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Achim Kluck

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Uschis Angelberichte und mehr...

Angelerlebnisse 2001

Mein erstes Angelerlebnis

Es war am Freitag nach Himmelfahrt, als ich mit Achim das erste Mal zum Angeln fuhr. Er hatte mir vorher schon Einiges über das Angeln erzählt, aber so richtig konnte ich es mir doch nicht vorstellen. Ich wußte nur, daß eine „Stange“ mit einem Faden und Köder dran ins Wasser geworfen wird – und schon bald biß der erste Fisch an.

Als wir uns kennenlernten und er mir von seinem Hobby erzählte, hörte ich begeistert zu, meinte aber zu ihm, daß ich mir nicht vorstellen könnte, eine ganze Nacht am Wasser zu sitzen. Vor allen Dingen, weil ich ein Mensch bin, der recht leicht friert.
Wir fuhren also am Freitag gegen Mittag los. Tags zuvor war ich schon reichlich aufgeregt, was mich denn nun erwarten würde. Unser Auto war pickepacke voll mit Angelruten, Angelstuhl, Kühltaschen, Liege, Achims Angelkleidung und vielen anderen Dingen, die man so zum Angeln braucht.

Als wir gegen 13 Uhr in Minden am Gevattersee 2 ankamen lag vor uns ein schöner, ruhiger See. Einige Wochen vorher hatte mir Achim schon die verschiedensten Stellen gezeigt, an denen er die Erlaubnis zum Angeln hatte. (Das man nicht einfach überall angeln durfte, war mir auch bis dahin neu). Wir suchten uns also erst einmal eine passende Stelle aus, d.h. eine Stelle, wo Achim seine Angelruten gut auswerfen und ich meine Campingliege hinstellen konnte.  Den Pkw hatten wir ein Stückchen entfernt parken müssen, so daß es zuerst hieß, das ganze mitgebrachte Gepäck auszuladen und hinzutragen.

Nachdem dies geschehen war, ging es ans „Aufbauen“. Achim kümmerte sich um seine Angelruten und ich stellte mir meine Liege so auf, daß ich ein schönes sonniges Plätzchen hatte. Es war an diesem Nachmittag endlich einmal so warm, daß wir in Badesachen herumlaufen konnten. Ich zog als erstes meinen Bikini an, den ich gottseidank doch noch eingepackt hatte. Während ich mich umzog, steckte Achim seine Angeln zusammen. An diesem See sind drei Ruten erlaubt.(Das ist aber nicht überall gleich, wie ich inzwischen weiß. Manchmal darf man nur zwei Ruten aufstellen). Ich fand es sehr interessant zuzuschauen, wie Achim die Angelruten zusammensteckte und was so alles in seiner Angelkiste drin war.

Infolge meines interessierten Zuschauens fragte er mich, ob ich die Köder (dicke, fette Maden!) an den Angelhaken machen wollte. Igitt, nein danke. An Maden habe ich keine so gute Erinnerung.

Denn meine Tochter besaß einmal ein Zwergkaninchen, um das ich mich aber hauptsächlich kümmerte (wie das nun mal bei Kindern so ist). Vor einigen Jahren flog ich ohne sie nach Kreta und als ich wieder zurück war, machte das Kaninchen keinen besonders glücklichen Eindruck. Es sah krank aus. Als ich es auf den Arm nahm, sah ich, daß es eine Wunde unter dem Bauch hatte, aus dem lauter Maden krochen. Es wurde buchstäblich bei lebendigem Leib von Maden aufgefressen. Den Anblick werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen! (Das nur am Rande bemerkt)

Nachdem Achim seine Ruten ausgeworfen hatte, wartete ich gespannt, daß der erste Fisch anbiß. Aber es tat sich einfach nichts. Gottseidank bin auch ich ein geduldiger Mensch und fand es auch weiter nicht schlimm. Irgendwann wird schon einer anbeißen, dachte ich mir.  

Ich lag also gemütlich auf meiner Liege und sonnte mich. Ab und zu nahm ich meinen Roman zur Hand, aber so richtig konnte ich mich doch nicht auf den Text konzentrieren. Der See war zwar relativ ruhig, aber es gab doch vieles rundherum zu sehen.

Als erstes fiel mir das laute Gequake der Frösche auf. So ein Konzert hatte ich noch nie erlebt. Es müssen hunderte gewesen sein. Einer von ihnen saß ganz in unserer Nähe im Schilf. Aber immer, wenn ich nach ihm sehen wollte, verhielt er sich still, so daß ich ihn nicht ausfindig machen konnte.

Ich meine, es wäre so gegen 16 Uhr gewesen, als ich plötzlich einen Schwan auf dem See entdeckte. Wir hatten uns etwas zum Essen mitgenommen und ich lockte ihn mit einigen Brotstücken an. Zuerst war er mißtrauisch, aber dann kam er doch angeschwommen. Als er seine Brocken gefressen hatte, schwamm er majestätisch vondannen. Es muß ihm wohl gut geschmeckt haben, denn nach einer Stunde war er wieder da. Ich fütterte ihn mit dem Rest Brot und bald zog er wieder weiter.

An diesem Tag hörte ich auch zum ersten Mal seit Jahren wieder einen Kuckuck rufen. Als Kind sagte mir meine Oma, daß man seine Geldbörse schütteln müßte, sobald man den Kuckuck hört, denn dann hätte man das ganze Jahr über Geld zur Verfügung. Daran mußte ich sogleich denken. Aber leider lag meine Geldbörse noch im Auto, so daß ich sie nicht schütteln konnte. Ich hoffe jetzt nur, daß mir das Geld in diesem Jahr trotzdem nicht ausgeht (grins).

