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Achim Kluck

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Uschis Angelberichte und mehr...

Angelerlebnisse 2003

Teil 1

Welch eine Freude!

Eigentlich sollten hier ja nur Berichte ├╝ber meine Angelerlebnisse stehen. Heute mache ich mal eine Ausnahme, indem ich schon vorab etwas mitteile, n├Ąmlich, dass wir heute unseren Urlaub gebucht haben. Nat├╝rlich wird es wieder ein Angelurlaub – was auch sonst! Aber dieses Mal geht es nicht ins Altm├╝hltal nach Bayern. Nein, ganz woanders hin. Wir fahren nach Schweden!!!

Wir haben dort vom 26. April bis zum 14. Mai 2003 ein Ferienhaus mit Kamin und Sauna, und – was wohl noch viel wichtiger ist mit Bootsanleger! – gemietet. Dort werden wir uns dann, das ist ja wohl klar, nat├╝rlich auch ein Boot mieten, um dann auf dem ├ůsnen See den gro├čen Hechten auf den Leim zu gehen. (Hoffentlich werde ich nicht seekrank!) Du glaubst daraus wird nichts? Ich habe nicht die richtige Ausr├╝stung? Nicht den richtigen K├Âder? Und ├╝berhaupt, kenne ich den See nicht?

Nun ja, wenn das deine Meinung ist, dann sei doch bitte so lieb und teile mir deine Erfahrungen mit. Vielleicht warst du ja selber schon einmal dort. Ich w├╝rde mich ├╝ber einen Tipp sehr freuen.

Und wenn du Schweden auch noch nicht kennst und jetzt auch noch neugierig bist wo genau wir denn hinfahren werden, dann klick dich doch mal rein:

Hier erf├Ąhrst du dann mehr:
4 Seasons Ferienh├Ąuser in Schweden

PRAXIS HECHT

Die Hechtpose taucht ab wie von einem Hammerschlag getroffen. Federt noch einmal zur Oberfl├Ąche und huscht dann seitlich nach unten. Ein paar Sekunden folgen Ihre Augen der orangeroten Pose unter Wasser – dann ist sie von der Tiefe verschlungen: Irgendwann klappen Sie den B├╝gel um, rei├čen die Rute nach oben. M├Ąchtiger Widerstand! F├╝r Sekunden pulsiert die Rutenspitze. Aber dann: Die Schnur erschlafft, der K├Âderfisch gleitet Ihnen entgegen. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Nat├╝rlich gibt es keine Methode, bei der jeder Anhieb garantiert sitzt. Aber es gibt viele Kniffe, die Zahl der Fehlbisse zu reduzieren. Ich verspreche Ihnen, dass Sie mit den folgenden Tricks acht, manchmal auch neun von zehn (m├Ą├čigen) Hechten haken.

Blitz oder Zigarette

Ob Ihr Anhieb erfolgreich ist, h├Ąngt besonders vom Zeitpunkt ab. Es gibt dazu drei grundlegende ├ťberzeugungen:

ÔÇó Blitz-Anhieb: Vor allem englische Angler geben dem Hecht zwischen drei und zehn Sekunden – dann schlagen sie an.

ÔÇó Flucht-Anhieb: In Deutschland wartet man nach dem Biss meistens ab, bis der Hecht das erste Mal anh├Ąlt, um den K├Âderfisch im Maul zu drehen. Wenn er dann weiter schwimmt, wird angeschlagen.

ÔÇó Zigaretten-Anhieb: Manche Angler, vor allem ├Ąltere, rauchen nach dem Biss erst mal ein, zwei Zigaretten. Sie warten also gut zehn Minuten, damit der Hecht den Haken beim Anhieb auch ganz sicher im Maul hat.

Welcher Anhieb bringt nun am wenigsten Fehlbisse? Die Antwort wird Sie erstaunen: Es kommt gar nicht so sehr auf den Zeitpunkt an, sondern auf die Situation und die Montage!

Ein Beispiel: Der Blitz-Anhieb wird immer versagen, wenn Sie einen gro├čen K├Âderfisch nur an einem Drilling im Maul montiert haben. Der Hecht packt den K├Âderfisch in der Mitte, dass Maul kommt mit dem Drilling gar nicht in Ber├╝hrung. Das spricht nicht gegen den Blitz-Anhieb – aber gegen Ihre Montage.

Umgekehrt ist eine Zigaretten-Pause dem Erfolg nicht dienlich, wenn Sie eine Laube von 15 Zentimetern an drei Drillingen anbieten. Bei einem vorsichtigen Hecht besteht die Gefahr, dass er vom K├Âder abl├Ąsst; die Drillinge st├Âren ihn schon beim Biss, sp├Ątestens aber beim Drehen des Fisches. Ein gieriger Hecht dagegen kann zu tief schlucken.

Gut kombiniert

Ihr Erfolg beim Anhieb h├Ąngt wesentlich von der Montage ab. Gehen wir die drei Anhiebs-Varianten unter diesem Aspekt durch.

Der Blitz-Anhieb ist nur unter einer Voraussetzung erfolgreich: Der Hecht muss, wenn er Ihren K├Âder ins Maul nimmt, garantiert auf (mindestens) einen Haken bei├čen. Bei einem kleinen K├Âderfisch, der von einem gro├čen Hecht genommen wird, ist das kaum ein Problem – der K├Âder verschwindet fast automatisch ÔÇ×mit einem Bissen“ im Maul.

Aber wie steht es mit gr├Â├čeren K├Âderfischen, zwischen 15 und 25 Zentimetern? Fast immer packt der Hecht einen gr├Â├čeren K├Âder zwischen Brust- und Afterflosse. Sitzt der Haken nur im Maul des K├Âderfisches oder unter seiner R├╝ckflosse, kann er kaum fassen.

Das bedeutet: Sie m├╝ssen Ihren K├Âderfisch mit zwei, besser sogar drei Drillingen spicken. Eine bew├Ąhrte Montage beim Grundangeln: Der erste Drilling sitzt am Schwanz, der zweite in der Mitte der Flanke, der dritte kurz vorm Kopf. Mit einer Garnwicklung am Schwanz k├Ânnen Sie die Montage sichern.

Haltung bewahren

Beim Posenangeln sollte der K├Âderfisch im Wasser eine nat├╝rlich Schwimmhaltung einnehmen. Am besten verwenden Sie ein System, bei dem ein ÔÇ×Halte-Haken“ oben unter der R├╝ckenflosse sitzt, zwei Drillinge links und rechts an der Flanke. Ich platziere diese Drillinge aber nicht parallel, sondern seitlich versetzt – einen dichter beim Kopf, den anderen dichter beim Schwanz. Das senkt die Fehlbiss-Quote enorm.

W├Ąhlen Sie die Drillinge nicht zu gro├č. In England gilt ein 4er Drilling als gro├č; ├╝blich sind die Gr├Â├čen 6 und 8. Nat├╝rlich m├╝ssen es stabile Haken sein, damit sie auch einen harten Drill ├╝berstehen. Der ÔÇ×Blitz-Anhieb“ ist mit dieser Montage absolut erfolgreich, allerdings sollten Sie den Blitz nicht zu w├Ârtlich nehmen: Wenn Sie zehn statt drei Sekunden warten, h├Ąngt der Hecht besser – und hat dennoch nicht geschluckt.

Gestoppte Flucht

Der Flucht-Anhieb ist dann die richtige Wahl, wenn Sie einen K├Âderfisch ├╝ber 15 Zentimetern an nur einem Drilling oder Einzelhaken anbieten. Das empfiehlt sich, wenn Sie beispielsweise mit der treibenden Pose dicht am Grund oder an Hindernissen fischen. Jeder zus├Ątzliche Haken w├╝rde hier H├Ąnger provozieren.

Im Unterschied zur ÔÇ×Blitz-Montage“ m├╝ssen Sie f├╝r den Flucht-Anhieb gro├če Haken w├Ąhlen; mindestens Gr├Â├če 4 (bei 15 Zentimetern), besser aber Gr├Â├če 2 oder 1 (ab 20 Zentimeter). Der Hecht fl├╝chtet ein St├╝ck mit Ihrem K├Âderfisch und dreht ihn dann im Maul, um ihn Kopf voran zu schlucken. Beim Anhieb k├Ânnte ein kleiner Haken vom K├Âderfisch gewisserma├čen ÔÇ×verdeckt“ werden. Aber ein gro├čer Haken wird fassen.

Der Hecht schluckt den Kopf des K├Âders zuerst, das hei├čt: Wenn Ihr Haken im Maul des K├Âderfisches platziert ist, kann er fr├╝her anfassen. Vor allem bei tr├Ągen Winterhechten ist das ein Vorteil; sie schlucken oft wie in Zeitlupe. Ursache f├╝r viele Fehlbisse: Der Haken in der K├Ârpermitte ist beim Anhieb noch gar nicht im Maul.

Maul im Vorteil

Ich ziehe bei Maulk├Âderung einen gro├čen Einzelhaken vor, beim Haken im R├╝cken einen gro├čen Drilling. Ich habe oft erlebt, dass ein Hecht einen K├Âderfisch mit gro├čem Drilling am Maul lostgelassen hat. Wahrscheinlich behindert ihn der Drilling, wenn er den Fisch gedreht hat und ins Maul nehmen will.

Generell hat die Maulk├Âderung den Vorteil, dass sich der K├Âder damit aktive f├╝hlen l├Ą├čt. Wenn Sie ihn an der Pose oder beim Grundangeln zupfen, nimmt er eine nat├╝rlich Schwimmhaltung ein. Der Drilling im R├╝cken h├Ąlt besser bei Weitw├╝rfen.

Der Flucht-Anhieb wird gesetzt, wenn der Hecht nach der ersten Pause wieder in Fahrt kommt. Was aber, wenn er erst gar keine Pause einlegt?

Zwei Antworten: Es gibt Hechte, die 50 Meter Schnur von der Rolle wirbeln, bevor sie anhalten, gerade beim Angeln mit K├Âderfisch von ├╝ber 20 Zentimetern. Manchmal werden diese R├Ąuber, wie Taucher beobachtet haben, von futterneidischen Artgenossen verfolgt. Schlagen Sie niemals panisch an, nur weil 30 Meter Schnur von der Rolle sind – das f├╝hrt nur zu klassischen Fehlbissen.

Oft dauert es vier, f├╝nf Minuten, bis der Hecht anh├Ąlt und den Fisch dreht. Warten Sie diese Pause und die folgende Flucht ab. Nach dem Anhieb werden Sie sehen: Ihr Haken sitzt (meiste) im Maulwinkel.

In seltenen F├Ąllen haben solche ÔÇ×Panik-Fluchten“ allerdings einen konkreten Grund: Der Hecht hat bereits auf den Haken gebissen , sich selbst gehakt, und nun zischt er ab wie ein Karpfen am Festblei.

Solche Fische erkenn Sie daran, dass sie deutlich schneller davon st├╝rmen als andere Hechte. Geben Sie in diesem Fall nicht mehr als 50 Meter Schnur. Falls der Hecht bis dahin keine Pause einlegt: anschlagen! Diese Fische h├Ąngen zwar oft ganz spitz, aber daran w├╝rde sich auch durch l├Ąngeres Warten nichts ├Ąndern.

Einladung zum Schlucken?

Und wie steht es mit dem dritten, mit dem Zigaretten-Anhieb? Sind zehn Minuten Wartezeit nicht eine unweidm├Ąnnische ├ťbertreibung, die den Hecht zum tiefen Schlucken einl├Ądt? Tats├Ąchlich ist diese Wartezeit viel zu lang, wenn die Hechte hungrig sind. Dann schlucken sie K├Âder und Drilling bis in den Magen und st├╝rmen in ein Hindernis, so dass sie kaum mehr zu landen sind.

Aber es gibt auch Situationen, in denen lange Wartezeiten n├Âtig sind. Zum Beispiel, wenn Sie in sehr kaltem Wasser mehrere Bisse hatten, aber mit dem ÔÇ×Flucht-Anhieb“ erfolglos geblieben sind. Dann ist es ratsam, dem Hecht mehr Zeit zu geben.

