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Achim Kluck

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Uschis Angelberichte und mehr...

Angelerlebnisse 2010

Die Ostsee in weißer Pracht
26.12.2009 bis 04.01 2010

Der weihnachtliche verschneite Strand von Dahme

Einige Tage vorher
„Was wollt ihr? Angeln? Ihr wollt Weihnachten angeln? Ihr seid doch total verrückt!“
sagte meine Kollegin Margit zu mir, als wir uns darüber unterhielten wie wir die Feiertage verbringen würden.
„Wieso verrückt? Wir waren doch letztes Jahr auch über Weihnachten und Neujahr in Dahme. Und da haben wir auch bei minus 3 Grad geangelt. Na ja, wenn es uns bzw. mir zu kalt wird, dann verzichte ich schon darauf. Aber das Brandungsangeln vor ein paar Wochen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Nur wird Achim wohl dieses Mal nicht mit der Wathose ins Wasser gehen um die Köder rauszubringen“ gab ich zur Antwort.

Weihnachten
Heiligabend packten wir schon einmal unsere Angelsachen ins Auto. Und auch ein paar Reisetaschen mit Klamotten luden wir schon ein. Der Rest musste bis zum 2. Feiertag warten. Schließlich war es draußen sehr kalt und auch in der Garage waren Temperaturen unter 0 Grad.
Heiligabend kamen Achims Eltern zu uns. Wir tranken zusammen Kaffee und anschließend gab es eine kleine Bescherung. Für Achims Mutter hatten wir einen digitalen Fotorahmen gekauft, Achims Papa hatte sich eine digitale Rückfahrhilfe gewünscht.
Als die Eltern nach Hause fuhren gingen wir noch zu meinem Schwager Willi rüber.
Am anderen Tag kamen gegen Mittag Annika und Ole. Ole gefielen meine selbst gemalten Bilder so gut, dass er sich eines für die neue gemeinsame Wohnung mit Annika, die sie in den nächsten Tagen beziehen würden, aussuchte.
Gegen 15 Uhr kamen Dieter und Gudrun mit Stefan und Ina zu uns. Auch Achims Eltern kamen zum Kaffeetrinken. Annika und Ole fuhren nach Hause als wir mit den anderen zum Chinesen gingen. Achim hatte schon Tage vorher einen Tisch bestellt.

Samstag, 26. Dezember
Am nächsten Morgen packten wir in aller Ruhe unsere Sachen. Als ich die vielen Reisetaschen, Tüten und Einkaufstaschen sah hatte ich den Eindruck, dass es dieses Mal wieder mehr Gepäck war als beim letzten Mal. So ganz unrecht hatte ich natürlich nicht, denn zum ersten Mal nahm ich auch Malsachen mit. Zwar war es nur ein kleiner Teil davon, aber immerhin.
Es war schon kurz vor 11.30 Uhr als der Wagen endlich voll gepackt war und wir losfahren konnten. Obwohl auf der Autobahn mehr Verkehr war als wir uns vorgestellt hatten kamen wir schnell voran, so dass wir nach knapp 3 Stunden Fahrt in Dahme waren. Beim Losfahren in Oerlinghausen schien sogar die Sonne ein wenig. Sie begleitete uns bis kurz nach Hannover. Dann fing ein Uselwetter an. In Dahme packten wir bei leichtem Nieselregen unser Gepäck aus. Von dem Schnee, der ein paar Tage vorher dort runtergegangen war, war kaum noch etwas vorhanden. Doch der Wetterbericht sagte Schnee bzw. Schneeregen für die nächsten Tage voraus.
Egal wie das Wetter werden würde, wir würden uns auf jeden Fall gut erholen. Natürlich wollten wir auch ab und zu einmal angeln, aber wenn es wegen der Witterung nicht klappen würde, wäre es auch nicht tragisch.
In Dahme selbst gab es die nächsten Tage einige Veranstaltungen, so dass es uns bestimmt nicht langweilig werden würde.
Als unsere Sachen in der Ferienwohnung waren und wir erst einmal eine Scheibe Brot gegessen hatten riefen wir zuhause an. Achims Eltern warteten schon auf unseren Anruf. Heike und Grischa waren schon am Mittwoch nach Dahme gefahren. Wir meldeten uns auch bei ihnen kurz telefonisch und gingen 2 Stunden später zu ihnen. Sie hatten tatsächlich einen Weihnachtsbaum im Wohnzimmer stehen! Grischa erzählte uns wie mühsam es gewesen sei hier oben im finsteren Norden einen Tannenbaum zu bekommen.
Als wir Vier gegen 18 Uhr in der Milchbar saßen fragte die Bedienung Grischa ob er dort wo sie sagte einen Tannenbaum bekommen hätte. Er verneinte, erzählte ihr aber wo er dann doch noch einen bekommen hatte. Wenn jemand hier in der Gegend einen Weihnachtsbaum haben möchte muss er ihn schon Tage vorher vorbestellen, erfuhren wir beim Essen.
Der erste Tag in Dahme ist immer recht anstrengend durch das Ein- und Auspacken, so auch an diesem Tag. Als wir gegen 20 Uhr  wieder in unserer Wohnung waren schauten wir noch eine gute Stunde fern, dann gingen wir schlafen.