Es war schon gegen Abend und Achim hatte immer noch keinen Fisch gefangen. Nicht einmal eine Meldung kam, d.h. das Glöckchen war still und die Rutenzeiger bewegten sich ebenfalls nicht. Während die Sonne sich tagsüber auf der Wasserfläche spiegelte, konnte ich das Ganze schlecht verfolgen. Aber als es dann etwas dämmrig wurde konnte ich besser gucken und jetzt schaute ich immer wieder gespannt auf die Angelanzeige, ob sich denn nun endlich mal etwas tut. Doch nichts, absolut nichts tat sich.

Die Stille unterbrach plötzlich ein Rascheln. Hoffentlich sind hier keine Ratten, die mir vor den Füßen herlaufen, dachte ich bei mir. Achim stand aus seinem Stuhl auf und sah nach. Ein kleiner niedlicher Igel fraß genüßlich an den hohen Gräsern.

Sobald die Sonne verschwunden war, wurde es kälter und auch feucht. Wir konnten an unserem Platz sehen, daß die Leute, die früher einmal dort gewesen waren, sich ein Feuer angezündet hatten. Und so suchten wir uns schon des Nachmittags trockene Äste, um ebenfalls ein kleines Lagerfeuer zu machen. Während Achim erneut seine Ruten auswarf, schichtete ich die Äste auf. Dann zündeten wir sie an. Es war wunderschön, richtig romantisch, wie die Flammen in der einbrechenden Dunkelheit tanzten und uns wärmten.

Obwohl es am Feuer nun schön warm war, zog mir meinen Trainingsanzug über, legte mich auf die Liege und deckte mich mit der mitgebrachten Decke zu. Aber es half nicht viel, denn ich fing wieder an zu Frieren. Also zog ich mir noch meine Skiunterhose, das Skiunterhemd, den Skirolli und dicke Socken an. Achim spannte seinen großen Angelschirm über die Liege, damit ich vor der sich bildenden Feuchtigkeit geschützt wurde.

Es war schon fast 22 Uhr als eine der Ruten anschlug. Gott, was war ich aufgeregt! Noch bevor die Schnur ganz aus dem Wasser war, meinte Achim, daß er einen Aal an der Angel hätte. Einen Aal wollte ich nicht, sondern einen Fisch! Und tatsächlich war es ein Aal von ca. 65 cm Länge, den er gefangen hatte. Er wand sich am Haken und auch noch, als Achim ihn schon mit einem Gegenstand betäubt hatte. Beim Töten sah ich lieber weg. Außer einer Fliege oder einer Mücke habe ich noch niemals ein Tier getötet und würde es auch in Zukunft nicht können. So glaubte ich jedenfalls. Nachdem der Aal in der Plastiktüte lag und in der Kühltasche verfrachtet war, kehrte wieder Ruhe am See ein. Plötzlich schlug das Glöckchen an einer der Angeln an. Hoffentlich ist es dieses Mal ein Fisch! Aber es war eine Fehlmeldung. Wahrscheinlich war eine Fledermaus an die Schnur geflogen und hat das Bimmeln ausgelöst. Jedenfalls war nichts am Haken, als Achim die Rute reinholte.

Gegen Mitternacht war das Feuer aufgebrannt und ich hatte solche kalten Füße, daß ich mir noch ein weiteres Paar Socken überzog und Achim sie mir mit seinen Händen wärmte. Nun überkam mich auch die Müdigkeit. Zuerst konnte ich nicht einschlafen, aber als meine Füße ein wenig wärmer waren, schlief ich doch ein. Vorher setzte ich mir noch meine Skimütze auf und zog Handschuhe an. Nach einer guten Stunde war ich wieder wach. Das kurze Schläfchen hatte mir gut getan, aber ich hatte Achim gegenüber ein schlechtes Gewissen, denn er konnte nicht schlafen, da er ja auf seine Ruten achten mußte. Für seine Ausdauer und Geduld bewunderte ich ihn. Noch bevor ich wieder ganz wach war, hörte ich, daß der Frosch neben uns immer noch quakte. Die anderen Frösche waren inzwischen still, aber „unser“ setzte sein Konzert unbeirrt fort.

 

Gegen 5 Uhr morgens schlug die Rute erneut an. Na endlich ist mal ein Fisch dran, dachte ich. Aber wieder hatte Achim „nur“ einen Aal am Haken. Obwohl wir in der Mitte des Sees einige kapitale Fische springen sahen, biß leider keiner an. Ich hatte mich schon auf eine schöne große Meerforelle gefreut. Aber so ist das nun mal. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal, wenn ich wieder mit ihm zum Angeln fahre. Denn daß ich wieder mitfahren werde ist klar. Es hat mir großen Spaß gemacht 

 

Das nächste Angeln

Als ich mit Achim das nächste Mal zum Angeln fuhr, war es schon sehr warm geworden. Ich packte mir meine Badesachen und etwas zum Lesen ein, damit es mir nicht „langweilig“ wurde. Das wurde es auch nicht, denn an diesem Tag sagte Achim zu mir, daß ich heute einmal probieren sollte, wie man einen Köder auswirft. Es war ein ungewohntes Gefühl, so eine lange Rute in der Hand zu halten. Ich stellte mich anfangs auch recht blöd an, als es hieß, den Köder ins Wasser zu werfen.  Einige Male landete die Schnur mit dem Haken dann auch in den Bäumen und Büschen hinter mir. „Nein, das kann ich nicht“, meinte ich nach einigen Versuchen. Da Achim jedoch ein sehr geduldiger Mensch ist, und er es mit immer wieder vormachte, klappte es dann doch einmal richtig gut. Als der Köder endlich dort im Wasser lag, wo ich ihn hinhaben wollten, sagte er zu mir: „Nun mußt du auf die Rute aufpassen. Laß sie nicht aus den Augen. Denn wenn die Pose untergeht, dann ist ein Fisch dran und du mußt schnell anschlagen und sie reinholen.“ Das war nun wieder etwas völlig Neues für mich. „Wie schlägt man denn an?“ fragte ich ihn. Er erklärte mir genau, wie ich es machen mußte und was sich dabei unter Wasser abspielte.