Es kann sogar passieren, dass ein Anhieb nach 15 Minuten noch erfolglos ist – obwohl die Biss-Spuren auf dem K├Âderfisch verraten, dass er locker ins Maul gepasst h├Ątte. In solchen F├Ąllen kann eine (verl├Ąngerte) Zigarettenpause erfolgreich sein. Zumal dann, wenn sich der Hecht nach dem Biss kaum vom Fleck bewegt.

Und doch hat das lange Warten einen Nachteil: Oft lassen tr├Ąge Hechte den K├Âderfisch vor dem Anhieb wieder fallen. Der K├Ânigsweg auf Winterhechte: Spicken Sie den K├Âderfisch mit mehreren Drillingen – und setzen Sie einen Blitz-Anhieb. Auch der tr├Ągste Hecht kommt nicht umhin, den K├Âder ins Maul zu nehmen, wenn er ihn fressen will.

Anhieb frei

Noch eine entscheidende Frage. Wie gut kommt Ihr Anhieb durch?

Das h├Ąngt davon ab, wie stark Sie anschlagen, mit welcher Technik und auf welchen Entfernungen. Zudem spielen die Dehnung der Schnur und die Aktion der Rute eine Rolle. Zur St├Ąrke und Technik des Anhiebs: Schlagen Sie erst an, wenn Sie wirklich Kontakt mit dem Hecht haben. Senken Sie die Rute, kurbeln Sie etwas Schnur ein, liften Sie – vorsichtig! – eventuelle B├Âgen. Dann lassen Sie den Hecht in die Rute laufen, bis sich einmerklicher Widerstand aufbaut.

Jetzt rei├čen Sie die Rute schwungvoll hoch. Lassen Sie es an Kraft nicht fehlen, Ihr Drilling mu├č sich aus dem K├Âderfisch l├Âsen und in das harte Hechtmaul dringen. Wiederholen Sie den Anhieb, bis Sie den Widerstand des Hechtes sp├╝ren. Manchmal sind drei bis vier Anhiebe n├Âtig.

Wann immer es m├Âglich ist, sollten Sie die Entfernung zwischen sich und dem Hecht vor dem Anhieb verringern. Ist der Hecht am Ufer entlang gewandert oder angeln Sie vom Boot aus: Nehmen Sie die Verfolgung auf, holen Sie die lockere Schnur ein und schlagen Sie aus der N├Ąhe an.

Richtige Dosis

Doch Vorsicht: Wenn Sie nur ein paar Meter vom Fisch entfernt sind, m├╝ssen Sie die Wucht des Anhiebs dosieren – sonst k├Ânnte bei einem kapitalen Hecht die Schnur rei├čen.

Was Ihnen jetzt zum Erfolg noch fehlt, sind eine Rute mit harter Spitze und eine Schnur mit nicht zu gro├čer Dehnung. Die meisten K├Âderfischruten sind zu weich, mit einer etwas h├Ąrteren Spinnrute fahren Sie besser. Ob Sie mit monofile oder geflochtene Schn├╝re fischen, macht bei dehnungsarmen Marken kaum einen Unterschied. Das haben unsere Redakteure in einem Praxis-Test herausgefunden: Beide Schnurarten ├╝bertragen auf den Haken fast eins zu eins, was die Rutenspitze vorgibt – eine gute Voraussetzung f├╝r Sie, um beim Hechtangeln mit K├Âderfisch erfolgreich zu sein. Und war auf Anhieb!

Dieser Bericht stammt aus der Zeitschrift ÔÇ×Blinker“ 05/02
und wurde von Uli Beyer verfasst.

 

Auf zu neuen Ufern

Die Sonne meinte es seit einigen Tagen so gut mit uns, dass wir unbedingt wieder einmal einen Tag am Wasser verbringen wollten. Am Samstagmittag packten wir unsere Angelsachen und fuhren nach langer Zeit einmal wieder an die Weser. Die Zeit f├╝rs Raubfischangeln war hier zwar vorbei (Schonzeit vom 1.1. bis 30.6.!!), aber es gibt ja noch mehr bzw. andere Fische in der Weser. Also versuchten wir unser Gl├╝ck auf Barbe. Eigentlich hatten wir es auch nicht erwartet, einen Fisch an den Haken zu bekommen, denn schlie├člich gibt es noch Nachtfr├Âste und das Wasser ist dementsprechend sehr kalt. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Kurz: Wir haben es gewagt, aber nichts gefangen. Alles in allem war es trotzdem ein sch├Âner warmer Tag und es wurde uns keineswegs langweilig. Kurz nachdem wir an unserer Angelstelle angekommen waren, gesellten sich andere Angler, die jedoch keine Ausr├╝stung dabei hatten, zu uns um ein bi├čchen mit uns zu plaudern. So erfuhren wir u.a. von einer guten ÔÇ×Barbenstelle“, die etwas weiter von unser jetzigen liegt. Diese wollen wir demn├Ąchst einmal aufsuchen.
Es war schon leicht d├Ąmmerig, als von rechts ein riesiger Schwarm Wasserh├╝hner auf uns zu kam. Normalerweise schwimmen sie recht nah am Ufer entlang, aber da unsere 4 Schn├╝re im Wasser lagen, trauten sie es sich nicht. Die ersten 50 nahmen sich nach mehreren Anl├Ąufen ein Herz und schwammen bzw. flogen dann doch vorbei. Die anderen drehten erst einmal wieder um. Dann fassten wieder einige den Mut und schwammen in einem gro├čen Bogen ebenfalls an uns vorbei. Die ganze Prozedur dauerte fast eine Stunde, bis endlich alle (sch├Ątzungsweise) 200 Wasserh├╝hner das ÔÇ×Hindernis“, sprich unsere Ruten mit den Schn├╝ren, umschwommen hatten.
Wir blieben bis ca. 19.30 Uhr, ohne das wir eine Meldung hatten. Dann wurde es uns einfach zu kalt. Die Rollen gingen schon recht schwer, denn es hatten zu frieren angefangen. Also packten wir ein und fuhren nach Hause.

Am n├Ąchsten Morgen weckte uns erneut der sch├Ânste Sonnenschein. Mitte der Woche hatten wir endlich unsere ÔÇ×Kanalkarten“ vom LFV NRW bekommen. Wir ├╝berlegten uns, wo wir mit wenig Gep├Ąck, d.h. jeder mit einer Spinnrute, hinfahren sollten. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, denn es standen au├čerdem dem Dortmund-Ems-Kanal auch noch der Datteln-Hamm-Kanal, der Rhein-Herne-Kanal und der Weser-Datteln-Kanal zur Verf├╝gung. Wir entschieden uns f├╝r ersteren und fuhren in Richtung M├╝nster bzw. Hiltrup. Dort angekommen erwies sich das Angeln als sehr schwierig, denn es schwammen viele und vor allen Dingen gro├če Eisst├╝cke auf dem Kanal. Also setzten wir uns wieder in unser Cabrio und fuhren weiter. In der N├Ąhe von Amelb├╝ren hielten wir erneut an und versuchten dort am Kanal unser Gl├╝ck mit Blinker und Twister. Das Wasser war fast eisfrei und auch gut zug├Ąnglich. Die Fische wollten jedoch auch hier nicht bei├čen.
Dortmund-Ems-Kanal bei Amelb├╝ren
Dortmund-Ems-Kanal bei Amelb├╝ren
Dortmund-Ems-Kanal bei Amelb├╝ren
Achims Notausr├╝stung, Erdinger Hefeweizen ist nat├╝rlich immer dabei

Nachdem wir uns dort eine halbe Stunde aufgehalten hatten, entschlossen wir uns es einmal an der Lippe zu probieren. Also fuhren wir nach Werne, genauer: nach Stockum bei Hamm. Trotz Karte des LFV war es nicht einfach, eine Stra├če zu finden, die zum Lippeufer f├╝hrte. Ein paar Einheimische sagten uns, dass wir schon auf dem richtigen Weg seien. Wir m├╝ssten nur die Stra├če, die als Sackgasse bezeichnet war, weiterfahren, den Dortmund-Hamm-Kanal ├╝berqueren und schon s├Ąhen wir die Lippe. Und so war es auch. Auf einem LFV ausgeschilderten Parkplatz parkten wir und gingen runter zur Lippe. Das war ein Fl├╝sschen, wie ich es mir immer gew├╝nscht hatte. Schon kurvig und nicht so breit wie die Weser. In der Lippe, so hatten wir ├╝bers Internet herausgefunden, werden am meisten Aale, Rotaugen und Karpfen gefangen. An 2. Stelle stehen D├Âbel, Gr├╝ndling und Hecht. Letzterer unterlag jedoch gerade der Schonzeit (15.2. – 30.4.). Aber wir wollten ja auch keinen Hecht fangen (das behalten wir uns f├╝r unseren Schwedenurlaub vor), sondern es auf Barsch oder Zander versuchen, die ebenfalls in der Lippe vorkommen sollen, wenn auch ÔÇ×nur“ an 3. Stelle.
Die Lippe bei Werne
Die Lippe bei Werne
Die Lippe bei Werne
Die Lippe bei Werne
Zuerst versuchte ich es mit einem sch├Ânen bunten Twister. Dann montierte ich eine Pose an die Rute, ├Âffnet den B├╝gel und lie├č sie treiben. Aber auch das brachte uns nichts ein. Kein Fisch hatte zu dieser Jahreszeit Appetit auf W├╝rmer, Maden oder Kunstk├Âder . Zwei ÔÇ×Schneidertage“ hintereinander haben wir bisher noch nicht erlebt. Doch was soll’s! Alles in allem war es ein sch├Âner Tag und wir haben schon einmal neue Ufer kennengelernt. Uns steht ja noch das ganze Jahr zur Verf├╝gung. Jetzt freuen wir uns erst einmal auf Anangeln am 15. M├Ąrz am Gevattersee II in Minden. Hoffentlich wissen das die Forellen auch!

Oerlinghausen, den 24.02.03

Die Fische bei├čen wieder – die Saison ist er├Âffnet

So langsam k├Ânnte sich aber am Wasser mal wieder etwas tun, dachte ich. Schlie├člich schien schon seit Wochen tags├╝ber die Sonne und auch die letzten 3 Tage gab es keinen Nachtfrost mehr. Am Freitagnachmittag fuhren wir nach Feierabend zum Sennesee, um zu nachzusehen, ob dort ein Angeln bald wieder m├Âglich w├Ąre. Vielleicht in 14 Tagen, im Moment war der ganze See noch von einer, wenn auch schon recht d├╝nnen, Eisschicht ├╝berzogen. Bei unserer Besichtigung trafen wir einen Angelkollegen vom ASV Dalbke mit seinem Sohn. Auch sie waren ganz hei├č darauf, endlich wieder Fische an die Rute zu bekommen.

Der Samstag war schon verplant, aber f├╝r den Sonntag hatten wir uns noch nichts vorgenommen. Also beschlossen wir unser Gl├╝ck einmal am S├╝dstadtteich in Bielefeld-Sennestadt zu versuchen. Gegen 13 Uhr fuhren wir hin und schon bald waren unsere Ruten im Wasser. Wir sa├čen vielleicht 10 Minuten dort, als uns ein Fischereiaufseher ansprach und unsere Papiere verlangte. Die neuen haben wir noch nicht bekommen, sagte Achim zu ihm. Wir sind erst vor kurzem in den ASV Dalbke eingetreten. Dann sind Sie hier aber falsch. Dieser Teich wird von dem Sennest├Ądter Verein beangelt. Der S├╝dstadtteich liegt auf der anderen Seite der Stra├če, hinter dem Hochhaus. Oh, Gott. Wie peinlich. Wir waren der festen ├ťberzeugung, dass es sich bei diesem Teich um den S├╝dstadtteich handeln w├╝rde und sind schon einige Male drum herum gelaufen, um uns sch├Âne Angelpl├Ątze auszugucken. Kurzerhand packten wir wieder unsere Sachen ein und fuhren zu der angegebenen Stelle. Tats├Ąchlich gab es dort noch einen Teich – und er gefiel uns viel besser, denn er lag etwas abseits und war gut zug├Ąnglich. Der ÔÇ×falsche“ Teich liegt direkt im SS├╝dstadtteich, Donauallee, Sennestadttadtgebiet  an einer Bundesstra├če. Bevor wir dieses Mal unsere Angelsachen auspackten, wollten wir ihn uns erst mal ansehen. Am gegen├╝berliegenden Ufer sa├č schon der Angelkollege, den wir am Freitag am Sennesee getroffen hatten. Also war es der ÔÇ×richtige“ Teich. Als wir an dem Kollegen vorbei kamen, fragten wir ihn, ob sich denn etwas t├Ąte. Nicht viel. Ich habe eben mal einen kurzen Zupfer gehabt, aber das war’s auch schon.

