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Achim Kluck

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Uschis Angelberichte und mehr...

Angelerlebnisse 2004

Teil 1

Winterangeln im Industriehafen und Neujahrsangeln am Forellensee in Ermke/Molbergen

Ermke: Achim  wartet auf den Biss der ersten Forelle

Die Weihnachtsfeiertage mit Verwandtenbesuche und die stressigen Tage im Büro waren  vorbei und nun wollte ich endlich einmal wieder zum Angeln. Nur der Wettergott spielte nicht so richtig mit. Es war zwar noch nicht klirrend kalt (wir hatten tagsüber plus 5°), aber dafür regnete und stürmte es.
Am Samstag (27.12.) waren die Bedingungen zwar ideal, aber wir waren zum Geburtstag meiner Schwester eingeladen und sie hätte kein Verständnis aufgebracht, wenn wir statt mit ihr zu feiern, zum Angeln gefahren wären.
Unsere nächste Überlegung war, zwischen Weihnachten und Neujahr nach Ermke/Molbergen an den Forellensee zu fahren. Dort bin ich mit Achim vor 2 Jahren gewesen und es hatte mir großen Spaß gemacht.  Aber der Wetterbericht für die nächsten Tage sagte nichts Gutes voraus. Bis Molbergen sind es immerhin 155 km. Gut, wir wären sowieso nicht abends wieder nach Hause gefahren, sondern hätten uns ein Zimmer im Hotel und Gasthof Schnieder genommen, aber wenn es tagsüber stundenlang regnet und wir nach dem Angeln nichts anderes unternehmen könnten, als entweder auf dem Zimmer fern zu sehen  oder in der Gaststätte vor einem Bierchen zu sitzen, dann lassen wir diesen Plan lieber fallen bzw. verschieben ihn, bis das Wetter sich wieder beruhigt hat.
Also entschlossen wir uns, trotz des vorausgesagten Sauwetters, nach vielen Wochen wieder einmal nach Minden zu fahren, um im Industriehafen zu angeln. Als wir das letzte Mal, es war Mitte September, dort angeln wollten, war er gerade wegen Besatzmaßnahmen gesperrt.
Am Sonntag, dem 28.12., war es zwischendurch trocken und so sind wir schon einmal an den Südstadtteich in der Sennestadt zum Köderfische fangen gefahren. Frische Maden und Tauwürmer hatten wir uns schon am Samstag zuvor in Dirk’s Angelladen geholt.
Kurz bevor wir den Südstadtteich erreichten, fing es wieder zu regnen an. Da wir ja nicht lange bleiben wollten, hatten wir nur jeder eine Posenrute und das übliche Zubehör mitgenommen - aber keinen Angelschirm. Es dauerte auch nicht lange und es schüttete wie aus Eimern . Petrus hatte alle Schleusen geöffnet, als wenn er uns sagen wollte: „Lasst es lieber sein. Morgen wird es auch nicht besser und den großen Fang werdet ihr sowieso nicht landen.“ Aber so schnell lassen wir uns nicht runterkriegen. Nach 2 Stunden (Achim hatte inzwischen 5 Rotaugen gefangen und in den Köderfischeimer gesetzt) packten wir völlig durchnässt wieder ein und fuhren nach Hause.
Am Montag sind wir schon gegen 8 Uhr aufgestanden. Ein Blick vom Balkon zeigte, dass es  war zwar relativ trocken, aber windig war. Der Wind heulte regelrecht ums Haus herum. Dass hört sich hier im 7. Stock unseres Hochhauses immer schlimmer an, als es ist. Aber ein Blick auf die Baumspitzen zeigte mir, dass es wirklich sehr windig war.
„Sch…“, war mein erster Gedanke. „Vielleicht wäre es doch besser im schönen warmen Zimmer zu sitzen, als wieder vergeblich auf das Wasser zu starren. Und wenn ich dann an die Kälte und Nässe denke, die uns erwartet…“ Aber vielleicht würden wir ja gerade heute und bei diesem Wetter, wo man keinen Hund vor die Tür jagt, einen schönen Zander an den Haken bekommen? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Mittags sah es nicht viel besser aus, aber nun stand unser Entschluss fest, dass wir nach Minden fahren würden. Um gegen die Kälte etwas gewaffnet zu sein, kochte ich mir erst einmal eine große Kanne Tee. Wenn der nicht helfen sollte, dann tat es vielleicht der Rum, den ich „vorsichtshalber“ in unseren Flachmann geschüttet hatte.
Im Hafen angekommen packten wir leise, aber schnell, unsere Sachen aus. Inzwischen hatte sogar der Wind nachgelassen und es war immer noch trocken. Ein paar Angler waren ebenfalls da. Einer stand genau an der Stelle, wo ich gerne geangelt hätte. Aber das ging ja nun nicht. Also mussten wir uns etwas weiter nach links breit machen.
Da wir jeder mit 3 Ruten angeln dürfen, wählte ich eine Grund-, eine Schwingspitz und eine Posenrute aus.
Ich hielt die erste Angelrute in der Hand und überlegte, wohin ich sie werfen sollte. Wo könnten um diese Jahreszeit die Fische stehen? Sicher nicht am Rand, eher in der Mitte, wo die Wassertemperatur etwas wärmer ist. Oder dort gegenüber, wo ein Schiff angelegt hat? Könnte sein, also warf ich die Grundrute mit einem Stück Fischfetzen in die Nähe des Schiffrumpfes. Die Schwingspitzrute bestückte ich mit einem Bündel Rotwürmern und warf sie etwas nach links Richtung Wendebecken. Die Posenrute konnte ich nicht auswerfen, denn sie wäre immer nach links, dorthin, wo der andere Angler stand, getrieben – es sei denn, ich hätte eine Feststellpose genommen. Aber zum Umbauen war ich, ehrlich gesagt, zu faul. Es war auch ganz schön kalt, jedenfalls für meine Verhältnisse, und meine Finger wurden klamm. Der Angler, der uns gegenüber saß, hatte nach einer Stunde wieder eingepackt und der andere, links von mir, fing auch die ganze Zeit nichts. Als es zu dämmern anfing hatte er endlich einen Biss – ein schönes großes Rotauge hing am Haken. Doch er wollte wohl etwas anderes fangen, denn das Rotauge setzte er gleich wieder rein. Eine Stunde später – es war inzwischen dunkel – packte auch er seine Sachen ein. Nun waren Achim und ich alleine, aber auch bei uns tat sich absolut nichts. Einige Male hatte ich einen leichten Biss, aber immer wenn ich anschlug, ließ der Fisch wieder los. Lediglich einen Kaulbarsch bekam ich an den Haken. „Normalerweise“ hätten doch die Zander beißen müssen, auf die wir es abgesehen hatten. Aber sie schienen einfach nicht da zu sein oder keinen Appetit zu haben.
Die Nullgradgrenze war erreicht und es fing zu frieren an – und ich ebenfalls. Die Thermokleidung hielt mich ja schön warm, aber meine Finger erstarrten. So konnte ich keinen Köder an den Haken kriegen. Und gegen 21.30 Uhr sagte ich zu Achim, dass ich meine Sachen schon einmal einpacken und mich ins Auto setzen würde. Er könnte ja gerne weiterangeln. Ich würde im Auto etwas lesen und mich aufwärmen. Doch alleine machte es Achim auch keinen Spaß, also packte er ebenfalls seine Sachen zusammen.
Wenn sich wenigstens etwas getan hätte, dann wäre ich trotz der Kälte bis Mitternacht oder auch länger geblieben. Aber so – nein danke!
Auf der Heimfahrt überlegten wir uns, dass wir Silvester nach Lippstadt zu Achims Bruder fahren würden und wenn es das Wetter zuließ, dann würden wir am Freitag nach Ermke/Molbergen fahren.
Und so kam es dann auch. Neujahr war es trocken und für den nächsten Tag wurde für Niedersachen zwar etwas Schneegriesel angesagt, aber zwischendurch sollte die Sonne scheinen. Also stellten wir den Wecker auf 5.30 Uhr, um gegen 6.30 Uhr losfahren zu können. Ein Anruf am Vortag beim Besitzer des Forellensees, Herrn Meyborg, ergab, dass der Teich nicht zugefroren wäre (wie Achim es erst befürchtet hatte) und das Angeln ab 9 Uhr morgens möglich sei.
Gegen 8.50 Uhr kamen wir am Forellenteich am Krattholz in Molbergen an. Einige Angler waren schon da und hatten sich um den kleinen Forellensee verteilt. Eine Wasserfontäne verhinderte, dass der Teich zufror.Wir entschlossen uns jeder nur mit einer Rute zu angeln, dafür bezahlten wir (für den ganzen Tag) 30 €. Aber wenn man bedenkt, dass es keine Fangbegrenzung gibt, ist das ein reeller Preis. Achim hatte vor einigen Wochen bei der Auslosung der Test-Angler für den neuen Forellenteich von Sensa gewonnen und kurz darauf ein Probeset mit 9 Gläsern zugeschickt bekommen. Diesen Kunstköder wollten wir hier ausprobieren. Ich entschied mich zuerst für den orangefarbenen. Den montierte ich zusammen mit 2 Maden an meine Posenrute. Als sich nach einer Stunde immer noch nichts tat, wechselte ich die Posenrute aus und nahm eine Teleskoprute mit Wasserkugel. Nach 2 Stunden konnte Achim endlich die erste schöne Forelle landen. Sie hatte auf den weißen Teig gebissen. Auch der alte Herr, der links neben Achim stand, angelte mit weißem Forellenteig.
Achim wirft die Rute aus
Er fing am laufenden Meter, was aber kein Wunder war, denn er stand genau an der Stelle, wo die Forellen eingesetzt wurden. Gegen Mittag tauschte ich wieder die Ruten und nahm als Köder ein Stück von einem Tauwurm. „Das wollen wir doch mal sehen! Wenn die hier auf den Teig nicht beißen – vielleicht lockt  sie ja etwas Lebendiges.“ Kaum war der Wurm im Wasser, hatte ich auch schon eine Forelle dran. „Na also, das geht doch! Und das wurde auch langsam Zeit!“ Ich hatte schon an mir gezweifelt, weil sich so lange nichts tat. Wenn ich auf die Pose starre und warte, dass sie abtaucht, dann gehen mir immer tausend Fragen durch den Kopf: „Warum beißt keine? Habe ich den falschen Köder? Ist der Haken zu groß? Sitze ich an der falschen Stelle? Warum fängt der alte Herr so viele und wir gehen leer aus?“ Nachdem ich meine erste Forelle gelandet hatte, kam das Selbstvertrauen langsam wieder. Kurz darauf fing Achim seine zweite Forelle – ebenfalls mit dem weißen Sensa-Forellenteig. Ich machte schnell ein paar Fotos und holte sofort wieder meine Rute rein. Nun wollte auch ich dieses weiße „Zaubermittel“ ausprobieren. Zusammen mit zwei Maden warf ich den Köder aus – und wartete, und wartete , und wartete. Gegen 14 Uhr wurden zum 3. Mal frische quirlige Forellen eingesetzt und ich hatte die Hoffnung, wenigstens mal eine zweite an den Haken
Endlich! Die erste Forelle ist im Kescher
Achim loest vorsichtig den Haken aus dem Maul
Uschi hat auch eine!
Uschi beim Hakenloesen