Aus dem Lesen und in der Sonne rumdösen wurde nun nichts Wie gebannt starrte ich auf „meine“ Rute. Nach einiger Zeit rief ich: „Die Pose ist verschwunden. Nein, jetzt ist sie wieder da. Oh Gott, jetzt ist sie wieder weg.“ Achim ermahnte mich: „Du mußt ruhig sein. Du verscheuchst ja die ganzen Fische, wenn du so laut bist. Jetzt nimm die Rute in die Hand und schlag an.“ „Das kann ich doch nicht!“ war meine Antwort. „Mach du das für mich“. „Doch du kannst das“, antwortete er mir. Aber dann holte er doch die Rute für mich rein. Wahrscheinlich hatte ich zu lange gewartet oder es war eine so genannte Fehlmeldung, denn als die Schnur aufgespult war, kam der Haken ohne einen Fisch zum Vorschein. Doch der Köder, d.h. die Maden, die Achim zuvor am Haken angebracht hatte, waren ab. Also war doch schon ein Fisch dran gewesen. „Mach neue Maden an den Haken und wirf wieder aus“, meinte Achim. Ich? Ich sollte diese kleinen ekeligen Dinger anfassen und auch noch auf den Haken spießen?  Es wurde immer doller, dachte ich bei mir. „Igitt, die kann ich nicht anfassen“, war meine Antwort. „Wenn du angeln willst, dann mußt du das aber können. Wie willst du sonst angeln?“ Ganz vorsichtig nahm ich eine dieser kleinen ekeligen Dinger in die Hand und schaute sie mir genau an. „Wie soll ich die denn auf den Haken kriegen?“ meinte ich. „Du hast doch gesehen, wie ich das mache. Hier oben mußt du sie einstechen.“ Gesagt, getan. Fünf Stück davon paßten auf den Haken. Nach einigen Fehlversuchen landete der Köder wieder im Wasser. Nun war erneutes Warten angesagt. Es dauerte auch nicht lange und die Pose verschwand schon wieder im Wasser. Dieses Mal wagte ich es sogar alleine anzuschlagen und die Schnur einzuholen. Als dann tatsächlich ein kleines Fischchen dran war, war ich ganz aus dem Häuschen. „Gratuliere, mein Schatz, zu deinem ersten Fisch.“ Ich strahlte, als wenn ich 6 Richtige im Lotto hätte.

„Wenn wir jetzt öfter zum Angeln fahren, brauchst du unbedingt einen Thermoanzug, damit du nachts nicht so sehr frierst.“ sagte Achim. Tagsüber war es zwar warm gewesen, aber die Nacht wurde doch ganz schön kalt. Ich hatte zwar viele dicke Sachen mitgenommen, die ich mir schichtweise überzog, und auch die Liege und den Schlafsack hatten wir mitgenommen, aber dennoch drang die feuchte Luft in die Kleidung.

Als wir wieder einmal zu dem Angelladen fuhren kaufte Achim mir einen schönen Thermoanzug.  Und auch noch ein paar Thermostiefel, obwohl ich meinte, daß ich die nicht brauchen würde. Ich  mußte die Sachen natürlich so schnell wie möglich ausprobieren und so fuhren wir schon bald wieder zum Angeln.

Bisher hatten wir immer am Vereinssee in Minden geangelt, aber dieses Mal fuhren wir an die Weser. Unser Freund Christian wollte dieses Mal auch angeln und war schon mit seinem kleinen Sohn vorausgefahren. Als wir eine schöne Stelle gefunden hatten, bauten wir unsere Sachen einige Meter von Christian entfernt Auff. Heute zeigte mir Achim wie man eine Rute zusammenstellt, d.h . ich mußte die Rute ganz alleine fertigmachen. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten gelang es mir dann endlich.

Da die Weser mit einem See nicht zu vergleichen ist – es herrscht eine stärkere Strömung - konnte ich dieses Mal natürlich nicht mit Pose angeln . Sie wäre mir immer wieder abgetrieben. Also hieß es  „auf Grund“ angeln. Das Auswerfen mit dem Blei an der Schnur war natürlich wieder ein anderes Gefühl, als mit der Pose. Aber auch das gelang mir schon bald. Und als ich an diesem Tag sogar eine Nase und mehrere kleinere Brassen am Haken hatte und sie sogar landen konnte, packte mich das „Angelfieber“.

„Mach doch deinen Angelschein“, sagte Achim ein paar Tage später zu mir. Ich guckte ihn ungläubig an. Das meinte er doch nicht ernst?! Ich hatte zwar großen Spaß am Angeln gefunden, aber einen Angelschein machen, nein, das traute ich mir nicht zu. Dennoch ließ mich der Gedanke daran nicht los.

Ich surfte im Internet und fand auch bald eine Seite wo ich erfuhr, daß es ja „nur“ ca. 500 Fragen aus 6 Wissensgebieten gibt, die man bei einer Angelprüfung beantworten muß! Und außerdem, so wurde bemerkt, bestehen durchschnittlich 8 von 10 Leuten die Prüfung. „Ganz toll“, dachte ich. „Ich gehöre garantiert zu den Zweien, die das nicht packen“

Spaßeshalber beantwortete ich auf der HP des Angelvereins aus Bayern (sie hatten die Prüfungsfragen mit den richtigen Antworten ins Netz gestellt) einige der Prüfungsfragen – und fiel prompt durch. Wie sollte es auch anders sein, schließlich hatte ich ja keine Ahnung von all den Dingen.