S├╝dstadtteich, Donauallee, SennestadtWir gingen ein St├╝ck weiter und bauten erneut unsere Ruten auf. Meine Grundrute beschwerte ich mit einem kleinen Blei, als K├Âder kamen Rotw├╝rmer und Maden an den Haken. An die Teleskoprute S├╝dstadtteich, Donauallee, Sennestadtbefestigte ich eine 1 g Pose mit einem 14er Haken und einer Made. Der Teich ist sehr flach, h├Âchstens 1,5 m tief und es dauerte etwas, bis ich die Pose auf die richtige Tiefe eingestellt hatte. Achim angelte mit der Schwingspitz- und Grundrute auf Grund. Er h├Ątte gerne einen Karpfen gefangen und deshalb als K├Âder Boilies genommen.

Zuerst sah es nach Regen aus, aber dann setzte sich wieder die Sonne durch. Gerade als ich meine Pose erneut auswarf, sah ich, wie der Uschi und ihr K├ÂfiAngelkollege eine kleine Rotfeder landete . Bei uns tat sich immer noch nichts – bis auf einige kleine Zupfer. Gegen 16 Uhr packte der Kollege seine Sachen ein. Er hatte nur 2 kleine Rotfedern gefangen. Er war gerade weg, als meine Pose abtauchte. Na bitte, es geht doch! Sie bei├čen wieder. Ich holte die erste Rotfeder raus. Dann ging es Schlag auf Schlag. Kaum war eine neue Made dran und die Rute ausgeworfen, tauchte auch schon die Pose ab und die n├Ąchste Rotfeder hing am Haken. ÔÇ×Ob es hier K├Âderfische aus dem S├╝dstadtteichwohl auch Barsche gibt“, fragte ich Achim. Die Antwort bekam ich prompt, denn der n├Ąchste Fisch war ein kleiner Barsch. Als es zu d├Ąmmern anfing, brodelte das Wasser nur so von K├Âderfischen. Auch die Karpfen machten sich nun bemerkbar. Aber so richtig in Fresslaune waren sie doch noch nicht. Etwas sp├Ąter r├╝stete Achim seine Schwingspitzrute um und angelte nun mit einer durchsichtigen Wasserkugel. Auch er fing damit sofort mehrere Rotfedern. Als wir gegen 18 Uhr einpackten, hatten wir 19 K├Âderfische gefangen und es w├Ąren bestimmt noch mehr geworden, wenn wir l├Ąnger geblieben w├Ąren.

Oerlinghausen, den 03.03.03

Farbig f├Ąngt besser!

Auf der Messe ÔÇ×Jagd und Hund“ in Dortmund Ende Januar diesen Jahres h├Ârten wir auch einen Vortrag von Uli Beyer. Wer ihn nicht kennt: Uli Beyer ist als Raubfischspezialist bekannt und schreibt sehr interessante Berichte f├╝r den ÔÇ×Blinker“.

K├Âderfische einf├Ąrben: Die K├Âderfische werden mit farbigem Krepp-Papier umwickelt und anschlie├čend in Alufolie eingefroren.K├Âderfische einf├Ąrben: Die K├Âderfische werden mit farbigem Krepp-Papier umwickelt und anschlie├čend in Alufolie eingefroren.Von ihm bekamen wir den Tipp, die toten K├Âderfische in farbiges (wahlweise rotes, gelbes, gr├╝nes oder blaues) Krepp-Papier einzuwickeln. Die Farbe des Krepp-Papiers zieht in die Haut der feuchten Fische ein und f├Ąrbt sie wundersch├Ân. Anschlie├čend werden sie in den Gefrierschrank gelegt, bis sie als Raubfischk├Âder gebraucht werden. Ein weiterer Tipp von ihm war der, die Fische in gefrorenem Zustand an den Haken oder die K├Âderfische einf├Ąrben: Die K├Âderfische werden mit farbigem Krepp-Papier umwickelt und anschlie├čend in Alufolie eingefroren.K├Âderfisch-Montage anzubringen. Also unbedingt darauf achten, dass die Fische nicht schon aufgetaut sind, wenn man am Wasser angekommen ist!

Durch den gefrorenen Zustand behalten sie ihre Festigkeit (ein aufgetauter K├Âderfisch h├Ąlt nicht so gut am Haken) und vor allen Dingen entfaltet sich ihr typischer Geruch erst im Wasser und hinterl├Ąsst nicht schon eine ÔÇ×Geruchsspur“ beim Auswerfen.

Als wir gestern weitere K├Âderfische fingen, haben wir sie ÔÇ×eingef├Ąrbt“. Ob sie wirklich so gut fangen, wie Uli Beyer erz├Ąhlte, werden wir leider erst in Schweden feststellen k├Ânnen, denn zur Zeit haben die R├Ąuber hier Schonzeit.

Oerlinghausen, den 06.03.03

Anangeln am Gevattersee II in Minden

Endlich war der hei├č ersehnte Tag gekommen! So richtig behagte es mir zwar nicht, auch heute morgen wieder so fr├╝h aufstehen zu m├╝ssen, aber was sein muss, muss sein. Schlie├člich begann das Anangeln um 7 Uhr und wir wollten wenigstens eine Stunde vorher da sein, um einen guten Platz zu erwischen. Also starteten wir um 5.30 Uhr Richtung Minden.
Die Ruten hatten wir schon einen Tag vorher fertig gemacht, so dass wir gleich loslegen konnten. Am Mittwoch hatte Achim ├╝bers Internet von einer Futtermischung gelesen, mit der Jemand eine Forelle von 1,3 kg gefangen hatte. Dieser Angelkollege hat zwar kurz darauf mitteilen lassen, dass das angegebene Rezept nicht vollst├Ąndig sei (es k├Ąmen noch gewisse Aromastoffe hinzu, die er jedoch nicht verraten wollte), aber wir sind dann doch gleich in den Supermarkt und haben uns die Zutaten gekauft. Willi, Christian und Uschi warten auf den ersten Bi├čDa wir nicht alles in passender Form bekamen, hie├č es abends erst einmal einige der Zutaten durch die Mandelm├╝hle zu drehen. Als die Mischung fertig war, duftete sie so gut, dass ich sie am liebsten selbst probiert h├Ątte. Aber das tat ich dann doch nicht, schlie├člich sollte es eine Futtermischung f├╝r Fische sein.  Wenn ich im Nachhinein so ├╝berlege, dann h├Ątte ich sie eigentlich doch probieren k├Ânnen, schlie├člich bin ich ein Fisch - vom Sternzeichen her. Doch nun gut, ich lie├č es jedenfalls bleiben.
Das Wetter meinte es einigerma├čen gut mit uns. Es war zwar noch bitterkalt, aber immerhin trocken. Vorsichtshalber hatte ich mir den Handw├Ąrmer mitgenommen - falls mir die Finger abfrieren sollten. Und nat├╝rlich eine Kanne Tee, dem ich mit Rum zu etwas mehr Geschmack verhalf.
Als wir am See ankamen, war es windstill und auch gar nicht so kalt. Unsere Freunde Willi und Christian waren schon dort und hatten f├╝r uns einen Platz reserviert. Zuerst hie├č es einmal die Angelger├Ąte auszupacken und die Ruten aufzubauen. Und dann begann das Warten auf den Startschu├č. Alle 5 Minuten sah ich auf die Uhr, denn ich konnte es kaum erwarten, meine drei Ruten auszuwerfen. Und dann war es soweit. Zuerst warf ich die Teleskoprute mit der durchsichtigen Wasserkugel aus. Auf den 6er Forellenhaken hatte ich zwei Mehlw├╝rmer L-f├Ârmig aufgezogen.
Nach 15 Minuten der erste und einzige Bi├č
Uschi freut sich, so kann es weitergehen!

Uschis Regenbogenforelle - klein aber fein


An die Grundrute hatte ich einem schwimmenden Sbirolino montiert und den 6er Forellenhaken mit einem orangegelben Marshmellow best├╝ckt. Ich wollte gerade meine dritte Rute, an der noch eine 10 Gramm Pose vom letzten K├Âderfischangeln hing, rauswerrfen, als meine Wasserkugel abtauchte. Willi und Achim standen neben mir und meinten, ich m├╝sste meine beiden Ruten reinholen und neu auswerfen, weil sie Willi freut sich, mit Recht, er hat wenigstens gefangen!durch den Wind, der inzwischen Willis kapitaler Fang, eine Regenbogenforelleaufgekommen war, weit nach rechts abgetrieben waren. "Gleich, meine Wasserkugel ist gerade abgetaucht", antwortete ich und drillte sie langsam rein. Am Haken hing eine kleine, h├Âchsten 300 g schwere Forelle. "Ich habe mein Abendessen schon", meinte ich anschlie├čend zu den Jungs. "Das ist aber eine kleine Portion", erwiderte Willi, "aber wir fangen ja gerade erst an. Wird schon noch besser werden". Achim machte schnell ein paar Fotos und ich warf die Rute wieder aus. Inzwischen war ein dicker Nebel aufgekommen und es wurde immer windiger. Die angenehme Temperatur, die noch morgens zwischen 6 und 7 Uhr herrschte, ver├Ąnderte sich schlagartig. Es wurde bitterkalt. Die Nebelwand wurde so dick, dass man gerade noch seinen Nachbarn erkennen konnte. Erst als sich der Nebel langsam wieder lichtete, was ca. 2 Stunden dauerte, bekam auch Willi einen Forelle an den Haken. Aber das war's dann auch. Danach tat sich absolut nichts mehr. Gegen Mittag hatte zwar Christian noch einen Bi├č und freute sich schon auf seine erste Forelle, aber es war ein kleiner Hecht von vielleicht 30 cm, den er wieder reinsetzte.
Christians Babyhecht, gebissen auf 3 Maden -Wasserkugel
Christians Babyhecht, gebissen auf 3 Maden -Wasserkugel


Wir sind bis ca. 15 Uhr am See geblieben, ohne dass wir eine Forelle springen sahen, geschweige denn eine an den Haken bekamen. Aber nicht nur uns ging es so, alle anderen Angler hatten, bis auf ganz wenige Ausnahmen, nichts gefangen. Die meisten der ca. 120 Angler, die morgens zum Anangeln gekommen waren, gingen schon nach 2 Stunden frustriert nach Hause. Manche kamen gegen Mittag noch einmal, als sich die Sonne wieder sehen lie├č, doch gefangen haben sie sp├Ąter auch nichts.
Uschi mit unseren Angelfreunden Christian und WilliUschi und Achim im Nebel. Eisig kalt, und Achim hatte noch nicht einmal einen Bi├č! Schei....
Ich bin noch niemals so geschafft gewesen, wie an diesem Tag! Alle 2 oder 3 Minuten mu├čte ich meine Posen reinholen und neu auswerfen, denn der starke Ostwind trieb sie immer wieder ab. Als wir gegen 16 Uhr Zuhause waren, hatte ich nur einen Gedanken: "Aufs Sofa und schlafen." Gegen 19 Uhr wachte ich auf und sp├╝rte jeden Muskel in meinem K├Ârper. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten und so legte ich mich gleich wieder aufs Sofa.