Sonntag, 27. Dezember
So gut hatte ich schon lange nicht mehr geschlafen! Hier war auch totale Ruhe. Kein Straßenlärm, aber auch keine anderen Gäste bzw. Nachbarn. Hardy wollte erst einen Tag vor Silvester nach Dahme kommen.
Als ich endlich aufstand war es schon 9 Uhr und die Sonne schien vom streckenweise blauen Ostseehimmel. Ab und zu kamen ein paar dunkle Wolken, aber die Sonne setzte sich durch. Wir frühstückten in aller Ruhe und fuhren dann nach Grube um ein paar Sachen, die ich natürlich wieder vergessen hatte einzupacken, zu kaufen. Im Supermarkt trafen wir Heike und Grischa. Wir fragten sie, ob sie mit nach Kellenhusen wollten. Doch sie verneinten. Also fuhren wir alleine dort hin. Wir parkten hinter einer Pizzeria und bummelten zuerst auf der Promenade Richtung Seebrücke entlang.
Der winterliche Strand von Kellenhusen
Das Geschäft in dem ich mir letztes Mal ein paar Pullover gekauft hatte war noch immer geschlossen. Aber dafür fand ich ein anderes, dass draußen auf dem Ständer Pullover hängen hatte, die mir sofort gefielen.
Uschi beim Shopping in Kellenhusen
Uschi beim Shopping in Kellenhusen
Ich suchte mir zwei davon aus  und ging in den Laden. Drinnen hörte ich von der Verkäuferin, dass ihr Chef gerade angerufen und gesagt hätte, dass es viele Teile zum halben Preis gäbe. Ich suchte mir noch zwei weitere Pullis aus und auch zwei Hosen. Glücklich über meinen Einkauf gingen wir aus dem Geschäft. Achim brachte die dicke Einkaufstüte zum Auto bevor wir zum Essen in das Restaurant „Passat“ gingen. Seit ich das Rauchen aufgegeben habe sind einige Kilos mehr auf meinen Rippen gelandet, was zwar zu erwarten gewesen war, mich aber dennoch ganz schön frustrierte. Natürlich hatte auch Achim etwas „zugelegt“, aber bei Männern sammeln sich die Pfunde überwiegend am Bauch. Bei Frauen dagegen verteilt es sich um den ganzen Körper herum, so dass man sich manchmal ganz neu einkleiden muss.
Nach dem leckeren Essen (wir wählten beide ein Hirschsteak mit Kroketten und Salat) gingen wir noch eine längere Strecke am Strand entlang. Wir entdeckten wieder den Fischer mit seinem roten Boot auf dem Wasser. Als er am Strand anlegte gingen wir zu ihm um nach seinem Fang zu schauen. Aber wir konnten in seinen Tonnen nicht einen einzigen Fisch entdecken.
Wieder in Dahme schauten wir erst ein wenig Fernsehen. Nach einer Weile fielen Achim die Augen zu und er schnarchte eine Runde auf dem Sofa. Als er wieder wach war schauten wir uns eine DVD an. Anschließend zogen wir uns dicke Sachen an und gingen zum Strand. Am liebsten hätte ich meine Angelruten mitgenommen, aber wir hatten noch keine Köder. Die mussten wir uns erst in Neustadt oder Heiligenhafen besorgen. Das Geschäft in Grömitz hatte ja geschlossen. Auf der Seebrücke standen zwar einige Angler, aber während wir ihnen zuschauten fing nicht einer auch nur einen Fisch. Nach einer Weile gingen wir wieder auf die Promenade und weiter Richtung Campingplatz. Bei dem Restaurant, wo im März/April das KumLuk einzieht drehten wir wieder um und gingen zurück in unsere Ferienwohnung.