Achim putzt das Messer ab nach dem Toeten

Das sind sie: die 4 gefangenen Forellen

zu bekommen. Vergeblich! Nur der alte Herr fing wieder gleich welche. Das machte mich langsam grantig! „Verdammt! Hat der denn immer noch nicht genug? Warum überlässt er anderen nicht mal den Platz?“ Als wenn er Gedanken lesen könnte, räumte er seinen Platz plötzlich und ging mit seiner Rute um den Teig herum. „Der kriegt den Hals bzw. Eimer wirklich nicht voll! Die Gelegenheit muss ich nutzen“, dachte ich mir. Schnell holte ich meine Rute wieder rein, und stellte mich mit dort hin, wo er so gut gefangen hatte. Aber an meinen Köder wollte trotzdem keine Forelle! Oder er hatte sie schon alle rausgefischt. Aber das konnte nicht sein, denn ich hatte ja gesehen, wie viele Fische an diesem Tag eingesetzt und wieder rausgeholt wurden. Daran konnte es nicht liegen. Es musste wohl doch etwas mit mir zu tun haben.
Da der „neue“ Platz im Schatten lag, war es dort etwas kälter. Als ich wieder auswerfen wollte, ging es einfach nicht. Zuerst konnte ich keine Erklärung dafür finden, aber dann sah ich, dass meine Ringe und die Schnur vereist waren. So eine Sch…., dachte ich. Nach dem dritten Auswerfen ging ich wieder an meine alte Stelle zurück. Achim hatte seine Posenrute gegen eine Schwingspitzrute ausgetauscht und seinen Köder auf Grund gelegt. Die Forellen mochten wohl den Teig, aber sie bissen ganz spitz und zweimal gelang es Achim nicht, sie zu haken und zu laden. Dann endlich hatte er seine dritte Forelle dran. Und sie konnte er auch landen.
Forellen gefangen mit Magic Bait von Sensa
Gegen 16.30 Uhr packten wir unsere Sachen zusammen. Es hat zwar Spaß gemacht, aber ich hatte mir viel mehr von diesem Tag und an diesem Ort versprochen. Das waren ganz schön teure Forellen, die wir da gefangen hatten. Es tröstete mich auch nicht, dass uns andere Angler erzählten, sie würden an manchen Tag bis zu 15 Stück fangen! Klar, wenn ich die Möglichkeit habe schnell an diesem Teich zu sein und mich auch schon sehr gut auskenne, wo und auf was die Fische beißen, bin ich im Vorteil. Aber ob es mir persönlich gelänge so viele an einem Tag zu fangen, bezweifle ich.
Wir sind, nachdem wieder alles im Auto verstaut war, zum Gasthof Schnieder gefahren, um dort zu essen. Achim kannte die Wirtsleute Fitti und Brigitte von früheren Besuchen und sie begrüßten ihn mit einem freundlichen Hallo, als sie ihn sahen. Nach dem guten Essen, was uns serviert wurde, tranken wir ein Hefebier und hatten beide keine große Lust mehr im Dunkeln nach Hause zu fahren. Spontan beschlossen wir dort zu übernachten und erst am nächsten Morgen, im Hellen, wieder abzureisen.
Bevor wir uns gegen 10 Uhr auf den Heimweg machten, fuhren wir noch zur Thülsfelder Talsperre, die ganz in der Nähe liegt. Dort soll man auch gut fangen können, aber an diesem Morgen war der See zugefroren und kein Angler in Sicht. Wir machten einen Spaziergang von knapp einer Stunde und fuhren dann auf direktem Wege nach Oerlinghausen zurück. Auf der Nachhausefahrt freute ich mich schon auf ein leckeres Forellengericht am Abend. Unterwegs hatte ich noch etwas eingekauft (Kartoffeln, Zitronen, Salat und Eier) und trotz des guten und reichhaltigen Frühstücks freute ich mich schon jetzt auf das Abendessen. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich die Forellen auch paniert mit Kartoffeln und etwas flüssiger Butter gegessen. Aber Achim wollte ein neues Gericht ausprobieren. Und so gab es dann Forellen auf „Bozner Art“. Hier das Gericht zum Nachkochen:
Forelle Bozner Art

Rezept:

Forellen auf Bozner Art

Zutaten für 4 Personen:

4 frische Forellen
Salz
Pfeffer
2 Zwiebeln
1 EL Margarine
Saft einer Zitrone
1/8 l Weißwein
2 EL süße Sahne
1 Eigelb
2 Essiggurken
½ Bund Petersilie
1 EL Kapern
4 Sardellenfilets

Zubereitung:

Die ausgenommenen Forellen waschen, die Flossen abschneiden und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Zwiebeln schälen und fein würfeln oder in dünne Ringe schneiden.
Eine flache feuerfeste Schüssel oder Auflaufform mit Margarine bestreichen, dann die Zwiebelwürfel oder –ringe reinstreuen und die Forellen darauf legen. Mit Zitronensaft und Weinweiß begießen.
Auf die Auflaufform eine Alufolie legen und den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Wenn die Temperatur erreicht ist, die Form in den Backofen schieben und die Fische darin 30 Minuten dünsten.
In der Zwischenzeit Sahne und Eigelb verquirlen und nach dem Ende der Garzeit die Forellenbrühe damit binden. Dann die Forellen mit gehackter Gurke und Petersilie bestreuen und mit Kapern und Sardellenfilet (kann, muss aber nicht sein) garnieren.

Als Beilage Salzkartoffeln servieren.

GUTEN APPETIT!
Forelle Bozner Art mit Beilage

Oerlinghausen, den 09.01.2004

Fischbesatz an den Vereinsseen des ASV Dalbke

Das ist das tatsächlich einmal erleben dürfte hätte ich mir nicht träumen lassen! Schon immer wollte ich einmal dabei sein, wenn Fische in den Vereinssee eingesetzt werden und als mich Thomas, unser Vereinsvorsitzende, eines Tages fragte, ob ich Lust hätte zuzuschauen, war ich hellauf begeistert. „Wann ist es denn soweit?“ fragte ich ihn. „Im Februar. Den genauen Termin weiß ich selber noch nicht. Ich sage dann aber rechtzeitig Bescheid“, antwortete er mir.
Nun war der Tag gekommen: Am Freitag, so um 15 Uhr herum sollte der Wagen mit den Fischen am Sennesee eintreffen. Schon am Mittwoch sagte ich meinen Kollegen und Kolleginnen, dass ich Freitag einen wichtigen Termin hätte und deshalb schon gegen Mittag Feierabend machen würde. Selbstverständlich wollte auch Achim dabei sein und deshalb ging auch er früher nach Hause und holte mich gegen 14 Uhr von meinem Büro ab.  Unsere Thermostiefel und wetterfeste Kleidung hatten wir schon am Abend zuvor im Kofferraum unseres Wagens verstaut, so dass wir von unserer Arbeitsstelle aus direkt zum Sennesee fahren konnten.
Dort angekommen erwarteten uns schon Thomas und 3 weitere Vereinsmitglieder. Auch ein paar Jugendliche waren gekommen um sich das Spektakel anzusehen. Sie waren genau so gespannt wie ich, was passieren würde.
Thomas macht eine verdiente Zigarettenpause
Uschi freut sich, dass das Vereinshaus bald fertig ist
Unser Vereinshaus - Seitenansicht mit neuem Kamin
Vorderansicht unseres noch im Umbau befindlichen Vereinshauses am Sennesee

Bis zum Eintreffen des Fischtransportes hatten wir noch etwas Zeit und so schauten wir uns den Fortschritt an, den die Umbaumaßnahmen an unserem Vereinshaus machten. Seit Monaten arbeiteten einige Mitglieder in jeder freien Minute an dem Häuschen. Auch Achim und ich hatten im letzten Jahr schon ein paar Mal mitgeholfen. Leider waren wir in diesem Jahr noch nicht dazu gekommen. Deshalb war ich sehr erstaunt, als ich sah, dass Innen schon alles verputzt war. Nun konnte also mit dem Tapezieren, Streichen und Fliesenlegen begonnen werden konnte. Vor meinem geistigen Auge sah ich schon, wie wunderschön es aussehen würde, wenn es fertig wäre.Gemeinsam überlegten wir gerade, woher wir wohl ein paar Fliesen für das Gäste-WC bekommen könnten, als Thomas sein Handy klingelte. „In 5 Minuten kommt der Wagen mit den Fischen“, sagte er nach dem Gespräch zu uns. Gemeinsam verließen wir das Häuschen und zogen nun unsere Thermostiefel an. Thomas hatte uns tags zuvor gesagt, dass ein paar „starke Hände“ gebraucht und es sehr feucht werden würde.

Was da wohl für Fische drin sind, fragt sich Uschi

Dann war der Wagen da. Der Fahrer holte zwei große Plastikkübel, schüttet etwas Wasser hinein und holte dann einen Kescher hervor. Mit diesem tauchte er in den Transportbehälter um die Fische herauszuholen. Als ich mich über den Kübel bückte um die Fische besser betrachten zu können, bekam ich die erste Dusche ab. Die quirligen Rotfedern, Rotaugen und Brassen machten einen Heidenspektakel als sie in den Kübel kamen. Schnell griffen fleißige Hände zu, um ihn zum Ufer zu tragen. Dort wurden sie vorsichtig ins Wasser gelassen.  Die meisten schwammen nicht sofort weg, sondern hielten sich erst einmal orientierungslos am Ufer auf. Nur einige wenige nahmen sofort Reißaus. Sicher waren alle  froh, endlich wieder in ihrem Element zu sein, aber etwas fremd war es ihnen schon. Manche Fische wollten gar nicht in die Seemitte hinausschwimmen, so dass wir ihnen erst einmal die Richtung zeigen mussten.
Alles in Allem war es sehr aufregend, so viele Fische (Rotaugen, Rotfedern, Brassen, Karpfen) direkt um meine Füße herumschwimmen zu sehen.

Das war Schwerstarbeit!
Auch Arno und Thomas haben viel zu schleppen
Ob alle Fische raus sind?
Das waren noch nicht alle, wie man sieht.
Alle freuen sich über den Besatz
Sie können es kaum erwarten in ihr neues Zuhause entlassen zu werden
Gleich ist es soweit
Nach getaner Arbeit schauen alle glücklich aus

Als die entsprechende Menge Fisch in den Sennesee eingesetzt war, ging es weiter zum Südstadtteich. Auch hier wurden Rotfedern, Rotaugen, Brassen und Karpfen eingesetzt. Aber auch 20 kleine Hechte waren dabei. Letztere hielten sich erst gar nicht am Ufer auf, sondern schwammen – als wenn sie sich im Teich schon auskennen würden – direkt zu den Stellen, wo die Äste der Bäume ins Wasser ragten. Die Karpfen und Weißfische hatten auch hier zuerst Orientierungsschwierigkeiten und es dauerte einige Minuten, bis sich auf den Weg zu ihren (neuen) Verwandten machten.
Für das Anangeln Ende März am Südstadtteich sollen 5 Tage vorher noch Forellen eingesetzt werden – und ich weiß schon jetzt, dass ich auch dann wieder dabei sein werde!