Am n├Ąchsten Morgen ging es mir wieder besser und gegen 13 Uhr fuhren wir erneut nach Minden. "Wenn sie gestern nicht bei├čen wollten, tun sie es vielleicht heute", meinte Achim. Meine Tochter Heike war mitgefahren und schon ganz aufgeregt. Sie ist schon einige Male mit uns zum Angeln gewesen und hat auch mit meiner Rute ein paar Rotaugen gefangen. Da Wetter war ganz anders als tags zuvor, es war windstill und die Sonne schien. Ich hatte wieder meine Teleskoprute mit der durchsichtigen Wasserkugel ausgeworfen und eine weitere mit Rotwurm auf Grund gelegt. Dann montierte ich an die dritte Rute eine gelbe Wasserkugel und nahm einen Teighaken, an den ich eine kleine Kugel mit dem Super-Futter befestigte. Dieses Mal trieben die Wasserkugeln nur Uschi und Heike warten vergebens auf den ersten Bi├č.ganz langsam ab und auch in die andere Richtung, so dass ich Achim nicht in die Quere kam. Ein paar Angler, die an unserer Stelle vorbeikamen, fragten uns, ob denn heute etwas bei├čen w├╝rde. Leider mu├čten wir es verneinen. Die Wasseroberfl├Ąche war spiegelglatt, keine Ringe, keine Spr├╝nge waren zu sehen. Als die ersten Angler wieder gingen, meinten einige, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen w├╝rde. "Das gibt es doch gar nicht. Gestern hat nichts gebissen, heute tut sich wieder nichts. Hat der Verein ├╝berhaupt Forellen eingesetzt? Falls ja, dann m├╝ssen sie aber vollgefressen sein, dass sie nicht bei├čen", meinte ein Angler. Tags zuvor hatte uns ein Aufseher, der zum Kontrollieren um den See gegangen war, erz├Ąhlt, der Verein h├Ątten am Freitagabend viele Forellen eingesetzt. Und nicht nur kleine, auch sehr gro├če. Er selber sei bis morgens um 4 Uhr geblieben und habe den See kontrolliert, damit nicht schon einige eifrige Angler vorher welche rausholen  w├╝rden. Ich glaube zwar, dass Forellen eingesetzt wurden, aber nicht gen├╝gend. Der Mindener Verein sollte meines Erachtens nicht st├Ąndig neue Seen hinzupachten, die er dann wieder besetzen und hegen muss, sondern die, die er schon besitzt, vern├╝nftig best├╝cken! Immerhin gibt es ├╝ber 2000 aktive Angler im Mindener Interessenverein!

Wir hatten zwar einen sch├Ânen warmen Tag am Gevattersee verbracht, aber wieder nichts gefangen. Gegen 18 Uhr packten wir etwas frustriert unsere Angelsachen wieder ein. Aber so schnell gebe ich nicht auf. Vielleicht bei├čen sie ja nach einigen Tagen doch. Irgendwann m├╝ssen sie ja mal Hunger haben!

Oerlinghausen, den 16.03.03


Angeln bis der Arzt kommt

Ich glaube, nun habe ich es doch wohl etwas ├╝bertrieben. Und das kam so:
Am letzten Freitag rief  Christian gegen Mittag vom Gevattersee an und erz├Ąhlte stolz, dass er schon 2 Forellen gefangen h├Ątte. Als er sich sp├Ąter  noch einmal meldete und wir erfuhren, dass er sp├Ąter noch 3 gefangen hatte (eine davon soll 40 cm gro├č gewesen Heike und Uschi - Haareschneiden aus Langeweile?sein), kribbelte es mir in den Finger. Auf der Nachhausefahrt vom B├╝ro meinte ich zu Achim , dass wir die Gelegenheit doch n├╝tzen sollten - wenn sie schon mal bei├čen - Unser Angelkumpel Willi - manchmal fangen auch PROFIS nichtsund am n├Ąchsten Tag ebenfalls zum Gevattersee fahren. Gesagt, getan. Heike kam dieses Mal auch wieder mit - es war ja auch ein sehr sch├Âner sonniger Tag und sp├Ąter, so gegen 14.30 Uhr kam auch noch Willi hinzu. Leider hatten wir  jedoch wieder keinen Erfolg.

Sonntagmorgen besuchte uns Achims Tochter Annika mit Tobi. Sie blieben jedoch nur bis ca. 13 Uhr, dass Annika zur├╝ck nach Ilmenau musste. Am n├Ąchsten Tag stand eine Klausur an. Um endlich mal wieder das Gef├╝hl f├╝r einen Fisch an der Rute zu bekommen, fuhren Achim und ich kurz darauf zum S├╝dstadtteich, wo wir bis gegen 18 Uhr blieben. Bei mir lief es nicht so gut. Ich fing nur 3 K├Âderfische (Rotaugen) und einen klitzekleinen Fisch von 5 cm, der den Haken in den R├╝cken bekommen hatte. Achim hatte wesentlich mehr gefangen, n├Ąmlich 14 St├╝ck. Darunter war ein Fisch mit 2 Barteln. Zuhause mussten wir erst in einem Buch nachsehen, um was f├╝r eine Gattung es sich handelte. Wie sich dann herausstellte, war es eUschis B├Ąrchen auf der Rute - Trotzdem bissen die Forellen nicht!in Gr├╝ndling.

Vorgestern, am Dienstag, wollten wir es am S├╝dstadtteich endlich mal eine Schleie oder einen Karpfen an den Haken bekommen. Schlie├člich, so erfuhren wir von vielen Vereinsmitgliedern, sollen nicht nur viele sondern auch sehr gro├če drin sein. Also noch schnell in den Laden zu Dirk um ein paar neue Maden und Karpfenboilies zu holen. Als wir am Teich waren, sa├čen dort schon ein paar Angler. Einer von ihnen hatte schon seit Tagen mit eingeweichtem Brot Manchmal hilft nur noch ein Schluck aus dem Flachmann.angef├╝ttert und wollte heute morgen ansitzen.

Leider war die Stelle, wo sich die gro├čen Karpfen tummeln sollten, besetzt. Also lie├čen wir uns erst einmal ein St├╝ck weiter nieder. Das Wasser brodelte nur so. Es dauerte auch nicht lange, und ich hatte meine 7 K├Âderfische gefangen. Ich wei├č nicht mehr genau wie es geschah,  jedenfalls sp├╝rte ich beim Auswerfen einen stechenden Schmerz im R├╝cken. Ich legte die Rute ab und wollte mich auf meinen Stuhl setzen, aber das war fast nicht m├Âglich. Also stand ich wieder auf - aber auch das Stehen tat h├Âllisch weh. Ich bi├č die Z├Ąhne zusammen, denn ich wollte Achim seine Hoffnung auf eine Schleie oder einen Karpfen nicht nehmen. Gegen 21 Uhr fragte mich Achim, ob wir nicht die Angelstelle wechseln und dahin gehen sollten, wo der Angelkollege schon seit Tagen angef├╝ttert hatte. "Klar, k├Ânnen wir machen", meinte ich. Doch als ich mich b├╝ckte, um die K├Âder in meinen Rucksack zu packen, schrie ich auf. "Was ist los?" fragte Achim. "Ich habe f├╝rchterliche R├╝ckenschmerzen. Ich kann mich nicht b├╝cken". Nat├╝rlich versuchte ich es trotzdem, doch als ich die Angelkiste hochheben wollte, dachte ich, mein R├╝cken bricht durch. Unter gro├čen Schmerzen schleppte ich dann meine Sachen zu der neuen Angelstelle. Das Ufer war ganz sch├Ân absch├╝ssig und ich konnte nur unter Schmerzen meine Ruten auswerfen. Gegen 21.45 Uhr sagte ich zu Achim, dass ich meine beiden Ruten reinholen und mich ins Auto setzen w├╝rde. Dort wollte ich auf ihn warten, bis er seine Schleie gefangen h├Ątte. Kaum hatte ich die erste Rute reingeholt, packte auch Achim seine Sachen. Nun kam zu meinen gro├čen Schmerzen auch noch eine Wut, weil ich Achim seine Hoffnung auf eine Schleie vermasselte. Aber es ging wirklich nicht mehr! Auch das Autofahren wurde zur Tortour, denn jedesmal, wenn ich auf die Kupplung treten wollte, sp├╝rte ich wieder diesen stechenden Schmerz im R├╝cken. Gottseidank waren es nur ein paar Kilometer bis nach Hause und ich war froh, dass mir das nicht in Minden passiert war. Vor unserer Wohnung angekommen stieg ich schon mal aus und Achim fuhr den Wagen auf den Parkplatz bzw. r├Ąumte die Angelsachen in die Garage. Als er in unserer Wohnung angekommen war, lag ich schon in der Badewanne. Das hei├če Wasser tat meinem R├╝cken gut und eine Tablette half mir, wenigstens die Nacht einigerma├čen zu ├╝berstehen. Heute morgen hatte ich zwar noch Schmerzen, aber wenn ich erst mal stand, konnte ich mich wenigstens bewegen. Eigentlich wollte ich zu meinem Doc gehen, um mir eine Spritze geben zu lassen. Aber w├╝rde er mir nicht, wenn ich ihm erz├Ąhlte, wie es passiert ist, dann nicht das Angeln verbieten? Also Augen zu und durch! Bis zum n├Ąchsten Angeln.

Oerlinghausen, den 26.03.03

Eine interessante und sch├Âne Ausflugsfahrt
- leider wieder ohne Fisch -

So schnell gebe ich ja nicht auf! Also fuhren Achim und ich  – nachdem meine R├╝ckenschmerzen und die massiven Unser neues Angelzelt ( Pelzer Fastup Shelter ) das 1. Mal im Einsatz an der WeserNebenwirkungen, die sich aufgrund der Tabletten eingestellt hatten, ebenfalls fast weg waren – wieder an die Weser. Das Wetter war relativ sch├Ân. Es schien zwar nicht die Sonne, aber die Temperaturen lagen bei 18 Grad und es war trocken, obwohl der Wetterbericht f├╝r den Nachmittag Regen angesagt hatte. Vorsichtshalber bauten wir unseren neuen Angelunterstand auf, den wir zwei Tage vorher g├╝nstig erstanden hatten. Als es zu d├Ąmmern anfing, stellten wir unsere St├╝hle drunter und waren so vor K├╝hle und Feuchtigkeit bestens gesch├╝tzt.

Ein ├Ąlterer Herr gesellte sich nach einer Stunde zu uns und meinte, dass die Barben weiter s├╝dlich st├Ąnden. Er muss Unser neues Angelzelt ( Pelzer Fastup Shelter ) das 1. Mal im Einsatz an der Weserwohl schon etwas wirr im Kopf sein, denn beim letzten Mal, als wir ihn trafen, gab er uns den Tipp, es genau an der Stelle zu versuchen, wo wir waren. Er erz├Ąhlte uns weiter, dass er ein passionierter Spinnangler sei, der es auf Rotaugen und Brassen abgesehen hatte. Dementsprechend ÔÇ×b├Âse“ war er auf die vielen Barben, die sich in der Weser niedergelassen hatten. ÔÇ×Sie fressen die ganzen Kleinfische weg“, war sein Kommentar. Sicher fressen die ├Ąlteren Barben auch schon mal ihre Artgenossen, aber wirklich nur die ganz kleinen. Sie geh├Âren n├Ąmlich nicht zu ihrer Hauptnahrung. Ich erwiderte, dass die Barbe zum Fisch des Jahres 2003 gew├Ąhlt worden sei, weil sie mancherorts schon stark gef├Ąhrdet ist. Aber dieses Argument interessierte ihn nicht. Dann trollte er sich davon, um ein paar Meter weiter einen anderen Angler zu ÔÇ×interviewen“.
Bis auf zwei Meldungen tat sich den ganzen Tag nichts, so dass wir gegen 23 Uhr unsere Sachen packten und nach Hause fuhren.

Gestern, am Sonntag, schien die Sonne so wundersch├Ân vom Himmel, dass wir eine kleine Ausfahrt mit dem Cabrio beschlossen. Kraftwerkskanal in M├ÂllbergenDoch wohin sollte es gehen? Ein netter Angelfreund hatte uns vor einiger Zeit geschrieben, dass er am Kraftwerkseinlauf in der N├Ąhe von M├Âllbergen viele gro├če Kraftwerkskanal in M├ÂllbergenBarben gefangen h├Ątte. Da wir auch dort fischen d├╝rfen, wollten wir uns diese Stelle mal aus der N├Ąhe ansehen. Am Wochenende ist das Kraftwerk nat├╝rlich nicht in Betrieb, aber wir trafen trotzdem mehrere Angler an. Auf der anderen Uferseite des Kanalzulaufs landete auch gerade ein Angler eine Barbe. Sie war zwar nicht sehr gro├č, aber immerhin hatte er Erfolg. Wir h├Ątten es gerne selber probiert, denn ÔÇ×vorsichtshalber“ hatten wir jeder 2 Ruten und die Ger├Ątekiste mitgenommen, aber als wir ans Aufbauen dachten, fiel Achim ein, dass wir den Kescher Kraftwerkskanal in M├Âllbergenvergessen hatten. So ein Mist! Ich selber wollte zwar nicht unbedingt dort angeln, lieber w├Ąre es mir an einem Forellensee gewesen. Achim hatte mir schon zuhause von einem Forellenteich erz├Ąhlt, der auf der Strecke lag und wo er und Willi einmal sehr viele Forellen gefangen hatten. Zu diesem wollte ich unbedingt hin, denn alle unsere Ansitze am Gevattersee waren ja vergeblich gewesen. Der Teich mu├čte auch ganz in der N├Ąhe vom Kraftwerk sein und mein Gedanke war es einmal dort zu probieren. Aber das war ja nun ohne Kescher ebenfalls nicht m├Âglich. Vielleicht ergab sich aber dort doch eine Gelegenheit zum Angeln, d.h. ich h├Ątte dann eben einen Angelkollegen gefragt, ob er uns seinen Kescher leihen w├╝rde, falls wir eine Forelle an den Haken bek├Ąmen. Aber soweit war es noch nicht.
Nachdem wir die ÔÇ×neue“ Angelstelle ausgiebig begutachtet hatten, kamen wir ├╝berein, es dort einmal in der Woche zu probieren, wenn das warme Wasser des Kraftwerks in die Weser floss.