Montag, 28. Dezember
Heute hätte meine Schwester ihren 58. Geburtstag.
Als ich gegen 8 Uhr aufstand stellte ich zuerst einmal die Kaffeemaschine an. Danach schaltete ich  das Radio im MP3-Player ein. Radio für Schleswig-Holstein meldete für den Tag nicht gerade angenehmes Wetter. Teilweise gab es chaotische Straßenverhältnisse. Die B 5 z .B. sei „arschglatt“ und auf der A 7 nach Flensburg seien schon einige Unfälle passiert. Erst gegen Mittag sollte sich die Sonne sehen lassen . Im Norden und im Westen des Landes sei es jedoch spiegelglatt, auch bei Temperaturen über 0 Grad. Man sollte also sehr vorsichtig fahren.
Als ich das hörte ging ich zur Tür und schaute nach draußen. Es war am Gießen! Vorsichtig tastete ich mit einem Fuß den Boden ab, aber hier in Dahme schien es nicht glatt zu sein. Aber das bedeutete nicht viel. Wir wollten ja nach Heiligenhafen oder Neustadt fahren um frische Köder zu kaufen.
Morgen, so hörte ich wenig später im Radio, sollte für diese Woche der schönste Tag werden. „Vielleicht sollten wir den Tag nutzen und uns ein Kleinboot mieten“ sagte ich zu Achim.  „Von mir aus können wir das tun. Ich rufe mal im Angeltreff in Neustadt an.“
Ich konnte, nein, ich wollte es einfach nicht glauben! Es war kein einziges Boot mehr zu kriegen.
„Da kommen wir extra aus Deutschland hier her und wollen in Neustadt ein Boot chartern, und dann haben die für uns keines mehr“ meinte ich zwar etwas verärgert aber auch spaßig.
„Wenn wir heute abend vom Strand aus angeln wollen, dann brauchen wir trotzdem Wattwürmer“ erwiderte Achim.
„Hm. Ja. Aber dann lass uns lieber nach Heiligenhafen fahren. Dort sind die Angelgeschäfte viel größer als in Neustadt.“
Wir fuhren zuerst einmal an den Strand und hielten am Taucherparkplatz. Es standen neben einigen Autos auch ein paar Wohnmobile dort. Auf dem Wasser tümpelten mehrere Boote. Teilweise konnte man von weitem erkennen, dass es sich um Schlauchboote handelte. Im Wasser selbst stand kein Angler.
Wir setzten uns wieder ins Auto und fuhren Richtung Heiligenhafen. Bevor wir auf der B 501 abbogen fuhren wir jedoch noch weiter geradeaus und kauften im Getränkeladen einen Kasten Bier. Dann drehten wir um und folgten der Angabe unseres Navis.
Wir waren schon hinter dem Stadteingang von Heiligenhafen als Achim bemerkte: „Guck mal. wer 2 Autos vor uns fährt“
„Was? Das kann doch gar nicht sein. Als wir vorhin losfuhren stand das Auto der beiden doch noch vor ihrer Ferienwohnung.“
Aber es gab kein Vertun. Vor uns fuhren tatsächlich Heike und Grischa. Wie klein die Welt doch ist! Als Heike auf dem Parkplatz ein Ticket zog rief ich ihr zu: „Hol für uns auch eins.“
Sie drehte sich um und fing zu lachen an als sie uns sah. „Was macht ihr denn hier?“
„Na, das gleiche wie ihr. Wir wollten hier in den Angelladen und etwas essen.“
Während Achim und ich zuerst das Angelgeschäft Baltic Kölln betraten um schon einmal zu fragen, ob es Wattwürmer gäbe, gingen Heike und Grischa schon einmal zum Imbissstand.
Achim schaute sich zuerst die Überlebensanzüge an, die dort preiswert angeboten wurden. Doch es waren alles Einteiler. Achim hätte jedoch lieber eine Trägerhose plus Jacke gehabt. Wir kauften also nur 100 Wattwürmer und ein paar Meeresvorfächer und Knicklichter.
Als wir das Geschäft verließen gingen wir zu Heike und Grischa und bestellten uns am Imbiß jeder ein Brötchen mit Brathering. Nachdem wir es aufgegessen hatten ging ich mit Heike und Grischa in ein Bekleidungsgeschäft am Hafen während Achim unsere gekauften Sachen ins Auto brachte. Es gab zwar einiges was mir gefiel, aber ich hatte mir ja zwei Tage vorher gerade genügend Kleidungsstücke gekauft. Achim und ich gingen weiter in den Angelladen von Kott. An der Kasse stand die Verkäuferin, die uns im Sommer so nett in Grömitz bedient hatte. Ich fragte, ob das Geschäft in Grömitz wieder auf hätte. Sie verneinte und sagte, dass das auch nicht mehr aufgemacht würde. Die wenigen Leute die gekommen wären hätten fast alle nur Köder gekauft, aber keine andere Ware. Daher lohnte sich ein Angelladen in Grömitz nicht.
In diesem Angelgeschäft probierte Achim einen zweiteiligen Floatinganzug von Penn an. Ich musste ihm ein wenig zureden bis er sich entschloss ihn zu kaufen.
An der Kasse fragte ich nach Seeringelwürmer. „Ja, wir haben welche. Wie viele möchten sie den?“ Als ich antwortete, dass ich gerne 50 Stück hätte antwortete mir die Verkäuferin, dass die Würmer nach Gewicht verkauft würden. Also ließ ich mir 100 g geben.
Als wir wieder in Dahme waren war es schon 13.30 Uhr vorbei.
Achim holte unsere Ruten rein und kontrollierte sie. Dann packten wir alles ein, was wir mit an den Strand nehmen wollten. „Willst du wirklich mit der Wathose ins Wasser?“ fragte ich ungläubig, als ich sah, dass Achim die Hose in die Hand nahm.
„Ja sicher. Wie sollen wir sonst unsere Köder so weit raus bekommen? Oder kannst du 150 m weit werfen?“
„Natürlich nicht. Aber ich finde erstens das Wasser viel zu kalt und zweitens ist es gefährlich im Dunkeln durchs Wasser zu waten.“
„Da zerbrich dir mal nicht den Kopf. Lass mich mal machen“ antwortete Achim.
Wir stellten unsere Rutenhalter und Stühle dieses Mal gleich rechts von der Buhne am Taucherparkplatz. Achim ging zuerst einmal durchs Wasser bis auf die Sandbank. Als er zurück war meinte er, dass hier sehr viele Steine lägen. „An der anderen Stelle, wo wir letztes Mal waren, sind nicht so viele.“
Doch wir wechselten den Platz nicht, denn weiter rechts zogen gerade ein paar Russlanddeutsche ihr Schlauchboot ans Ufer. Oberhalb der Stelle standen auch ihre Pkws und Wohnmobile. Die Frauen kamen zu ihnen und nahmen die Fische aus, während die Männer das Boot säuberten. Wenig später kam ein zweites Schlauchboot an die gleiche Stelle. Auch diese Männer hatten Fische gefangen, wie wir erkennen konnten.
Rückkehr der Angelboote am Strand von Dahme
Rückkehr der Angelboote am Strand von Dahme
Nachdem Achim unsere beiden Ruten rausgebracht hatte hieß es auf einen Biss warten.
Achim auf dem Rückweg zum Strand
Die Zeit verging und es tat sich nichts. Absolute Flaute. „Wie spät ist es?“ fragte mich Achim. Ich antwortete: „Kurz nach 5!“
„Was? Später nicht?“
„Nein. Wir sind doch auch schon gegen 15.30 Uhr hier gewesen“ gab ich zurück.
Die Köder sind ausgebracht.........
Erst gegen 18 Uhr bekamen wir die erste Meldung. Ich war sehr erstaunt, als ich sah, dass es das Glöckchen an meiner Rute war, welches bimmelte. Die Spitze bog sich zwar zum Wasser, aber es wurde keine Schnur von der Rolle gezogen. Ich nahm die Rute hoch und fing an zu drillen. Weil es dort so viele Steine gab übergab ich Achim meine Rute. Er ging dem Fisch ein ganzes Stück entgegen, verlor ihn jedoch einige Meter vor dem Ufer.
Als Achim wieder bei mir war sagte er zu mir, dass ich mal wieder die Bremse viel zu fest eingestellt hatte: „Der Fisch kann ja kein bisschen Schnur nehmen, so fest hast du die Bremse gestellt. Das musst du doch vorher kontrollieren!“
Ja, ja. Es waren immer die gleichen Fehler die ich machte. Und wenn es nicht die Bremse war, dann war der Knoten zu schwach, der Wirbel nicht richtig zu usw. usw. Irgendetwas stimmte immer nicht, wenn ich den Fisch nicht gelandet bekam.
Nachdem ich meine Rute neu bestückt hatte und Achim sie gerade raus bringen wollte bekam er an seiner Rute eine Meldung. Achim drillte eine ganze Zeit und schimpfte plötzlich: „Ab! Ich hatte ihn schon bis kurz vors Ufer.  Plötzlich war er jedoch wieder ab. So ein Mist!“
„Ach komm, Schatz. Beruhige dich. Wir fangen noch unsere Fische“ tröstete ich ihn.
Wir bestückten unsere Ruten neu und dann brachte Achim sie hintereinander raus. Der Mond schien über uns so hell, dass wir kaum unsere Kopflampen brauchten.
Es waren nur wenige Grade über Null und mir wurde langsam kalt. Ich goß mir einen Becher Tee ein und ging ein wenig hin und her um mich aufzuwärmen. Achim stand direkt vor meiner Rute und nahm mir den Blick darauf, als ich das Glöckchen bimmeln hörte. Er trat zur Seite und ich nahm die Rute hoch und schlug wie immer an. Sofort kam er zu mir und nahm mir die Rute aus der Hand. „Lass mich das machen. Hier sind so viele Steine. Das scheint ein großer zu sein. Den kannst du nicht über die Steine ziehen“, sagte Achim, während er immer weiter zur Sandbank ging.
Achim mußte beim Drill dem Fisch entgegengehen....
Als er wieder zurück kam war ich sehr gespannt, wie groß der Fisch sei, der sich den Köder geschnappt hatte. Doch Achim kam ohne Fisch zu mir.
„Was ist? Wo ist der Fisch? Hast du ihn nicht raus bekommen?“
„Nein. Der Haken ist ab – und der Fisch weg. Du hättest vorhin nicht so stark anschlagen sollen. Das wäre überhaupt nicht nötig gewesen. Der hat so gezogen, die Rutenspitze war schon fast an der Wasseroberfläche.“
„Das habe ich doch nicht gewusst. Und schon gar nicht konnte ich das sehen“, verteidigte ich mich. „Ich habe nur das Glöckchen gehört.“
Einen Moment lang hatte ich keine Lust mehr zum Angeln. Doch dann beruhigte ich mich wieder. Ich holte ein neues Vorfach aus unserer Angeltasche und machte es am Wirbel fest. Die Watwürmer hatte ich schon vorher auf die lange Nadel gezogen. Sie lagen „frostsicher“ in unserer Kühlbox.
Während Achim zum ich-weiß-nicht-wie-viel’ten Male ins Wasser ging beobachtete ich seine Rutenspitze. Tatsächlich bewegte sie sich Richtung Wasser als Achim noch nicht einmal die Sandbank erreicht hatte. Immer wieder schaute ich auf die Rute und wartete darauf, dass Achim endlich wieder am Ufer war.
„Beeil dich. Du hast einen Biss. Und was für einen!“ rief ich ihm zu, als er nur noch wenige Schritte vom Ufer entfernt war.
Er stellte meine Rute in den Rutenhalter und ging dann zu seiner. Einen Moment bewegte sie sich nicht, dann meldete sich das Glöckchen wieder. Achim nahm seine Rute und ging damit sofort ins Wasser. Er ging immer weiter auf die Sandbank zu. Dann ging er ein paar Schritte rückwärts zurück. Ich konnte nicht genau erkennen ob er den Fisch schon bis zu sich heran gedrillt hatte, machte mir jedoch Sorgen was er unternehmen würde, wenn er ihn bei sich hatte. Einen Kescher hatten wir nicht mit an den Strand genommen. Ich hätte ihn ihm auch gar nicht bringen können, denn schließlich hatte ich keine Wathose an. Aber den Fisch über die Steine ziehen….
Während ich meine Überlegungen anstellte kam Achim auf mich zu. Mehrmals rief ich fragend hinüber: „Hast du ihn?“
Als Achim am Ufer war sah ich jedoch dass kein Fisch am Haken hing: „Was ist passiert? Da war doch ein großer Fisch dran. Und du hast ihn doch auch schon sehr weit gedrillt.“
„Ja, aber mit einem Mal war er ab. Ich vermute, dass es kein Dorsch sondern eine Meerforelle war.“
Erneut brachte Achim seine Rute raus. Aber es tat sich lange Zeit nichts mehr. Dann hatte ich eine Meldung. Auch dieses Mal ging Achim mit meiner Rute ins Wasser und dem Fisch entgegen. Doch schon nach kurzer Zeit kam er ohne Fisch zurück: „Die Schnur ist gerissen. Vorfach und Blei – alles ist ab.“
„Oh Sch…ade. Jetzt angel ich nicht mehr. Wir warten noch ein bisschen ob sich an deiner etwas tut. Wenn nicht, packen wir zusammen.“
Nach weiteren 20 Minuten packten wir unsere Sachen zusammen. Es war feucht-kalt und ich fror trotz meiner dicken Klamotten.
Warum weiß ich nicht, aber es sollte nicht sein, dass wir an diesem Tag Fische fingen. Vielleicht waren sie auch wieder weiter ins Meer gezogen, als das Wasser zurück ging. Wer weiß!