 „Das schaffe ich nie“, sagte ich abends zu Achim. „Ich habe im Büro so viel Neues zu lernen, daß ich meinen Kopf dafür gar nicht frei habe. Das geht bestimmt nicht auch noch rein.“

Irgendwie sträubte ich mich gegen den Gedanken einen Angelschein zu machen, d.h. einen Angelschein haben wollte ich schon, aber wieder etwas Neues lernen müssen gefiel mir überhaupt nicht. Ein paar Tage lang kreiste der Gedanke an einen Angelschein in meinem Kopf. Als ich mal wieder in einen Buchladen ging (ich lese sehr gerne), stand ich zu meinem eigenen Erstaunen plötzlich vor einem Verkäufer und fragte ihn, wo ich Büchern über Angeln finde. Er zeigte es mir und ich fand auch eines, welches ich mir kaufte. In diesem Buch waren sämtlichen Fragen aus dem ganzen Bundesgebiet aufgeführt, die bei einer Angelprüfung drankommen könnten. Stolz zeigte ich es Achim. Ich las von nun an immer wieder darin, obwohl ich mir immer noch nicht sicher war, einen Angelschein zu machen.

Beim nächsten Besuch im Angelladen stach mir sofort der Aushang ins Auge, wo die neuen Orte und Termine für die Fischereiprüfung stattfanden. Mitte September gingen die Vorbereitungslehrgänge los. Ich notierte mir den Termin. Von Christian erfuhr ich, daß Sabine ebenfalls den Angelschein machen wollte. So meldete ich uns beide telefonisch an. Der Start war gegeben!
 

 Unser Angelurlaub an der Altmühl

 Da Achim sein Cabriolet, welches er schon Anfang des Jahres 2001 bestellt hatte, immer noch nicht bekam, planten wir unseren Urlaub um. Wir hatten vorgehabt, mit dem neuen Wagen 6 Wochen lang durch Europa zu reisen, aber daraus nun nicht wurde, fuhren wir Anfang August ins Altmühltal. Es war ein herrlicher Sommer, es gab Sonne pur. Wir packten unsere Fahrräder aufs Auto und nahmen Naseauch unsere Angelsachen mit. Achim war früher schon einmal im Altmühltal zum Forellenangeln gewesen. Leider war in Kipfenberg keine Ferienwohnung frei, aber wir fanden für vorerst eine Woche eine in Dietfurt. Gleich am selben Tag unserer Ankunft holten wir uns eine Wochenkarte und sahen uns die Gewässer an, wo wir angeln durften.  FerienwohnungSchon am nächsten Tag drängte es mich ans Wasser. Ich wollte unbedingt angeln. Als ich am Main-Donau-Kanal meine erste Nase geangelt hatte, stand für uns fest, daß wir noch mindestens eine Woche länger bleiben wollten. Die erste Ferienwoche war leider ausgebucht, aber wir hatten Glück und fanden eine viel schönere, die wir für weitere 10 Tage buchen konnten. Sie lag sogar noch näher an den Gewässern, als die vorherige. Die Vermieter, ein typisch bayerisches Ehepaar, waren sehr nett. Schon am ersten Tag brachte uns die neue Vermieterin ein paar Stücke von ihrem selbst gebackenen Kuchen. Außerdem sagte sie zu uns, daß wir kein Gemüse mehr kaufen bräuchten, sondern es uns aus ihrem Garten holen durften, was wir natürlich sehr gerne taten. Es gab Gurken, Tomaten, Paprika, Salate, Zwiebeln und vieles mehr. Als ich der Vermieterin stolz erzählte, daß wir beide gerne angeln, stiegen wir noch in ihrer Gunst, denn ihr Sohn, der auch im Haus wohnte, angelte ebenfalls.

In der ersten Woche unseres Aufenthalts hatten wir in einem Altarm der Altmühl viele große Karpfen gesehen. „Ich möchte auch mal einen Karpfen angeln“, meinte ich zu Achim. Wir fuhren nach Beilngries und besorgten uns Bolies um die Karpfen damit anzufüttern. Ein paar Tage geschah nichts. Außer Köderfische fingen wir nichts. Wir hatten jeder eine Rute nahe am Gewässerrand ausgelegt und warteten auf einen Biß. Als sich dann endlich einmal ein Karpfen an den Bolie wagte, haben wir leider zu spät reagiert. Die Schnur rieß und der Karpfen verschwand so schnell, wie er gekommen war.

Neben den Karpfen gab es auch viel Rapfen, die wir ständig an der Oberfläche beim Jagen beobachten konnten. Anfangs war ich immer sehr erschrocken, wenn es plötzlich ganz nahe neben mir laut klatschte. „Die zu fangen muß ganz einfach sein“, sagte ich zu Achim. Doch das war ein Irrtum. Wir haben alle möglichen Köder ausprobiert, aber es tat sich einfach nichts.  Die „Biester“ waren einfach nicht zu kriegen. Unsere Köderfische interessierten sie erst gar nicht, es gab ja auch genügend „Lebendfutter“. Es ist nämlich seit ein paar Jahren nur erlaubt, tote Fische als Köder anzubieten. Früher waren auch lebende Fische erlaubt. Aber leider ist das nicht mehr so.

Einmal, als Achim seine Rute mit Pose ausgelegte, schnappte sofort ein Rapfen gierig danach, ließ aber sie gleich wieder los.