Wir stiegen also wieder ins Cabrio und fuhren Richtung Vlotho. Inzwischen plagte uns ein leichtes Hungergef├╝hl und wir beUnser Peugeot 206CC auf der Weserbr├╝cke in Vlothoschlossen auf der Weserbr├╝cke zu halten und beim ÔÇ×Br├╝ckenfest“, welche gerade in Vlotho stattfand, eine Bratwurst zu essen. Gesagt, getan. Dann fuhren wir wieder die B 514 zur├╝ck um nach dem Forellenteich Ausschau zu halten. Auf dem St├Ądteatlas, den wir dabei hatten, waren die Teiche zwar eingezeichnet, aber wohl etwas falsch, denn wir fuhren dran vorbei und landeten wieder an der Weser. Dieses Mal aber auf der anderen Seite, gegen├╝ber dem Kraftwerk. Der Hunger war gestillt, doch nun plagte uns der Durst. Also gingen wir in den Biergarten vom ÔÇ×Alten F├Ąhrhaus“ um dem ein Ende zu setzen. Weserbuhnen in VlothoGegen├╝ber stach uns das Schild mit dem Kilometerstand 177 ins Auge. Ich ging noch einmal zum Auto, um auf unserem Angelschein nachzusehen, ob diese Stelle auch zu der Angelstrecke der Mindener Interessengemeinschaft geh├Ârte. Erfreut stellten wir fest, dass dies so war. Und auch das Weserst├╝ck mit den Buhnen, die wir von der Weserbr├╝cke in Vlotho gesehen hatten, geh├Ârten dazu. Wie sch├Ân, dass wir diesen Ausflug gemacht hatten, denn nun lernten wir wieder neue Angelstellen kennen. Die Beschreibung des Erlaubnisscheins der Mindener Interessengesellschaft ist sehr d├╝rftig, denn dort steht lediglich ÔÇ×Linksseitig von km ... bis ... km, rechtsseitig von ... km bis ... km.“ Aber nirgendwo wird erkl├Ąrt, wo genau diese Kilometer beginnen und enden. Wir haben den Verein schon mehrmals gebeten, eine Karte beizulegen, wo der Verlauf der Weser mit den Angelstellen eingezeichnet ist. Leider wurde darauf nicht eingegangen.

Forellenteich Hellinghausen im KalletalAls wir unser Bierchen bezahlten, fragte Achim den Wirt, ob er uns sagen k├Ânnte, wo der Forellenteich sei, den wir suchten. Wir zeigten ihm die Karte und er best├Ątigte uns, dass es der Teich sei, den wir suchten. Also fuhren wir noch einmal die Strecke zur├╝ck und dann fanden wir auch tats├Ąchlich die Einfahrt dorthin. Zwei Angler, die uns entgegenkamen, meinten, dass es sich kaum lohnen w├╝rde dort zu angeln. Die Fische w├Ąren wohl ├╝berf├╝ttert und w├╝rden kaum bei├čen. Das ginge schon sehr lange so. Da wir nun einmal dort waren, wollten wir uns den Teich trotzdem ansehen und so umrundeten wir ihn einmal. Neben dem Teich floss ein Bach, der voller Kr├Âten war. Sie waren gerade in Paarungslaune, wie man sehen kann.
 
Kr├Âtenweibchen tr├Ągt M├Ąnnchen
Kr├Âtenweibchen tr├Ągt M├Ąnnchen

Bevor wir wieder zum Auto gingen, bedauerte ich es erneut, dass wir den Kescher vergessen hatten. ÔÇ×Nichts geschieht ohne Ursache, alles hat seinen Sinn“ lautet ein weiser Spruch. Es hat wohl nicht sein sollen, dass wir an diesem Tag angelten.

Oerlinghausen, den 30.03.2003

Gemeinschaftsangeln am S├╝dstadtteich

Es ist Sonntag und der Wetterbericht hatte K├Ąlte vorhergesagt. Wie sch├Ân w├Ąre es jetzt im kuscheligen, warmen Bett liegen bleiben und ausschlafen zu k├Ânnen. Aber daraus wird mal wieder nichts. Am Abend zuvor haben wir unseren Wecker gestellt, denn um 7.30 Uhr treffen wir uns am S├╝dstadtteich zum Anangeln des ASV-Dalbke. Selbstverst├Ąndlich fahren Achim und ich hin, Uschi auf ihrem h├Ąngertr├Ąchtigem Angelplatz. Von B├Ąumen umgeben!denn f├╝r uns ÔÇ×Neue“ ist es das erste Mal, dass wir am Gemeinschaftsangeln teilnehmen. Bei unserer letzten Versammlung wurde schon gesagt, dass das Anangeln dieses Mal ein Hegefischen werden sollte, da es im S├╝dstadtteich viel zu viele Wei├čfische gibt. Die gefangenen Wei├čfische w├╝rden dann in den Sennesee umgesetzt.

Kurz nach 7 Uhr sind wir dann da. Die 30 Pl├Ątze sind schon abgesteckt worden und ich bekomme ein wenig Panik, denn ich m├Âchte neben Achim sitzen – und nicht am gegen├╝berliegenden Ufer. Gottseidank ist neben Achim ein Platz frei, wo ich mich dann auch mit meinen Angelsachen niederlasse. Doch dieser Platz gef├Ąllt mir ganz und gar nicht. Rechts und links und hinter mir stehen gro├če B├Ąume, so dass ich die Ruten nicht gut auswerfen kann. Gleich zu Beginn passiert es dann auch, dass meine SchDie Mitglieder des ASV-Dalbke beim Anangeln 2003. Im Vordergrund unser 1.Vorsitzende Thomasnur im rechten Baum h├Ąngt. ÔÇ×Na, das f├Ąngt ja gut an“, denke ich bei mir. Immer wieder versuche ich meine Ruten, die jeweils mit einem Waggler versehen sind, etwas weiter auszuwerfen, aber sie landen immer nur ca. 3 Meter vom Ufer entfernt im Wasser. Etwas frustriert denke ich: ÔÇ×Ist ja auch egal. Ich will sowieso keinen Pokal gewinnen. Nur dabei sein“. Die  rechte Rute hatte ich mit einem Wurm am Haken best├╝ckt und legte sie in den elektronischen Bissanzeiger ab, an der linken bot ich zwei Maden an. Als wir ankamen, war es relativ windstill, aber wenn dann Wolken aufzogen, blies doch der Wind recht heftig. Da der Waggler an der rechten Rute nicht abtauchte, wenn der elektronische Bissanzeiger piepste, ging ich davon aus, dass das Ger├Ąusch durch den Wind verursacht wurde. Aber beim Einholen der Rute mu├čte ich immer wieder feststellen, dass der Wurm abgefressen war. Nach 2 Stunden hatte ich dann Achims Ausbeute nach der H├Ąlfte der Angelzeit. Zum Schlu├č waren es  ca. 18 Fische.doch Erfolg: ein kleiner Barsch von ca. 15 Zentimeter hing am Haken. ÔÇ×Wenigstens gehe ich nicht als Schneider nach Hause“, war mein Gedanke bei dem tollen Fang.

Achim neben mir hatte schon 10 Rotaugen gefangen. Als ein wenig sp├Ąter sein Angelkollege links neben ihm einpackte, weil er keine Bisse hatte, wechselte ich meinen Platz. Hier konnte ich endlich so auswerfen, dass die Wagglerposen mehr in der Mitte des Teiches landeten. Aber w├Ąhrend Achim neben mir einen Fisch nach dem anderen aus dem Wasser zog, tat sich bei mir weiter nichts.

Um 13 Uhr war das Hegefischen beendet und nun hie├č es die F├Ąnge zu wiegen. Einige Angler waren am schimpfen. Einer hatte ein Loch im Setzkescher und seine Fische waren wieder verschwunden, ein anderer hatte vergessen ihn zuzubinden und stand ebenfalls mit leeren H├Ąnden da. Welch ein ├ärger!

Die gefangenen Fische wurden in einem Transportbeh├Ąlter zum Sennesee gebracht.

Unser Sportwart Arno bei der Preisverteilung an die Jungangler.

Zuerst wurden die Jungangler pr├Ąmiert. Alle Drei bekamen einen Preis. Dann kamen die ÔÇ×Altangler“ dran. Ich war ja davon ausgegangen, dass es einen Pokal als Preis geben w├╝rde, worauf ich – ehrlich gesagt – keinen Wert legte. Aber es nun mu├čte ich sehen, dass es sch├Âne Sachpreise gab und ich nahm mir vor, beim n├Ąchsten Mal intensiver zu angeln. Der Sieger erhielt eine Rolle, f├╝r den Zweiten gab es  eine Teleskoprute und Achim bekam, da er mit 18 Fischen und 1000 g Fanggewicht den 3. Platz belegte, einen Setzkescher ├╝berreicht. Dar├╝ber haben wir uns sehr gefreut, denn den hatten wir uns noch nicht besorgt. Bisher brauchten wir auch keinen, denn ein Setzkescher ist beim Mindener Verein nicht erlaubt. Aber wenn wir im S├╝dstadtteich oder Sennesee angeln, k├Ânnen wir ihn sehr gut gebrauchen, besonders im Sommer, wenn es hei├č ist.

Oerlinghausen, den 7.04.2003

Karpfen m├Âgen keine Fototermine

Die N├Ąchte waren zwar noch sehr kalt, aber wenigstens schien tags├╝ber schon wieder die Sonne. Was tun bei Sonnenschein? Nat├╝rlich angeln! Achim hatte und hat immer noch vor endlich einmal eine Schleie an den Haken zu bekommen und das probierten wir dann auch am letzten Wochenende. Am Samstag, gegen Mittag, bauten wir unsere Ruten am S├╝dstadtteich auf, wo das Ein sch├Âner Barsch 33 cm, 650 GrammWasser wieder einmal vor Kleinfischen nur so brodelte. Eine Schleie zu fangen stelle ich mir recht schwierig vor, da Tinca tinca ja als sehr vorsichtiger und misstrauischer Flossentr├Ąger beschrieben wird. Ein sch├Âner Barsch 33 cm, 650 GrammAber ├╝ber so einen sch├Ânen Barsch, wie ihn Achim vor einer Woche gefangen hatte, w├╝rde ich mich auch freuen. Der Barsch ging ihm bei Einbruch der D├Ąmmerung an den Haken. Er wog 650 g und war 33 cm gro├č. Als K├Âder nahm er 2 Dendrobenas (Riesen-Rotwurm) die uns Hubert Brehm www.dendrobena.de als kostenlose Probe zugeschickt hatte. Diese W├╝rmer sind super quirlig und lassen sich sehr lange aufbewahren. Wir haben gerade 400 Stck. davon bei ihm bestellt. Als ich den Barsch sp├Ąter ausnahm, quoll mir eine gro├če Menge Rogen entgegen. Ja, diese verfressenen Weiber... K├Ânnen den Magen nicht voll genug bekommen und landen dann in der Auflaufform. (Rezept siehe unten).