Oerlinghausen, den 28.02.2004

Mit Sbirolino, Scent Vent, Streamer und Twister auf Forellenfang

Vor einigen Wochen las ich in der Zeitschrift „Fisch & Fang“ einen Artikel, in dem von dem neuen „Scent Vent“ von Berkley berichtet wurde. Das hörte sich gut an! Den musste ich mir unbedingt besorgen. Der Scent Vent ist eine Art Mini-Käfig mit zwei Flügeln, den man auf das Vorfach fädelt. Eine Stopperperle sorgt dafür, dass er nicht ganz bis zum Haken durchrutscht. Beim Einholen dreht sich die ganze Konstruktion um die eigene Achse und verursacht reichlich Druckwellen. Gefüllt mit Power Bait zieht die Duftbombe die Forellen magisch an. Das lästige Formen des Teiges entfällt. Außerdem kann man hier wie bei einem Spinnköder direkt anschlagen (so stand es in dem Bericht!). Das wollte ich demnächst ausprobieren – und wehe, es hielt nicht, was es versprach!
Mit dem Scent Vent plus Sbirolino musste man aktiv angeln, aber eine andere Rute wollte ich mit einer Wagglerpose bestücken. Doch wo waren sie? Ich durchsuchte meinen Angelkasten, aber ich konnte keine finden. Also entschloss ich mich für eine gelbe Wasserkugel. Schön , zwei Ruten waren also fertig. An der dritten war noch vom letzten Forellenangeln in Ermke eine schlanke Pose montiert, diese Rute wollte ich auch mitnehmen.
Es hat einige Zeit in Anspruch genommen, bis ich endlich im Internet ein Versandgeschäft fand, dass den Scent Vent führte  – und ich war etwas erstaunt, dass es dasjenige war, bei dem ich früher schon bestellt hatte! (www.hiki.at). Nachdem ich die Online-Bestellung aufgegeben hatte, fand ich auch das Anglertaschenbuch 2003 von Hiki wieder. Beim Durchblättern stellte ich fest, dass es diesen „neuen“ Scent Vent schon im letzten Jahr zu kaufen gab. Dabei stand doch in der „Fisch & Fang“, dass es sich um etwas Neues von Berkley handeln würde! Na ja, hauptsächlich ich habe es rechtzeitig zum Anangeln.
In einer anderen Angelzeitschrift las ich, dass die Forellen auch mit der Spinnrute und einem Streamer (und zwar dem Wolly Bugger) gut zu fangen wären. Um weiter auswerfen zu können schaltet man auch hier (wie beim Scent Vent) einen Sbirolino vor. Also hatte ich bei hiki auch noch ein paar Streamer bestellt – und da ich ja ganz heiß auf Forellenangeln war, erwarben Achim und ich noch ein paar andere bei ebay. Na, wenn es jetzt nichts wird, dann weiß ich es auch nicht. Manchmal ist weniger ja mehr!!!
Immer wenn sich der Tag des Anangelns auf Forellen nähert, werde ich ganz rappelig. Alles, was ich in den letzten beiden Jahren übers Forellenfangen abgetippt habe, lese ich mir erneut durch – und am Ende weiß ich nicht, welche Rute (habe ich überhaupt die richtige?), welche Schnur (ist sie nicht zu dick fürs Forellenangeln?) und welche Montage ich nehmen soll. Außerdem wollten wir dieses Mal nicht alle Ruten, die wir haben, mitnehmen, sondern jeder höchsten 3.
2 Tage vor dem Anangeln machten wir schon unsere Ruten fertig. Nun hieß es sich zu entscheiden, welche Ruten mit sollten. Achim war sich ganz sicher, welche er einpacken würde. Aber ich hatte so meine Probleme. Denn wenn ich nicht die „richtige“ eingepackt hatte, ärgerte ich mich hinterher vielleicht. Schließlich packte ich doch 5 verschiedene Ruten in der Rutentasche.
Nun ging es um die Montagen: An die Teleskoprute montierte ich eine gelbe Wasserkugel. Auf die zweite Rute kam die Forellenpose. Zwei anderen Ruten ließ ich erst einmal ohne Montage. Das konnte ich mir dann am See immer noch überlegen. An die 3,90 m lange Feederrute wollte ich den variablen, d.h. wasserbefüllbaren Sbirolino aufziehen, doch ich bekam die Hauptschnur nicht durch das Röhrchen. Während ich es immer wieder probierte, fluchte ich leise vor mich hin: „Sch.... Hätte ich doch bei Hiki einen  Sbirolino -Einfädler mit bestellt!“  Achim hatte kein Problem damit. Sein Sbirolino hing schon auf der Schnur. Entweder war ich wieder zu ungeduldig, oder es lag an meiner Brille.
Achim schaffte es aber auch die Schnur durch meinen Sbirolino zu ziehen. Doch was würde ich machen, wenn meine Montage beim Angeln abriss und ich einen neuen Sbirolino draufziehen  müsste? Am Freitag fuhren wir zu Dirk in seinen Angelladen um Köder und Vorfächer zu holen. Ich fragte ihn nach den Einfädler, aber Dirk hatte keinen da. Also probierten wir es noch im anderen Angelladen in unserem Ort. Doch auch dort hatte meinen keinen auf Lager. Bienenmaden waren ebenfalls in keinem der beiden Läden zu bekommen. Das fing ja schön an, dachte ich.
Samstagmorgen um 3.15 Uhr klingelte der Wecker. Wie gut, dass der Kaffee schon fertig war, den brauche ich morgens unbedingt um richtig wach zu werden. Unsere Rucksäcke hatten wir auch schon gepackt, jetzt hieß es nur noch die Köder in die Kühlbox packen und anziehen. Die Temperaturen waren zwar geklettert (gottseidank keine Minus-Grade mehr!), aber der Wetterbericht hatte für Samstag tagsüber Regen angesagt. Folglich zog ich eine Regenhose und –jacke an. Um 4 Uhr fuhren wir in Oerlinghausen los, da wir uns um 4.30 Uhr mit Willi in Bielefeld verabredet hatten. Er wollte draußen vor dem Haus auf uns warten. Als wir ankamen, war im Haus alles dunkel. „Der hat bestimmt verschlafen“, meinte Achim. „Das fehlte noch! Jetzt sind wir schon um 3.15 Uhr  aufgestanden, um früh in Minden zu sein und dann ist Willi nicht fertig!“, war meine Antwort. Achim ging an die Haustür und klingelte. Einen Moment später stand Willi splitterfasernackt in der Tür und schaute Achim verschlafen an. So richtig wusste er wohl nicht, was los war. „Mach dich fertig. Wir wollen zum Angeln“, sagte Achim zu ihm. „Ach du lieber Gott! Ich habe tatsächlich verschlafen. Bin gleich fertig“, sagt’s und verschwand wieder im Haus. Es dauerte keine 5 Minuten und Willi war angezogen. Schnell luden wir seine Angelsachen ins Auto und fuhren los. Willi war es sichtlich peinlich, verschlafen zu haben. So etwas kennen wir von ihm auch gar nicht – zumindest, wenn es ums Angeln geht.
Auf der Fahrt nach Minden sagte ich zu den beiden: „Wenn ich heute nichts fange, dann ist es das letzte Mal gewesen, dass ich mitgefahren bin.“ „Das wird schon klappen“, meinten beide wie aus einem Mund. „Du hast doch so viele neue Sachen zum Ausprobieren gekauft“, meinte Achim. Klar hatte ich das. Aber wie gesagt, bedeutete das nicht, das ich deshalb auch besser bzw. mehr fangen würde.
Kurz nach 5 Uhr waren wir am Gevattersee. Das Anangeln begann zwar erst um 7 Uhr, aber wir hofften, wenn wir früher als sonst da wären, würden wir vielleicht einen guten Platz bekommen. Dieses Mal wollten wir es auch an einer anderen  Seite des Sees probieren als die beiden Jahre zuvor, nämlich an der Seite, wo die Forellen am Abend vorher (so war es jedenfalls bisher) eingesetzt wurden. Diese Plätze sind immer sehr begehrt und schnell belegt. Und tatsächlich waren schon sehr viele Angler zur Stelle. Wir musste einige Meter laufen , bis wir endlich eine Stelle fanden, wo wir zu Dritt sitzen konnten. Achim und ich hatten einen Platz, wo wir zwar nebeneinander sitzen, aber höchstens 3 Ruten aufstellen konnten. Willi saß ein paar Meter weiter von uns. Dazwischen stand ein großer Baum.
Bis der Startschuss fiel, hatten wir genügend Zeit, uns zu überlegen, welche Ruten wir nehmen wollten. Ich suchte mir die linke Seite aus, Achim saß rechts von mir. Da wir nicht genügend Abstand hatten, konnten wir jeder nur eine Rute auf Grund legen. Dazwischen bestand für einen von uns die Möglichkeit mit einer Posen- oder Spinnrute zu angeln.
Als es endlich 7 Uhr war und der Startschuss fiel, warfen wir aus. Achim nahm zuerst seine Schwingspitzrute. Als Köder hatte er sich für weißen Forellenteig mit einer Made entschieden. Ich nahm ebenfalls eine Grundrute und entschied mich jedoch für hellgrünen Forellenteig und einen Mehlwurm. Es dauerte keine 15 Minuten als Achims Bissanzeiger piepste.  Kurze Zeit später landete er eine große Forelle. Gespannt wartete ich auf ein Zeichen meines elektronischen Bissanzeigers. Aber der rührte sich nicht. Achim beköderte seine Schwingspitzrute erneut mit weißem Power Bait und Made und warf aus. Dann nahm er eine Rute mit Sbirolino und einen Wolly Bugger.
Achim mit einer schönen Regenbogenforelle.
Achim beim Sbirolinoangeln mit einem Streamer.
Er sagte gerade zu mir, dass eine Forelle sich für die Fliege interessierte, als sein Bissanzeiger erneut piepste. Bevor er die Spinnrute weglegen konnte, waren schon etliche Meter Schnur von der Rolle gezogen. Wieder landete er eine schöne große Forelle. Kurz vor 8 Uhr ging ihm die 3. Forelle an den Haken. Sie war zwar etwas kleiner als die ersten zwei, nämlich „nur“ 30 cm, (die anderen beiden hatten 38 und 40 cm gemessen), aber immerhin war es eine Forelle.
Ich freute mich zwar für Achim, war aber inzwischen nöckelig, dass sich an meiner Rute nichts tat.
Uschi wirft wieder ihren Köder aus........
Es muss so gegen 10.30 Uhr gewesen sein, als Achim’s Bissanzeiger zum 4. Mal piepste. Diese Forelle ließ sich nicht so einfach zum Ufer ziehen. Sie wehrte sich heftig und sprang ein paar Mal aus dem Wasser. Doch dann lag sie im Kescher. Auch sie wog an die 900 Gramm und war an die 40 cm groß.
„Es tut mir leid, dass du immer noch nichts gefangen hast“  meinte Achim zu mir: „Wir können ja die Stellen mal  tauschen.“ Gesagt – getan . Inzwischen hatte auch ich mich für eine Schwingspitzrute entschieden, um den zartesten Anbiss wahrnehmen zu können. Und da, wie es schien, die Forellen heute anscheinend auf  weißes Power Bait mit einer Made standen, wechselte ich von grün auf weiß. Voller Erwartung warf ich meinen Köder nun an die Stelle, wo Achim vorher seine 4 Forellen gefangen hatte. Doch auch hier biss keine an. Statt dessen meldete sich erneut Achims  Bissanzeiger. Und das an der Stelle, wo ich vorher hingeworfen und nicht gebissen hatte! „Das gibt es doch nicht! Das kann nicht wahr sein. Da habe ich doch die ganze Zeit hingeworfen und es tat sich nichts.“ „Vielleicht machst du etwas falsch?“ meinte Achim zu mir. „Ach was. Ich habe die gleiche Rute, das gleiche Vorfach mit dem selben Haken, den gleichen Köder und ich werfe an die gleiche Stelle, wo sie vorher standen und gebissen haben. Mehr kann ich doch wohl nicht tun!“

Achim beim Drill.