Nachdem wir also nach einer Woche in die andere Ferienwohnung umgezogen waren, saßen wir wieder am Altwasser und legten erneut unsere Karpfenruten aus. Es war der 24.08.01 gegen 20.30 Uhr als an Achims Karpfenrute plötzlich die Bremse ging, d.h., ein Karpfen hatte angebissen und wollte nun flüchten. Achim sprang sofort aus seinem Stuhl auf und schlug an. Kurze Zeit später landete er einen großen Spiegelkarpfen von 63 cm und 6 kg! Ich freute mich unheimlich für ihn. So einen großen lebendigen Fisch hatte ich noch nie gesehen. Achim fragte mich, ob wir ihn wieder reinsetzen sollten, aber ich schüttelte energisch den Kopf. Jetzt hatten wir so viele Tage darauf gewartet und nun sollten wir ihn nach kurzem Anschauen und Fotografieren wieder in den Fluß setzen? „Kommt gar nicht in Frage. Wir nehmen jeden Fisch, den wir fangen, mit!“ war meine Antwort. Da es noch sehr warm war, setzte ich mich ins Auto und fuhr in unsere Ferienwohnung um noch ein paar Eiskühler zu holen. Als ich dort ankam traf ich unsere Vermieterin. Ich erzählte ihr natürlich stolz von diesem großen Fang. Sie freute sich mit mir und bat mich in ihre Stube.  Ihr Mann hat gerade einen selbstgemachten Obstler umgefüllt, den sie am nächsten morgen ihrem Sohn in Dortmund mitbringen wollten. Ich bekam einen zum Probieren. Der Obstler war mit Himbeeren aufgesetzt und schmeckte einfach herrlich. Nachdem ich mich bedankt hatte, fuhr ich wieder zum Angelplatz, wo Achim auf mich wartete. Wir blieben noch ca. 2 Stunden, ohne daß uns ein weiterer Fisch an die Angel ging. Bevor wir einpackten, legten wir weitere Bolies aus, denn nun war ganz heißt darauf, ebenfalls einen Karpfen zu fangen. Zwei Tage später, um 19.30 Uhr, war es soweit. Ich träumte gerade so vor mich hin, als Achim rief: „Uschi, deine Rute! Schlag an, sonst ist der Fisch wieder weg. Ich konnte sie gerade noch packen, sonst wäre sie ins Wasser gehüpft. Der Anschlag gelang mir gut, obwohl ich sehr aufgeregt war. Nun hieß es Ruhe bewahren, was nicht gerade einfach für mich war. Achim half mir beim Drillen, indem er mir sagte, was ich tun sollte. Sobald der Fisch flüchten wollte gab ich ihm Schnur, damit sie nicht riß. Und wenn er sich wieder ruhiger verhielt drehte ich langsam an der Rolle und holte ihn so stückweise ans Ufer. Das Ganze dauerte vielleicht 15 Minuten, dann hatte ich ihn soweit, daß ich schon im Wasser erkennen konnte, was für ein Brocken es war. Wahrhaftig! Es war ebenfalls ein Spiegelkarpfen. Er war zwar nicht ganz so groß wie Achim’s, aber immerhin 53 cm lang und 4 kg schwer. Ich war außer mir vor Freude. Das nennt man wohl Anfängerglück! Abends haben wir dann „meinen“ Fang gefeiert.

Den nächsten Tag machten wir Angelpause. Da wir auch mal einen anderen Fisch angeln wollten, wechselten wir die Angelstelle und fuhren von da  an die Altmühl, und zwar an die Stelle, wo sie in den Main-Donau-Kanal einfließt. Einheimische Angler hatten uns vor einigen Tagen diesen Tip gegeben. – Übrigens auch den, daß es am Altgewässer Rapfen und Karpfen zu fangen gibt. –Achim mußte mich nun des öfteren bremsen, weil ich nichts anderes als Angeln im Sinn hatte. Für mich stand jetzt endgültig fest, daß ich den Angelschein bzw. die Fischereiprüfung machen würde. Das Buch, welches ich mir seinerzeit gekauft hatte, nahm ich auch zum Angeln immer mit und lernte schon fleißig daraus.

Natürlich war mir klar, daß ich eigentlich gar nicht angeln durfte. Eines Tages fragte mich ein Angler, der etwas weiter neben uns saß, ob ich seine restlichen gekochte Kartoffeln haben wollte. Ich wußte nicht sofort, was ich damit anfangen sollte und schaute ihn etwas ungläubig an. „Damit können sie die Karpfen hier fangen“, meinte er. Als Achim bemerkte, daß er für die Kartoffeln keinen entsprechenden Haken dabei hätte, kam der Angler noch einmal zu uns und gab uns einen Drillingshaken.

Am nächsten Tag saß ein anderer Angler in unserer Nähe. Wir kamen ins Gespräch, wobei er sagte, daß er früher mal Fischereiaufseher gewesen sei. Dann fragte er uns, wo wir unseren Erlaubnisschein gekauft hätten. Achim erzählte es ihm. Wir bekamen den Eindruck, daß er sich nur vergewissern wollte, daß wir nicht schwarzangelten. Etwa eine halbe Stunde später hielt ein Auto und ein Mann stieg aus. Der Angler neben uns meinte beiläufig: „Ach, da kommt ja der Fischereiaufseher.“ Ich drehte mich um – und bekam einen riesigen Schreck! Dieser Mann aus dem Auto, also der Fischereiaufseher, hatte mir tags zuvor die Kartoffeln und den Haken gegeben. Da ich noch immer einige Schwierigkeiten beim Auswerfen der Rute hatte und Achim oft um Rat fragte, mußte er sich doch gedacht haben, daß ich keinen Angelschein besitze. Oder aber er hielt mich für eine Anfängerin (was ich im gewissen Sinne ja auch war). Den ganzen weiteren Abend, solange er Fischereiaufseher selber angelte, traute ich mich nicht mehr die Rute wieder auszuwerfen. Erst als er wieder nSilberaalach Einbruch der Dunkelheit weggefahren war, war ich meine Rute wieder aus. Aber der Schreck saß mir immer noch in den Beinen.