Dienstag, 29.Dezember
In der Nacht hatte es Frost gegeben. Als ich aus dem Fenster schaute war alles „gefrostet.“ Es dauerte noch einige Zeit bis Achim aufstand, deshalb packte ich meine Malsachen aus. Ich überlegte eine Zeitlang was bzw. mit welchem Material ich malen sollte. Ich hatte Aquarell-, aber auch Acrylfarben mitgenommen. Ich entschied mich mit Acrylfarben ein kleines Bildchen zu malen. Für ein großes Format hatte ich nicht genügend Platz in der Ferienwohnung. Außerdem hatte ich keine Leinwand – jedenfalls keine große – mit genommen sondern einen Acrylmalblock.
Als wir vor 2 Tagen in Kellenhusen waren hatten wir gelesen,  dass dort heute ein Open-Air-Festival mit der Band „Tuten & Blasen“ am Strand stattfinden würde. Auch für Essen und Trinken würde gesorgt.
Wir entschlossen uns nach Kellenhusen zu fahren, kamen jedoch mit unserem Wagen nicht vom Parkplatz weil die Nachbarn gerade Heizöl bekamen.
Kurz entschlossen machten wir einen Spaziergang zum Taucherparkplatz. Als wir wieder zurück kamen war der Tankwagen verschwunden. Wir setzten uns ins Auto und fuhren nach Kellenhusen. Es herrschten trotz Sonnenschein noch immer Minusgrade. Als wir unser Auto auf dem Parkplatz in der Nähe vom Restaurant „Passat“ abstellten war die Sonne schon wieder verschwunden.
Auf dem Platz herrschte eine ausgelassene Stimmung. Es gab zwar nur 3 Buden aber überall standen Leute mit einem Getränk in der Hand herum. Auch wir holten uns erst einmal ein Glas Glühwein. Bei den Temperaturen war das auch angebracht. Das Thermometer im Auto zeigte -3° C an.
Open-Air-Festival in Kellenhusen
Open-Air-Festival in Kellenhusen
Open-Air-Festival in Kellenhusen
Die Band spielte Musik quer durch den Garten. Mal waren es Schlager aus den 60er Jahren, dann wieder bayrische Blasmusik. Es war für jeden Geschmack etwas dabei.
An einer der Buden aßen wir eine Bratwurst mit Pommes und tranken noch ein Glas Glühwein bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.
Den Nachmittag verbrachten wir in der Ferienwohnung. Um 16 Uhr schauten wir uns das Skispringen an, das in Oberstdorf bei Regenwetter stattfand.
Um 17.45 Uhr gingen wir zu Heike und Grischa die schon auf uns warteten. Wir setzten uns in ihren Wagen und fuhren nach Kellenhusen ins Restaurant „Passat“. Es war gerade mal 10 Minuten nach 18 Uhr (um 18 Uhr öffnete das Restaurant) doch es war schon sehr voll dort . Wir hatten Glück und bekamen den letzten Tisch direkt neben der Garderobe. Alle weiteren Gäste die nach uns kamen mussten wieder kehrt machen.
Gegen 20 Uhr fuhren wir zurück nach Dahme. Grischa und Heike baten uns noch mit rein zu kommen. Wir blieben bis kurz vor Mitternacht bei ihnen.