Nun ist sie sicher im Kescher.

Nach einem aufregendem Drill sicher gekeschert.

Meine Gedanken kreisten nur so in meinem Kopf: Irgend etwas mache ich falsch, muss ich einfach falsch machen. Oder sind die Fische jetzt ein Stückchen weiter gezogen? Aber das sind doch höchstens 3 Meter! Das kann ja nicht sein. Nur gut, dass Achim ist, sie gefangen hat. Wenn es ein Fremder gewesen wäre, würde ich jetzt vor Wut einpacken und gehen.
Da jeder Angler pro Tag nur 4 Raubfische/Forellen fangen darf, lagen an Achims Platz weiterhin „nur“ 3 und die anderen 2 bei mir. Ein Fremder hätte meinen können, dass ich sie gefangen habe. Denkste!
3 schöne Regenbogenforellen.
Die größte wog fast 1 Kg.
Ist es nicht eine schöne Regenbogenforelle?
Uschi gibt erst einmal einen Lagebericht an ihre Tochter durch.
Gegen 12 Uhr hatte Achim erneut eine am Haken. Auch sie machte einen heiden Spektakel, je näher er sie zum Ufer drillte. Als er sie versorgt hatte, kam er zu mir, nahm mich in den Arm und sagte „Schatz, das tut mir leid für dich, dass du nichts fängst. Wir können die Plätze ja wieder tauschen?“ „Nein,“ antwortete ich in meinem Dickkopf. „Entweder beißen sie hier oder eben nicht!“
Zwischendurch, als Achim eine kleine Pause mit dem Spinnen machte, probierte ich den vielversprechenden Scent Vent aus. Aber auch das brachte nichts! Oder ich war nicht geduldig genug. Jedenfalls ließ ich es bald wieder sein und setzte mich auf meinen Stuhl. Es war sowieso egal, was ich tat und anbot: Die Forellen wollten heute meine Köder einfach nicht nehmen. Dafür mochten sie Achims Köder um so lieber, denn er fing noch zwei weitere.
Uschi ist doch ein wenig gefrustet...
Diesmal waren es prächtige Regenbogner.
Willi nimmt es leicht...oder hat er das Angeln verlernt?
Gegen 16 Uhr beschlossen wir mit dem Angeln aufzuhören.  Willi, der erfahrene Angler, hatte den ganzen  Tag über ebenfalls  nichts gefangen, obwohl er es auf Grund, mit einer Wasserkugel und auch mit einer Schwingspitzrute probierte. Das war mir zwar ein kleiner Trost, aber trotzdem konnte und kann ich es mir nicht erklären, warum die Forellen an Achims Rute anbissen und meine total ignorierten.
Auf dem Nachhauseweg lästerten Willi und ich ein wenig: „Achim, wir haben’s gut. Wir legen uns gleich auf die Coutch und du musst erst deine 8 Forellen ausnehmen.“ Natürlich legte ich mich nicht sofort hin, obwohl ich sehr geschafft war (wovon eigentlich?), sondern half Achim. Zuerst einmal maßen und wogen wir die Fische: Die größte war 40 cm lang und wog 905 g, es folgten: 39 cm, 898 g; 38 cm, 800 g; 37 cm, 690 g; 36 cm, 729 g; 35 cm, 666 g; 30 cm, 356 g und noch einmal 30 cm, 322 g.
Die Größte behielten wir fürs Abendessen zurück (s. Rezept am Ende des Berichts). Die anderen kamen in die Kühltruhe. Insgesamt wogen die Forellen 5,4 kg!
Abends gab es dann noch viel zu tun....
Ist es nicht ein Prachtkerl?

Diese Forelle wurde gleich zubereitet...einfach lecker. Frischer geht es nicht.
Weil der Wetterdienst für den nächsten Tag warmes, trockenes Wetter gemeldet hatte – und natürlich weil Achim so gut gefangen hatte – fuhren wir am Sonntag erneut zum Gevattersee. Vielleicht hatte ich ja heute mal etwas mehr Glück, dachte ich auf der Hinfahrt.
Als wir gegen 13 Uhr ankamen, war der Parkplatz schon wieder voller Autos. Wir mussten fast bis zum Ende des Sees laufen, um einen Platz zu bekommen. Als erstes warf ich die Schwingspitzrute aus. An dem 1,20 m langen Vorfach hatte ich weißes Power Bait und eine Made. Die zweite Rute legte ich ebenfalls auf Grund. Ich probierte es mit gelbem Power Bait und einem Mehlwurm. Gespannt wartete ich, ob eine Forelle anbeißen würde. Zwei Stunden lang tat sich nichts. Dann fing ein junger Mann, der rechts neben mir saß und 3 Ruten mit Posen draußen hatte, eine Forelle.
Vielleicht stehen sie heute nicht so tief, dachte ich. Ich sollte es auch mal mit einer Pose versuchen. Schnell holte ich meine 3,60 m lange Teleskoprute raus und montierte eine 4 g-Forellenpose an. Dieses Mal nahm ich ein 2,00 m Vorfach mit einem 8er Haken. Als Köder zog ich zwei Mehlwurmer L-förmig auf. Ich warf aus. Die Pose hüpfte lustig auf dem Wasser hin und her, wurde vom Wind ab und zu schräg gelegt - aber das war auch alles. Immer wieder holte ich die Rute rein, änderte den Köder (mal nahm ich nur Maden, dann Mehlwurm und Made oder Rotwürmer), aber es tat sich absolut nichts. Einmal jedoch tauchte die Pose kurz ab, um gleich darauf wieder auf dem Wasser zu tanzen. Als ich die den Köder kontrollierte, war das Power Bait ab. Also waren sie da, aber warum wollten sie nicht beißen? Verflixtes Pack! Wie kriege ich euch?
Auch an der Schwingspitzrute tat sich kaum etwas. Ab und zu piepste mal der Bissanzeiger und auch die Schwinge ging etwas hoch – aber keine Forelle wollte den Köder richtig nehmen. Achim hatte an diesem Tag ebenfalls keine Meldungen. Er versuchte es auch immer wieder mal mit seiner Spinnrute , bot Fliege, Twister und kleine Spinner an – vergeblich.
Die Stelle, wo wir angelten, war auch nicht so gut, wie die tags zuvor, fanden wir. Das Wasser war hier viel zu flach und der Grund sehr verkrautet. Vielleicht lag es ja daran, dass heute keiner von uns eine Forelle fangen konnte. Oder aber, es waren nicht mehr genügend im See. Der Kontrolleur hatte uns erzählt, dass der Verein dieses Jahr die Forellen nicht wie sonst am Tag zuvor, sonder eine Woche vor dem Anangeln eingsetzt hätte.
Gegen 18.30 Uhr packten wir unsere Sachen und fuhren heim. Wenn wir auch nichts gefangen hatten, so hatten wir jedoch einen schönen sonnigen Tag im Freien verbracht.
Sieht sie nicht lecker aus?

Rezept:

Forelle in Alufolie à la Achim

Zutaten:
1 geschuppte Forelle von 900 g
3 Tomaten
3 Knoblauchzehen
2 Zwiebeln
2 EL Kapern (oder mehr, ganz nach Belieben)
eingelegte grüne Oliven (nach Geschmack)
Butter
1 EL Sieben-Kräuter-Mischung, eingefroren
Salz
Pfeffer
Zitronensaft einer halben Zirone

Zubereitung:
Die geschuppte Forelle ausnehmen und waschen.
Anschließend mit Zitronensaft säubern, pfeffern und salzen und auf eine große, doppelt gelegte Alufolie legen.
Die Butter in Flöckchen auf und in der Forelle verteilen.
Die Knoblauchzehen hacken, die Tomaten und Zwiebeln in kleine Stücke schneiden. Alles zusammen mit den Kapern (und bei Bedarf Oliven) um die Forelle herumlegen.
Zum Schluss die Alufolie von allen Seiten sorgfältig verschließen und für ca. 30 Minuten in den auf 180 – 200 Grad vorgeheizten Backofen geben.

Dazu schmecken Kartoffeln oder Baguettbrot .

Dieses Gericht ist schnell zubereitet und schmeckt sehr lecker!!!