Es war am 18.08.2001 um 21.30 Uhr, als Achim einen Aal“ von 55 cm und 700 g fing. Zuerst wußte er gar nicht, was das war, denn der Aal glänzte wie Silber. Achim hatte zwar schon viele Aale gefangen, aber so einen noch nie.

Am gleichen Abend, um 22.15 Uhr, hatte Achim ein weiteres Erlebnis. Als er eine Meldung bekam und den Köder einholte, wußte er nicht, um was für einen Fisch es sich handeln könnte. Er glaubte, daß es um einenWels weiteren Aal handeln würde, denn der Fisch wand sich sehr und wollte flüchten. Es war fand ein regelrechter Kampf zwischen den beiden statt, den keiner verlieren wollte. Endlich hatte Achim ihn soweit am Ufer, daß er mich bat, schon mal den Kescher ins Wasser zu halten. Achim traute seinen Augen nicht, als er dann sah, daß es wirklich und wWelsahrhaftig ein Wels von 75 cm Länge war. Er freute sich unheimlich, denn es war sein erster Wels, den er gefangen hatte. Ich habe mich so sehr mit ihm gefreut, daß es mir vor lauter Aufregung nicht gelang, an Ort und Stelle ein Foto zu machen. (Das haben wir dann am nächsten Morgen nachgeholt). Wie schon zuvor bei den beiden Karpfen verschickte ich gleich eine SMS an unsere Freunde. Alle sollten sie von unseren herrlichen Fängen erfahren.

Eine Woche vorher muß ich wohl ebenfalls einen Wels am Haken gehabt haben. Ich las gerade interessiert im Angelhandbuch, alsWels plötzlich das Aalglöckchen, welches ich als Bißanzeiger angebracht hatte, zu läuten anfing. Sofort war ich bei meiner Rute und schlug an. „Hast du was dran?“, fragte Achim mich, als ich zu drillen anfing. „Ja, aber es ist so schwer. Das ist sich ein Hänger“, meine ich. „Das spürt man doch“, antwortete er mir. Ich spürte nicht ob es ein Fisch oder etwas anders war, nur, daß ich Schwierigkeiten beim Drillen hatte. Es war furchtbart anstrengend die Schnur einzuholen. Das konnte dochWels nur ein Hänger sein1 Sooo schwer konnte doch kein Fisch sein, dachte ich bei mir. Als Anfänger (das weiß ich heute), machte ich natürlich den Fehler, den Fisch nicht ziehen und ihn müde werden zu lassen. Ich wollte den Fisch (wenn es denn wirklich einer war) mit aller Gewalt landen. Nachdem ich etwa eine Viertelstunde gedrillt hatte, konnte ich nichtmehr. Mein Arm und meine Schulter schmerzten schon, so daß ich Achim bat, mich doch abzulösen. Er drillte noch eine ganze Weile weiter, bis plötzlich gab die Rute nachgab. Das Vorfach war abgerissen und der geheimnisvolle Fisch war weg! Achim angelte ja schon ein paar Jahre und  hate dementsprechende Erfahrungen. Er sagte zu mir, daß das bestimmt ein „Riesenfisch“ gewesen sei. Noch heute ist er davon überzeugt, daß ich damals einen Wels von bestimmt 1,50 m Länge an der Schnur gehabt hatte. Und nachdem er ja seinen Wels gefangen hatte, konnte er einen Vergleich anstellen. Zander

Am nächsten Abend, es war ca. 22.30 Uhr, fing Achim auch noch einen Zander von 55 cm Länge. Als Köder hatte er einen Fischfetzen von einer Brasse gewählt. Ich nahm und nehme selber lieber Maden oder Würmer als Köder. Tote Fische oder Fischfetzen habe ich kaum gewählt. Einen Zander oder gar einen Hecht kann man zwar ebenfalls damit fangen, aber sie beißen wohl lieber auf Fische.

Jedenfalls hatte ich bis zum letzten Abend nichts „Aufregendes“ mehr gefangen. Lediglich 2 etwas größere 2 Nasen konnte ich am letzten Tag unseres Urlaubs noch aus der Altmühl holen. Aber mein Angelfieber war dennoch niemals erloschen. Im Gegenteil! Ich war richtig traurig, daß wir unseren Urlaub beenden mußten.

 