Mittwoch, 30. Dezember
Es wehte ein heftiger und sehr kalter Wind als wir aufstanden. Der Wetterbericht meldete für die nächsten Tage Schneefall und wegen des stürmischen Windes musste auch mit Schneeverwehungen gerechnet werden.
Die Ostsee im Schnee hatte ich noch nicht erlebt. Irgendwie war ich sehr gespannt darauf. Mittags fuhren wir nach Grube um noch Zutaten für unser Raclette einzukaufen. Die Regale waren teilweise schon leer geräumt, aber wir hatten Glück und bekamen alles, was wir noch brauchten.
Nach dem wir eine Kleinigkeit gegessen hatten legten wir uns ein wenig aufs Ohr. Wir wollten abends zusammen mit Hardy auf die Strandpromenade. An diesem Tag fand das erste „Milchbar Winterfest“ statt. Es spielte auch eine Band und zwar die Gruppe „Finity“. Immer wieder schaute ich zur anderen Wohnung hinüber, doch die Rollos blieben runtergezogen.
„Schatz, was meinst du? Sollen wir zur Milchbar gehen? Ich hätte zwar schon Lust, aber nur wenn Hardy auch hingeht. Doch er ist ja bis jetzt nicht da.“
Achim antwortete: „Der kommt sicher erst morgen zusammen mit seiner Frau. Zuhause liegt ja schon eine Menge Schnee und da lässt er sie sicher nicht alleine fahren.“
Gegend Abend wurde es immer stürmischer. Bei auflandigen 5-6 Windstärken fühlte es sich an als wenn wir -100 Grad hätten.
Ich sagte zu Achim: „Ich rufe jetzt Heike an und frage, ob sie mitkommen.“ Doch die beiden verneinten. Sie waren zuvor mit dem Hund draußen gewesen und meinten es einfach zu ungemütlich. Jetzt wollten sie zum Schnitzel-Essen ins Kum Luk fahren.
„Wollen wir mitfahren?“, fragte ich Achim. Doch er antwortete, er hätte keinen Appetit auf Schnitzel. Stattdessen meinte er: „Wir können doch jetzt schon Raclette machen.“
Das taten wir dann auch.

Donnerstag, 31. Dezember
Am anderen Morgen klopfte es plötzlich an der Tür. Ich wunderte mich, dass Heike und Grischa schon so früh aufgestanden seien. Doch es waren nicht Heike und Grischa, sondern Hardy stand mit seiner Schwägerin vor der Tür. „Hallo Hardy. Seid ihr doch schon gestern gekommen?“ begrüßte ihn Achim.
„Ja. Und wo wart ihr? Wir waren in der Milchbar. Es war zwar sehr kalt, aber eine tolle Stimmung. Die Band hat richtig eingeheizt.“
Ich antwortete: „Ich habe doch immer geguckt ob die Rollos hochgezogen sind.“
Hardy lachte: „Wir haben die beiden Eckwohnungen. Da könnt ihr lange gucken.“
Im Nachhinein ärgerte ich mich, dass Hardy sich nicht kurz bei uns gemeldet hatte, als er angekommen war. Wir wären so gerne mit zum Winterfest gegangen. Nur alleine in der Kälte herumstehen wollten wir nicht.
Mittags zogen wir uns dick an und gingen in den einheimischen Supermarkt, wo ich noch ein paar Berliner und 4 Brötchen kaufte. Anschließend gingen wir Richtung Strandpromenade.
Winterlicher Strand in Dahme
Cafe - Restaurant Blöser in Dahme
Ich wollte unbedingt ins Restaurant Blöser, denn ich hatte auf der Speisekarte gelesen, dass es dort Schweineleber mit Zwiebeln und Kartoffelschaum gab. Drinnen wurde schon fleißig für den Abend geschmückt. Wir setzten uns an einen Tisch am Fenster und waren froh, dass es drinnen so schön warm war. Ich bestellte mir das Gericht mit der Schweineleber, Achim aß Sahnehering mit Bratkartoffeln. Das Essen schmeckte gut, da gab es nichts zu meckern. Nur das Hefebier war reichlich teuer, 3,70 € bezahlten wir für ein Glas.
Der starke auflandige Wind schuf Schaumberge am Strand von Dahme
Der starke auflandige Wind schuf Schaumberge am Strand von Dahme
Weihnachtliche Stimmung am Dahmer Strand
Weihnachtliche Stimmung am Dahmer Strand
Vorbereitungen für die Silvesterparty auf der Promenade in Dahme

 

Auf dem Rückweg legten wir bei Heike und Grischa die Tüte mit den Brötchen vor die Haustür. Sie waren mal wieder mit dem Hund spazieren. Ich wollte nichts wie ins Warme.
Im Fernsehen schauten wir uns das Skispringen an und anschließend legten wir uns etwas schlafen.
Abends schauten wir uns das traditionelle „Diner for one“ an. Anschließend machten wir das Raclette an. Gegen 22 Uhr gingen wir dick angezogen auf die Strandpromenade. Im Rucksack hatte ich eine Thermoskanne mit Glühwein. Und auch eine Flasche Sekt befand sich darin. Ich hielt nach Hardy Ausschau, konnte ihn aber nirgendwo entdecken. Gegen 23.20 Uhr kamen auch Heike und Grischa. Heike hatte ebenfalls eine Thermoskanne mit Glühwein mitgenommen.
Achim läßt sich das Bierchen schmecken
Achim, Grischa und Heike warten auf den Jahreswechsel
Für das Feuerwerk wäre es besser gewesen wenn der Wind vom Land gekommen wäre. So hatte ich Bedenken, dass wir von Raketen getroffen würden. Aber es passierte nichts. Wie schon letztes Jahr war es wieder ein tolles Ereignis.
Achim hatte von Hardy eine Zigarre geschenkt bekommen und zündete sie sich an.
Achim läßt sich die Zigarre schmecken
Achim läßt sich die Zigarre schmecken
Uschi verteilt Berliner.....
Der Berliner schmeckt super!!!!