Oerlinghausen, den 17.03.2004

Ein weiteres Familienmitglied vom Angelvirus befallen

Vor ca. 3 Jahren hat mich Achim mit dem Angelvirus „angesteckt“, doch das er nun auch Heike erwischen würde, hätte ich nicht gedacht. Nachdem sie einige Male mit uns mitgefahren war und – so wie ich damals – den ersten kleinen Fisch selber aus dem Wasser geholt hat, fand sie Spaß am Fischen. Doch die Gefahr beim „Schwarzangeln“ erwischt zu werden ist heute größer denn je. Besonders am Mittellandkanal und Industriehafen werden wir oft kontrolliert, auch von der Polizei. Und so schlug ich Heike vor, doch auch den Angelschein zu machen.
So richtig ernst hatte ich es nicht gemeint. Umso mehr war ich erstaunt, als sie mich Anfang Februar fragte, ob sie meine Angelbücher mitnehmen dürfte. „Klar darfst du das. Willst du wirklich deinen Angelschein machen?“ antwortete ich. „Mal sehen. Vielleicht“, war ihre ausweichende Antwort.
Als Achim und ich Ende Januar in Dortmund auf der Messe „Jagd & Hund“ waren, hatte ich günstig eine Thermojacke erstehen können. „Was willst du damit? Du hast doch eine“, meinte Achim. „Die ist nicht für mich. Die bekommt Heike, damit sie nicht immer so friert, wenn sie mit uns zum Angeln fährt.“ Wieder zu Hause angekommen rief ich sie sofort an und sagte: „Ich habe eine Thermojacke für dich. Die schenke ich dir, wenn du deinen Angelschein hast.“
Das muss sie wohl noch mehr bestärkt haben, den Angelschein zu machen.
Am 15. 3. hatte sie ihre schriftliche Prüfung hinter sich gebracht. Nach Feierabend kam sie zu mir und wir übten wir noch einmal die Rutenzusammenstellung, denn drei Tage später stand die theoretische Prüfung an. „Hoffentlich muss ich eine der beiden Fliegenruten zusammenstellen. Die kann ich nämlich am besten“, meinte sie. Mir lag damals die Barschrute besonders – und genau die zog ich auch bei der Prüfung. Drei Tage später teilte mir Heike per SMS mit, dass sie auch die praktische Prüfung bestanden hätte. Ratet mal, welche Rute sie zusammensetzen musste? Natürlich die – Barschrute! Genau wie ich. Muss wohl in der Familie liegen. Ob das ein Zeichen des Himmels ist, dass wir mehr auf Barsche angeln sollen?
Die ganze Woche war das Wetter schön. Die Temperaturen stiegen sogar bis auf 18 Grad an und es schien die Sonne. Aber ausgerechnet zum Wochenende hin schlug es um. Es wurde regnerisch und windig. Als Heike am Donnerstag ihre Prüfung bestanden hatte, überlegten wir mit ihr am Samstag schon einmal ein bisschen „Probeangeln“ am Südstadtteich zu machen. Am Freitag hatten wir uns bei Dirk (Fangplatz) mit dem Fliegenfischer Martin verabredet. Martin erzählte uns etwas über das Fliegenfischen und erklärte uns auch, wo genau die Forellenteiche in Hövelhof liegen. Dort hält er seine Fliegenfischerkurse ab. Bevor wir den Laden wieder verließen hatte ich für Heike eine 3m-Spinnrute ausgesucht, die sie von uns zur bestanden Prüfung bekam. Dirk montierte den Endring ab und schraubte auf meinen Wunsch eine Schwingspitze drauf. Zuhause band ich eine schöne große rote Schleife um die Rute.
Als Heike am nächsten Morgen gegen 9.10 Uhr bei uns ankam, regnete es wieder. Über das Geschenk hatte sie sich sehr gefreut. Natürlich wollte sie ihre neue Rute auch gleich ausprobieren. Doch Achim meinte, bei dem Regen würde sie gleich die Lust am Angeln verlieren. Daher schlug er vor, dass wir erst einmal in einen Angelladen nach Paderborn fahren. Dort wollte er sich Fliegenruten anschauen und auch nach einem  Paar Thermostiefel für Heike gucken. So richtig begeistert waren Heike und ich nicht von dem Vorschlag, aber Achim hatte ja mit dem Wetter recht. Also fuhren wir erst einmal nach Paderborn. Auf dem Rückweg machten wir einen Abstecher nach Hövelhof zu dem Forellenteich. Es dauerte ein bisschen, bis wir ihn fanden. Trotz des schlechten Wetters waren einige Angler am Teich, genauer gesagt, an den vier Teichen. Alle vier sind unterschiedlich: An Teich 3 und 4 zahlt man einen Festpreis. Der 1. Teich ist für’s Gruppenangeln vorgesehen. Am  2. Teich zahlt man nur für die Lachsforellen, die man fängt. Je mehr man angelt, desto günstiger wird der Kilopreis.
Während wir uns noch die Anlage erklären ließen, hatte der Regen nachgelassen. Nicht nur Heike, auch ich wollte unbedingt angeln. Wir beschlossen schnell nach Hause zu fahren um unsere Angelsachen zu holen und dann am 3. Teich zu angeln. Gegen 13.30 Uhr waren wir wieder in Hövelhof. Die Angelsachen waren schnell ausgeladen und Achim hatte schon auf seiner Schwingspitzrute die erste Forelle (40 cm, 799 g) gefangen, während ich noch dabei war Heike bei der Montage zu helfen.  Sie wollte unbedingt mit Pose angeln. Endlich war ihre Pose im Wasser und ich konnte mich um meine Angelrute kümmern. Auch ich nahm die Schwingspitzrute. Ich warf sie gerade aus, als Achim seine 2. Forelle am Haken hatte. Sie war so wild und kämpfte sehr. Dabei schwamm sie durch die Schnüre von Heikes und meiner Rute. Heike konnte ihre Pose noch rechtzeitig reinholen, aber meine Schnur zog die Forelle mit. Als Achim sie gelandet und versorgt hatte, sagte er zu Heike, sie solle doch auch lieber mit der Schwingspitze angeln. Dieses Mal half er ihr bei der Montage und ich konnte in Ruhe meine Rute auswerfen. Kurz darauf hatte auch ich meine erste Forelle am Haken.
Die erste schöne Regenbogenforelle an diesem Tag.
Auch die zweite kann sich sehen lassen.
Es war die zweitgrößte, die wir an diesem Tag fingen: 44 cm, 1007 g. Es hatte wieder angefangen zu regnen und inzwischen war es auch sehr windig geworden. Lange tat sich an unseren Ruten nichts, aber trotz des schlechten Wetters ließen wir uns unsere Laune nicht verderben. Besonders, als wir sahen, dass auch die anderen beiden Angler immer wieder schöne große Forellen fingen.
Es war schon nach 15 Uhr, als erneut die Spitze von Achims Rute anzeigte, dass wieder eine  Forelle angebissen hatte. Da sich an Heikes Rute nichts tat (obwohl sie ihren Platz gewechselt hatte und nun dort hinwarf, wo die Forellen sprangen) rief Achim ihr zu: „Heike, willst du die mal drillen? Komm schnell her“. Sofort war sie bei ihm und nahm die Rute in die Hand.
Heike wartet darauf, daß ihr Bissanzeiger sich rührt
Der erste aufregende Drill in Heikes Anglerleben
Achim stand ihr beim Drill hilfreich zur Seite
Schon im Kescher konnte man ahnen, was für ein Brocken das war!
Immer wieder riet Achim ihr, die Rute hoch zu halten und den Fisch ruhig Schnur nehmen zu lassen, wenn er flüchten wollte. Es war gar nicht so einfach diesen Fisch zu drillen. Er zog mächtig und schwamm mal nach rechts, dann wieder nach links. Einmal glaubte Achim sie schon keschern zu können, als sie erneut die Flucht ergriff. Insgesamt dauerte es 15 Minuten, bis Heike sie müde gedrillt hatte und Achim sie keschern konnte. Wir staunten nicht schlecht, als wir sahen, was für einen kapitalen Fisch sie am Haken hatte. Die Forelle war 57 cm groß und wog genau 3.000 Gramm!!! Es war ihr erster „richtiger“ Fisch und Heike war mächtig stolz. Bisher hatte sie ja nur immer Köderfische geangelt. Noch am Abend erzählte sie immer wieder von ihrem aufregenden Drill.
Ein Prachtbursche, den Heike gedrillt hat!
So einen Fisch fängt man nicht alle Tage.
Eine halbe Stunde später hatte auch ich noch eine Forelle von 41 cm und 889 g am Haken. Gegen 16.45 Uhr packten wir, inzwischen vom Regen völlig durchnässt, unsere Sachen. Dann ging es zum Bezahlen. Die 5 Fische hatten ein Gesamtgewicht von 6,6 kg.
Zuhause befreiten wir uns erst einmal von unseren nassen Kleidern und kochten uns einen starken Kaffee. Heike war immer noch etwas geschafft vom Drillen und glaubte, sie könnte sich nun ausruhen. Doch Achim sagte zu ihr: „Wer Fische fängt, muss sie anschließend auch ausnehmen.“ Er zeigte ihr an zwei Forellen wie es geht und ließ sie es dann alleine probieren. Das klappte auch super. Nur die letzte, die größte Forelle wollte sie nicht ausnehmen. Das tat dann Achim für sie.
Geschafft, aber glücklich. Gleich geht's ans Ausnehmen.
Es ist doch gar nicht so schlimm....
Mit einem gekonnten Schnitt wird der Bauch geöffnet.
Im Vordergrund wartet noch die Riesenforelle.
Gleich ist es geschafft und die Forelle kommt in die Kühltruhe.
Alles in allem hat uns der Tag am Forellensee, trotz des miesen Wetters, gut gefallen. Da er ganz in unserer Nähe liegt werden wir dort sicher bald wieder hinfahren, besonders in der Zeit, wo an unseren Flüssen und Seen nicht so viel zu fangen ist. Aber erst einmal steht uns noch das Anangeln vom ASV Dalbke bevor, dass am kommenden Sonntag stattfindet.