Mit einer Made am 14er oder 16er Haken h├Ątten wir jede Menge Rotfedern und auch kleine Barsche fangen k├Ânnen. Aber K├Âderfische haben wir inzwischen genug. Jetzt wollte ich lieber ein gr├Â├čeres Exemplar an den Haken bekommen. Die Grundrute best├╝ckte ich mit einem dicken Dendrobena und legte sie in den elektronischen Bissanzeiger. An der Posenrute hingen 3 Maden am 14er Haken. Kaum hatte sich die Pose aufgerichtet, als sie auch schon abtauchte. Eine gefr├Ą├čige Rotfeder hatte sich auf den K├Âder gest├╝rzt. Ich setzte sie sofort wieder rein und war erneut aus. Gleich darauf hing die n├Ąchste Rotfeder am Haken. Auch ihr gab ich die Freiheit zur├╝ck. So konnte es nicht weitergehen! Ich wollte keine K├Âderfische mehr. Also entfernte ich die Maden und streckte auch auf diesen Haken einen Dendrobena. Dar├╝ber machte sich ein paar Minuten sp├Ąter ein kleiner Barsch her. Ihn nahm ich dann doch als K├Âderfisch mit.
Achim hatte tags zuvor im Internet gelesen, dass Kitekat ein sehr f├Ąngiger K├Âder f├╝r Schleien und Karpfen sei. Also kauften wir eine Dose. Ein Fleischst├╝ckchen wurde um den Haken geknetet und dann mit dem Vorfach ins Gefrierfach gelegt, damit es sich sp├Ąter besser auswerfen lie├č. Nachdem Achim 10 Haken best├╝ckt hatte, wurde der Rest des Katzenfutters in Form von kleinen B├Ąllchen zum Anf├╝ttern ebenfalls eingefroren.
Nachdem sich auf diesem K├Âder aber nichts tat und das Fleisch auch schon angetaut war, wechselte Achim das Vorfach gegen einen Maishaken aus. Auf diesen steckte er 4 Maisk├Ârner und warf seinen K├Âder an der Grundrute rechts in die kleine  Bucht. Leider ist der Grund dort sehr verkrautet und man muss schon etwas weiter werfen, um den K├Âder genau dort pr├Ąsentieren zu k├Ânnen, wo man die Schleien und Karpfen vermutet.  Aber das ist f├╝r Achim ├╝berhaupt kein Problem. Ich dagegen habe immer noch meine Schwierigkeiten, punktgenau zu werfen..
Auf meinen Ruten tat sich absolut nichts mehr. Inzwischen ging die Sonne unter und es war Achim beim Drill - kurz vor der Landung.etwas ruhiger am Teich geworden  (Tags├╝ber sind dort sehr viele Spazierg├Ąnger und einige k├Ânnen es nicht lassen, ihre dummen Bemerkungen von sich zu geben. Aber inzwischen h├Âre ich gar nicht mehr hin). Wieder kam ein Spazierg├Ąnger an unserem Angelplatz vorbei. In diesem Moment piepste Achims Bissanzeiger und ca. 15 m Schnur wurden von der Rolle gezogen. Jetzt wurde es spannend! Ob Achim wohl endlich die ersehnte Schleie am Haken hat, dachte ich bei mir. Nach l├Ąngerem Drill ist der Lederkarpfen endlich im Kescher.Der Fisch zog sehr kr├Ąftig und beim Drill bog sich die Rutenspitze fast bis zum Wasser. Schnell holte ich Achims Digitalkamera hervor um ein paar Fotos zu machen. Der Fisch versuchte immer wieder unter die B├Ąume am rechten Ufer zu fl├╝chten, aber Achim dirigierte ihn geduldig in Richtung Kescher. Es war zwar nicht die hei├čersehnte Schleie, aber immerhin ein sch├Âner Lederkarpfen von 59 cm. Er war sehr quirlig und als Achim den Haken aus seinem Maul entfernt hatte, h├╝pfte er aus dem Kescher und lag im Gras. Schnell packten wir ihn in eine Plastikt├╝te um ihn zu wiegen. 4,5 kg zeigte die Waage! Dem Karpfen passte die ganze Prozedur wohl nicht, denn er befreite sich sofort aus der T├╝te, als sie auf dem Boden lag. Achim nahm ich hoch, meinte, dass er das viele Gras und den Dreck erst einmal abwaschen Achim beim Abhacken seines Lederkarpfens.w├╝rde, bevor ich von den beiden Prachtkerlen ein Fotos machen sollte. Ich hatte wohl eine Vorahnung und riet ihm davon ab. Aber Achim war schon am Ufer und wusch den Karpfen. Kaum sp├╝rte dieser das nasse Element, schlug er einmal mit Ein Lederkarpfen, 59 cm und 4500 Gramm schwer.der Schwanzflosse – und ward nicht mehr gesehen! Wie dumm von ihm (dem Karpfen!). Wir h├Ątten ihn doch sowieso wieder reingesetzt. Die 2 Minuten f├╝r ein Foto h├Ątte er doch wohl noch ausharren k├Ânnen. Aber Karpfen denken anscheinend anders.

Der Sonntag versprach ebenfalls wieder sonnig und warm zu werden, also fuhren wir noch einmal an dieselbe Stelle um erneut unser Gl├╝ck (Schleienfang) zu probieren.
Recht schnell bissen auch heute wieder die Rotfedern zu, die sich nahe am Ufer tummelten. Nachdem ich wieder nur Rotfedern am Haken hatte, packte ich noch zus├Ątzlich 2 Maisk├Ârner drauf. W├Ąhrend ich auf meine Pose starrte, in der Hoffnung, dass endlich einmal etwas Gr├Â├čeres biss, piepste endlich auch einmal mein Bissanzeiger. Sofort war ich bei der Rute und wollte anschlagen. Vor lauter Aufregung, verga├č ich den Freilauf abzuschalten. Und nicht nur das: Ich hatte vorher auch nicht die Bremse kontrolliert, obwohl mich Achim gleich, nachdem ich die Rute ausgeworfen hatte, noch drauf hinwies. Das Ergebnis k├Ânnt ihr euch vielleicht denken: Statt einen Fisch zu landen, hatte ich einen Haufen Schnursalat. Noch Stunden sp├Ąter war ich ├╝ber mich selber ver├Ąrgert. Wie konnte ich auch nur so dusselig sein! Jetzt wei├č ich nicht einmal, ob es ein dicker Barsch, eine Schleie oder vielleicht sogar ein Aal gewesen ist, dem mein K├Âder gemundet hatte.
Nun hie├č es wieder warten und auf die Dinge hoffen, die vielleicht Willi, Ulla, Heike und Uschi am S├╝dstadtteichnoch k├Ąmen. Unser Angelfreund Willi, seine Frau Ulla und meine Tochter Heike waren zu uns an den Teich gekommen und wir plauderten angeregt, als ich zu meiner Pose r├╝bersah und sie nicht auf dem Wasser entdeckten konnte. ÔÇ×Meine Pose ist weg“ rief ich den anderen zu. Ich schlug an und merkte schon beim Einholen, dass ich zu sp├Ąt reagiert hatte. Als ich mir den K├Âder anschaute, sah ich, dass die beiden Maden abgebissen und ein Maiskorn angebissen war. Mein ├ärger war gro├č. Erst gestern das Pech mit der Grundrute und jetzt auch noch mit der Posenrute. So kann man ja auch keine Fische fangen! Gegen 18 Uhr verlie├čen uns unsere Freunde und es kehrte wieder Ruhe am Teich ein. Um 21 Uhr packten wir unsere Sachen, weil sie einfach nichts mehr tat. Noch haben wir ein paar Tage die M├Âglichkeit am S├╝dstadtteich zu angeln. Aber wenn wir aus Schweden zur├╝ck sind, dann wird das Angeln dort nicht mehr m├Âglich sein. Dann bev├Âlkern Unmengen von Seerosen die Wasseroberfl├Ąche. Im Herbst, so hat es der Verein beschlossen, soll der Teich abgelassen und in Gemeinschaftsarbeit das Kraut rausgeholt werden.

├ťberbackenes Barschfilet

Zutaten
400 g Barschfilet
150 g Tomaten
2 rote Zwiebeln
Saft einer halben Zitrone
50 g geriebener K├Ąse
3 EL Butter
1 EL Paniermehl
wei├čer Pfeffer aus der M├╝hle
Salz
┬Ż Bund gehackter Schnittlauch

Zubereitung
Die ausgenommenen Barsche kalt sp├╝len und filetieren. Filets nochmals sp├╝len. Eine feuerfeste Form ausbuttern. Die gepellten Zwiebel in hauchd├╝nne, die Tomaten in etwa 4 mm dicke Scheiben schneiden. Die Filets mit dem Zitronensaft s├Ąuern, nach 5 Minuten trockentupfen, leicht salzen und pfeffern. Zwiebeln und Tomatenscheiben in die Form legen, mit Schnittlauch, Salz und Pfeffer bestreuen. 5 EL Wasser zugeben. Die Filets auf das Gem├╝se geben und einige Butterflocken dar├╝ber verteilen.
Im vorgeheizten Backofen bei 200┬░ C 15 Minuten garen. K├Ąse und Paniermehl dr├╝berstreuen und noch einmal Butterflocken auflegen. Weitere 5 – 6 Minuten hellbraun ausbacken. Mit Schnittlauch bestreut und nach Belieben garniert servieren.
Als Beilage Toast oder Baguette reichen.