 

Gegen 0.30 Uhr erspähte ich endlich Hardy. Er saß mit seiner Frau und Schwager und Schwägerin in der „Milchbar.“ Wir gesellten uns zu ihnen. Es war eine tolle Stimmung. Nach der Polonaise  machten sich Heike und Grischa auf den Rückweg.
In gemütlicher Runde in der Milchbar in Dahme
Na denn mal Prost.......
Silveterparty in der Milchbar Dahme. Gute Laune garantiert!
Polonaise durch die Milchbar in Dahme, Silvester 2009
Polonaise durch die Milchbar in Dahme, Silvester 2009
Polonaise durch die Milchbar in Dahme, Silvester 2009
Gegen 3 Uhr verließen wir guter Stimmung die „Milchbar“. Hardy fand unterwegs noch seine beiden Sektflaschen wieder, die er auf dem Hinweg sicher versteckt hatte. Als wir bei unseren Ferienwohnungen ankamen waren sie ausgetrunken!

Freitag., 1. Januar 2010
Schon in der Nacht spürte ich ein Kratzen im Hals. Ich dachte schon ich bekäme beim Sprechen keinen einzigen Ton raus, aber es ging. Später kam zum Kratzen auch noch Husten. Obwohl ich kaum Schnupfen hatte, spürte ich, dass ich  mir eine schöne dicke Erkältung eingefangen hatte.
Trotzdem brauchten wir unbedingt etwas frische Luft. Wir entschlossen uns zu einem Spaziergang am Strand. Vom Taucherparkplatz gingen wir Richtung Leuchtturm.

Uschi schaut vom Taucherparkplatz in Dahme auf die aufgewühlte Ostsee

Der auflandige starke wind hatte in der Nacht reichlich Muschlen an den Strand gespült. Hiervon angelockt hielten sich zahlreiche Möwen und sogar Enten am Strand auf. Für sie war es ein Festtags Essen.
Muscheln ohne Ende.....
Hungrige Enten und Möwen auf der Ostsee
Hungrige Enten und Möwen auf der Ostsee
Der Strand zwischen Dahme und Dahmeshöved
Der Strand zwischen Dahme und Dahmeshöved
Der Strand zwischen Dahme und Dahmeshöved
Natürlich war gerade wieder mal Flut. Eine ganze Strecke lang ging es ja auch, d.h. man konnte dem Wasser ausweichen. Aber dann gab es eine Stelle, die sehr schmal ist. Dort liegt auch kein Sand. Wer diese Stelle passieren will muss bei Flut über Steine klettern. Zuerst gelang es mir auch einigermaßen, dann wusste ich nicht weiter und wurde prompt „überschwemmt“. Ich fluchte: „Warum müssen wir auch jedes Mal hier lang gehen wenn gerade Flut ist? Letztes Mal war es das gleiche.“
Dieses Hindernis galt es trockenen Füßes zu überwinden, leider hat das bei Uschi nicht geklappt.
Dieses Hindernis galt es trockenen Füßes zu überwinden, leider hat das bei Uschi nicht geklappt.
Achim hatte seine Thermostiefel mit der dicken Gummisohle an. Er war schon längst an der Stelle vorbei, während ich über die dicken Steine krackselte.
Schäumende Brandung am Strand von Dahme
Schäumende Brandung am Strand von Dahme
Schäumende Brandung am Strand von Dahme
Schäumende Brandung am Strand von Dahme
Schäumende Brandung am Strand von Dahme
Schäumende Brandung am Strand von Dahme

 

Den Rückweg wolle ich über die Straße nehmen, aber Achim meinte das Wasser ginge doch schon zurück und ich solle nur recht vorsichtig über die Steine gehen. Er schlug sogar vor, dass ich es ganz oben am Rand versuchen sollte. Das probierte ich anfangs auch, aber dann ging es überhaupt nicht mehr. Wutschnaubend hangelte ich mich über die Steine zum Wasser – und bekam prompt die nächste Husche ab.
Meine Thermostiefel waren pitschenass, aber die Füße waren trocken geblieben. Das tröstete mich ein wenig.
Als wir wieder in der Wohnung waren schauten wir uns im Fernsehen den 2. Durchgang des Neujahrskispringen an. Plötzlich hörte ich Achim sagen: „Guck mal nach draußen. Es schneit.“
Blick von unserer Ferienwohnung in den Garten...Die ersten Schneeflocken fallen...
Tatsächlich rieselte ein wenig Schnee vom Himmel. Ich fühlte mich etwas schlapp und legte mich um 15.30 Uhr wieder ins Bett. Als ich nach einer guten Stunde wieder aufstand lag schon eine dünne Schneedecke. Den ganzen späten Nachmittag und auch abends noch hörte es nicht auf zu schneien.
Gegen 23 Uhr gingen wir zu Bett.