Oerlinghausen, den 22.03.2004

Anangeln in 2004 mit dem ASV Dalbke

Sonntag fand das Anangeln vom ASV Dalbke statt. Zum ersten Mal waren Forellen in den Südstadtteich eingesetzt worden; dementsprechend war die Anzahl der Mitglieder, die gekommen waren, höher als sonst.
Auch unsere Tochter Heike durfte mitangeln. Sie bekam sozusagen von Thomas, dem Vereinsvorsitzenden, als Geburtstagsgeschenk (der war am 26.) die Erlaubnis dazu. Außerdem erhofft man sich, sie bald als Vereinsmitglied begrüßen zu dürfen. Ihre Überlegungen gehen auch in diese Richtung.
Heike kam schon am Samstag zu uns und blieb über Nacht, da wir am nächsten Morgen früh raus mussten. Das Anangeln begann zwar erst um 7.30 Uhr, aber Achim als stellvertretender Sportwart war schon eine Stunde vorher da, und half Arno beim Aufstellen der Schilder.
Anders als im Mindener Verein wurden die Plätze beim Anangeln des ASV Dalbke durch Ziehen einer Nummer ausgelost. Heike wollte, genau wie ich beim ersten gemeinschaftlichen Angeln, nicht alleine sitzen. „Hoffentlich bekomme ich einen Platz neben Achim. Ich habe doch noch nicht alles, was ich zum Angeln brauche. Das muss ich mir von ihm leihen. Neben dir will ich lieber nicht sitzen, du bist mir zu nervös“, meinte sie.  Da muss ich ihr ausnahmsweise Recht geben. Die erste Stunde am Wasser bin ich immer sehr unruhig, setze mich sozusagen unter „Fangzwang“. Aber nach einer gewissen Zeit werde ich ruhiger. „Das wird schon klappen. Letzes Jahr habe ich mit Leuten so lange getauscht, bis ich einen Platz neben Achim hatte“, beruhigte ich sie. Und so kam es dann auch. Ein netter Vereinskollege überließ ihr seinen Platz neben Achim. Ich dagegen saß 10 Plätze weiter, was mir zwar nichts ausmachte, aber trotzdem hätte ich lieber neben Achim und Heike gesessen.
Tags zuvor war es schön sonnig und auch warm gewesen. Aber an diesem Morgen war es doch noch sehr kalt. Bis zum Mittag schaffte die Sonne es nicht zwischen den Wolken hervor zu kommen.
Genau wie beim Forellenangeln am Gevattersee entschied ich mich für die Schwingspitz- und eine Teleskoprute mit  Forellenpose. Das Vorfach für die Schwingspitzrute wählte ich etwas kürzer, nämlich 0,70 m lang. Bei der Posenrute entschied ich mich für ein 1,20 cm langes Vorfach. An den 10erHaken der Schwingspitzrute montierte ich weißes Power Bait von Berkley und auf die Hakenspitze zog ich eine kleine Made. An die Teleskoprute kam ein 14er Haken, ebenfalls mit einer kleinen Made. Kaum hatte ich die Pose im Wasser, biß auch schon ein kleiner Barsch. Etwas später hing eine kleine Rotfeder am Haken. Als ich 2 Barsche und 5 Rotfedern gefangen hatte und immer noch keine Forelle meinen Köder nehmen wollte (die Angelkollegen rechts und links neben mir hatten schon jeder 2 gefangen!), montierte ich die Pose an der Teleskoprute ab. Zuhause hatte ich auf die Hauptschnur 4 kleine Stopper gezogen, dazwischen kam ein Wirbel. Diesen Tipp hatte ich in einer Angelzeitschrift gelesen. Es ließ mir die Möglichkeit schnell die Pose gegen eine andere auszuwechseln oder auch ein Grundblei in den Wirbel zu hängen. Letzteres tat ich dann auch. Auf den Haken kam eine Made und grünes Magic Bait von Sensa. Mit dem 20 g Blei konnte ich dorthin werfen, wo die Nachbarn ihre Forellen gefangen hatten. Es dauerte auch keine 10 Minuten, bis eine Forelle meinen Köder nahm. Kaum spürte sie den Haken, sprang sie aus dem Wasser und versuchte den Haken abzuschütteln, was ihr jedoch nicht gelang. Dann versuchte sie reißaus zu nehmen. Der Drill dauerte nur ein paar Minuten, dann hatte ich sie am Ufer. Bislang hatte Achim immer die Fische gekeschert und heute sollte bzw. musste ich es alleine machen. Ich versuchte es auch, aber so richtig wusste ich den Kescher nicht zu halten. Endlich hatte ich sie dann doch drin, aber sie sprang gleich wieder raus und versuchte erneut abhauen. Also drillte ich sie wieder zum Ufer und zog sie an Land. Hinter mir hörte ich wie ein Junge zu seinem kleinen Bruder sagte: „Guck mal, die Frau hat einen Fisch gefangen. Hier bleiben wir jetzt und schauen zu. Die fängt sicher noch mehr. Aber wir müssen ganz leise sein.“ „Warum?“ fragte der Kleine. „Weil sonst die Fische abhauen. Psst!“ Ich fasste den Fisch mit einem Handtuch und drehte mich so um, dass der Kleine nicht sah, wie ich den Fisch erst betäubte und dann abstach. Als ich ihn auf den Boden legte, fragte der Kleine seinen Bruder: „Und was macht sie jetzt mit dem Fisch? Ist der tot?“ „Ja, den will sie essen.“ Ich beköderte den Haken neu und warf erneut aus, in der Hoffnung, eine weitere Forelle zu fangen. Aber es tat sich nichts mehr. An der Schwingspitzrute hatte ich den ganzen Vormittag überhaupt keine Meldung.
Heike wartet gespannt, wann die erste Forelle beißt
Um ca. 10 Uhr ging ich einmal kurz zu Heike herüber. „Na, wie sieht es bei dir aus?“ fragte ich sie. „Ich habe erst eine Forelle und weiter nichts. Achim zieht eine nach der anderen raus“, kam die etwas wehmütige Antwort. „Ich habe auch erst eine. Wird schon noch werden.“ Dann ging ich zu Achim und fragte, wie viele er den schon hätte. „Weiß ich nicht so genau. Vielleicht 7.  Ich habe nicht mitgezählt. Außerdem werden die Forellen beim Wettkampf nicht gewertet. Nur bei den Jugendlichen. Versuch lieber Weißfische zu fangen. Vielleicht bekommst du heute auch mal einen Preis.“
Ich ging wieder zurück an meinen Platz. Die Schwinge an der Rute hing immer noch traurig herunter. Ich holte sie wieder rein, wechselte den Köder aus und warf sie erneut aus. Viel Platz zum Auswerfen hatte ich nicht, bei den vielen Anglern. Also musste ich immer die gleiche Stelle anwerfen, obwohl sich dort absolut nichts tat.
Gegen 11 Uhr montierte ich erneut eine Pose an die Teleskoprute. Kurz darauf bissen auch wieder ein paar Rotaugen auf die Maden. Wettkamp hin, Wettkampf her. Ich wollte gar nicht zu den Gewinnern gehören. Ich wollte lieber noch ein paar Forellen fangen. Nach einer halben Stunde montierte ich wieder das Grundblei an die Teleskoprute und wartete ab, ob sich doch noch eine Forelle für meinen Köder interessierte.
Meine Angelkollegen rechts und links neben mir trugen schon vorab untereinander einen Wettkampf aus. Jeder rief dem anderen zu „Rate mal, was ich da habe?“, sobald wieder ein Weißfisch am Haken hing. Sie angelten wirklich wie die Weltmeister: Made an den Haken, auswerfen, reinholen, Fisch abmachen, beködern, auswerfen, reinholen. So ging das bis 13 Uhr. Dann war das Anangeln beendet. Wenn der Kollege rechts von mir nicht drei Fische neben statt in den Senkkescher geworfen hätte, hätte er den ersten Platz belegt. So wurde er „nur“ Zweiter.
Arno liest die Namen der Sieger vor
Auch die Jugendlichen bekamen einen Preis
Heike hatte dann noch eine zweite Forelle und ein paar Weißfische gefangen. Achim war mal wieder Spitzenreiter in unserer Familie. Er hatte 9 Forellen und 1000 g Weißfische gefangen! Heikes Weißfische wogen an die 400 und meine etwas über 500 g. Bis zum 5. Platz gab es Preise. Achim wurde 6., weil der Barsch, den er gefangen hatte, ebenfalls nicht in die Wertung kam.
Obwohl wir drei anschließend ganz schön geschafft waren, hat uns das Angangeln doch ganz gut gefallen. Bevor es ans Ausnehmen der insgesamt 12 Forellen ging, legten wir uns alle erst einmal hin und schliefen eine paar Stunden. Frische Luft und frühes Aufstehen macht eben müde!
Zum Abendessen gab es natürlich gebratene Forelle – wie könnte es auch anders sein.

Montagmittag saß ich im Büro und schaute aus dem Fenster. Der Himmel leuchtete in strahlendem Blau und die Sonne schien. Da kam mir der Gedanke, nach Feierabend erneut an den Südstadtteich zu fahren. Von den eingesetzten 200 Forellen waren gerade mal die Hälfte rausgefischt worden. Die Chance, noch ein paar zu fangen, wollte ich mir nicht nehmen lassen. Zumal bestimmt auch andere Vereinsmitglieder auf die Idee kommen würden. Achim ging nach Feierabend zum Tennis und kam nicht vor 20 Uhr nach Hause. Per E -Mail teilte ich meine Gedanken Heike mit – und prompt kam die Antwort: „Daran hatte ich auch schon gedacht. Ich kann um 15 Uhr Feierabend machen und komme dann nach Oerlinghausen.“ Toll! Sie hat also immer noch großen Spaß am Angeln, dachte ich.  Als ich gegen 15.30 Uhr zu Hause ankam, war ich überrascht, dass sie schon da war. „Ich habe schon um 14.30 Uhr Feierabend gemacht. Wenn du willst, können wir gleich losfahren.“ Ich antwortete ihr, dass ich mich nur schnell umziehen und noch die Köder einpacken würde. Eine Viertelstunde später saßen wir im Auto und fuhren zum Teich.
Wie erwartet, waren auch andere Angler da, unter anderem auch der junge Mann (Lucas), der beim Anangeln rechts von mir gesessen hatte. Er kam zu uns rüber und als er sah, dass ich kurz darauf die erste Forelle fing, packte er seine Sachen und setzte sich neben Heike.
Anfüttern soll manchmal helfen...
Eine halbe Stunde später hatte ich meine zweite Forelle gefangen. Langsam wurden die beiden anderen Angler unruhig, denn bei ihnen tat sich immer noch nichts. Heike hatte – wie ich auch – die Schwingspitzrute mit Power Bait und Made rausgeworfen. Aber sie war davon überzeugt, dass die Forellen auch nur auf eine Made beißen würden, die sie an ihrer Spinnrute mit Pose anbot, da Achim ja tags zuvor 9 Stück auf diese Art gefangen hatte. Aber alles was an ihren Köder ging, waren kleine Rotfedern und Rotaugen. Dann kam der Angelkollege Brinkmann zu uns. Er saß am Ende des Teiches. Er und sein Sohn hatten schon jeder 3 Forellen gefangen. „Die beißen hier einfach auf Alles. Habt ihr Mehlwürmer dabei? Wenn nicht, ich kann euch welche geben.“ Nein, Mehlwürmer hatten wir nicht mit – die lagen zuhause im Kühlschrank. Als Lucas hörte, dass die Forellen an der anderen Stelle so gut bissen, packte er seine Sachen und zog um. Jetzt hatte Heike zwar mehr Platz zum Auswerfen, aber eine Forelle bekam sie weiterhin nicht an den Haken.
Gegen 18.30 Uhr wurde es etwas kühler. Ich wollte gerade zum Auto um mir meine Thermojacke zu holen, als der Angelkollege Brinkmann auf mich zukam. „Kommt doch hier hin. Hier stehen sie. Es ist ganz einfach sie zu fangen.“ Okay, dachte ich. Packen wir unsere Sachen und gehen auch an die Angelstelle. Vielleicht hat Heike hier ja etwas mehr Glück. Inzwischen war auch Thomas, unser Vereinsvorsitzende gekommen. Er stand links von Heike, warf seine Wasserkugel ca. 20 m raus – und sofort hatte er eine Forelle dran. Auch meine Schwingspitzrute zeigte nach ca. 15 Minuten, dass eine gebissen hatte. So klein sie auch sind (zwischen 26 und 28 cm), sie machen einen Terz und springen wie die Weltmeister, wenn sie gedrillt werden. Heike tat mir leid. An ihren Köder wollte einfach keine beißen. Sie wurde inzwischen schon richtig sauer. Inzwischen war es 20 Uhr geworden und es wurde Zeit, dass wir einpackten. Ich hatte meine Ruten schon reingeholt und zusammengepackt und Thomas war ebenfalls dabei zu gehen. Seine Rute mit der Wasserkugel lag jedoch noch im Teich, Als er sah, wie sie erneut abtauchte, bot er Heike an die Forelle zu drillen. Das tat sie dann auch und da er schon die Mindestanzahl (3 Stück) hatte, durfte sie diese auch behalten.

Verflixt! Warum müssen Maden so klein sein?

Auf der Heimfahrt war sie immer noch etwas stinkig, weil sie keine gefangen hatte. „Ich habe dir doch erzählt, wie es mir in Minden beim Anangeln ergangen ist. Erst fing Achim an seinem Platz 4 und bei mir biß keine. Dann tauschten wir die Angelstelle und sie bissen wieder nur auf Achims Köder. Ich fing auch keine einzige – und war trotzdem nicht sauer!“ „Ja ich weiß, aber trotzdem verstehe ich es nicht, warum die anderen alle welche gefangen haben und ich nicht“, war ihre Antwort.
Das wissen nur die Fische.