Angeln in Schleswigholstein
an der Treene und Eider

Nachdem wir von unserer Reise an die Altmühl zurückgekehrt waren, blieben wir ein paar Tage zuhause. In dieser Zeit fuhren wir zwei oder dreimal an die Weser zum Angeln.
Mein Interesse am Angeln war inzwischen so groß geworden, daß ich mir sämtliche Zeitschriften, die vom Angeln handelten, kaufte. So kam es, daß Achim in einer Ausgabe las, daß es an der Treene bei Friedrichstadt Fische in Massen gäbe  und das dort Gäste, die noch keinen Angelschein besaßen (und dazu gehörte ich ja nun einmal) für einen kleinen Betrag eine Sondergenehmigung bekommen konnten. Das klang irre gut! Achim besorgte uns sofort übers Internet ein Unterkunftsverzeichnis und wir fuhren aufs Geradewohl hin. Nach einigem Suchen fanden wir etwas außerhalb von Friedrichstadt, nämlich in Süderstapel, eine kleine hübsche Ferienwohnung.  In nur 5 Minuten Fußweg waren wir an der Eider. Als wir dem Vermieter erzählten, daß wir zum Angeln gekommen waren, bot er uns sein Boot mit Motor an. Ich wollte aber lieber vom Ufer aus angeln, denn ein Boot war mir doch etwas zu wackelig.
Am nächsten Tag erkundeten wir die Ufergegend. Ich wunderte mich anfangs, daß es so viele, mit Nummern versehene Angelstellen gab. Aber bald erfuhren wir, daß die Plätze für ein Wettangeln, welches kurz nach unserer Abreise stattfinden sollte, geschaffen waren.
2 oder 3 Tage nach unserer Ankunft fuhren wir nachmittags Treenemit dem Auto an die Treene. Die alte Eisenbahnbrücke war als "Geheimtipp" in der Angelzeitschrift genannt worden. Wir blieben dort über Nacht, aber es ging kein Fisch an den Köder. Aber ständig fraßen uns die vielen Wollandkrabben, die in dem Gewässer waren, den Köder ab. Ich war etwas enttäuscht, daß wir gar nichts fingen, aber als am nächsten Morgen die Sonne aufging bot sich uns ein herrlicher Anblick. Der Himmel war zwar noch voller Wolken, aber er zauberte ein wunderschönes Bild an den Horizont.
TreeneZuhause angekommen meinte Achim, daß wir beim Angeln vom Boot aus vielleicht mehr Erfolg hätten. Ich ließ mich überreden und wir schauten uns noch am selben Abend das Boot an. Zuerst wollte ich gar nicht drauf, denn es schaukelte hin und her, als Achim probeweise in das Boot stieg. Aber nun hatten wir es für die nächste Woche gemietet und es gab kein Zurück mehr. Barsch
Am nächsten Mittag fuhren wir mit dem Boot raus. Wir ankerten nach einigen Kilometer an einer Stelle, die vielversprechend aussah und blieben dort eine Zeitlang, aber kein Fisch biß an. Gerade als Achim seinen Köder wieder reinholte, weil wir weiterfahren und uns eine andere Stelle suchen wollten, biß doch einer an. Es war ein Barsch. "Wo einer raubt, sind auch mehrere", meinte ich. "Laß uns noch bleiben. Ich möchte auch einen fangen." Also blieben nun doch noch einige Zeit, in der Hoffnung mit weiteren Bissen zu Auf der Eiderrechnen, aber es tat sich nichts mehr. Auch als wir weiterfuhren und erneut anhielten, hatten wir keinen Erfolg mehr.
Am nächsten morgen hörte ich beim Aufwachen schon den Regen an die Fensterscheibe klopfen. Das machte mich traurig, denn ich wollte zwar angeln, aber nicht wieder mit dem Boot rausfahren. Als der Regen mittags immer noch nicht aufgehört hatte, gingen wir doch wieder zum Boot. Dieses Mal nahmen wir Regensachen mit, hofften aber, daß sich das Wetter bald bessern würde. Doch der Regen hörte einfach nicht auf. Wir wurden beide sehr naß und ich war reichlich frustriert. "Worauf habe ich mich da bloß eingelassen", dachte ich bei mir. Es schien mir wie eine Ewigkeit, als Achim endlich zu mir sagte, daß wir umkehren wollten. "Nichts lieber als das", sagte ich zu ihm und war froh, als wir endlich wieder im Trockenen waren.An der Eider
Ich hatte von dieser Bootstour die Nase so voll, daß ich am nächsten Tag nicht wieder ins Boot wollte und so beschlossen wir noch einmal an die Treene zu fahren und dort unser Glück vom Ufer aus zu versuchen. Leider war es sehr verkrautet und es dauerte eine Zeit, bis wir eine geeignete Stelle fanden. Neben unserem Angelplatz war eine Wiese, auf der in einiger Entfernung Kühe weideten. Als sie uns bemerkten, kam die ganze Herde an und begaffte und neugierig. Das war eine nette Abwechselung, aber gefangen haben wir an diesem Tag wieder nichts.
Beim nächsten Bootsangeln nahmen wir vorsichtshalber einen Regenschirm mit. Das war auch gut so, denn kaum waren wir ein paar Kilometer gefahren, fing es wieder an zu schütten. Der Schirm hielt Brunnenhäuschenmich zwar etwas trocken, aber das Ideale war es auch nicht. Nicht nur, daß ich trotzdem ganz schön naß wurde, ich fror auch ganz erbärmlich.
Im Großen und Ganzen war der Urlaub in Schleswig-Holstein ein Reinfall. Natürlich hat jeder Angler mal einen Schneidertag (oder auch mehrere). Aber ich wurde den Eindruck nicht los, daß der Bericht in der Angelzeitschrift entweder schon sehr alt war oder aber der ansässige Angelverein die Leute damit hinlockte, um seine Kasse aufzubessern. Friedrichstadt
Ich wäre nicht so sehr enttäuscht gewesen, wenn wir wenigstens einigermaßen schönes Wetter, wie zuvor im Altmühltal, gehabt hätten. Aber so konnte man fast gar nichts unternehmen. Auch keine Fahrradtour. Unsere mitgebrachten Räder standen nur rum.
Erst am letzten Urlaubstag schien ein wenig die Sonne. Und so nutzen wir das schöne Wetter aus und  fuhren nach Friedrichsstadt zum Spazierengehen. Friedrichstadt wir auch das "Holländerstädtchen" genannt, welches aus vielen Grachten und Giebelhäusern besteht. Der Marktplatz ist sehr schön, auf ihm steht ein gotikähnliches Brunnenhäuschen. In dem ehemaligen Amtsgericht, welches heute ein Cafe-Restaurant beherbergt, kann man sehr gut essen. Und auch sonst gibt es einige Sehenswürdigkeiten. Ein Besuch dieses Städtchens lohnt sich auf jeden Fall.
Am nächsten Morgen traten wir - wieder bei bewölktem Himmel - die Heimreise an.