Samstag, 2. Januar
Als ich gegen 9 Uhr aufstand war es immer noch am Schneien. Die ganze Nacht hindurch waren fast 30 cm Schnee gefallen.
Am nächsten Morgen waren es über 30 cm Neuschnee.
Am nächsten Morgen waren es über 30 cm Neuschnee.
Noch im Bett lag hörte ich die Sirene dreimal heulen. Mein erster Gedanke war: „Hoffentlich
brennt nicht unsere Hütte.“ Doch ich hörte keine Feuerwehrautos. Mit meiner Vermutung, es würde irgendwo brennen, lag ich also total daneben. Achim meinte, die Sirene würde die einheimischen Männer zum Räumdienst rufen!
Wir hatten vorgehabt mit Heike und Grischa in Kellenhusen einen Winterspaziergang zu machen und auch dort zu Mittag zu essen. Aber als Hardy zu uns kam und sagte, dass unser Auto total eingeschneit sei, verwarfen wir den Gedanken.
Unser Auto war unter der Schneedecke kaum zu erkennen.
Wir zogen uns den Witterungsverhältnissen passend an und gingen zur Strandpromenade. Achim wollte unbedingt an den Strand gehen, aber da lag mir einfach zu viel Schnee.
„Ich gehe ein Stückchen weiter auf der Straße und biege dann auf die Strandpromenade ab“, sagte ich zu ihm.
„Mach das“, antwortete Achim.
Der tief verschneite Strand von Dahme
Als ich an der Abzweigung zu Heike und Grischas Ferienwohnung vorbei kam sah ich Grischa das Auto ausbuddeln. Ich ging zu ihm mit den Worten: „Bist du sicher, dass du auch keinen falschen ausgräbst?“
Wir verabredeten uns für abends. Grischa wollte für 18 Uhr einen Tisch beim Griechen bestellen.
Während Achim und ich auf der Strandpromenade entlang gingen schneite es ununterbrochen und nach kurzer Zeit waren wir selber fast zugeschneit.
So viel Schnee an der Ostsee....einfach ein Traum!
So viel Schnee an der Ostsee....einfach ein Traum!
Uschi auf der verschneiten Strandpromenade von Dahme
So viel Schnee an der Ostsee....einfach ein Traum!
So viel Schnee an der Ostsee....einfach ein Traum!
Die winterlichen Wetteransichten von Dahme
Die winterlichen Wetteransichten von Dahme
Wir gingen auf die Seebrücke und schauten uns von dort die  verschneite Promenade an.
Uschi auf der verschneiten Seebrücke in Dahme
Blick von der Seebrücke Richtung Dahme
Uschi auf der verschneiten Seebrücke in Dahme
Uschi auf der verschneiten Seebrücke in Dahme
Uschi auf der verschneiten Seebrücke in Dahme
Weit konnte man nicht gucken, aber es sah einfach traumhaft aus. „Schade, dass wir unsere Angelruten nicht mithaben. Jetzt hätte man hier gut angeln können“, meinte ich zu Achim.
„Du kannst ja deine Sachen holen“ bekam ich zur Antwort.
Aber das war nicht ernst gemeint. Wir verließen die Seebrücke und gingen zurück bis zur Milchbar.
Die tief verschneite Terasse der Milchbar in Dahme
„Dürfen wir so nass wie wir sind eintreten?“ fragte ich die Wirtin.
„Klar. Kommen Sie rein. Heute sind alle pitschnass.“
Wir schauten uns nach einem freien Tisch um und entdeckten in einer Ecke des Restaurants Hardy mit Frau und Schwägerin und Schwager. Da ein Tisch neben ihm noch frei war setzten wir uns dort hin.
Die Milchbar schloss am anderen Tag und pries deshalb eine „Fleischplatte“ und „Fischplatte“ als Mittagsgericht an. Wir entschieden uns für die Fischplatte mit Bratkartoffeln, aber der Fisch war reichlich trocken. So etwas kannten wir von dem Restaurant gar nicht.
Beim Blick aus dem Fenster fiel mir ein Boot auf. „Achim, schau mal dort. Da ist ein Boot auf dem Wasser. Ob da wohl Angler drin sind?“
„Klar. Was sonst. Das ist ein Schlauchboot.
Die Angler bei ihrer Rückkehr am schneebedeckten Strand vom Taucherparkplatz in Dahme
„Vielleicht könnten wir ja auch mit einem Boot rausfahren? Was meinst du?“
Über Achims Antwort war ich doch etwas erstaunt: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich bei diesem Wetter keine große Lust habe mit dem Boot rauszufahren.“
Hm. Schade!
Als wir die Milchbar verließen wollte Achim noch einmal zur Seebrücke. „Ich möchte vom Strand aus die Eiszapfen fotografieren. Es schneit doch auch nicht mehr so doll.“
Wir stampften durch den hohen Schnee zum Ufer und gingen Richtung Seebrücke.
Ein Schwan in der winterlichen Ostsee vor Dahme
Ein Schwan in der winterlichen Ostsee vor Dahme
Uschi vor der schneebedeckten und vereisten Seebrücke von Dahme
Die schneebedeckte und vereiste Seebrücke von Dahme
Blick auf die verschneite Strandpromenade von Dahme
Verschneiter Strand von Dahme mit Schwan und Möwen
Ich hätte gerne bei Achims Eltern angerufen um ihnen zu sagen, sie möchten im Internet auf die Seite von Dahme gehen. Wir würden ihnen am Haus des Gastes zuwinken. Doch die Webcam war zugeschneit, so dass der Anruf nichts gebracht hätte.
Ein wohl seltenes Bild: Winterdienst auf der Strandpromenade in Dahme
Ein wohl seltenes Bild: Winterdienst auf der Strandpromenade in Dahme
So viel Schnee an der Ostsee....einfach ein Traum!
So viel Schnee an der Ostsee....einfach ein Traum!
So viel Schnee an der Ostsee....einfach ein Traum!
Uschi auf dem Heimweg zu unserer Ferienwohnung

 

Den ganzen Tag schneite es, mal mehr, mal weniger stark. Gegen 17 Uhr gingen wir zu Heike und Grischa rüber. Sie wollten am nächsten Tag nach Hause fahren. Grischas Schwester war schon gegen Mittag nach Hause gefahren und meldete zwischendurch, dass sie bei Hannover die Autobahn verlassen hatten, weil es dort einen langen Stau gab. Da Grischa und Heike erst am Dienstag bzw. Mittwoch arbeiten mussten entschlossen sie sich noch einen Tag „dranzuhängen“, in der Hoffnung, am Montag besser und schneller auf der Autobahn voran zu kommen.
Kurz vor 18 Uhr kamen wir im Restaurant Akropolis an. Die meisten Tische waren schon belegt und wenig später mussten die ersten Gäste wieder gehen, weil kein Tisch mehr frei war. Es schmeckte uns auch dieses Mal sehr gut. Erst gegen 21 Uhr verließen wir das Restaurant.
Zu meinen Halsschmerzen mit Hustenattacken war nun auch noch ein starker Schnupfen gekommen. Ich konnte mir gar nicht erklären wo ich mir diese blöde Erkältung eingefangen hatte. Ausgerechnet hier an der See musste mir das passieren!