Oerlinghausen, den 04.04.2004

Entenfang und Fliegenfischen

Wir gehen immer wieder gerne zu Dirk in sein Angelgeschäft “Fangplatz”, auch wenn wir nicht unbedingt etwas kaufen wollen. Hier trifft man immer nette Leute und kann seine Erfahrungen austauschen. Am Samstag waren wir kurz vor Ladenschluss bei ihm, weil ich für den nächsten Tag ein paar frische Maden holen wollte. Dirk erzählte uns u.a., dass er vor einiger Zeit einmal an einem Tag gleich 3 Enten am Haken hatte. Ich konnte mir das gar nicht vorstellen, wie das gehen sollte. Wenn ich an unserem Südstadtteich sitze, wo es sehr viele Enten gibt (dank der Spaziergänger, die sie jedes Mal füttern, vermehren sie sich prima), beobachte ich immer wieder, wie geschickt sie den Angelschnüren aus dem Wege gehen.
Kurz und gut. Hier die Geschichte: Achim, Heike und ich saßen am Samstagnachmittag am Teich. Ich wollte an diesem Tag gerne mal eine Schleie oder einen Karpfen fangen. Wir waren kurz vor 15 Uhr an unserem Angelplatz und trotz vorheriger schlechter Wetterprognosen schien auch heute noch die Sonne. Die ganze Woche über war es angenehm warm gewesen und auch die Wassertemperaturen sind gestiegen, so dass einem Schleien- oder Karpfenfang eigentlich nichts im Wege stand. An dem Platz, wo wir eigentlich zu Dritt sitzen wollten, saß schon ein älterer Angler, so dass nur noch eine Stelle frei war. Dort ließ ich Achim nieder. Heike und ich bauten unsere Angelsachen sozusagen „um die Ecke“ auf, d.h. zwischen Achim und uns lagen ca. 10 m.
An meine Grundrute kam ein Wurmhaken mit einem quirligen Dendrobena. Da ich vermutete, dass auch noch ein paar Forellen im Teich waren, habe ich – falls die anderen Fische nicht an den Haken gehen sollten – auch meine Schwingspitzrute mit Power Bait am Haken ca. 15 m weit rausgeworfen.
Es dauerte vielleicht eine Viertelstunde und ich hatte die erste Forelle am Haken. Ich brachte sie zu Achim, der die Kühlbox neben sich stehen hatte. Auch er hatte schon eine Forelle gefangen. Weitere 15 Minuten später landete ich die zweite. Heike wollte ebenfalls Forellen fangen. Das probierte sie mit ihrer Schwingspitzrute und mit einer Teleskoprute an der sie eine Wasserkugel montierte. Leider biß auf ihren Teig keine Forelle und an die Maden, die sie mit der Wasserkugel anbot, gingen immer nur kleinere Rotfedern. Es war so gegen 16.30 Uhr, als mir die dritte Forelle an den Haken ging. Auf der Grundrute tat sich die ganze Zeit nichts, also holte ich sie rein und wechselte sie gegen die 3,60 m lange Teleskoprute aus. An diese montierte ich nun ebenfalls eine Wasserkugel, an den Haken kam erneut ein Dendrobena. Um 18.10 Uhr tauchte meine Wasserkugel ab und die Schnur wurde von der Rolle gezogen. Ich schlug an und hoffte, dass eine Schleie meinen Köder genommen hatte. Doch es war keine Schleie,  ein Barsch von 32 cm hing am Haken!
Der erste Barsch in diesem Jahr aus dem Südstadtteich
So sieht ein Barschmaul aus!
Nachdem ich ihn versorgt hatte, ging ich damit wieder zu Achim. Gerade in diesem Moment tauchte seine Pose ab. Der „Fisch“ zog mächtig an der Schnur. „Das ist sicher ein ganz großer Karpfen!“ sagte ich zu ihm. „Kann sein. So wie der zieht, ist es jedenfalls etwas Größeres“, antwortete er mir. Kurz darauf sahen wir, um was für einen großen Fang es sich handelte: eine Ente hing am Haken! Sie machte einen Heiden Lärm und wollte wegfliegen, was ihr jedoch nicht gelang. Achim hatte nur eine dünne geflochtene Schnur auf der Rolle ( 0,10er) und seine Rutenspitze bog sich fast bis ins Wasser. Immer wieder versuchte die Ente hochzufliegen, aber daran wurde sie unter anderem auch von den Erpeln gehindert. Sie nutzten die Gelegenheit, um auf sie zu steigen. Zeitweise saßen zwei Erpel auf der Ente und Achim befürchtete, dass seine Rute das nicht aushalten würde. Endlich, nach 20 Minuten, hatte er sie am Ufer. „Nimm den Kescher!“ rief er mir zu. „Der ist viel zu klein für die Ente. Warte! Ich hole meinen“. Ich wollte gerade zu meinem Angelplatz, als mir der ältere Angler seinen Kescher hinhielt. Es war gar nicht so einfach die Ente in den Kescher zu bekommen. Mehrmals nahm sie Reißaus, aber dann lag sie im Netz. Leider machte ich den Fehler und hob den Kescher aus dem Wasser, stand ihn zu ziehen. Dabei brach der Stil des Keschers ab. Schöne Bescherung! Ich hätte mich nicht weniger geärgert, wenn es mein eigener gewesen wäre, aber einen fremden Kescher kaputt zu machen war mir nun doch sehr peinlich. Beim genaueren Hinsehen sah ich, dass der Kescher in einem Angelladen in Oerlinghausen gekauft war. Ich sagte zu dem Angelkollegen, dass ich ihm einen neuen besorgen würde, womit er auch einverstanden war. Nachdem Achim die Ente, die im Kescher lag und sich nicht mehr groß rührte, am Hals gepackt hatte, konnte er ihr unter Anstrengung den Haken aus den Schwimmflossen entfernen. Dann ließ er sie wieder frei. „Die hätten wir behalten sollen. Entenbraten schmeckt gut. So ist das ein teuer Angeltag geworden“, meinte ich zu Achim. „Das hätte nicht sein brauchen. Ich habe dir schon einige Male erklärt, dass man einen Kescher ans Ufer zieht und niemals – zumindest wenn ein dicker Fisch drin ist – hochhebt. Da bricht jeder Kescher!“ war seine Antwort. „Hätte ich meinen geholt, wäre das nicht passiert. Der hat ein Aluminium- und kein Plastikgelenk“, murmelte ich.
Nun ja, passiert ist passiert und aus Fehlern lernt man (hoffentlich!).
Die Ente hängt am Haken! und wehrt sich heftig!
Am nächsten Morgen um 7.30 Uhr, hatten wir uns mit Martin verabredete. Er ist einer der Moderatoren vom Anglerboard und für die Rubrik Fliegenfischen zuständig. Er hat auch eine sehr interessante private Webseite: www.xxl-fishing.de . Martin wollte an diesem Tag Achim das Fliegenfischen beibringen. Ich interessiere mich zwar auch dafür, habe aber nicht vor, in Zukunft selber mit der Fliegenrute loszuziehen (jedenfalls sehe ich das so vom heutigen Standpunkt aus. Aber man weiß ja nie). Aber nur zuschauen wollte ich den ganzen Morgen auch nicht und so nahm ich zwei Ruten mit, um in der Zeit, wo Achim übte, ein paar große Forellen zu fangen. Gegen 8 Uhr kamen wir an den Forellenteichen in Hövelhof ( Emsquellaue ) an. Der Teich 1 (für Gruppen gut geeignet) war leider schon besetzt. Zum Fliegenfischenüben wären, so sagte uns der Besitzer, entweder der 2. oder der 4. Teich ebenfalls geeignet. Wir entschieden uns zuerst für den 4. Teich, aber der kostete pro Angler (für den ganzen Tag) 18 €. So lange wollten wir nicht bleiben, höchstens bis Mittags. Wir versuchten einen anderen Preis auszuhandeln, aber das gelang uns nicht. Blieb als Alternative nur der 2. Teich, wo man nur die gefangenen Fische (nach Gewicht) bezahlt. An diesem Teich hatten Heike, Achim und ich schon vor 14 Tagen geangelt. Während Martin noch Achim erklärte, wie man die Fliegenrute hält und wirft, hatte ich schon meine Schwingspitzrute ausgeworfen. Es dauerte nur ein paar Minuten und ich hatte den ersten Biss. Leider konnte ich die Forelle nicht drillen, denn das Vorfach riss ab. In meiner anfänglichen Nervosität hatte ich vergessen den Freilauf einzuschalten. Ein dummer und überflüssiger Fehler, der mir da wieder unterlaufen war!
Doch der Nächsten schmeckte das grün-gelb-orange Power Bait ebenfalls. Sie konnte ich nach einem harten Zweikampf landen. sie war so schwer (61 cm, 3,1 kg), dass Achim mir beim Keschern half. Dann meinte er: „Herzlichen Glückwunsch. Aber hol nicht so viele und vor allem Dingen nicht so große raus, damit es nicht wieder so teuer wird, wie beim letzten Mal“. Ich antwortete:„Nein, das werde ich nicht.Ich konnte doch nicht ahnen, dass ich gleich so ein Monster an den Haken bekomme!
Ein wilder Zweikampf
Und schon ist sie im Kescher
Unsere Freude über den schönen Fang ist groß
Meine Schwingspitzrute wartet auf den nächsten Biss
Doch nur rumsitzen möchte ich hier auch nicht.“  Ich machte eine kleine Pause und schaute den Männern einige Minuten beim Werfen zu. Dann angelte ich weiter. Ca. 30 Minuten später hatte ich die nächste am Haken. Sie war Gott sei Dank 20 cm kleiner und wog nur um die 900 g. Der Haken steckte – wie immer – tief im Maul und ich bekam ihn nur schwer los.
„Jetzt mach erst einmal mal eine Frühstückspause“ riefen mir nun beide Männer zu. Ich legte meine Rute ab, ging zu ihnen und schaute ihnen erneut beim Werfen und Reinholen zu. Achim konnte es schon sehr gut für den Anfang.
Achim wirft die Fliegenrute aus
Es klappt schon ganz gut, wie man sieht
Nach einer Viertelstunde wurde ich unruhig. Ich wollte weiterangeln und ging ich wieder an meinen Platz. Dieses Mal montierte ich weißes Power Bait an den Haken. Ich setzte mich und wartete. Nichts tat sich. Nach 10 Minuten holte ich die Rute wieder rein und wechselte auf grünes Power Bait. Aber auch das wollten die Forellen nicht. Beim Einholen löste es sich vom Haken und schwamm auf dem Wasser. Ich überlegte, was ich jetzt für eine Farbe ausprobieren sollte. Von dem grün-gelb-orange Power Bait, worauf die Forellen heute anscheinend Appetit hatten, hatte ich nicht mehr viel. Es reichte höchstens für die nächsten zwei Montagen. Ich war mir sicher, auch oranges Power Bait eingepackt zu haben, aber ich fand es in meinem Rucksackstuhl nicht (war im Nachhinein vielleicht auch gut so!). Zur weiteren Auswahl hatte ich noch weiß-blaues und rougefarbenes. Ich entschied mich für letzteres. Während ich es formte, sah ich, wie eine Forelle nach dem grünen Power Bait, das auf der Wasseroberfläche schwamm, schnappte – und es sofort wieder ausspuckte. Aha, das mögen sie tatsächlich nicht, dachte ich bei mir. Mal schauen, wie sie auf das rougefarbene reagieren. Ich montierte es an den Haken und warf gespannt aus. Das mochten sie! Es dauerte nur wenige Minuten und die nächste biss an. Aber beim Drillen spürte ich, dass sie plötzlich weg war. Was war passiert? Der Haken war ab! Ich vermute, dass ich die Schnur beim Lösen des Hakens aus dem Maul der letzten Forelle verletzt hatte. Noch so ein dummer Fehler! Hätte ich doch gleich einen neuen Haken genommen. Bequemlichkeit zahlt sich eben nicht aus! Ein neues Vorfach war schnell wieder drangemacht und kaum lag der Köder im Wasser, schnellte die Schwingspitze nach oben. Ich wartete einen Moment, gab noch etwas Schnur und schlug an. Dass es sich nicht um eine kleine handelte, merkte ich schon beim Drill. Mehrmals versuchte die Forelle den Haken loszuschütteln, aber es gelang ihr nicht. Endlich hatte ich sie am Ufer. Dieses Mal half mir Martin beim Keschern. Wieder so ein Brocken! Dieses Mal „nur“ 54 cm und 1850 g schwer,  aber immerhin. So macht Angeln Spaß! Wie ihre Vorgängerinnen kämpfte auch sie und sprang zeitweise einen Meter hoch aus dem Wasser.
Wieder so ein Prachtbursche!
Die meisten Angler meinen, es sei unter ihrer Würde, an einem Forellensee zu angeln. Aber so einfach, wie man sich das denkt, ist es wahrhaftig nicht. Die Forellen haben ihre eigenen Launen. Einen Tag beißen sie auf rotes, den nächsten Tag auf grünes und dann wieder auf weißes Power Bait. An manchen Tagen mögen sie nur Mehlwürmer. Mal nehmen sie auch nur von der Oberfläche, dann beißen sie wieder im Mittelwasser.
Ich weiß nicht mehr ob es vor oder nach dieser Forelle war, jedenfalls fing Martin mit seiner Fliegenrute ebenfalls eine schöne Forelle. Die erste, die er dran hatte, war ihm kurz vor dem Ufer vom Haken gegangen (das passiert also nicht nur mir!), aber die nächste landete bald in seinem  Kescher.
Martin hatte auch Erfolg
Das Fische auf so kleine Fliegen beißen....
Als ich die dritte Forelle gelandete hatte rief Achim zu mir rüber „Nimm doch mal grünes Power Bait.“ „Das mögen sie doch nicht. Auch kein weißes oder blau-weißes“, antwortete ich. „Eben drum. Sonst wird es zu teuer!“ war seine Antwort. Na gut, dachte ich, ich kann ja weiter probieren was sie mögen. Zu dumm, dass ich kein Orange dabei habe. Ich überlegte noch ein wenig was ich machen sollte und plötzlich erinnerte ich mich daran, dass wir in der Schule im Kunstunterricht gelernt hatten, dass Grün und Rot zusammen gemischt Orange ergibt. Das war’s! Schnell nahm ich die beiden Gläser und vermischte die Sorten miteinander.  Und siehe da: es wurde tatsächlich eine ähnliche Farbe wie Orange daraus.
Während ich noch am Vermischen des Power Baits war, rief Achim zu mir herüber: „Komm mal zu mir. Ich habe den ersten Fisch mit der Fliege gefangen.“ Sofort unterbrach ich meine Tätigkeit und ging hin. Ich hatte gar nicht gesehen, dass eine Forelle gesprungen war. Das taten sie nämlich immer, sobald sie merkten, dass sie einen Haken im Maul hatten. Neugierig ging ich rüber um zu sehen, was für einen „Brocken“ Achim wohl am Haken hätte. Der „Brocken“ war ein klitzekleines Fischchen, das sich mit großem Appetit auf die künstliche Fliege gestürzt hatte. Und zwar in dem Moment, als Achim die Schnur einholte. Achim hatte sich zwar etwas gewundert, dass der Kunstköder schwerer als vorher war, es aber auf dem Bleikopf an der Fliege geschoben. „Na, das ist ja schon mal ein Anfang. Der nächste Fisch wird sicher etwas größer sein“, meinte ich grinsend.
Der erste, wenn auch etwas kleine  Fisch an Achims Fliegenrute
Nachdem ich die Fotos gemacht hatte, ging ich wieder an meinen Platz zurück und bestückte den Haken der Rute mit dem gemischten Power Bait. 10 Minuten wartete ich, dann holte ich die Rute  wieder rein. Das Power Bait war zwar ab, aber von einem Biss hatte ich nichts bemerkt.
Inzwischen hatte es zu regnen angefangen und es wurde immer schwieriger mit glitschigen Fingern den Teig auf den Haken zu bekommen. Mit trockenen lässt er sich viel besser formen und aufziehen.
Eigentlich reichten ja die drei Forellen für heute, dachte ich für mich, aber einfach nur so rumsitzen und den anderen beim Fangen zuschauen... Ne, das wollte ich auch nicht. Nach einer Stunde ohne einen Biss wechselte ich von dem gemischten Orange wieder auf „pures“ Rouge um. Es dauerte keine 5 Minuten, bis meine Schwingspitze nach vorne schnellte und die Bremse ging. Die vierte Forelle war dran. Gottseidank war es nicht wieder so eine große. Dieses war eine schöne Portionsforelle für zwei Personen von 40 cm.
Der Regen hatte wieder etwas nachgelassen und ich packte meine Schwingspitzrute zusammen. Vier Forellen sind wirklich genug, dachte ich. Doch eine innere Stimme wollte mit dem Angeln noch nicht aufhören. „Probier doch einmal aus, wie die Forellen auf einen Wurm, der an einer Wasserkugel hängt, reagieren“, drängte sie mich. „Na gut. Aber nur ausprobieren!“ Meine 3,60 m lange Teleskoprute war fertig montiert, so dass ich nur einen neuen Haken und einen Wurm nehmen musste und schon warf ich aus. Die Wasserkugel tauchte einmal kurz unter, um dann sofort wieder aufzutauchen. Nach einer Viertelstunde holte ich sie rein und sah, dass ein Stück vom Wurm abgebissen war. Ich bestückte den Haken mit einem neuen und warf wieder aus. Aber es tat sich nichts. Würmer waren wohl doch nicht so der Leckerbissen. „Mach Schluss für heute. Es ist gleich 12 Uhr“, meinte Achim. „Ja, sofort. Wurm mögen sie nicht, aber ich schaue mal, wie es mit  Mehlwürmern aussieht“, antwortete ich ihm. Mehlwürmer mochten sie! Kaum war er im Wasser,  schnappte sich eine den Mehlwurm und wollte Reißaus nehmen. Doch er Haken hing im Maul. Als sie es merkte, tobte sie so sehr im Wasser herum, dass sich die Wasserkugeln, die ich an einem Haken befestigt hatte (vor und hinter dem Haken hatte ich jeweils 2 Stopper montiert) löste. Da schwamm sie nun einsam und verlassen auf dem Teich! Ich dachte schon, die Forelle hätte sich beim Sprung vom Haken gelöst, aber dann merkte ich, dass sie doch noch dran war. Ich drillte sie zum Ufer und kescherte die fünfte. Sie war 42 cm groß und wog 1050 g.
Leider fing Achim an diesem Vormittag keine Forelle mit der Fliegenrute, aber das machte nichts. Schließlich fing er ja erst mit dem Fliegenfischen an.
Bisher haben wir alle unsere Fische selber ausgenommen, aber dieses Mal wollten wir uns zuhause die Arbeit ersparen (um 14 Uhr startete die Formel 1, die wir unbedingt sehen wollten) und ließen es gleich am Forellenteich machen. Pro küchen- und transportfähig eingepackte Forelle zahlten wir 0,25 €. Zuhause brauchten wir sie dann nur noch einfrieren oder zubereiten.
Die größte Forelle (61 cm) haben wir abends filetiert und eingefroren. Die zweitgrößte (54 cm)  bekam Papa Erwin zu seinem Geburtstag, den er zwei Tage später feierte. Eine 40er Forelle haben wir mit Kopf und Schwanz  eingefroren. Nur die anderen beiden kamen nicht in die Kühlruhe. Die hat Achim abends „auf italienische Art“ zubereitet (Rezept siehe am Ende des Berichts).
Stolze 6,1 kg halte ich in der Hand
In unserer Kühltruhe liegen nun 25 Forellen und außerdem noch ein paar Hechte aus Schweden. Außerdem ein Zanderfilet, ein Aal, einige Barschen und Schleien vom letzten Jahr.
Es wird Zeit, dass die Fische gegessen werden, denn wir haben in diesem Jahr noch vor viele Fische zu fangen.
Vielleicht sogar einmal einen Lachs? Oder eine Äsche? Oder ein Saibling? Oder gar einmal ein paar Heringe? Klar, können wir diese Fische hier in unserer Gegend nicht fangen. Aber in Dänemark! Und da fahren wir die Woche nach Ostern hin, genauer gesagt nach Ribe. (Wenn wir zurück sind, berichte ich natürlich auch darüber wieder). Vor allen Dingen bin ich gespannt, ob Achim mit seiner neuen Fliegenrute, die er sich gerade zugelegt hat, in der Kongea und in den vielen Forellenteichen, die es dort gibt, etwas fängt. Ich selber werde es einmal mit Streamern und Fliegen an der Spinnrute versuchen. Oder vielleicht darf ich ja einmal seine Fliegenrute ausprobieren?
Sehr gespannt bin ich auch auf das Heringsangeln in Hvide Sande.
Außerdem – so viel kann ich schon verraten -  geht es im Juni/Juli nach Ramspau an den Regen. Was wir dort angeln wollen? Natürlich Welse!!!
Oh ja, ein aufregendes Angeljahr steht uns bevor. Ob das die Fische auch wissen?