Oerlinghausen, den 14.04.2003

Achim auf Schleienpirsch

 Die Osterfeiertage waren bis auf den Montag verplant: Freitag waren wir zum Kaffee und Abendessen bei meiner Schwester, Samstag hatte uns unsere Nachbarin zu ihrem 60. Geburtstag eingeladen und am Sonntag kam meine Tochter zu uns und abends gingen wir zum Osterfeuer auf den T├Ânsberg in Oerlinghausen. Trotz schlechter Wetterprognosen schien fast jeden Tag die Sonne und es war angenehm war. So auch gestern, am Ostermontag.
Da der S├╝dstadtteich sehr krautreich ist und es sich auch schon bemerkbar macht, wollten wir die Gelegenheit nutzen, um noch einmal vor unserem Schwedenurlaub dort zu angeln. Vielleicht ging uns ja heute endlich einmal eine Schleie ins Netz.
Als wir gegen 14 Uhr angekommen waren, stellten wir zu unserer Freude fest, dass ÔÇ×unser“ Angelplatz noch nicht belegt war. Im Stillen hatten wir schon Bedenken, dass sich an diesem sch├Ânen Tag viele Vereinsmitglieder am See niedergelassen h├Ątten. Aber wir waren ganz alleine auf weiter Flur.
Achim angelte wie die letzten Male auch auf Grund mit einigen Maisk├Ârnern am Haken. Ich bek├Âderte meine Grundrute mit einem Dendrobena und an den Haken der Posenrute kamen 5 dicke fette Maden. Kaum hatte ich diese Rute ausgeworfen, tauchte auch schon die Pose unter. Eine Rotfeder von ca. 20 cm hatte sich die Maden schmecken lassen. Ich l├Âste vorsichtig den Haken aus der Maulecke und setzte sie wieder zur├╝ck. Inzwischen waren Achims Tochter Annika und ihr Freund Tobi zu uns an den See gekommen, um uns ein wenig beim Angeln zuzuschauen. Im Gegensatz zu Annika, die schon fr├╝her mit Achim zum Angeln war, hatte Tobi keine Ahnung davon und schaute uns interessiert zu.
Nachdem sich an der Posenrute, die ich wieder mit mehreren Maden am 14er Haken ausgeworfen hatte, nichts tat, holte ich sie Uschis Brassewieder rein und entschied mich nun f├╝r einen Dendrobena an dem d├╝nnen Vorfach. Ich warf die Rute genau dort hin, wo einige gro├če Fische am Rauben waren. Kaum war der Wurm im Wasser, als auch schon die Pose abtauchte. Ich sp├╝rte sofort, dass es ein etwas gr├Â├čerer Fisch war, der den Wurm genommen hatte. ÔÇ×Oh Gott! An dieser d├╝nnen Schnur hat einer gebissen. Der scheint etwas gr├Â├čer zu sein, als die Rotfeder eben. Hoffentlich h├Ąlt das Vorfach!“ meinte ich zu Achim. Ich drillte ihn ganz vorsichtig zum Ufer, in der Meinung, dass es sich um einen Barsch oder einen kleiner Karpfen handeln w├╝rde. Um so erstaunter war ich, als ich sah, dass es eine Brasse oder eine G├╝ster war. Eigentlich bin ich nicht f├╝r das Zur├╝cksetzen, aber ich l├Âste ihn vorsichtig vom Haken und lie├č ihn  wieder schwimmen. Nach der Fischereiverordnung von NRW ist es nicht erlaubt, einen m├Ą├čigen Fisch zur├╝ckzusetzen. Aber warum sollte ich den Fisch t├Âten, wenn ich ihn nicht gebrauchen konnte. Diese Vorschrift verstehe ich sowieso nicht. Das hat meines Erachtens mit Naturschutz nichts zu tun.Uschis Brasse
Es war so gegen 16 Uhr, als sich Annika und Tobi verabschiedeten und Achim scherzhafte meinte, dass sie gleich einen sch├Ânen Fang verpassen w├╝rden. Die ganze Zeit ├╝ber hatten seine beiden Schwingspitzruten immer wieder angezeigt, dass einige Fische an dem Mais sehr interessiert waren. Nur richtig gebissen hatte noch keiner. Kaum waren wir wieder alleine, als die eine Schwinge energisch nach oben ging. Zuerst z├Âgerte Achim, ob er anschlagen sollte. Wenn es nun wirklich eine Schleie war, hatte sie dann den K├Âder mitsamt Haken im Maul? Oder hatte sie wieder nur probiert und ihn losgelassen? Eine schwierige Frage, aber zum ├ťberlegen blieb kaum Zeit, denn schon wieder ging die Schwinge nach oben. Dieses Mal wurde sogar etwas Schnur von der Rolle genommen und so schlug Achim energisch an. ÔÇ×Hast du ihn?“ rief ich aufgeregt. ÔÇ×Ja. Bring mir mal den Kescher“, war seine Antwort. Vorsichtig drillte er den Fisch Richtung Ufer und die Freude war gro├č! Schon im Wasser konnten wir erkennen, dass es sich tats├Ąchlich um eine Schleie handelte. Ein wundersch├Âner Fisch mit bronzegr├╝nen Schuppen lag vor uns im Kescher. Ich nahm ihn f├╝r ein Foto in die Hand. Er Achims erste Schleief├╝hlte sich sehr weich und schleimig an. ÔÇ×Die m├╝ssen wir leider wieder rein setzen“, sagte Achim. ÔÇ×Wieso?“ fragte ich. ÔÇ×Weil sie unterm├Ą├čig ist. Ich meine, sie m├╝ssen 35 cm haben.“ Sofort rannte ich zu meinem Rucksack um in den Papieren nachzuschauen. Gottseidank waren  dort nur 30 cm als Mindestma├č angegeben – und die hatte sie gerade erreicht. Schleien sollen sehr gute Speisefische sein und bei dieser Gr├Â├če war mit einem Modergeschmack, wie es schon einmal bei Exemplaren von 3 – 4 kg Gewicht (soviel k├Ânnen sie erreichen)  vorkommen kann, nicht zu rechnen. Aber den eventuellen Modergeschmack kann man beseitigen, indem man den Fisch einige Tage in klarem Wasser h├Ąlt und vor der Zubereitung die Kiemen entfernt.
Wir haben bis ca. 20 Uhr weitergeangelt, aber keine weitere Schleie mehr gefangen. Zweimal hatte Achim eine gro├če Rotfeder bzw. ein Rotauge am Haken, die er jedoch ebenfalls wieder frei lie├č.
Ich hatte meine Posenrute im Laufe des Nachmittags auch umger├╝stet und mit der Schwingspitze versehen, nachdem ich in der Mitte des Teiches einen Karpfen sah, dessen gro├če R├╝ckenflosse immer wieder aus dem Wasser ragte. Aber ihn interessierten meine K├Âder nicht. Nun, vielleicht klappt es ja beim n├Ąchsten Mal. Auf jeden Fall war es wieder ein wundersch├Âner Angeltag gewesen. Nun bin ich sehr gespannt, was uns am Wochenende in Schweden erwartet. Dort gibt es nat├╝rlich nicht nur Hechte, sondern auch viele Zander, Barsche, Aale, Karpfen und auch Schleien! Ihr d├╝rft also, genau wie wir, gespannt auf den n├Ąchsten Bericht sein.

Oerlinghausen, den 22.04.2003

Der Schleientanz

Eigentlich wollten wir am Samstagnachmittag mit unserem Angelfreund Willi und seiner Frau Ulla an den Gevattersee II in Minden fahren, denn dort ist das Raubfischangeln schon ab 1.5.erlaubt. Aber es war inzwischen so hei├č geworden, dass wir auf eine l├Ąngere Autofahrt keine Lust hatten und uns entschlossen an den Sennesee in Stukenbrock zu fahren. Achim rief Willi an und fragte ihn, ob er auch mit zum Sennesee wollte. ÔÇ×Klar, aber ich habe keine Gastkarte“, meinte er. ÔÇ×Kein Problem, die holen wir dir noch“, antwortete ihm Achim. Schnell setzte ich mich ins Auto um noch einmal zu Dirk in seinen Angelladen zu fahren und die Gastkarte f├╝r Willi zu holen.
Gegen 15.30 Uhr war alles eingepackt und wir fuhren zum Sennesee. Meine Tochter Heike wollte gerne mitkommen und wartete schon im Auto in Stukenbrock auf uns. Normalerweise weht am Sennesee immer ein L├╝ftchen, aber nicht heute. Dadurch war die Wasseroberfl├Ąche so glatt, dass wir sehr gut beobachten konnten, wo die Fische sprangen und standen. Es dauerte auch nicht lange und wir sahen einen Schwarm von ca. 100 kleinen Barschen dicht am Ufer. Etwas sp├Ąter tauchten auch die ersten Schleien und Karpfen auf. Sie schwammen in kleinen Gruppen und waren so nahe, dass wir glaubten, sie mit der Hand herausholen zu k├Ânnen. Achim und ich montierten an eine unserer Ruten eine Pose, die anderen legten wir mit Rotwurm auf Grund. Zuerst probierten wir alle m├Âglichen K├Âder aus, aber die Schleien wollten einfach nicht bei├čen. Statt dessen ÔÇ×sonnten“ sie sich im warmen Wasser. Ab und zu nahm mal eine ein Maiskorn ins Maul, spuckte es aber gleich wieder aus. Auch f├╝r die Rotw├╝rmer interessierten sie sich nicht. Nach etwa einer Stunde vergeblichen Wartens versuchte Achim sie mit kleinen Boilies zu locken. Doch auch diese wurden im Maul gedreht und gewendet – und wieder ausgespuckt. Als Willi dann auf ein Plauschchen zu uns Achims Schleie ca. 37 cm gro├č. Sie durfte weiter schwimmen.r├╝ber kam, meinte er, wir sollten doch einmal mit Brot versuchen den Karpfen , der st├Ąndig vor uns am Ufer lang schwamm, zu fangen. Vom Mittagessen hatten wir noch ein Br├Âtchen ├╝brig und von diesem zupfte ich kleine St├╝cke ab, die Achim dann an den Haken tat. Wenn sie schon keinen Mais und keine Boilies m├Âgen, dann vielleicht Wei├čbrot, dachten wir. Aber die Karpfen und Schleien interessierten sich auch daf├╝r nicht.

Endlich, als die Sonne langsam unterging, wurde es etwas k├╝hler und angenehmer. Das mussten wohl auch die Schleien gemerkt haben, denn mit einem mal zeigten sie Appetit. Sie fra├čen den Mais, der vom Anf├╝ttern noch auf dem Grund lag, vor unseren Augen weg. Achims Pose war etwas weiter drau├čen und als wieder ein Schwarm ca. einen Meter vom Ufer entfernt auftauchte, holte er sie ganz langsam rein. Das Madenb├╝ndel am Haken baumelte direkt vor dem Maul einer Schleie, als sie danach schnappte. Im selben Moment schlug Achim auch schon an und der ÔÇ×Schleientanz“ begann. Mit heftigen Schl├Ągen wehrte sich die Schleie, aber es nutzte nicht viel, denn schon bald landete sie im Kescher. Da die Schleien gerade Schonzeit haben, setzte Achim sie,  nachdem wir einige Fotos gemacht hatten, vorsichtig wieder in das nasse Element. Schwupp – weg war sie.
ÔÇ×Das ist ja ein Ding! Alle Leckereien, die wir ihnen angeboten haben, nahmen sie nicht, aber auf so ein paar bl├Âde Maden bei├čen sie“, meinte ich zu Achim. ÔÇ×Das muss ich auch ausprobieren“. Ich holte meine Posenrute wieder rein und best├╝ckte den Haken ebenfalls mit Maden. Es dauerte auch nicht lange, als ich meine Pose abtauchen sah und eine kleine Schleie am Haken hing. Auch sie wurde, nachdem wir ein paar Fotos gemacht hatten, wieder reingesetzt.
Uschi l├Âst vorsichtig den Haken.
Uschis 1. Schleie
ÔÇ×Wenn es hier so viele kleine Barsche gibt, dann m├╝ssen doch auch gro├če da sein“, dachte ich bei mir und bek├Âderte den Haken nun wieder mit Rotwurm. Und tats├Ąchlich kam der Barschschwarm wieder in die N├Ąhe des Ufers. Dieses Mal war tats├Ąchlich ein gro├čer dabei, aber er interessierte sich, genau wie die ÔÇ×Kinder“ nicht f├╝r das Wurmb├╝ndel, das ich ihm anbot.
Etwas weiter drau├čen sahen wir sp├Ąter auch noch Forellen springen und hofften eine von ihnen zu fangen. Ich nahm die W├╝rmer wieder runter vom Haken und tat Powerbait drauf. Eine halbe Stunde wartete ich vergeblich auf den Biss einer Forelle, dann wechselte ich erneut den K├Âder gegen Maden aus.
Kaum war der K├Âder im Wasser, sah ich rechts von meiner Angelstelle einen kleinen Hecht stehen. Er r├╝hrte sich nicht, sondern schaute wohl den Schleien, die inzwischen wieder vor unseren F├╝├čen schwammen, bei ihrem Tanz zu. Uschis 2. Schleie - 38 cm ca. 1000 Gramm, auch sie durfte weiterschwimmen.Wahrscheinlich sahen sie den Hecht, denn sie hielten einen gr├Â├čeren Abstand zu ihm. W├Ąhrend ich gespannt zuschaute, was wohl gleich passieren w├╝rde, rief mir Achim zu, dass meine Pose abgetaucht sei. Sofort schlug ich an und drillte erneut eine Schleie ans Ufer. Es war ein sehr sch├Ânes Tier. Ich entfernte den Haken und Achim machte ein Foto. Dann haben wir sie noch kurz gemessen, 38 cm gro├č und ca. 1000 Gramm schwer. Anschlie├čend habe ich sie vorsichtig wieder ins Wasser zur├╝ckgesetzt.
Gegen 23 Uhr legte ich mich f├╝r ein paar Stunden in unserem Angelzelt hin und schlief den Schlaf der Gerechten. Achim und Willi passten derweil auf meine beiden  Ruten auf. Gegen 3.30 wachte ich wieder auf. Die ganze Zeit war nicht viel passiert. Achim hatte zwar auf seiner Grundrute einen Biss gehabt – wahrscheinlich war es ein Aal, denn es surrten 10 m Schnur von der Rolle – aber dann muss er wohl den K├Âder wieder losgelassen haben. Kurz vor Sonnenaufgang kamen immer mehr Angler zum See, denn ab Mitternacht war auch hier das Raubfischangeln erlaubt. Einer der gerade angekommenen Angelkollegen ging mit seiner Spinnrute um den See herum und als er auf der gegen├╝berliegenden Seite war, h├Ârten wir einen Freudenschrei. Er hatte einen Hecht von ├╝ber 80 cm gefangen. Wir freuten uns alle f├╝r ihn mit.
Angespornt von dem Superfang versuchten wir es nun auch mit Blinker und Wobbler, aber es tat sich nichts. Es war schon nach 7 Uhr und der fehlende Schlaf machte sich langsam doch bemerkbar. Au├čerdem wurde es richtig voll am See. Es waren so viele Angler gekommen, dass wir uns entschlossen einzupacken und es an einem Wochentag, wenn weniger Leute da sind, einmal mit Spinnfischen zu probieren.