Sonntag, 3. Januar
Etwas verdreht und völlig verschnupft wachte ich am anderen Morgen auf. Es schneite immer noch. Soooo viel hätte es ja nun doch nicht sein brauchen. Wir entschlossen uns an diesem Tag noch einmal nach Kellenhusen zu fahren und mittags im Restaurant Passat das Gericht „süß-sauer eingelegtes Schweinefleisch“ zu essen.
Da wir nicht hundertprozentig sicher waren ob das Restaurant geöffnet hatte rief Achim vorsichtshalber dort an. Außerdem fragte er, ob es noch das süß-sauer eingelegte Schweinefleisch gäbe. Das wurde bejaht.
Zuerst einmal mussten wir unser Auto von dem vielen Schnee befreien, was einige Zeit in Anspruch nahm. Dann fuhren wir nach Kellenhusen. Doch wir wussten nicht, wo wir parken sollten. Kein einziger Parkplatz war auch nur stellenweise vom Schnee geräumt worden. Wir brauchten fast 15 Minuten bis wir eine Stelle fanden, wo wir unseren Wagen abstellen konnten. Wir überlegten, ob wir zuerst einen Spaziergang machen und dann zum Essen gehen sollten, entschieden uns dann aber für Letzteres.
Das winterliche Restaurant Passat in Kellenhusen
Im Restaurant waren noch ein paar Tische frei. Da wir wussten was wir essen wollten brauchten wir in die Speisekarte nicht zu schauen. Wir hatten unser Bier zur Hälfte ausgetrunken als die Bedienung zu uns kam und sagte, dass sie leider nur noch eine Portion süß-saures Schweinefleisch hätten. Ich überließ es Achim und suchte mir in der Karte ein anderes Gericht aus.
„Nur gut, dass wir nicht erst spazieren gegangen sind, sonst wäre die letzte Portion auch noch weg gewesen. Vielleicht haben sie ja diese eine zurückgelegt, nachdem ich angerufen hatte“, meine Achim. „Du kannst gerne von mir etwas abbekommen.“
„Nein, vielen Dank. Ich bin nicht so scharf auf saures Fleisch.“
Nach dem Essen gingen wir noch eine gute Stunde auf der Promenade spazieren.
Blick von Kellenhusen Richtung Dahmeshöved
Blick auf den schneebedeckten Strand von Kellenhusen
Das Fischerboot von Kellenhusen im Schnee
Ein Schneemann am Strand von Kellenhusen
Verschneite Strandkörbe am Strand von Kellenhusen
Blick auf die verschneite Seebrücke von Kellenhusen
Vereiste Badetreppe auf der Seebrücke von Kellenhusen
Das Fischerboot von Kellenhusen auf dem verschneiten Strand
Dann wurde es mir an den Füßen kalt und ich wollte zurück in die Ferienwohnung. Wir schauten uns das Skispringen im Fernsehen an und merkten, wie uns die Wärme müde machte. Achim schlief auf dem Sofa, während ich im Sessel sitzen blieb.
Als wir wieder wach wurden war die Sonne schon untergegangen.
Da mit weiteren Schneefällen gerechnet werden musste entschlossen wir uns schon am anderen Tag nach Hause zu fahren und nicht erst am Dienstag.

Montag, 4. Januar
Wir schliefen bis ca. 9 Uhr. Dann fuhren wir  zuerst nach Grube um das Leergut wegzubringen.
Ich rief bei Heike an und fragte, ob sie schon unterwegs Richtung Heimat seien. „Nein“, antwortete sie. „Wir haben gerade erst gefrühstückt. Grischa und ich sind stark erkältet. Wir gehen gleich noch einmal mit dem Hund raus. Danach fahren wir los.“ Ich sagte ihr, dass wir auch an diesem Tag nach Hause fahren würden. „Dann sehen wir uns vielleicht auf der Autobahn“, meinte sie.
Nachdem wir unseren Kaffee getrunken hatten packten wir unsere Sachen zusammen. Als wir die Wohnung verließen und uns auf die Rückfahrt machten schneite es schon wieder. Wir fuhren gegen 12.15 Uhr los und rechneten bei den Straßenverhältnissen mit einer Fahrtzeit von mehr als 4 Stunden.
Auch auf der Rückfahrt nach Oerlinghausen waren die Straßen schneebedeckt.
Auch auf der Rückfahrt nach Oerlinghausen waren die Straßen schneebedeckt.
Hinter Lübeck wurden die Straßenverhältnisse etwas besser und der Schneefall ließ nach.
Wie schon beim letzten Mal verließen wir bei Schwarmstedt die Autobahn und gingen beim Autohof ins Restaurant um etwas zu essen.
Gegen 16.30 Uhr kamen wir in Oerlinghausen an. Ich stand im Hausflur und wollte gerade unsere Sachen in den Fahrstuhl laden, als ich von Heike eine SMS erhielt: „Wir sind jetzt zuhause“, worauf ich kurz zurück schrieb: „Wir auch.“
Es war schön einmal die Ostsee bei Schnee erlebt zu haben, noch schöner wäre es gewesen, wenn wir mehr zum Angeln gekommen wären. Aber das muss nun warten bis zur Hornhechtzeit im Mai. Dann sind wir auf jeden Fall wieder in Dahme

Vier Tage später
Am Wochenende darauf (8.-10. Januar 2010) überquerte das Sturmtief Daisy Deutschland. Es brachte noch mehr Neuschnee und starke Windböen. Besonders hart traf es den Norden. Schneeverwehungen hatten in Schleswig-Holstein landesweit Bundes-, Kreis- und Landesstraßen derart blockiert, dass die Winterdienste nur einen Teil der Hauptstraßen räumen konnten. Starke Schneefälle und meterhohe Verwehungen behinderten auch den Bahnverkehr. Am Samstag und Sonntag gab es an der Ostsee eine Sturmflut. In Neustadt, Heiligenhafen und anderen Badeorten trat die Ostsee über die Ufer, die Deiche hielten dort jedoch. In Kellenhusen jedoch brachen Teile der Strandpromenade ab. Bei Dahmeshöved zwischen Dahme und Kellenhusen bildeten sich Höhlen im Deich, der einen Bauernhof mit mehr als 300 Rindern vor dem Wasser schützt. "Im schlimmsten Fall", sagt Juniorbauer Michael Krebs, "muss der Hof evakuiert werden." Am schlimmsten traf es die Menschen auf der komplett eingeschneiten Ostsee-Insel Fehmarn, wo der Sturm über das flache Land wütete und sämtliche Dörfer vom Schnee einschloss. Auch Mecklenburg-Vorpommern versank total im Schnee. Auf Rügen waren mehrere Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Auf den Inseln Rügen und Usedom sowie den Halbinseln Fischland, Darß, Zingst und dem küstennahen Festland brach der Verkehr fast völlig zusammen. Trotz pausenlosen Einsatzes der Winterdienste konnten nicht einmal die Hauptverkehrswege frei gehalten werden. Sogar auf der Küstenautobahn A 20, die immer vorrangig geräumt wird, ging streckenweise gar nichts mehr.
Auch in Lübeck-Travemünde sah es zeitweise dramatisch aus: "Die Wellen der Ostsee peitschen gegen die steinerne Strandpromenade, reißen mit ungeheurer Wucht Ziegelsteine aus der Mauer, die dann unkontrolliert herumfliegen", teilte die Polizei mit. In Lübeck stieg der Pegel auf 6,50 Meter, das Wasser trat über die Ufer und flutete die Straßen und Gassen der historischen Altstadt.

Oerlinghausen, den 20.02.2009

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