Hier das Rezept zum Nachkochen:

„Forelle italienisch“

Zutaten:
2 Forellen á 300 g (oder auch größer)
Salz
Frisch gemahlener Pfeffer
2 Zweige frischer Rosmarin
1 TL Butter
Schale einer halben Zitrone
4 EL Weißwein
1 Knoblauchzehe
3 EL natives Olivenöl
2 EL Zitronensaft

Zubereitung:
Die ausgenommenen Forellen waschen und innen und außen salzen und pfeffern.
In den Bauch jeder einen Zweig frischen Rosmarin stecken.
Eine große Kasserolle, in der beide Forellen Platz haben, mit etwas weicher Butter einfetten.
Den Boden der Kasserolle leicht salzen und pfeffern.
Die Forellen nebeneinander hineinlegen. Die dünn abgeschälte Zitronenschale (Ersatzweise Fertigprodukt) dazugeben und den Wein angießen.
Einen Bogen Pergamentpapier von einer Seite mit Butter bestreichen und über die Forellen legen.
Die Form in den auf 225° C vorgeheizten Backofen schieben und die Fische 15 Minuten backen. (Bei größeren Forellen etwas länger!).
Die fertigen Forellen auf eine vorgewärmte Platte legen.
Den Sud mit der durchgepressten Knoblauchzehe, dem Olivenöl und Zitronensaft verrühren und über die Fische verteilen.

Bon Appetit!

Oerlinghausen, den 09.04.2004

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