Oerlinghausen, den 03.06.2003

Bei├čflaute und Fischesterben

Temeratur am 12.08.2003 um 23.00 Uhr: 30 GradSo einen hei├čen Sommer, wie wir ihn dieses Jahr haben, hat es in Europa seit der Wetteraufzeichnung noch nie gegeben. F├╝r die s├╝dlichen L├Ąnder wie Italien, Spanien, Portugal sind Temperaturen ├╝ber 30 Grad keine Seltenheit, Doch vorgestern, am 12. August, hatten wir in Bielefeld und Oerlinghausen 39 Grad im Schatten. Als wir abends gegen 23 Uhr nach Hause fuhren (wir waren in Bielefeld bei einem Freund zum Grillen eingeladen), zeigte das Thermometer immer noch 30 Grad (!) an. Es war einfach nicht auszuhalten!
Das die Fische bei diesen Temperaturen auch nicht bei├čen wollen, wundert wohl keinen Angler. Der Wasserspiegel sank in den Seen und Fl├╝ssen und da kein Wind aufkam, wurde auch der Sauerstoffgehalt sehr knapp. Auch die Medien berichteten vom Fischesterben, wie es sonst h├Âchstens bei einer Seuche vorkommt.
Wir wussten also, dass es kaum Zwecke hatte, zum Angeln zu gehen bzw. fahren. Trotzdem versuchten wir es immer wieder mal.

Uschi bei stroemendem Regen am SenneseeAm 26. Juli veranstaltete der ASV Dalbke am Sennesee sein Nachtangeln. Start war um 18.30 Uhr und um Mitternacht, als das Angeln vorbei war, sa├čen wir gemeinsam unter einer Pergola und stillten unseren Hunger und Durst. Achim und ich hatten unser ÔÇ×Sommerzelt“ aufgebaut und wollten eigentlich bis zum n├Ąchsten Morgen bleiben, doch dann fing es um 22 Uhr zu regnen an.  Zuerst begr├╝├čten wir den Wetterumschwung noch, denn auch die Pflanzen hatten den Regen bitter n├Âtig. Aber dann wurde der Regen immer st├Ąrker und gegen 1 Uhr sch├╝ttete es wie aus Eimern, so dass wir um 2.30 Uhr unsere Sachen packten und nach Hause fuhren.Gelbwangenschildkroete aus dem Sennesee
Es wurden an diesem Abend sowieso kaum F├Ąnge gemacht. Lediglich unser Angelnachbar fing gleich zu Beginn eine Schleie und dann auch nichts mehr. Das hei├čt, so ganz stimmt meine Aussage nicht. Achim und ich waren eine Woche und den Abend vor dem Nachtangeln am Sennesee gewesen und hatten eine gro├če Wasserschildkr├Âte beobachtet, die dort gem├╝tlich durch den See schwamm. Sie muss wohl von einem ÔÇ×Tierfreund“, der zuhause keinen Platz mehr f├╝r sie hatte, reingesetzt worden sein. Als sie an diesem Tag ganz in die N├Ąhe des Ufers schwamm, meinte Achim spa├česhalber zu unseren Angelkollegen, wenn schon keine Fische bei├čen wollen, k├Ânnten wir ja mal versuchen die Schildkr├Âte zu fangen. Er probierte es auch sofort mit ein paar Maden aus und hatte sie kurze Zeit sp├Ąter tats├Ąchlich am Haken. Sie war etwa Kuchenteller gro├č und wog auch einige Gramm, aber leider z├Ąhlte dieser ÔÇ×kapitale Fang“ bei der Wertung nicht. Sieger des Nachtangelns wurde ein anderer Angelfreund, dem 5 Minuten vor Mitternacht noch ein dicker Karpfen ins Netz ging. Unsere F├Ąnge an diesem Tag sind kaum erw├Ąhnenswert: jeder von uns beiden fing einen kleinen Karpfen, den wir aber wieder reinsetzten.
Gelbwangenschildkroete aus dem Sennesee
Gelbwangenschildkroete aus dem Sennesee

Am letzten Samstag (09.08.) verabredeten wir uns mit unserem Angelfreund Willi am Mittellandkanal in Minden. Wir fuhren erst gegen 18 Uhr von zuhause los und blieben bis zum n├Ąchsten Morgen. Obwohl es tags├╝ber auch sehr hei├č gewesen war, konnten wir es am Kanal gut aushalten, denn als die Sonne unterging, kam ein k├╝hler Wind auf. Im Wasser sahen wir die Fische springen, aber bei├čen wollten sie auch hier nicht. Ganz egal, was wir als K├Âder anboten (K├Âderfisch, Fischfetzen, Maden, W├╝rmer, k├╝nstlicher Tauwurm), sie ignorierten alles. Als die Sonne wieder aufging, fiel mir ein, dass wir einen kleinen, eingefrorenen Aal mitgenommen hatten. Kurzerhand holte ich ihn aus der K├╝hlbox und schnitt ihn in ÔÇ×mundgerechte“ Happen. Ich wechselte das Vorfach mit dem Wurmhaken aus und steckte das Aalst├╝ckchen auf einen etwas gr├Â├čeren Haken. Dann warf ich die Schwingspitzrute bis ca. 5 m vor das Schiff, welches rechts von mir schon vorher am Ufer angelegt hatte und kochte mir erst einmal eine Tasse Kaffee. Danach holte ich meine andere Grundrute rein. Ich war gerade dabei auch diesen Haken mit einem Aalst├╝ckchen zu bek├Âdern, als meine Schwingspitzrute sich selbstst├Ąndig machte. Sie rutschte aus der Halterung und ich konnte sie gerade noch packen, sonst w├Ąre sie im Kanal verschwunden.

H├Ątte ich den Freilauf eingeschaltet gehabt, h├Ątte ich den Zander (um einen anderen Fisch konnte es sich gar nicht handeln), bestimmt gefangen. Aber als ich die Rute auswarf, war ich wohl noch nicht ganz wach gewesen (ich hatte mich nach Mitternacht f├╝r ein paar Stunden auf unserer Liege zum Schlafen gelegt). Mein ├ärger ├╝ber meine Dusseligkeit war nat├╝rlich sehr gro├č. Schlie├člich war es seit langer Zeit das erste Mal, dass etwas ÔÇ×Vern├╝nftiges“ bei├čen wollte. Und dann machte ich so einen bl├Âden Fehler!!! Auch an der anderen Rute, wo ich ebenfalls ein Aalst├╝ckchen dran hatte, bekam ich ab und zu eine Meldung. Aber wenn ich dann anschlug, hatte der Zander den K├Âder dann doch wieder ausgespuckt. Zander sind eben sehr vorsichtige Fische und nicht so leicht zu ├╝berlisten. Doch f├╝rs n├Ąchste Mal wei├č ich, dass es sich auf jeden Fall lohnt, es statt eines Fischfetzchens lieber wieder mal ein Aalst├╝ckchen als K├Âder anzubieten. Probieren geht also ├╝ber Studieren.

Gestern Abend waren wir f├╝r 2 Stunden erneut am Sennesee – und siehe da, die Fische waren wieder in Bei├člaune. Die Schleien haben sich zwar nicht blicken lassen, aber die Rotfedern und Barsche bissen am laufenden Meter auf unsere Maden. Sicher hatte ihr wiedergekehrter Appetit auch etwas mit dem Wetter zu tun. Die Temperatur war von 39 auf knapp 30 Grad gesunken und es war ein k├╝hler Wind aufgekommen, der dem Wasser Sauerstoff gab. Und als wir gegen 21 Uhr nach Hause fuhren, fing es sogar ein wenig zu regnen an. Leider soll die ÔÇ×Abk├╝hlung“ auf tags├╝ber 25 Grad nur 2 Tage dauern und dann sollen es wieder 30 Grad werden. Der hei├če Sommer ist also noch lange nicht vorbei.
Der Sennesee im August 2003
Der Sennesee im August 2003
Der Sennesee im August 2003
Der Sennesee im August 2003
Vielleicht haben wir ja bald wieder von besseren F├Ąngen zu berichten, denn am 30. August fahren wir mit Achims Eltern, wenn auch nur f├╝r eine Woche, nach Dietfurt (Altm├╝hltal). Unsere Vermieter freuen sich schon darauf, uns wiederzusehen und wir uns auf eine Angelwoche am Main-Donau-Kanal.

Wir haben, seit wir aus Schweden zur├╝ck sind, zwar nicht viel gefangen, aber das war auch nicht so tragisch. Schlie├člich liegen in unserer K├╝hltruhe noch jede Menge Hechte. Ein Rezept hat so wunderbar geschmeckt, da├č ich es allen Interessierten zum Nachmachen bekanntgeben m├Âchte.

Gef├╝llter Hecht – eine Schlemmerei

Zutaten:
1 Hecht von 1,5 bis 2,0 kg
Gefuellter Hecht - eine leckere Schlemmerei3 – 4 EL Butter
2 Zwiebeln
300 g frische Champignons
200 g Schweinemett
1/8 l saure Sahne
1/8 l s├╝├če Sahne
1 Bund Petersilie
frischen oder eingefrorenen Salbei
frischen oder eingefrorenen Estragon
2 – 3 EL Semmelbr├Âsel
 6 Scheiben mageren, ger├Ąucherten Bauchspeck
Salz
Pfeffer
Zitronensaft

Zubereitung:
Der Hecht wird geschuppt und ausgenommen, dann werden die Kiemenb├Âgen entfernt. Wer mag, kann den Kopf auch entfernen, ansonsten wird er drangelassen.
Von der Bauchseite her f├Ąhrt man mit dem Filettiermesser unter die Bauchgr├Ąten, l├Âst sie von den Bauchlappen und l├Âst mit Schnitten entlang der R├╝ckengr├Ąten die Mittelgr├Ąte in ganzer L├Ąnge heraus, ohne dabei jedoch die R├╝ckenhaut zu durchtrennen.
Die beiden Zwiebeln hacken und in einem Essl├Âffel Butter and├╝nsten. Dann kommen 200 g bl├Ąttrig geschnittene Champignons dazu. Auch sie werden leicht angebraten. Nun das Schweinemett, die saure Sahne und die Kr├Ąuter hinzuf├╝gen (dabei die H├Ąlfte der Kr├Ąuter f├╝r die Sauce zur├╝cklassen). Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Binden der Masse werden 2 bis 3 E├čl├Âffel Semmelbr├Âsel hinzugef├╝gt.

Gefuellter Hecht vor dem Braten

Gefuellter Hecht vor dem Braten

Gefuellter Hecht , sieht er nicht lecker aus!

Gefuellter Hecht


Wenn die Masse erkaltet ist, wird der vorbereitete Fisch (innen gesalzen, gepfeffert und ges├Ąuert) damit gef├╝llt und mit K├╝chengarn zugen├Ąht. (Das ist auch m├Âglich, wenn der Hecht ohne Kopf serviert werden soll!)
Nun wird der Hecht mit Salz und Pfeffer eingerieben. Damit er beim Braten nicht aufplatzt, wird er auf beiden Seiten ca. viermal eingeritzt. Den Hecht nun in eine Auflaufform oder in die Fettpfanne des Backofens legen und mit Bauchspeckstreifen belegen.
Im vorgeheizten Backofen wird der Hecht nun bei 225 Grad (Umluft: 200 Grad) 15 Minuten braten. Dabei ├Âfters mit fl├╝ssiger Butter begie├čen. Nach dieser Zeit kommen die restlichen 100 g bl├Ąttrig geschnittenen Champignons hinzu und der Hecht muss weitere 40 Minuten bei 200 Grad (Umluft: 180 Grad) garen. Kurz vor Garende gie├čen wir die s├╝├če Sahne ├╝ber ihn und geben die restlichen Kr├Ąuter dazu. Im ausgeschalteten Backofen lassen wir ihn noch 5 bis 10 Minuten ziehen.
Anschlie├čend wird der Hecht auf eine vorgew├Ąrmte Platte gelegt. Die in der Auflaufform oder Fettpfanne zur├╝ckgebliebene Sauce mit etwas Zitronensaft abschmecken, evtl. nachw├╝rzen und zum Hecht servieren.
Dazu schmecken wunderbar Petersilienkartoffeln.

Viel Spa├č beim Nachkochen und guten Appetit!

Oerlinghausen, den 14.08.2003

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