als wir das Boot wieder festgemacht hatten setzten wir uns ins Auto und fuhren zurück zur Ferienwohnung. Wir tauschten unsere Angelsachen gegen normale Kleidung aus und fuhren dann nach Sudavik.
Der Ort war kleiner als so manches Dorf in Deutschland. Wir fuhren erst einmal bis zum Ortsende, bogen dann nach rechts ab und parkten unser Auto etwas oberhalb in einer Straße. Von dort oben hatten wir einen schönen Blick auf den verschlafenen Ort und dem kleinen Hafen.
Sudavik in Island Westfjorde
Achim zeigte mir einen kleinen Wasserfall auf der aus dem Berg kam. Mir war er gar nicht aufgefallen. Ich interessierte mich mehr für die Vegetation rundherum.
Wir blieben nur ca. 10 Minuten, dann stiegen wir wieder ins Auto und fuhren auf der Straße zurück die wir gekommen waren. Am Sudaviker Hafen hielten wir an und stiegen aus. Eine kleine Holzhütte diente als Servicezentrum und Angelladen. Kai war jedoch nicht mehr dort.
Ich nahm mein iPhone und rief Kerstin an. „Wo seid ihr?“ fragte sie.
Ich antwortete: „Wir sind jetzt am Hafen.“
„Dann fahrt ein kleines Stück zurück Richtung Isafjörður. Links seht ihr ein blaues Haus mit weißen Balkonen. Dort wohnen wir. Ich stelle mich auf den Balkon.“
Gesagt, getan. Wenig später waren wir bei Kai und Kerstin in der Wohnung. Die Wohnung  gefiel mir auf Anhieb. Sie war von der Einrichtung her besser als unsere in Bolungarvik. Aber trotzdem wollte ich nicht in diesem kleinen Ort wohnen. Auch die Entfernung von Sudavik nach Ísafjörður war ätzend lang, wie ich fand.
Wir blieben fast 2 Stunden, dann fuhren wir langsam und gemütlich nach Bolungarvik zurück.
Kurz vor der Tunneleinfahrt bogen wir nach rechts ab, weil wir auf der alten Straße, die direkt an der Küste entlang führt, fahren wollten. Aber wir kamen nicht weit. Schon nach wenigen  Metern war die Straße gesperrt. Auf die gleiche Idee waren ein paar Angler aus unserer Unterkunft gekommen.
Als sie umkehrten schauten wir uns den in der Nähe gelegenen Friedhof an. Dort stand ein Fischer-Denkmal. Es war für all diejenigen, die vor der Küste umgekommen waren, aufgestellt worden.
Gegen 16 Uhr waren wir wieder in Bolungarvik. Ich legte mich für eine Stunde aufs Ohr. Der viele Wind und die Klima- und Zeitumstellung machten mir doch etwas zu schaffen. Als ich ausgeschlafen hatte stand Achim in der Küche und bereitete das Steinbeißerfilet zu.
Wir aßen nichts weiter als den Fisch, trotzdem war die Portion so groß, dass wir nicht alles schafften.

Oerlinghausen, den 02.12.2012

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