Angeln im Oktober 2001

An einem Wochenende im Oktober fuhren wir gegen 14 Uhr wieder mal zum Angeln. Dieses Mal suchten wir uns aber eine ganz neue Stelle aus, und zwar fuhren wir in Minden die Uferstraße lang, bis wir an die Weser kamen. Uns gegenüber floß sie in den Mittellandkanl, kurz danach kam die Schleuse. Auf der Spitze, wo die beiden Flüssen zusammentrafen, saßen mehrere russische Angler. Es schien eine heißbegehrte Stelle zu sein, denn immer wieder kamen Leute und wollten dort ebenfalls angeln. Das nächste Mal, so nahmen wir uns vor, wollten wir es dort auch einmal probieren.

Achim angelte – wie eigentlich immer – mit totem Köderfisch auf  Raubfisch, denn er wollte gerne einen Zander fangen. An seiner anderen Rute hatte er Maden als Köder angeboten. Mir war es im Grunde genommen egal, was ich fing. Natürlich hätte ich auch gerne mal einen Zander oder – noch lieber – einen Hecht gefangen. Aber irgendwie liegt es mir (noch) nicht, tote Köderfische zu nehmen. Es war mir Barbealso egal, was ich fing, hauptsächlich ich fing überhaupt einen Fisch. Um eine möglichst große „Auswahl“ zu haben, nehme ich meistens Maden oder Tauwürmer als Köder. Sie werden von den verschiedensten Fischen bevorzugt. Aber es könnte auch mal einen Aal oBarbeder sogar einen Zander interessieren.

Ich fütterte schon eine ganze Weile mit Weißbrot und Maden an, als ich eine Meldung hatte. Neben den Maden auf dem Angelhaken hatte ich ein sogenanntes Futterkörbchen, voll mit Weißbrot und Maden, gesteckt. Ich war sofort an meiner Rute und schlug an. Dieses Mal machte ich sogar alles richtig. Schon beim ersten Drillen merkte ich, daß es ein größerer Fisch war, denn er nahm reichlich Schnur und wollte ständig flüchten. Immer wieder mußte ich nachgeben und warten, bis ich endlich den Fisch im Kescher hatte. Da erst sah ich, was ich gefangen hatte: eine große Barbe! Meine erste Barbe. Sie war der zweitgrößere Fisch, den ich überhaupt bisher gefangen hatte. (Der erste war der Karpfen aus dem Altmühltal). Es war so ein herrlicher Drill, daß ich unbedingt noch eine fangen wollte und meine Rute sofort wieder fertig machte. Aber es gelang mir leider nicht mehr. Dafür hatte Achim eine Stunde später ebenfalls eine Barbe dran. Seine war – wie sollte es auch anders sein – ein paar Zentimer größer als meine. Doch ich freute mich für ihn genauso sehr.

Da es schon recht kalt war und auch etwas feucht wurde, blieben wir nicht die ganze Nacht, sondern fuhren Barbeschon gegen 2 Uhr nach Hause.

Am nächsten Wochenende fragte ich Achim, ob wir nicht wieder nach Minden fahren wollten und zwar dieses Mal an die Spitze. Leider war sie schon besetzt. Aber wir hatten schon alles ausgeladen und in die Richtung geschleppt und suchten uns deshalb eine andere Stelle in der Nähe. Wir fanden einen Platz, der gegenüber dem Ufer gegenüber lag, wo wir die Woche vorher .

Nachdem wir unsere Köder ausgeworfen und eine Zeitlang ruhig gesessen hatten, hörten wir Schüsse in unserer Nähe. Mir war inzwischen etwas kalt geworden und ich machte mich auf deBarben Weg zum Auto um meinen Thermoanzug zu holen. Unterwegs traf ich auf einige Jäger. Ich fragte sie, auf was sie schießen würden. Sie antworteten, daß sie hinter Füchse und Rebhühner her wären. Spaßeshalber sagte ich: „Passen Sie bloß auf, wo Sie hinschießen. Mein Mann und ich sitzen ein Stückchen weiter am Ufer und sind am Angeln.“ „Keine Bange. Wir schießen immer in die Luft und nicht ans Ufer. Da passiert schon nichts“, antwortete ein Jäger. Als ich wieder bei Achim war, sagte er mir, daß er vor ein paar Minuten geglaubt hätte, es wäre am Hageln. Dann sah er, daß es kein Hagel, sondern Schrotkörner gewesen waren. – Die Jäger kamen bald mit ihren Hunden immer näher an unsere Angelstelle. Ich hatte meine Rotfeder, die ich vorher gefangen hatte, hinter mich ins Gras gelegt. Ein Jagdhund interessierte sich sehr dafür und Barbeich hatte schon Bange, daß er sie mir wegschleppen oder auffressen würde. Aber er schnüffelte nur daran und rannte zu seinem Herrchen, daß ihn rief. Nach einer Stunde hatten wir wieder Ruhe, die Jäger waren abgezogen.

Achim fing an diesem Tag erneut eine große Barbe. Ich selber hatte außer der Rotfeder keinen weiteren Fisch gefangen. Aber ich freue mich immer sehr, wenn Achim etwas fängt., auch wenn es mir selber nicht glückt.

Im September hatte ich mich zum Vorbereitungslehrgang für die Fischereiprüfung angemeldet und seit 12. Dezember 2001 bin ich  stolze Besitzerin eines Angelscheins.
Inzwischen bin ich auch, wie Achim schon seit einigen Jahren, Mitglied im Fischereiverein Minden e.V..